Lauenstein am Ith in alten Ansichten

Lauenstein am Ith in alten Ansichten

Auteur
:   Ulrich Baum
Gemeente
:   Lauenstein am Ith
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0139-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lauenstein am Ith in alten Ansichten'

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59. Im Garten des 'Lauensteiner Hofs' wurden die Jubilare der Weberei Schneider & Hesse fotografiert: die Weber Bartol, Warnecke, Büße, Ellmer, Beye, Keese und Rosemeyer (von links nach rechts). Besonders über 'Naober' (Nachbar) Beye waren viele Anekdoten im Umlauf. Er ist neunzig Jahre alt geworden und hatte zeitlebens den Kopf voll dummer Kneepe. Seine Frau stammte aus Bisperode 'hinnerm Barge' und hatte Haare auf den Zähnen. Beye meinte deshalb stets, jeder solle sich in acht nehmen vor 'Knurrholt und hinnerbargsche Frusleut' (Knurrholt ist knorriges, schwer zu hackendes Holz). 1858 geboren, hat er die Kriege von 1866, 1870/1871, 1914/1918 und 1939/1945 erlebt. Zuletzt konnte er sagen: 'Dschä, dat is nu min veierter Krieg, all den eek erlebe!'

60. So idyllisch war es um die Jahrhundertwende auf dem Burgberg. Der kahle, felsige Hügel in der Mitte des Tales, von dem die Trümmer der ehemaligen Burg herabsehen, gehörte zu den Ländereien, die dem Amtsassessor Frank zugewiesen waren. Er faßte den Plan, diese Wildnis zu etwas 'Freundlicherem' umzugestalten. Er ließ junge Waldbäume und wilde Büsche aus dem Forst herbeischaffen und rundum an den Hängen anpflanzen. Am höchsten Punkt wurde aus Bruchsteinen ein bescheidener Turm errichtet, der einen allseitigen Ausblick ermöglichte. Am Rand der alten Burgmauer wurde ein kapellenartiges Häuschen als Unterschlupf und Ruheplatz errichtet. Ein halbes Jahrhundert spater war aus dem künstlich Angelegten eine Art Waldburg geworden. Ohne pflegende Hand ist heute daraus wieder Wildnis geworden.

61. Lehrer Siekmann berichtet in der Schulchronik: Am 9. Mai 1905 war die Gedenkfeier von Schillers hundertstem Todestage. Am Vormittage war eine Schulfeier in den beiden ersten Klassen. Abends bewegte sich ein Zug von iiber 200 Schulkindern mit Fackeln und Lampions durch den Ort zum Burgberge. Hier hielt der Kandidat Bötcher eine Ansprache über die Bedeutung Schillers und dann wurde unter dem Gesange von Schillers Reiterlied ein Holzstoß abgebrannt. Das Foto zeigt den Bau des Schillerfeuers. In gleicher Weise wurde auch der Holzstoß für das Osterfeuer aufgeschichtet. In Lauenstein gab es zwei Osterfeuer: die 'Burger' hatten ihrs arn Burgberg, die 'Dammer' das ihrige am Knickbrink. Höhepunkt des Osterfeuers war das Fackelschwingen der jungen Burschen.

62. Im Jahre 1905 wurde das Lauensteiner Forsthaus erbaut, das hier das Foto aus den frühen zwanziger Jahren zeigt.

Viel wichtiger als der Oberförster fühlte sich der Forstaufseher August Knoke, auch 'Stuken-Förster' genannt - 'sware Not' war sein stetes Wort. Zum Geburtstag wollte er einmal seinem Chef einen selbstabgerichteten pfeifenden Dompfaff schenken. Da mußte er feststellen, daß er wegen zu vieler fehlender Zähne selbst nicht mehr pfeifen konnte. Also ließ er sich ein Gebiß anfertigen; und tatsächlich konnte der Förster bald über einen pfeifenden Dompfaff staunen. Aber er sollte eine noch größere Überraschung erleben. Beim Abschied drehte Knoke sich wieder um, legte sein Gebiß auf den Tisch und meinte: 'De Täihne bruke eck nich meh, De will eck Sei schenken!'

63. Aus den 'Gesetzen' des Männer Turn- und Gesangvereins von 1884: Der Zweck des Vereins ist, die Mitglieder durch Gesangunterricht und geeignete Vergnügen wissenschaftlich und sittlich zu bilden. Die Mitglieder sind verpflichtet, bei jeder Übung piinktlich zu erscheinen. Wer ohne triftigen Grund resp. ohne Entschuldigung zu spät kommt, oder fern bleibt, hat eine Ordnungsstrafe von 5 Pf. resp. 10Pt zu zahlen.- Der Gesangunterricht findei allwöchentlich einmal Abends statt. Der besagte Abend ist unbestimmt, es hangt dieses von der Zeit des Gesanglehrers ab.- Jedes Mitglied ist verpflichtet beim Gesangunterricht seine ganze Aufmerksamkeit auf den Vortrag zu richten und keine Störungen zu veranlassen. Zuwiderhandlungen werden mit einer Ordnungsstrafe von je 5 Pf. geahndet.

64. Bürgerrneister Hausmann berichtet 1901: Auf die große Verschonerung des Geländes vor der Sponstelle gegen friiher braucht nicht besonders hingewiesen zu werden, dieselbe ist augenscheinlicn genug, um fiir sich selbst zu sprechen.- Glücklicherweise gelang es, die Königliche Staatsregierung davon zu überzeugen, daß die geplante Verkleinerung des Amtsgerichtsbezirks Lauenstein nicht im Interesse der abzutrennenden Orte lag, und wurde in letzter Stunde noch der den Parlamenten bereits zugegangene betr. Gesetzentwurf zurückgezogen. Später hat dann die Konigliche Staatsregierung den wiederholten Anträgen auf Errichtung eines neuen Amtsgerichtsgebàudes stattgegeben und hier einen prächtigen Bau herstellen lassen.

65. Ein Bliek vom Knickbrink auf die Bergstraße, heute Ithstraße, um 1920. Die alten Lauensteiner nannten sie K1äperstraße. Das ist kein Spottname; der Name kommt vielmehr im südlichen Niedersachsen mehrfach vor. Die Straße hat ein ziemliches Gefälle. Bei Glatteis, Schnee oder Nässe war der eiserne Hemmschuh bei den Pferdefuhrwerken oft unwirksam. Deshalb wurden Klapperstöcke - 2 Zentimeter dicke und 3/4 Meter lange Eichenstöcke - so an dem Wagen befestigt, daß sie von einer Speiche in die andere schlugen und dadurch den Wagen abbremsten. Das Geklapper war weithin zu hören. Die Stelle, wo die Wallstraße abzweigt, hatte damals den Namen 'Schmierige Mütze', Offensichtlich spritzte hier der Matsch den Fuhrleuten bis an die Mütze.

66. Die Personen auf dem Foto sind unbekannt. Es könnte eventuell der Bödener Heinrich Heise sein (Ithstraße 63). Aber die beiden Alten spiegeln ein getreues Abbild ihrer Zeit wider: Sie - von der harten Arbeit ihres Lebons gezeichnet; Er - mit Arbeitsmütze und prächtigem Backenbart, eine Type, wie es sie heute nicht mehr gibt.

Die Menschen hatten damals ihre eigene Mentalität:

Der alte Schrader sägt Holz auf dem Hof. Hannechen Breves fragt: 'Mit wem kürst Du da, Naober?' 'Eek frage meck un eek antworte meck.'

Friedrich Rust ist in Gehrock und Zylinder unterwegs, mitten in der Woche. 'Wo wutt Du denn hen?' 'Ach weißte, eck hebbe Land verkofft un verschreeben laten. Dat is en feierlichen Akt. Dao mot'n seck na anteihn!'

67. Zu Rudolf Rieges Holzschnitt 'Alte Poststraße im Winter' erzählt Ernst August Kehr: Ein strahlend schöner Wintertag! Das gleißt und glitzert in schneeiger Pracht und loekt mit unwiderstehlicher Gewalt hinaus ins Freie. Überall die wundervolle weiße Herrlichkeit. Da sind auch schon die ersten Rodler. Wo nur eine Fläche sich 'geneigt' zeigt, fahren die kleinen Schlitten zu Tal. Und in unserem Gelände sind viele geneigt, dem Jungvolk als Tummelplatz zu dienen. Die älteren Semester begnügen sich mit der Augenweide, die sich ihnen bietet. Ich beguck' mir auch die Zuschauer; und es gibt da mancherlei Interessantes zu sehen.

68/69. Dieser Panoramabliek um 1930 zeigt dem aufmerksamen Betrachter, was sich alles in dem halben Jahrhundert bis heute verändert hat. Das Mündersehe Haus in der Mitte ganz links nannte sich damals Sanatorium. Hinter der 'neuen' Schule steht der Stall, und am Ende des Schulhofs ist die Vorwerksscheune von 1566 noch erhalten. Aus dem Ortszentrum ragen Kirche und Knabenburg

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