Lauenstein am Ith in alten Ansichten

Lauenstein am Ith in alten Ansichten

Auteur
:   Ulrich Baum
Gemeente
:   Lauenstein am Ith
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0139-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lauenstein am Ith in alten Ansichten'

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29. Otto Kreibaum erzählt: Nachdem ich im Tischlerhandwerk die Gesellenpriifung bestanden hatte, holte mich mein Vater zuriick ins Elternhaus. Unter seiner Leitung richtete ich eine Tischlerei ein und legte die Meisterprüfung ab. Bis zu meinem 26. Lebensjahr blieb ich im väterlichen Betrieb. Am 1. August 1928 pachtete ich eine kleine Tischlerei in Lauenstein. Mein sehnlichster Wunsch, einmal selbständig zu sein, war erfûllt. Der übernommene Betrieb war mit wasserkraft, mit einem Wasserrad von 10 PS Leistung, ausgestattet. So konnte ich, um diese Kraftquelle gentigend auszunutzen, neben der Herstellung l'on Einzelmöbeln die Fabrikation von MöbeljUßen aufnehmen. Anfang des Jahres 1929 beschdftigte ich fiinf Gehilfen und einen Lehrling.

30. In der Nacht zum 29. Dezember 1933 erscholl in Lauenstein Feueralarm. In der Möbelfabrik Kreibaum war ein Großfeuer ausgebrochen. In kurzer Zeit wurde das ganze Gebäude vom Feuer erfaßt und vollständig eingeäschert. Es war ein entsetzliches Bild. Als der Alarm erfolgte, schlugen die Flammen bereits aus dem Fabrikdach heraus. Der rötliche Schein der Feuergarben erhellte den ganzen Ort. Einhundertzehn Arbeitskräfte wurden durch die Katastrophe arbeitslos, nachdem es durch die gute Auftragslage möglich gewesen war, erst wenig vorher fünfzig neue Arbeitskräfte einzustellen. Der Schaden belief sich auf etwa 135000 RM. Selbst eine alte Handspritze aus dem Jahre 1786 wurde bei der Brandbekämpfung mit eingesetzt und leistete Vorzügliches. (Nach Zeitungsberichten.)

31. Otto Kreibaum erzählt: Ende 1933 entschloß ich mich, das inzwischen in zwei Schichten arbeitende Werk zu vergroßern. Da vemichtete ein grausames Schicksal kurz vor der Inbetriebnahme des neuerbauten Betriebes durch Feuerschaden das gesamte Werk am 29. Dezember 1933. Der Schaden trafuns um so empfindlicher, als das neuerbaute, nun zerstörte Werk noch nicht versichert war. Um den Weiterbestand des Betriebes nicht zu gefährden, wurde bereits am 3. Januar 1934, wenlge Tage nach dem Brand, die früher gepachtete, im Jahre 1931 aufgegebene Tischlerei kduflich erworben. ..

32 .... Die vorhandenen alten Gebäude wurden abgerissen und trotz der wintermonate mit dem Wiederaufbau der Fabrik begonnen. Keiner der neunzig Arbeitskräfte wurde entlassen. Alle arbeiteten beim Wiederaufbau mit. Und so war es moglich, innerhalb von zehn Wochen nach dem Brandtage, schon am 16. März 1934, die neuerstellten Fabrikationsräume ihrer Bestimmung zu übergeben. Dieses Wunder eines so schnellen Wiederaufbaus war nur moglich, weil eben alle Mitarbeiter des Betriebes bereit waren, von heute aufmorgen ihren Hobel mit Spitzhacke und Schaufel zu vertauschen.

33. Die Kleinbahnstrecke Voldagsen-Duingen wurde 1897 eröffnet. Die an den Bau der Kleinbahn gekniipften Erwartungen haben sich bis jetzt nicht ganz erfüllt, schreibt Bürgermeister Hausmann 1901, jedoch ist ein Wandel zu erwarten, wenn erreicht wird, daß auf der Bahn billigere und direkte Tarife zur Geltung kommenn. Die liebevoll 'Alli' genannte Kleinbahn hatte ihre Not, bei Hof Spiegelberg eine Steigung zu überwinden. Aus dem Stöhnen der Lokomotive hörten die Lauensteiner heraus: 'Ach, Amtsrat Koch, sau help meck doch!' (Vom Spiegelberger Amtsrat wird erzählt, er habe einen Zweizentnersack tragen können.) Hatte 'Alli' es geschafft, dampfte sie stolz davon: 'De Kaffepott, de schitt deck wat! De Kaffepott, de schitt deck wat!'

34. In Spiegelberg gab es früher eine Stuhlfabrik. Ihr Besitzer Friedrich Pfingsten, 'de oie Pingsten', war in Gedanken meist mit anderen Dingen beschäftigt als gerade vonnöten. Wollte er verreisen, kramte er bis zum Bimmeln der Kleinbahn im Hause herum. Nur mit dem Nötigsten bekleidet, sauste er zum nahen Bahnhof und zog sich erst im Zuge fertig an. Einmal meinte er: 'Eek bin schon sau freuh up'ewest, awer eek konne sau slecht leopen.' 'Sei heb bet de Scheauh verkehrt rümme an,' hieß es da, 'sei heb bet 'n linken un rechten verduschet!' Mit dem Pferdewagen ging es unterwegs nicht ohne Einkehr ab. Leicht angesäuselt merkte er später nicht, daß man sein Gespann umgedreht hatte. Überrascht kam er wieder zu Hause an, von wo er vor kurzem erst losgefahren war.

35. Die sogenannte Tilly-Linde steht im hohen Felde bei Hemmendorf. Hier wurde im Amte Lauenstein, in dem Gerichtsbezirk der niederen Börde, das Landgericht gehalten. Aus dem ursprünglichen Namen ThieLinde wurde im Volksmund Tilly-Linde, weil Tilly angeblich 1625 hier im Feldlager stand. Ein 500 Meter nordöstlich gelegenes Feldstück trägt die Bezeichnung 'Tillys Köke'. Wahrscheinlich ist der Baurn an der alten ThingsteIle aus Freude über den Abzug der Tillyschen Kriegshorden gepflanzt worden. 1895 legten Kinder in einer Höhlung des Stammes Feuer an, wodurch die Krone des Baumes vernichtet wurde. Wie das Bild zeigt, harte der Baum bereits 1906 an einer Seite kräftig neu ausgetrieben. Konsequente Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen bewirkten, daß die Linde bis heute wieder eine volle und gesunde Krone bilden konnte.

36. Luftkurort und Sommerfrische nannte sich Lauenstein 1906. Damals wie heute war und ist der schönste Bliek auf den Ort von der Ziegenbuehe am Knickbrink, Die Sage berichtet, daß den Lauensteinern einst des Naehts särntliche Ziegen gestohlen wurden. Aufgeregt machten sie sich auf die Suche und fanden nicht weit vom Flecken vierzehn Ziegen an eine Buche angebunden. Die anderen Ziegen waren geschlachtet; die von den Dieben zurückgelassenen Felle lagen um den Baum herum, der seitdem Ziegenbuche genannt wurde. Um sie der Nachwelt möglichst lange zu erhalten, wurden schadhafte Stellen immer sorgfältig mit Ziegenleder vernagelt. Sie stand bis in unsere Tage: 1955 brannte sie nach einem Blitzschlag aus.

37. Am Knickbrink, nahe der heutigen 'Appelburg', gab es in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg eine Grotte. Sie war sonntagmorgens Treffpunkt von neun Lauensteiner Musikanten, die dort ihrem Steckenpferd frönten. 'Kapelle Krach' wurden sie frech genannt. Ohne einen 'Sluck' ging es natürlich nicht; so lassen sich die Neun hier von Gastwirt Karl Lochstedt bedienen. Kurioserweise hießen die Geiger sämtlich August: Meyer, Pieper, Dörpmund und Behrens; am Cello Fritz 'Strull-Meyer. Hinten stehen (von links nach rechts): Briefträger Theodor Meyer, Schlachterlehrling Grobe, Schneider Christian Beiße und der einzige Bläser August Wollenweber. Tischlermeister August Pieper ließ sich mitunter zu einem Solo überreden und meinte dann: 'Dat sind sware Saken von Mozart!'

38. Immer wieder fanden sich kleinere oder größere Gruppen zum Theaterspielen zusammen. Mit viel Liebe und Begeisterung wurden Rollen einstudiert. Es war gar nicht so leicht, wie hier für die 'Regimentstochter' (etwa 1925), die relativ große Anzahl von Mitwirkenden zu finden. Und nicht immer hielt das Können das, was die Begeisterung versprach. Fritz 'Strull'-Meycr, auch 'Ziegen'-Meyer genannt, war einmal mit dabei. Bei seinem einzigen Auftritt hatte er nur ein einziges Wort zu sprechen: 'Allernal!' Prompt hieß es im Orte: 'Da unten in der Specke, da steht ein kleines Haus. Da guckt aus einer Ecke ein Ziegenbock heraus, Und fragst du in dem Flecken: Wer mag der Hausherr sein? , schreit's aus der ganzen Specken: Allernal, Allemal muß's sein!'

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