Lauf an der Pegnitz in alten Ansichten

Lauf an der Pegnitz in alten Ansichten

Auteur
:   Anneliese Rebmann
Gemeente
:   Lauf an der Pegnitz
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1829-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lauf an der Pegnitz in alten Ansichten'

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29. Die Johannisstraße - früher Kirchengasse genannt - nimmt ihren Anfang bei der evangelischen Stadtpfarrkirche St. Johannis. Diese vermutlich um 1350 erbaut, gewann erst nach dem Brand der Spitalkirche an Bedeutung. Da von nun an die Gottesdienste in der Johanniskirche gehalten wurden, erforderte dies einen Ausbau im Inneren. Auch der bis dahin niedere Glockenturm wurde erhöht und erhielt dann um 1700 mit einem achteckigen Turmaufbau seine jetzige Gestalt. Hier befand sich bis 1931 die Wohnung des Türmers; jahrhundertelang eine Einrichtung gegen Feuer und Feind, Von der Plattform am oberen Turmgeschoß wurden auch die Toten 'hinausgeblasen'. Ein Bläserquartett spielte einen Choral, zuerst in Richtung Trauerhaus und nach dem Vorbeifahren des Leichenwagens an der Kirche, in Richtung Friedhof.

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30. In der Nähe der Kirche, in der Johannisstrafse, stand die Schmiede des Leonhard Herbst, des Kirchenschmieds, wie er genannt wurde. Alle anderen Schmieden befanden sich vor den Toren der Stadt; so in der Nürnberger, Hersbrucker und Altdorfer Straße. Diese Herbst'en Schmiede hatte nun eine Beschlagbrücke, die fast bis zur Fahrbahn heranreichte. Sie diente zum Hufbeschlag der Pferde. Dieser Vorbau wurde bei dem zunehmenden Verkehr - besonders von den Fußgängern - bald als Verkehrsbehinderung empfunden, so daß er dann nach jahrelangen Verhandlungen 1927 abgebrochen wurde. (Aufnahme Richard Rödel, Lauf um 1925.)

31. Ebenfalls in der Johannisstraße in der Nähe der Schmiede steht dieses - im Zweiten Weltkrieg zerstörte und wieder aufgebaute - Haus, in dem in ununterbrochener Folge bis in unsere Zeit eine Metzgerei anzutreffen ist. Um 1900 gehörte diese Ochsen- & Schweinemetzgerei einem Hans Pickel. Das Schaufenster war noch klein und reichte gerade aus, um ein paar Haxen aufzuhängen. Ein Umbau war geplant und nun lassen sich alle anwesenden Personen noch einmal vor der alten Fassade fotografieren; alle männlichen Personen auf der Straße vor dem Eingangstor, alle weiblichen im ersten Stock an den geöffneten Fenstern. Nur ein kleiner 'Nachwuchsmetzger' beugt sich neugierig aus dem Bodenfenster, damit ihm ja nichts entgeht.

Leut a, Pegnifz - F1r. tiEr ',.}me'brÛdle

32. Von der linken Pegnitzseite aus geht der Blick über die Wasserbrücke zu dem Häusergewirr der Altstadt und zum alles überragenden Turm der Johanniskirche. Direkt neben der Brücke am 1. Wehr stehen die Gebäude der schon im 13. Jahrhundert erwähnten Mauermühle. Sie war 1895 der erste Stromlieferant für die Stadt. 1915 brannte die Mühle nieder und wurde nicht mehr aufgebaut. Links daneben das einstöckige Haus ist die Messerschleife Reichei; nahezu hundert Jahre im Familienbesitz. Die Wasserbrücke war bis Mitte des vorigen Jahrhunderts aus Holz und wurde dadurch bei dem jährlich wiederkehrenden Hochwasser immer wieder beschadigt, besonders 1849. Danach beschloß der Magistrat, eine neue Brücke zu bauen, aber diesmal aus Stein. Leider wurde dabei das Wassertor entfernt. (Ansichtskarte um 1910.)

33. Diese Luftaufnahme vermittelt deutlich ein Bild von der noch erhaltenen mittelalterlichen Anlage der Stadt Lauf. Links im Bild unterhalb der Kirche die unregelmäßige Ansammlung von Häusern, dem 'alten Dorf", seitlich davon die geschlossene Anlage des Marktplatzes mit dem Rathaus in der Mitte. Dorf und Markt umschlossen von den Resten einer Stadtmauer, die nur noch im Bereich des Spitals erhalten geblieben ist. Im Vordergrund ist der Lauf der Pegnitz zu sehen mit der Wasserbrücke und der auf einer Insel erbauten Burg Karl IV. Zu erkennen ist aber auch noch das nahezu unbebaute Gelände an der Urasstraße an der Bahnlinie Laufrechts. (Aufnahme um 1925.)

LAUf a. d. Pegnitz

34. Der Bliek von der Plattform des Turmes der Johanniskirche geht weit über den Stadtteil Lauf links der Pegnitz hinweg, über den Reichswald bis hin zum Moritzberg. Nur vereinzelt stehen Häuser an der Altdorfer Straße entlang, unterbrochen von Baumgruppen und freien Flächen, Die Bahnlinie dürfte damals um 1910 fast die Begrenzung nach Süden gewesen sein. Weit heraus ragt aber auf der linken Bildseite die katholische Kirche St. Otto. Nicht leicht war es damals für die wenigen Katholiken, die Ende des 19. Jahrhunderts in Lauf nicht einmal 300 Personen zählten, eine eigene Kirche zu errichten. Nach dem Erwerb eines Geländes an dem ehemaligen Schießstattfeld konnte bereits 1902 der Grundstock für den Kirchenbau gelegt werden, der dann 1903 dem Heiligen Otto geweiht wurde.

35. Am Schloßplatz stand bis in die dreißiger Jahre ein einstöckiges, schmuckloses Gebäude. Zur Straßenseite hin war es außerdem noch mit einer hohen Mauer umgeben, die den Bliek auf das Wenzelschloß stark beeinträchtigte. Dieses im 19. Jahrhundert errichtete Gebäude diente bis 1929 als Amtsgerichtsgefängnis. Danach wurde es mit mehreren Mietsparteien belegt und schließlich 1936 abgebrochen. Seitdem findet der Platz als Grünanlage Verwendung. Ebenfalls am Schloßplatz steht ein sehr ansehnliches Sandsteinhaus: das Schuhhaus Mayer, früher zum 'Mayers Gerber' genannt. 1881 hatte der Rotgerber-Meister Carl Gottlob Mayer das Haus Nr. 350 erworben und nicht lange danach darin ein Lebensmittelgeschäft eröffnet; daneben wurde noch ein Schnitt-, Kurz-, Weiß-, Woll- und Hutwarenlager geführt.

36. Das an der Abzweigung Schloßplatz-Siebenkeesstraße stehende unscheinbare Haus ließ zu dieser Zeit noch nicht erkennen, welch einmalig schönes Fachwerk bei der Restaurierung 1938 zum Vorschein kommen würde. In diesem Gebäude und in dem anstoßenden Backsteinbau übte nach 1900 der Flaschner- und Rotgießermeister Leonhard Günther sein Handwerk aus. Selbst Feuerspritzen konnten nach Vorlage angefertigt werden. Rechts das große Gebäude ist die Mühle Schlicht, die schon im 16. Jahrhundert unter dem Namen Ziegelmühle nachweisbar ist. Sie kam 1893 durch Heirat an diese Familie, die sie in eine Kunstmühle umwandeln und neu erbauen ließ. 1962 wurde die Mühle stillgelegt. (Aufnahme Bauabteilung der Stadt Lauf.)

37. Eine weitere Mühle an der linken Pegnitzseite war die am 2. Wehr stehende Getreidemühle Barth. Bereits um 1500 schon als Mahlmühle bekannt; ihre Besitzer hießen Holfelder, Samstag und Siebenkees. Im Dreißigjährigen Krieg brannte die Mühle ab und wurde von einem Siebenkees wieder aufgebaut. 1866 kam sie dann durch Heirat an die Familie Barth, die sie dann zu einer Kunstmühle umbauen ließ. Inzwischen wurde auch diese und damit letzte Mühle von Lauf stillgelegt. Auf der Ansichtskarte sieht man noch das Mühlengebäude, das mit einem Fachwerkerker versehene Wohnhaus und den im angrenzenden Garten stehenden kleinen Pavillon. Die Namen dieser Familien - Samstag, Siebenkees und Barth - sind aber auch noch durch viele Wohltätigkeitsstiftungen bekannt geblieben.

38. Die Weigmannstraße, die früher Bahnhofstraße genannt worden ist, führt oberhalb der Pegnitzwiesen zum Bahnhof Lauf links der Pegnitz, zur 'alten Bahn'. Mit deren Eröffnung 1859 gewann diese Gegend natürlich an Wert und es entstand dort eine Reihe größerer Häuser, so das des Viehhändlers Döring, die Villa August Barth und mehrere Häuser des Kommerzienrats Weigmann. Dessen Name erhielt dann zu Recht später diese Straße. Die Kaufmannseheleute Richard Carl Weigmann und Julie, geborene Barth, stifteten 1906 für bedürftige kranke Kinder, die chirurgische Hilfe benötigten, 10 000 Mark, um ihnen den Aufenthalt in einer Klinik zu ermöglichen. (Aufnahme um 1880.)

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