Lauenstein am Ith in alten Ansichten

Lauenstein am Ith in alten Ansichten

Auteur
:   Ulrich Baum
Gemeente
:   Lauenstein am Ith
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0139-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lauenstein am Ith in alten Ansichten'

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heraus. Nur wenige Häuser sind als Backsteinbauten errichtet; noch ist kein Fachwerkhaus mit Kunststoffplatten vernagelt. Auf den Terrassen am Krähenberg leuchtet das neugeschaffene Kriegerdenkmal. Unverändert geblieben ist der Hintergrund: der Ith mit seinen Vorbergen Burgberg, Apkenberg und Krähenberg.

70. Mit einem netten Begleiter habe ich dieses hübsche Städtchen erreicht... beginnt der Gruß, den im November 1914 ein Wandervogel seinem im Felde stehenden Bruder schickt. Auf der alten Poststraße, die wir hier im Bild sehen, mußte der Ith überquert werden, und steil ging es bergab nach Lauenstein. 1843 wurde eine bequemere Straße in Serpentinen angelegt, bei deren Bau unterhalb des Schanzenkopfes ein Absatzbeil aus der Bronzezeit gefunden wurde. Für die Benutzung der neuen Ithstraße erhob das Königliche Amt Lauenstein ein Wegegeld von acht Pfennig. Die alte Poststraße wurde seither nur noch die 'eole Straoten' genannt. Heute führt ein Wanderweg auf ihr entlang, und an einigen Stellen sind Reste der ehemaligen Pflasterung zu erkennen.

71. Ehe die neue Schule 1891 gebaut wurde, gab es eine für Mädchen im Thoteschen Hause (Ithstraße 10) und eine für Jungen im Kantorhaus (Im Flecken 55), das 1834 durch einen Anbau vergrößert worden war. Das Kantorhaus war von jeher Lehrerwohnung gewesen; denn Kirchen- und Schuldienst waren gekoppelt. Das mit fünfundvierzig Quadratmetern für seine Zeit relativ große Schulzimmer war teilweise mit über achtzig Kindern angefüllt, Es lag wenig vorteilhaft zwischen Mühle und Mühlbach und dem Stall des Kantors. Das zweieinhalb Jahrhunderte alte Kantorhaus - heute leider mit Kunststoffplatten verkleidet - ist hier noch im Schmuck seines schlichten Fachwerks zu sehen. Rechts aus dem Hintergrund blickt der Giebel der alten Vorwerksmühle herüber, die inzwischen dem Abriß zum Opfer gefallen ist.

72. Oben: Das älteste erhaltene Schulbild stammt aus dem Jahr 1888 und zeigt den 2. Lehrer Friedrich Grieße mit seiner Klasse - 52 Jungen und Madehen. Grieße unterrichtete von 1875 bis 1910 in Lauenstein. Wegen seiner vielfachen Verwandtschaft im Orte wurde er allgemein nur 'Fritze Onkel' genannt. Über seine Tätigkeit als Lehrer liegt ein Lob der Königlichen Regierung, Abteilung für Kirchen- und Schulwesen vor. Im Visitationsbescheid vom Jahre 1885 heißt es: Wir haben aus dem Berichte betreffend die in Lauenstein stattgehabte Schulvisitation mit beifälliger Theilnahme ersehen, daß der Lehrer Griesse fortfährt mit Treue, Gewissenhaftigkeit und gutem Erfolge seines Amtes zu warten. Die Schule hatte damals drei Klassen und zwei Lehrer, die Schülerzahl betrug 150.

Unten: Kantor Siekmann war von 1884 bis 1910 der 1. Lehrer. Wir sehen ihn hier mit den 55 Schülern seiner Klasse. Offensichtlich war die damalige Mode wenig vielseitig - Jungen und Mädchen sind fast einheitlich gekleidet. Eine alte Lauensteinerin hat den Kantor noch persönlich erlebt: Hatte die Oberklasse. War ein Grobian. Versuchte so, den Kindern beizukommen; sie haben ihm viel zugesetzt. Ja, die Lauensteiner Jungen waren, wie andere auch, keine Engel. Naober Beye ging noch zu einer Zeit zur Schule, als im Winter jeder ein Scheit Brennholz zum Heizen der Schulstube mitbringen mußte. 'Och, Holt hebb eek all nie mi'enomen,' plauderte er später aus. 'Vor jeden Hiuse lag dscha 'n Hucken. Dao hebb eek aanfach aanen von 'enomen!'

73. Aus den Protokollen der Fleckensvertreter: Es soll hier eine respektable, dreiklassige Volksschule in dem bislang justizfiskalischen Vorwerksgarten gebaut werden. Die Schule soll vollständig unterkellert sein und Dolomit-Unterbau haben, im Uebrigen ein Backsteinrohbau werden, soweit nicht etwa ebenfalls Dolomit zum Schmuck der Facade von dem Baumeister verwandt werden wird. Die Schulzimmer sollen unten liegen, im oberen Stock muß Wohnung fiir 2 Lehrer gescheffen werden. Jede Schulklasse soll ausreichen fur 70 Kinder.

Die neue Schule wurde am 19. August 1891 eingeweiht; die Baukosten betrugen 36 000 Mark.

74. Schulbild 1923 mit den Lehrern Kar! Ahrens (rechts) und Friedrich Voges. Viele der damaligen Schulkinder leben heute noch. Das friedliche Bild verrät jedoch nichts von der schweren Nachkriegszeit. Lassen wir die Schulchronik sprechen: Es ist die Zeit des schrecklichen Druckes, die Zeit der furchtbaren Inflation. Den Gemeinden fehlt das Geld, irgend etwas fûr die Schule anzuschaffen.- Weil von manchen Eltern geklegt wurde, daß ihnen die Beschaffung von Schreibheft en sehr schwer fällt, haben wir Lehrer von Herrn Landwirt Knoke 76 000 M. angeliehen und fûr das Geld 300 Schreibhefte und 100 Rechenhefte gekauft. Das Geld haben wir in Raten zurückgezahlt. Als letzte Rate - es waren 23 000 M - gaben wir Herrn Knoke 1 000 000 M, ein Zeienen der Entwertung.

75. Die sogenannte 'Höhere Privatschule' war um 1897 von Eltern ins Leben gerufen worden, die ihre Kinder in der Volksschule nicht genügend gefördert sahen. Jeder Schüler mußte zuvor mindestens zwei Jahre die öffentliche Schule besuchen. Leiter waren angehende Pastoren, denen ein oder zwei Lehrerinnen zur Seite standen. An Fremdsprachen wurden Englisch und Französisch gelehrt. Unterrichtet wurde in zwei Räumen im Hause 'Schuster Bock' (Rudorffstraße; Tante Bock war die Hebamme). Bisweilen wurden hier über 30 Kinder betreut. Schließlich 'trug sie sich nicht mehr' und wurde etwa 1911 aufgelöst. Das Foto von 1908 zeigt 27 Schüler, flankiert von Herrn Sturnpenhausen ('mit dem konnte man Pferde stehlen') und Fräulein Cordes,

76. Der Lauensteiner Ithturm in Einweihungsschmuck, 1912.

Professor Ernst Rudorff schlug 1897 'die Errichtung eines stelnemen Aussichtsthurmes auf dem Ith, an Stelle des jetzigen hölzernen' vor. Fünfzehn Jahre später war diese Anregung Wirklichkeit geworden. Bürgermeister Fritz Hausrnann konnte feststellen: Zur Förderung des Fremdenverkehrs erschien der Bau eines Aussichtsturmes auf dem Ith ein geeignetes Mittel. Der Fabrikant Aug. Ackenhausen, der verstorbene Steinhauermeister W. Falke und ich brachten aus eigenen Mitteln einen Fonds zusammen, der sich durch Sammlungen rasch so vergrößerte, daß der Turmbau begonnen werden konnte. Thatsächlich hat denn auch der Turmbau den Anlaß gegeben, daß jährlich Tausende von Touristen den Ith und auch Lauenstein besuchen.

Mit diesem Bild nehmen wir Abschied von Alt-Lauenstein,

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