Lauf an der Pegnitz in alten Ansichten

Lauf an der Pegnitz in alten Ansichten

Auteur
:   Anneliese Rebmann
Gemeente
:   Lauf an der Pegnitz
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1829-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lauf an der Pegnitz in alten Ansichten'

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39. Wendet man sich nun von der Weigmannstraße zurück nach Lauf, so erblickt man die machtige Burg Karl IV., die er von 1357 bis 1360 auf einer Insel in der Pegnitz errichten ließ. Sie diente ihm als eine Raststätte auf seinen Reisen von Prag nach Nürnberg und an den Rhein. In einem der Räume befinden sich über 100 in Stein gehauene Wappen; Zeugen seiner böhmischen Hausmacht. 20 Jahre gehörte Lauf zur Krone Böhmens und erhielt in dieser Zeit das Stadtrecht. Neben der Burg ist auch noch ein Teil der Stadtmauer zu erkennen; dahinter der Turm der Spitalkirche. Davor erstreeken sich die Pegnitzwiesen, die immer wieder überflutet werden, besonders im Frühjahr. Trotzdem wurde hier alljährlich Hopfen angebaut, wie die ordentlich aufgestellten Stangen erkennen lassen. (Aufnahme um 1897.)

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40. Gegenüber dem Bahnhof Lauf links der Pegnitz steht eine Gastwirtschaft, die fast vollkommen von den davorstehenden Bäumen verdeckt wird. Doch gerade wegen dieses großen schattigen Gartens war diese Bahnhofsrestauration sehr beliebt. Es fanden Garten-Konzerte, Tanzveranstaltungen und gern besuchte Nachmittags-Kaffeekränzchen statt. Der 'Restaurateur' war Leonhard Dümmler. An der Rückfront des Wirtschaftsgebäudes befand sich ein langgestreckter Bau mit einem großen 'Parterre-Saal und einer Bühne'. Es war das Gewerkschaftshaus. Der Saal diente als Versammlungsraum vieler Vereine und außerdem lange Jahre als Übungslokal für den Arbeiter-Turnverein. (Ansichtskarte 1907.)

41. Während des Ersten Weltkrieges war in diesem Parterre-Saal ein Lazarett untergebracht. Bereits irn August 1914 wurde durch einen Aufruf im Laufer Wochenblatt die Bevölkerung gebeten, dafür Einrichtungsgegenstände, Leib- und Bettwäsche, sowie Strümpfe zu spenden. Die Privatpflegestätte wurde mit 30 Betten ausgestattet und der Heeresverwaltung zur Verfügung gestellt. Bereits am 1. September trafen die ersten Verwundeten ein und konnten in dem recht individuell eingerichteten Raum untergebracht werden. Die Pflege der Verwundeten übernahm der Laufer Frauenverein; die ärztliche Betreuung lag in den Händen von Obermedizinalrat DI. Schlier und Sanitätsrat Dr. Steinel. (Aufnahme Conrad Schwemmer, Lauf 1914.)

42. Am westlichen Ende von Lauf, am 4. Wehr links, standen schon um 1600 mehrere Drahtmühlen. Seit dem 19. Jahrhundert wurden hier dann Zinnfolien hergestellt, die zum Belegen der Spiegel dienten. 1843 erwarb einen dieser Zinnfolienhämmer Eduard Hartmann; 1884 einen anderen Georg Gustav Birkner. Spater wurden dann sämtliche Werke als Metall- und Rauschgoldfabrik Birkner & Hartmann geführt. Doch bereits um 1900 wurde der Betrieb stillgelegt. Auf dem Bild sieht man noch das Fabrikgebäude mit den Radstuben und einem großen Wasserrad; im Hintergrund den alten Hämmernsteg, (Aufnahme Richard Weigmann um 1905.)

43. Oberhalb dieser Metall- und Rauschgoldfabrik stand am Hämmernplatz eine Reihe armseliger kleiner Häuser, die dem Fabrikanten Birkner gehörten. In den Häusern Nr. 11, 14,16,18 und 20 hatten die Arbeiter ihre Wohnungen. Nr. 22 war das Hauptwohnhaus. Teilweise gingen die Häuser dann spater in den Besitz von Chr.Ortegel über. Haus Nr. lImit Garten und einer darinstehenden halbverfallenen Scheune erwarb 1925 der Turn- und Sportverein und errichtete dort eine geräumige Turnhalle. (Aufnahme Foto-Schwemmer, 1915.)

44. So sah eine weitere Reihe von Häusern am Hämmernplatz aus, oder wie er früher hieß 'in den Hämmern'. Die Arbeiter, die hier wohnten und in den Eisenhämmern arbeiteten, hießen wegen ihres Aussehens 'die Rußigen'. Sie galten jahrhundertelang als eine Art Schutztruppe. Es wurden ihnen leihweise Gewehre zur Verfügung gestellt; dafür mußten sie sich aber bei Gefahr sofort in der Burg melden, um bei polizeilichen oder politischen Unternehmungen eingesetzt zu werden. Sie hatten auch ihre eigene Kirchweih, die im Herbst am Hämmernplatz abgehalten wurde. (Aufnahme um 1915, Foto-Schwemmer.)

45. Unterhalb der Hammem befand sich am 3. Wehr die Ortegels-Mühle. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war dies eine gut gehende Glasschleife, die 1857 in den Besitz Konrad Arnold's kam, der sie 1863 in eine Kunstmühle umbauen ließ. Der nächste Besitzer Jean Arnold starb 1907. Die Mühle wurde von den Erben an die Firma Conradty-Röthenbach verkauft, die sie wiederum an Chr.Ortegel verpachtete. Am 21. Oktober 1925 brach dann abends nach sieben Uhr ein verheerendes Feuer aus, das bereits nach einer Stunde den Dachstuhl in sich zusammenstürzen ließ. Durch die große Hitze konnte außer einigen Säcken Mehl nichts gerettet werden. Die Mühle wurde nicht wieder aufgebaut. (Aufnahme 1925, Foto-Schwernmer.)

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Partie an der Pegnitz

46. Hier am 2. Wehr rechts der Pegnitz war Jahrhunderte hindurch eine Konzentration verschiedenster Werke anzutreffen, besonders Draht- und Hammerwerke. Links das Sandsteingebäude mit den Radstuben war die Getreidemühle Heinrich Riedner; jetzt die Ventilkegelfabrik Dietz & Pfriem. In den nebeneinander liegenden Gebäuden waren um 1880 folgende Betriebe untergebracht: Das Metallhammerwerk Friedrich Daumer, in dem dann später das erste Elektrizitätswerk entstand; die Hammerwerke Konrad und Hans Engelhardt und die Ultramarinfabrik Joharm Zeltner. Hier errichtete ab 1898 die lsoliermittelfabrik C. & E. Mahla ihren Betrieb. Ganz im Hintergrund ist noch die Wasserbrücke und die Burg Karl's IV. zu sehen.

47. Um die Jahrhundertwende galt es dann als eine der vordringlichsten Aufgaben, die Stadt mit elektrischem Strom zu versorgen. 1899 bot sich der Stadt die Gelegenheit. das ehemalige Daumer'sche Metallhammerwerk in der Sichartstraße zu erwerben und bereits im Dezember desselben Jahres konnte das neue Elektrizitätswerk eröffnet werden. Durch den ständig zunehmenden Stromverbrauch wurde es bereits 1901 notwendig, zusätzliche Kraftquellen zu schaffen. Eine weitere Krafterzeugungsstation wurde 1918 in der ehemaligen abgebrannten Mauermühle eingerichtet. 1925 kam das Taubrnann'sche Fabrikanwesen im Deutschen Hof dazu, in das 1926 das Elektrizitätswerk verlegt wurde. Das Foto dürfte noch in dem 1. Werk aufgenommen worden sein. Die Namen der so stolz dabeistehenden Männer sind leider nicht bekannt.

48. Voll Staub und schwitzend verrichteten die Arbeiter ihre Tätigkeit in der 'Mahla-Fabrik', Hier wurden Korkstücke zermahlen, um zu Korkplatten verarbeitet zu werden. Diese Fabrik 'CO & E. Mahla' karn 1898 von Nürnberg nach Lauf und betrieb die Herstellung von Isoliermitteln. 1907 und 1908 brannten Teile der Fabrik ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die Firma in die Nähe München's; das Gebäude wurde von der Stadt aufgekauft und abgebrochen. An dessen Stelle wurden ein Stadtheim und eine Feuerwehranlage errichtet. (Aufnahme R. Rödel um 1925.)

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