Lauenstein am Ith in alten Ansichten

Lauenstein am Ith in alten Ansichten

Auteur
:   Ulrich Baum
Gemeente
:   Lauenstein am Ith
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0139-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lauenstein am Ith in alten Ansichten'

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19. Lange noch waren auf unseren Straßen und Wegen Kunwagen zu sehen. Für den kleinen Landwirt, der sich ein Pferd nicht leisten konnte, war die Kuh Arbeits- und Nutztier zugleich. Das Foto ist auf der Bahnhofstraße (heute Rudorffstraße) aufgenommen: Friedrich Schrader und Meta Schermer fahren mit dem leiterwagen nach dem Felde.

Frau Schwerdtfeger, im Winkel aufgewachsen, erinnert sich an die alten Klüter-Vahlbruchs. Rührend, als wären es ihre eigenen Kinder, waren sie um ihre beiden Ochsen bemüht. Wenn sie mit dem Ochsengespann aufs Feld zogen, setzte sich keiner der beiden Alten auf den Wagen. Ganz behutsam nahmen sie ihre Tiere beim Kopf und flüsterten ihnen besorgt ins Ohr: 'Osse, steut deck nicht'

20. Das Schmersesche Haus an der Hemmendorfer Straße gehörte zu den ersten Neubauten, die gegen Ende des vorigen Jahrhunderts anfingen, die Ortslage Lauensteins nach Süden hin auszuweiten. Noch bis ins letzte Viertel des 19. Jahrhunderts endete die Bebauung kurz unterhalb des 'Grünen Flecks'. Hemmend in der Entwicklung war die bis 1874 getrennte Selbständigkeit der beiden Flecken Lauenstein und Damm. Die Einwohnerzahl war deshalb über ein Jahrhundert lang fast konstant geblieben. Die Auflösung des Amtes Lauenstein brachte 1885 einen erneuten Entwicklungs-Rückschtag. Das Schmersesche Haus steht heute nicht mehr; es mußte der stetig sich ausweitenden Entwicklung des OKAL-Werkes weichen.

21. Seit die Lauensteiner das Kegeln kennengelernt hatten, waren Kegelbahnen und Kegelvereine aus dem örtlichen Leben nicht mehr wegzudenken. Ob sich die hier für den Fotografen posierenden würdigen Herren einen wohlklingenden Namen für ihren Verein ausgesucht hatten, ist nicht überliefert. Die Kegelbrüder haben sich - mit einem stärkenden Schluck Bier in der Hand, denn Kegeln machte auch schon damals durstig - um das mit dem Vereinsemblem geschmückte Bierfaß gruppiert. Die schärpengeschmückten Meister oder Würdenträger des Vereins fehlen ebensowenig wie das Rechnungsbuch und die Leistungstafel. Kegel und Kugeln werden von den Kegeljungen flankiert.

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22. In vollem Staat ließ sich der Kriegerverein - eine flüssige Stärkung darf natürlich nicht fehlen vor dem 'Lauensteiner Hof' fotografieren. Statt der Namen sei an das Kaisermanöver 1881 bei Alferde erinnert: Wat krabbelt dao im Busch herrum? I Is dat woll gaar Napoleum? I Beheute Gottl Dat sind de Buren, I Dei willt up usen Kaiser luren, I De heute int Manöwer fährt I Un dort bei Alfer stigt to Peerd. I Sau wat, dat is noch nich gescheihn I Un is nicn alle Daag te seihn: I Dei Leue lopt, dei Leue rennt I As wenn't in allen Dörpen brennt. I Sei teiht de Sondagskleder an I Un stiebelt all den Barg herran. I Un ganz herrub bet nao Lauenstein I Will alle Welt de Kaiser seihn.

23. Lauenstein war ein Mühlenort. Unweit des Lauenteiches lag der untergegangene Sliphof (1464 genannt); in seiner Nähe seit etwa 1730 die Dempewolfsche, erst ÖI- und Säge-, später Mehlmühle. Am Rennenberg gab es zwei Papiermühlen, die untere war zuletzt nur Beigeschirr zum Stampfen. Die Vorwerksmühle (Thiele) mahlte bis 1912 Schrot. Für kurze Zeit gab es in der Knabenburg eine Mahlmühle. An der Mühlenstraße lag die Meyersche Mühle (Foto um 1900), eine Mahl- und Ölmühle mit Sägewerk und Stuhlfabrik. Auf dem jetzigen OKAL-Werksgelände richtete 1639 Amtmann von Mudersbach eine Säge- und Stampfmühle ein. In Spiegelberg gab es endlich die Heuersehe Mehlmühle und eine Ölmühle. Der Lauenbach hieß früher Grindelbach (=Mühlenbach).

24. Zur Meyerschen Mühle gehörte ein Altenteilerhaus in der heutigen Mühlenstraße, das uns das Foto von 1895 in seiner ursprünglichen Form zeigt. Wurde eine Stelle dem Nachfolger übergeben, so legte ein Vertrag die Rechte der Altenteiler fest. Einem solchen Lauensteiner 'Leibzuchts-Contract' entnehmen wir: Leibzuchtswohnung mit Anteil an Scheune, Miststelle, Holzplatz und Keller. Kartoffelund Gartenland. Das Recht, Hühner und Gänse zu halten. An jährlichen Leistungen: 9 Himten Roggen und 3 Himten Gerste, 4 Taler fûr ein Schwein, die Hälfte vom Obst, 2 blaue leinene Hosen und 2 Paar wollene Strümpfe fûr den Altenteiler. Reine Wäsche. Hege und Pflege bei Krankheit und endlich freie Beerdigung.

25. Das ausklingende alte Jahrhundert hatte zwar durch den Bau der Kleinbahn Lauenstein an die große weite Welt angeschlossen, doch mißtraute man dieser modernen Errungenschaft noch kräftig. Über lange Zeit hinaus verließen sich vor allem die Alten weiter auf den pferdegezogenen Kutschwagen - so wie hier 'Mühlen'-Meyer senior, den das Bild etwa 1913 auf der noch ungepflasterten Salzhemmendorfer Straße zeigt.

Ihm kann es nicht wie dem alten Lehnhoff passieren. Der hat vor Aufregung am Fahrkartenschalter vergessen, wohin er eigentlich fahren wilL Zum Glück weiß er, daß sein Vordermann dasselbe Reiseziel hat wie er. Schnell läuft er hinter jenem her, erwischt ihn am Ärmel und fragt: 'Wo willt Sei doch hen? Eek weit den Namen nich mehr!'

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26. Als stolzer Königsulan präsentiert sich hier kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges Fritz Meyer, Sohn aus der Meyerschen Mühle. Da der Familiename mehrmals in Lauenstein vorkam, unterschied man die einzelnen Meyers durch Spitznamen. Neben dem 'Miihlen-Meyer gab es einen 'Strull-Meycr, auf dessen Grundstück eine Strulle (=Quelle) entsprang, und einen sehr bibelfesten 'Priester'-Meyer. Spitznamen waren damals allgemein sehr beliebt und sind es auch heute noch. Es folgt hier eine kleine Auswahl aus vergangenen Generationen: 'Didldum'-Knoke, 'Schamm'sHartmann, 'Mester Klack'Hartmann, 'De Naobers' Schrieber und Beye, 'Knacker'-Beiße, 'Henne se-in'-Pfingsten, 'Onkel Bräsig'Lüders, 'Graf-Renziehausen, 'Sware Not'-Knoke, 'Tweftjen-Höpper'-Weusthoff und 'Suer'-Vahlbruch.

27. Büttners mechanische Weberei - hier die Familie im Garten an der Salzhemmendorfer Straße stand auf dem jetzigen OKAL-Werksgelände. Der Vorbesitzer und Gründer des Werkes soll zusammen mit dem Spiegelberger Müller einen reichen Maurermeister beerbt haben, dessen Nachkommen leer ausgingen. Dieser soll beim Abriß alten Gemäuers den Kriegsschatz des Amtes Lauenstein gefunden und für sich behalten haben. Aber 'unrechtes Geld kommt nicht an den dritten Erben', es brachte kein Glück. Müller und Fabrikant mußten schließlich ihren Betrieb einstellen. Viel später fand der Kuhlengräber beim Ausheben eines Grabes eine Flasche mit Zettel: Hier ruht der Maurermeister X. Er hat 70000 Taler hinterlassen. Aber seine Verwandten haben nichts gekriegt.

28. OHo Kreibaum (Mirte), Jahrgang 1902, pachtete in Lauenstein eine kleine Tischlerei. Durch unermüdlichen Einsatz in guten und schlechten Zeiten konnte er aus diesem Betrieb ein Unternehmen entwickeln, das heute Weltgeltung besitzt. OHo Kreibaum zählt zu den markantesten Unternehmerpersönlichkeiten des niedersächsischen Raumes und hat weit über die Grenzen unseres Landes hinaus als Pionier der modernen Holzverarbeitung und des Fertighauses Achtung und Anerkennung gefunden. Aus der kleinen Tischlerei entstand ein Unternehmen, das heute fünf eigene Fertighaus-Werke, eine Baugesellschaft, eine Maschinenfabrik sowie rund fünfzig Lizenzwerke in aller Welt zur Herstellung von Röhrenspanplatten umfaßt.

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