Lauenstein am Ith in alten Ansichten

Lauenstein am Ith in alten Ansichten

Auteur
:   Ulrich Baum
Gemeente
:   Lauenstein am Ith
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0139-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lauenstein am Ith in alten Ansichten'

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39. Um 1930 siedelte sich Ernst-August Kehr in Lauenstein an. Er war ein stiller, warrnherziger Beobachter und verstand es, köstliche kleine Welsheiten und Wahrheiten zu sagen, aus der Fülle des Erlebten Verse zu formen. Sicherlich war der hier gezeigte Ausblick von der Ziegenbuche (um 1920) nicht ganz unbeteiligt an seinern 'Bliek ins Saaletal': Vom Berghang zu Tale beglückendes Schau'n auf sonnige Felder und lichtgrüne Au 'n. / Gärten und Hecken, Acker und Rain, Giebel und Erker im Sonnenschein. / Vom Ith bis zum Kanstein ein leuchtend Gefild. Blauhimmel darûber: ein lockendes Bild! / In schimmernder Ferne die Waldberge blau'n. Weit öffnet euch, Augen, all das Schöne zu schau'n!

40. Vom Krähenberg aus wurden die damals noch vollständig erhaltenen Gebäude der Knabenburg inmitten des gepflegten Parkgartens aufgenommen. Der Name geht bis ins 13. Jahrhundert zurück, als die Edlen von Homburg die Lauensteiner Burg erbauten, zu der auch der 'Knappenhof" gehörte, ein Sattelhof. Im Laufe der Zeit ist aus dieser Bezeichnung 'Knabenburg' geworden. Ernst Rudorff erbte 1873 das Anwesen von seinem Vater. Als Leiter der Klavierabteilung an der Berliner Musikhochschule wie als Komponist von Liedern, Klavierrnusik und Orchesterwerken ist er heute nur wenig bekannt. Als Präger der Begriffe 'Naturschutz' und 'Heimatschutz' wie als Initiator und Vorkämpfer der daraus erwachsenen weltweiten Umweltschutz-Bewegung sollte er unvergessen sein!

41. Professor Ernst Rudorff (1840-1916) erkannte die Gefahren, die Natur und Landschaft in den Zeiten der Gründerjahre durch eine rücksichtslose Industrialisierung und Verkoppelung drohten. Sein Kampf um die Erhaltung der Natur begann in Lauenstein. Hier sind die Wurzeln und der Kraftquell seiner segensreichen Tätigkeit als geistiger Vater der Heirnat- und Naturschutzbewegung zu suchen.

An den Verschönerungsverein zu Lauenstein schreibt Rudorff 1897: Was mich also bewogen hat zu handeln, wie ich gehandelt habe, ist einzig und allein die Liebe zu der natürlichen Schonheit dieses Flecks Erde, der mir als Heimath in besonderer Weise heilig und theuer ist.

42. Durch Kauf rettete 1891 Professor Rudorff die von der Axt bedrohte Allee alter Eichen am Krähenberg, die wir in einer Aufnahme aus dem Jahre 1903 sehen: Getrieben von dem Wunsche, dem hiesigen Ort den Schmuck der am Krähenberge in seiner unmittelbaren Nähe stehenden schonen alten Eichen zu erhalten, habe ich micb entschlossen, die sämmtlichen daselbst befindlichen Bäume zum Taxatpreis anzukaufen, und das ganze Areal, auf dem die Bäume stehen, fiir so lange Zeit zu pachten, als ich die Eichen stehen lasse. Für die insgesamt vierundvierzig Eichen zahlte Rudorff 2056 Mark sowie 25 Mark jährliches Pachtgeld. Der Vertrag liefüber dreißig Jahre und wurde 1920 von Rudorffs Tochter Elisabeth zunächst bis 1930 und spater bis 1953 verlängert.

43. Nach dem Tode Professor Rudorffs im Jahre 1916 nahmen seine beiden Töchter Melusine und Elisabeth, die wir hier in einer Ecke des sogenannten 'Saals' der Knabenburg sitzen sehen, dieses Anwesen als väterliches Erbe in ihre Obhut. Im Laufe seines Lebens hatte Rudorff in dem stattlichen Fachwerkhaus zahlreiche Kunstschätze zusammengetragen - Schränke, Vitrinen, Gemälde, Porzellan, Bücher. Unter den Händen seiner Töchter atmete das Haus weiterhin die Atrnosphäre, die sein langjähriger Besitzer geschaffen hatte. Für Gäste war es ein besonderes Erlebnis, wenn die beiden alten Damen kerzengerade und mit eifergeröteten Wangen am Flügel saßen und vierhändig die von ihrem Vater für sie komponierten 'Kinderwalzer' opus 38 zum allgemeinen Entzücken vortrugen.

44. In wievielen Lauensteiner Häusern mag wohl dieses Bild mit dem frommen Spruch einen Ehrenplatz gehabt haben! Die Ortsstraße war um 1905 noch nicht gepflastert; Bürgermeister Hausmann berichtete 1901: Die von dem Wegemeister Höwe betriebene Anlage eines Hochbords hat das Ansehen der Straße sehr verbessert. Im Hintergrund ist das 1911 abgebrannte Wilkeningsche Haus zu erkennen. Der Bliek in die Kirche zeigt die seinerzeit moderne Ofenheizung und vor allem die vielen Namensschilder. Jeder Kirchenplatz war in festen Händen; die Platzinhaber waren von 1757 bis 1924 im Stuhlbuch der Kirche verzeichnet. Seelsorger in Lauenstein war von 1883 bis 1907 Pastor Hermann Lauenstein - eine merkwürdige Namensgleichheit!

45. Endlich ein Foto, das nicht nur Männergruppen zeigt! 1910 war der Gernischte Chor zum 'Photographieren' bestellt worden. Selbstverständlich war die holde Weiblichkeit im besten Sonntagsstaat erschienen. Und wie man mit den Hüten wetteiferte! Wahre Prachtexemplare wurden stolz präsentiert. Sicherlich stammten sie zum Teil aus der Werkstatt 1dchen Blanks, der heimischen Putzmacherin. Hier dominierte die Weiblichkeit; ob sich die fünfzehn Herren den fünfunddreißig Damen nicht etwas unterlegen vorkamen? In der vorletzten Reihe erkennen wir Pastor Groscurth (1908-1911 in Lauenstein), angehimmelt von seiner Nachbarin zur Linken. Der vorn links sitzende junge Mann ist der achtzehnjährige Wilhelm Bonin, der später als Uhrmachermeister und Lauensteiner Chronist allseitig bekannt wurde.

46. Pastor Berehers - hier mit seiner Frau auf einer Hochzeit im Jahre 1913 - war von 1912 bis 1926 Seelsorger in Lauenstein. Eine derbe Anekdote erzählt, wie er Opfer eines peinlichen Mißverständnisses wurde: Um sich den Weg durch den Flecken zu ersparen, zieht am Sonntagmorgen Frau Schnook mit ihrer 'böckschen' Ziege über die Eichenallee zur Bockstation von Dorette Sander im Winkel. Da sitzt am Stein tisch doch ausgerechnet der 'Pastor' und schmaucht seine Pfeife. 'Wohin wollen Sie denn am heiligen Sonntagmorgen mit dem Tier? ' fragt er. 'Die Ziege muß zum Bock!' ist die kurze Antwort. 'Ihr Mann hat doch heute auch Zeit; kann der das denn nicht machen? ' meint der Pastor ohne Arg. 'Sei sind en olet Swin, Herr Paster!' platzt die Frau heraus und macht, daß sie weiterkommt.

47. Lehrer Karl Ahrens berichtet in der Schulchronik: Am 7. Juli 1925 feierte unser Flecken ein Fest, wie es seit vielen Jahren unser sonst so stiller Ort nicht erlebt hat. Es war das 75jährige Bestehen des Kriegervereins, das feierlich begangen wurde. Der ganze Ort glänzte im Schmuck der Guirlanden und Fahnen, Fahnen des alten deutschen Reiches. Vor Hartmanns Haus war eine Tribüne errichtet, von der der Präsident, Herr Wilh. Kaune, die von nah und fern herbeigeeilten Vereine begrüßte und Herr Pastor Borchers eine tief zu Herzen gehende Ansprache an die Festteilnehmer hielt. Dieser Tag wird manchem Lauensteiner in Erinnerung bleiben. Hier hat sich der Kriegerverein zum Umzug auf dem Witwenplatz versammelt. Das Foto dürfte jedoch älter sein und scheint aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zu stammen.

48. In dem kleinen Nebengebäude des 'Lauensteiner Hofs' hatte Heinrich Mundt ein Frisörgeschäft. 1925 wurde es von Joseph Slee übernommen, den wir mit seiner Frau Martha vor dem Frisier-Salon sehen. Die Reklameschilder 'Hannoversches Tageblatt' und 'Hannoverscher Kurier' dokumentieren eine erstaunliche Presse-Vielfalt zu jener Zeit; denn hierneben wurde selbstverständlich die 1848 gegründete Hamelner 'Deister- und Weserzeitung' gelesen.

Der eine Generation zuvor wirkende Putzer Rögener zog nebenher auch Zähne und wurde gern bei kleineren Wehwehchen in Anspruch genommen. Daß er mit dem desinfizierenden Alkohol auf freundschaftlichem Fuße stand, nahm man in Kauf. Dafür ließ man ihn andererseits zu manchem Schabernack herhalten.

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