Lauf an der Pegnitz in alten Ansichten

Lauf an der Pegnitz in alten Ansichten

Auteur
:   Anneliese Rebmann
Gemeente
:   Lauf an der Pegnitz
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1829-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lauf an der Pegnitz in alten Ansichten'

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9. Am Oberen Markt, vor dem Rathaus, fand alljährlich am Kirchweihmontag nachmittags zwei Uhr die Verlosung der städtischen Aussteuerkasse statt. Eingeführt wurde die Kasse 1891. Bei einer Einschreibegebühr von 20 Pfennig betrug die Einlage für jede Nummer zwei Mark und konnte bis zum 15. Juni bei verschiedenen Agenturen eingezahlt werden. Teilnehmen konnten 'einheimische und auswärtige unverheiratete Personen beiderlei Geschlechts und jeden Alters'. Bei der 1894 stattfindenden öffentlichen Ziehung fielen auf 42 Losnummern je 300 Mark. Die Aussteuerkasse wurde dann 1919 wieder aufgelöst. (Aufnahme Guido von Volckamer 1894.)

10. Dies dürfte wohl eine der ältesten fotografischen Aufnahmen sein, die den oberen Marktplatz mit dem damaligen Rathaus zeigt. Denn bereits 1876 wurden bei einem gründlichen Umbau sämtliche Anbauten und Treppentürmchen entfernt. Diese Ansicht läßt auch noch sehr deutlich die schöne Marktanlage erkennen, die an der hier verbreiterten Handelsstraße Prag-Nürnberg entstanden ist. Auf dem gepflasterten Marktplatz hat sich eine Anzahl von Männern, Frauen und Kindern eingefunden, um mit auf's Bild zu kommen. Vielleicht sind auch Wanderburschen dabei. Denn das Haus mit der Tafel über dem Eingang ist das Gasthaus 'Zum weißen Lamm'. Es war früher die Herberge für durchreisende Handwerksgesellen. Sie erhielten meist, wenn sie vergebens um Arbeit vorsprachen, etwas Geld, um hier übernachten zu können. (Aufnahme um 1870.)

11. An der Südseite des Oberen Marktes fallen drei besonders große nebeneinander liegende Gebäude auf: die Brauerei Birkel, das Gasthaus 'Weißes Roß' und das Haus des Tapezierers Balthasar HolJederer. Allen Häusern gemeinsam waren Holzgalerien an der Hofseite, die leider nur noch zum Teil vorhanden sind. Die Brauerei besitzt außerdem noch besonders tiefe und weiträumige FelsenkeIler. Die Giebelseite des früheren Gasthauses 'Weißes Roß' dürfte erst bei der Renovierung 1907 so gestaltet worden sein. Hinter den beiden großen Fenstern befand sich ein Saal mit Bühne, in dem alle nennenswerten Veranstaltungen, Theateraufftihrungen und Versammlungen stattgefunden hatten. Von dem Gebäude ist leider nur noch die Fassade erhalten. (Ansichtskarte Kupfertiefdruck um 1925.)

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12. Das Hersbrucker Tor schließt den Marktplatz nach Osten hin ab. Rechts davon - in dem großen Sandsteingebäude - befindet sich seit 1802 die Stadtapotheke. Gegründet wurde sie 1665 von dem Altdorfer Apotheker Christoph Treu, vorerst aber in einem Nebengebäude der 'Wirtsbehausung zum Wilden Mann in Richtung Hersbrucker Straße'. Es ist eines der ältesten Gasthäuser in Lauf und wurde etwa bis 1630 'Zur Fürstenherberge" genannt. In seinem sehenswerten Hof ist noch eine im ersten Stock durchlaufende Holzgalerie zu bewundern. Die nächsten Häuser sind das Gasthaus 'Zum weißen Lamm' und das Handelsgeschäft der Familie Zitzmann, in dem hauptsächlich Eisen- und Haushaltswaren zum Verkauf kamen. (Aufnahme um 1890.)

13. Am 1. September 1895 wurde Lauf zur 25jährigen Erinnerung an die Schlacht bei Sedan 1870/71 eine Gedenkfeier abgehalten. Am oberen Marktplatz war dafür ein provisorisches Denkmal aufgestellt worden, vor dem die Männer des Veteranenvereins Wache hielten, unterstützt von zwei Polizeisoldaten. An einem Postament war eine Tafel angebracht mit den Namen der Gefallenen und der an den Folgen des Krieges Verstorbenen, überschrieben: Vergeßt der treuen Toten nicht. Am Abend dieses Tages fand hier unter großer Beteiligung der Bürgerschaft eine Totenfeier statt. Die Veteranen kamen mit Lampions und der Marktplatz, das Rathaus, der Kirchturm und die Tore waren festlich illuminiert.

14. Auf Betreiben des Veteranenvereins wurde dann ein Jahr spater am Oberen Markt ein Denkmal für die Gefallenen des Krieges 1870/71 errichtet. Die feierliche Enthüllung war auf den 30. August 1896 festgesetzt. Der Morgen begann bereits mit Böllerschüssen und Choralmusik vom Turme. Nach einem Feldgottesdienst auf der oberen Bleiche begab sich ein Festzug zum Marktplatz, wo auf einem eigens dafür errichteten Podium der königliche Arntsrichter Sauer eine Festrede hielt. Bei der feierlichen Enthüllung erscholl das Geläute sämtlicher Glocken, in welches sich wieder Böllerschüsse einmischten. Anschließend wurde vom Vorstand des Veteranenvereins für die gefallenen Kameraden ein Kranz niedergelegt.

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Laul a. Pegnilz - Parlie am obmn Tor

15. Angebaut an das Hersbrucker Tor, in dem damals innen im Durchgang noch eine Treppe zu den Wohnungen hochführte, ist das Glaser- und Bildergeschäft Jakob Allmann. An der nördlichen Seite des Marktplatzes sind einige Wirtschaften zu nennen, wie Hofer und Bickel. Auf dem Platz davor steht das mit einem Eisengitter umgebene Kriegerdenkmal. Im Zweiten Weltkrieg kamen anläßlich einer Metallspende der Adler, die Kugel und das Eiserne Kreuz von dem Obelisk. 1957 wurde das Denkmal aus Verkehrsgründen vom Marktplatz entfernt und, versehen mit einem neuen Adler, auf dem Friedhof Lauf links wieder aufgestellt.

16. Das Hersbrucker Tor ist ebenfalls ein Rest der alten Stadtbefestigung, über dessen Durchgang das Laufer Stadtwappen, mit der Jahreszahl 1476, angebracht ist. Auf der rechten Straßenseite wurde in dem Fachwerkhaus der Straßenzoll eingenommen. An seiner Giebelseite war auf einer großen Tafel die Pflasterzollordnung abzulesen. So hatten 'alle Auswärtigen, sobald ihre Tiere und Fuhrwerke eine gepflasterte, von der Stadt unterhaltene Straße berührten, einen Pflasterzoll zu entrichten'. Erst 1923 nach Aufkommen der Motorwagen wurde dieser Zoll abgeschafft. Rechts im Bild ist auch noch die Schmiede von Johann Sprenger zu sehen. (Aufnahme um 1900.)

17. Diese Aufnahrne aus der Zeit um 1900 zeigt einige Häuser vor dem Oberen Tor. Es waren meist Gewerbetreibende, die sich hier an der Hersbrucker Straße niedergelassen hatten. Von der Unruhe dieser jetzt äußerst verkehrsreichen Straße war vermutlich damals noch nichts zu spüren. Das mit der Frontseite zur Straße stehende Haus mit den Schleppgauben, bezeichnend für die Hopfenböden dieser Zeit, war im Besitz eines Landwirtes. Dies ging später an Johann Tyrach über, der im Erdgeschoß eine Spezereihandlung betrieb. Das nächste Haus mit dem Steinportal und dem noch etwas erkermbaren Fachwerk war eine Bierwirtschaft. Und auf der anderen Straßenseite, am Brunnenhof, befand sich in dem Eckhaus die Bäckerei Kratzer,

18. Die Barthstraße, früher Stadelstraße genannt, führt vom oberen Markt bis zu der recht eigenwillig erbauten Leonhardskirche und wird von hier ab dann Spitalstraße genannt. In dieser Barthstraße standen das obere Kommunbrauhaus und der Hopfenstadel der Firma J.F. Barth & Weigmann, deren Hopfenhandelsgeschäft Weltruf erlangte. Die Anfänge des Laufer Hopfenbaus reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück und das Laufer Gebiet war meist mit an erster Stelle. Im Jahre 1893 betrug in Lauf die bebaute Fläche für Hopfen noch 133 Hektar. Nach dem Ersten Weltkrieg ging der Anbau stark zurück, teilweise durch den Rückgang des Verkaufspreises. Um 1930 war die Hopfenanbaufläche nur noch 8 Hektar.

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