Lauenstein am Ith in alten Ansichten

Lauenstein am Ith in alten Ansichten

Auteur
:   Ulrich Baum
Gemeente
:   Lauenstein am Ith
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0139-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lauenstein am Ith in alten Ansichten'

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49. Für Helmut Timpe vom 'Lauensteiner Hof' und Joseph Slee ist es eine Selbstverständlichkeit - wie übrigens ftir alle Lauensteiner -, die Straße vor ihrem Grundstück sauber zu halten. Darüberhinaus erfährt man beim Fegen im nachbarlichen Gespräch allerhand Neues. Mitte der zwanziger Jahre war auch das Menkingsche Haus im Hintergrund noch nicht umgebaut. Um 1930 lobt die Zeitung unsern schönen Flecken: Nur rund 1 200 Einwohner groß, sauber gepflegt bis in seinen letzten Winkel, mit prachtvollen alten Häusern, deren weiße Fachwerkfelder aus braunem Gebälk leuchten, mit grellbunten, stimmungsvollen Bauerngärten, voller Stelgungen auf allen Straßen, Gäßchen und Wegen, durchzogen von einem munteren Bächlein - so liegt Lauenstein vor uns.

50. Ehrenpforte im Winkel zum Turnfest 1926. In der Mirte die damals vierzehnjährige Jungturnerin Emma Diestelhorst im Turndreß. Dreißig Jahre waren seit der Gründung des Männerturnvereins im Winter 1896 vergangen. Dienstags und freitags wurde anfangs hinter den Talmen des 'Lauensteiner Hofs' geturnt. Reek und Barren waren dort in den Boden eingerammt, gebaut von Tischler Bruns und Stellmacher Hölscher. Bei Regenwetter und im Winter konnte man in Timpes Scheune behelfsmäßig unterkommen. Als der Raum hier zu eng wurde, stellte der Wirt den ehemaligen Kuhstall zur Verfügung. 1898 konnte endlich in den neuerrichteten Saalbau umgezogen werden.

51. Turnerriege 1920 bei einern auswärtigen Turnfest. Wie eifrig in dem neugegründeten Verein geturnt wurde, geht daraus hervor, daß bereits nach einem Jahr, im Herbst 1897, ein Turnfest arrangiert wurde, zu dem der Verein mit zwei Riegen zu je fünfzehn bis zwanzig Mann antrat. Vorturner der ersten Riege war Schneider Muller, der der zweiten Heinrich Grieße. Zum Turnfest erschien eine Musterriege aus Elze sowie der Turnwart Look aus Osnabrück. Der Erfolg des Turnfestes war so groß, daß eine dritte Riege aufgestellt werden mußte. Nach der Jahrhundertwende ließen widrige Umstände den Verein auf einen einzigen Turner, den späteren Ehrenvorsitzenden Fritz Ebeling, zusammenschrumpfen. Nur dank seiner Ausdauer konnte wieder eine Turnerriege gebildet werden, blühte der Verein wieder auf.

52. Aufbruch zur Feldarbeit. Das Foto zeigt uns den Meyerschen Hof im Winkel - Juni 1920 ist es hinterschrieben.

Seit eh und je war das bäuerliche Leben in gleichen Bahnen verlaufen. und niemand ahnte damals, welch ein Wandel sich innerhalb nur einer Generation vollziehen würde. Professor Rudorff schreibt in seinen Lebenserinnerungen: Die ansässige Bevölkerung bestand aus einigen Bauern und in der Hauptsache aus Ackerburgern, die neben ihrem Landbesitz irgendein Handwerk oder Gewerbe trieben. Man darf sagen, daß hier noch ein Menschenschlag zu Hause war, mit dem zu leben und zu verkehren eine Freude war. Von wenigen räudigen Schafen abgesehen, lauter tüchtige, redliche Leute. Das Plattdeutsche war noch allgemein im Volk die Umgangssprache.

53. Der Landmann, der mit Roß und Pflug im Frühjahr seine Felder bestellt, gehört in unserm technischen Zeitalter der Vergangenheit an, hat seine Bedeutung als Symbol des Frühlings verloren. Wie sehr die Generationen vor uns sich in ihrern Verhaltnis zu ihren Tieren der Abhängigkeit von deren Arbeitskraft bewußt waren, zeigt die liebevolle Geste, mit der Opa Friedrich Meyer aus dem Winkel seinen Pferden nach der Feldarbeit eine kleine Belohnung zuteil werden läßt. Die Pferdeanrufe 'Hüh!' und 'Brrr!' kennt wohl nochjeder. Aber auch die anderen sollten nicht ganz vergessen werden: 'Hare!' und 'Hotte!' (nach links/rechts); 'Hare her!' und 'Hotte weg!' (links/rechts umwenden). Vom wiehernden Pferd hieß es: 'Dat Perd röppt.'

54. Der um 1900 gemalte Bliek vom Burgberg gegen Stukenbrink und Krähenberg macht deutlich, wie stark der Wandel gerade hier am Rennenberg gewesen ist. Der alte Steinbruch wurde kurz nach der Jahrhundertwende eingeebnet. Rechts sind die ersten Betriebsgebäude der Weberei zu erkennen. Der Stauteich hatte zuvor Jahrhunderte lang der Papiermühle als Kraftquelle gedient. Im Mittelgrund links breitet sich das Anwesen der Dempewolfschen Mühle aus. In dem Hause rechts davon (Lauenteichweg 2) hatte der Berliner Schriftsteller Paul Fechter lange Jahre seinen Sommersitz. Der Hof rechts daninter (Rennenberg 31) gehörte dem Landwirt Habenicht, dessen Spitzname 'Kuckuck' war; sein Anwesen wurde daher auch 'Kuckucksburg' genannt.

55. Diese Holzfinnen am Rennenberg erinnern an die Geschichte vom Brennholzdieb: Hennerchen Deiter vom Rennenberg hatte es nicht leicht, Von sechs Uhr morgens bis sechs Uhr abends werkte er in der Hausmannschen Weberei - für sieben Mark Wochenlohn. Sein Brennholz schlug er selbst und sägte und hackte es klein. Hellauf empört war er, als er feststellen mußte, daß Diebe sich an seinen Holzfinnen zu schaffen gemacht hatten. Grimmig sorgte er für Abhilfe. Er bohrte mehrere Scheite an, schüttete eine Portion Pulver hinein, die ein Freund im Salzhemmendorfer Steinbruch 'abgezweigt' hatte, und verstopfte die Löcher wieder. Als dann eines Tages eine dumpfe Detonation den Rennenberg erschütterte, hatte der Brennholzdieb sich selbst entlarvt und hatte außer dem Schaden auch noch den Spott zu tragen.

56. Heinrich Eickerneyer, der alte 'Ramunks' vom Rennenberg, kellnerierte sonntags als Aushilfe im 'Lauensteiner Hof'. Einmal nahm er kopfschüttelnd eine Bestellung auf 'Ragout fin' entgegen. So etwas hatte der biedere Mann noch nie in seinern Leben gehört. Nach langem Zögern fragte er in der Küche: 'Eek we-it nich, dao willt sau wecke sau'n, sau'n Ramunks hebben. Wat is dat eigentlich?' Als man schließlich Ramunks als 'Ragout fin' identifiziert hatte, kamen die inzwischen ungeduldig geworden en Gäste endlich zu ihrern Essen und unser Aushilfskellner zu seinern Spitznamen. Dieser ging auf Sohn und Enkel über und hat sich heute bereits in der dritten Generation erhalten.

57. Dort, wo sich heute das Schneidersche Anwesen erstreckt, säumte um 1930 eine Pappelreihe alleeartig die Straße am Rennenberg.

Anläßlich eines Betriebsfestes der Weberei hat die Belegschaft einen Spaziergang unternommen. Harry Hesse (vorn links), Mitinhaber der Weberei Schneider & Hesse, und Betriebsleiter Kurt Lauterbach sind stehengeblieben und begutachten, ob der Stauteich ordnungsgernäfs ausgeschlammt wurde. Daß es wieder einmal dringend nötig gewesen war, beweisen die hohen Schlammhaufen unter den Pappeln. Vor der Umstellung auf Elektrizität und zum Teil auch noch in späteren Notzeiten wurden die Webstühle über Turbinen durch Wasserkraft bettieben.

58. Weber Friedrich Garve kontrolliert die Kettfäden an seinem Webstuhl.

Schon in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges arbeiteten am Rennenberg zwei Papiermühlen, die von den Meistern Franz Redeker und Johann Bergmann geleitet wurden. Letzter Papiermüller war um die Mitte des vorigen Jahrhunderts Carl Wilhelm Hausmann, der damals den Maschinen des heraufziehenden Industriezeitalters weichen mußte. Später etablierte sich auf dem Gelände der ehemaligen Papiermühle eine Weberei, die viele Lauensteiner in Arbeit und Brot setzte. Die Weberei Schneider & Hesse, später Schneider & Co., stellte vorwiegend Manchester (Cord) und Fischgrat-Köper für Arbeitskleidung her. Nach Einstellung der Produktion wurden die Werksgebäude am Rennenberg 1972 abgerissen.

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