Lauf an der Pegnitz in alten Ansichten

Lauf an der Pegnitz in alten Ansichten

Auteur
:   Anneliese Rebmann
Gemeente
:   Lauf an der Pegnitz
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1829-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lauf an der Pegnitz in alten Ansichten'

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59. Im Norden wird Lauf von einem Graben begrenzt, der einst zum Schutze der Stadt angelegt wurde. An ihm vorbei führt die verkehrsreiche Bundesstraße 14. Um 1891 wurden damals die Gemeinden verpflichtet, für ihre 'Distriktstraßen' Bäume anzuschaffen; darunter fiel auch diese Straße, die damals noch Grabenstraße hieß. Hier wurden 35 Obstbäume angepflanzt, um Mensch und Tier Schatten zu spenden. Dazu erhielt die Straße dann 1894 auch noch einen Gehsteig. Auf der linken Seite im Bild sieht man noch eine Reihe von Pappeln. Dahinter befand sich früher ein Sauweiher, der aber bereits 1876 trockengelegt wurde. (Aufnahme 1908.)

60. Vor dem alten Schulhaus, das 1856 in der Nürnberger Straße erbaut wurde, hatten sich die Konfirmandinnen versammelt, um gemeinsam mit ihrem Pfarrer in die Kirche zu ziehen. Sie hatten sich bereits in Dreierreihen aufgestellt, angetan mit Schnürstiefelchen, schwarzen Strümpfen und einem schwarzen Kleid. Die Konfirmation fand nach Geschlechtern getrennt statt. 1920 - aus dieser Zeit stammt das Bild - konfirmierten am Weißen Sonntag, es war der 11. April, 103 Mädchen. Die 107 Knaben, natürlich mit Hut, waren schon am Palmsonntag eingesegnet worden. Der Gottesdienst wurde von Stadtpfarrer Blendinger gehalten. (Aufnahme 1920.)

61. Mit glatt gestriegelten Haaren und sauberer Schürze waren die Schillerinnen der S. Mädchenklasse mit ihrem Lehrer zu einer Gruppenaufnahme zusammengekommen. Dazu war ein mächtiger Aufbau notwendig, damit ja alle 64 Schülerinnen auch auf's Bild kommen würden. So stehen und sitzen sie nun vor dem 1904 erbauten Knabenschulhaus. Es war eine große Klasse, aber für die damalige Zeit nichts Besonderes, denn bei der Planung für das Mädchenschulhaus wurde eine Klassenstärke von 90 bis 100 Schillerinnen angenommen. Der Unterricht war vormittags von 8 bis II Uhr und nachmittags von 14 bis 16 Uhr; ein Lehrer unterrichtete zwei Jahre lang dieselbe Klasse. (Aufnahme um 1910.)

62. Zum Unterricht gehörten auch Schulausflüge, um die nähere Umgebung kennen zu lernen. So war denn diese Mädchenklasse mit ihrer Lehrerin durch Feld und Wiesen marschiert, angetan mit riesigen Strohhüten und ausgestattet mit Vesperbroten, um sich nun endlich im Garten der Zagel'schen Wirtschaft in Reichenschwand niederzulassen und auszuruhen. Nach der Stärkung an mitgebrachten Broten waren einige der Mädchen schon wieder bereit, sich mit Reigenspielen die Zeit zu verkürzen. Die anderen schauten vergnügt zu und drei hatten das große Glück, in einer Hängematte sitzen zu können. Im Hintergrund steht noch eine dieser langst verschwundenen Gartenlauben. (Aufnahme um 1912.)

63. Neben der Volksschule gab es in Lauf seit 1871 auch eine städtische Fortbildungsschule. Von Volksschullehrern wurden in den Abendstunden 25 Schüler unterrichtet, um unter Anleitung die 'zweckmäßige Gewerbefûhrung' zu erlernen. 1875 wurden dann die Unterrichtsstunden auf sechs Wochenstunden erhöht und 1919 dafür zwei hauptberufliche Lehrkräfte eingestellt. Ab 1920 galt auch für Mädchen Berufsschulpflicht. Nachdem bis dahin der Unterricht teils in der Volksschule, teils in Gasträumen abgehalten wurde, stellte man 1925 im Pausenhof des Knabenschulhauses eine Baracke auf. Hier konnte in zwei Räumen, die links und rechts vom Eingang lagen, Unterricht gehalten werden. Ein kleines Zimmer dazwischen war den Lehrkräften vorbehalten. Vor dieser Berufsschulbaracke steht ein geschmückter Wagen für den Kunigundenfestzug.

64. Am ersten Sonntag im Juli findet hier alljährlich das Kunigundenfest statt, das vermutlich aus einem früheren kirchlichen Schulfest hervorgegangen ist. Die Schulkinder ziehen, begleitet von Musikkapellen und festlich geschmückten Wagen auf den nahegelegenen Kunigundenberg, um dort mit Spiel und Gesang die vielen Besucher zu erfreuen. 1894 wurde erstmals von Guido von Volckamer auf Kirchensittenbach dieses Schuifest in 38 'Moment-Photographien' festgehalten. Eine dieser Aufnahmen zeigt eine Schar dicht aneinandergedrängter Mädchen, die sich in weißen Kleidern, Handschuhen, Blumensträußen und Kränzchen im Haar, vor dem festlich geschmückten Schulhaus für ein Erinnerungsbild aufgestellt haben. (Aufnahme Guido von Volckamer 1894.)

65. Zusammengestellt wurde der Festzug vor dem Mädchenschulhaus in der Nürnberger Straße. In früheren Jahren wurde das Kunigundenfest nur in sehr einfacher Form abgehalten. Erst 1893 kamen Herolde, Fahnenträger und zwei Pestwagen dazu und 1932 ritt erstmals eine Schülerin als Kaiserin Kunigunde dem Zug voraus. Der Festzug entwickelte sich immer prächtiger und so waren es 1924 bereits fünf Festwagen, die den Zug begleiteten. Einer dieser geschmückten Wagen - mit Schneewittehen und den sieben Zwergen - war von Laufer Gärtnern zur Verfügung gestellt worden. Sehenswert auf diesem Foto ist auch die damals noch bestehende Schmiede mit Beschlagbrücke von Lorenz Schwemmer. (Aufnahme 1924.)

66. Früher zogen die Kinder vom Schulhaus durch das Nürnberger Tor über den Marktplatz, dann aber durch die Spitalstraße zur Burg, über die Wasserbrücke zurück wieder zum Marktplatz. Dieser weite Weg unterblieb dann nach 1908 und vom Marktplatz ging es direkt über die Urlas zum Berg. 1930 als diese Aufnahme gemacht wurde - spielte sich das Kirchweihgeschehen noch auf dem Marktplatz ab. Karussells, Schiffschaukeln und Glücksbuden sorgten für Unterhaltung und die vielen Wirtshäuser ringsurn für das leibliche Wohl. Hier waren alle vereint - alt und jung - hier inmitten der Stadt. Und wer höher hinaus wollte, hatte an diesen Tagen Gelegenheit, den Turm der Johanniskirche zu besteigen. (Aufnahme 1930.)

67. Zu Tausenden pilgerten an diesen Tagen die Menschen von nah und fern - zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Zug - nach Lauf, um hinauf zur 'Kinichen' zu gelangen. Jeder beeilte sich, um noch vor der Ankunft des Festzuges am Reigenplatz zu sein. Denn auf dem Berg fanden ja die Vorführungen der Kinder statt; danach folgten Kinderbelustigungen. Für die einzelnen Klassen waren Buden aufgestellt, an welchen Lose abgegeben wurden. Gewinnen konnte man Spielwaren und Gebrauchsgegenstände. Zudem war es seit 1889 durch die Elias Heller'sche Schulstiftung möglich, den armeren Kindern nach den Vorführungen je eine Bratwurst mit Brot zu geben; ab 1899 erhielt dann jedes Kind einen Bratwurstwecken. (Aufnahme Guido von Volckamer 1894.)

68. Als zusätzliche Veranstaltung zum Kunigundenfest wurde für Montag, den 3. Juli 1911, ein BallonAufstieg angekündigt. Bereits nachmittags um vier Uhr hatte sich eine große Menschenmenge auf dem Kunigundenberg versammelt, um voll Spannung den Vorbereitungen zuzusehen. Endlich abends nach seclis Uhr erhob sich der Ballon 'Lauf' mit Direktor Wölfel, dessen elfte Ballonfahrt dies war, und seinem Begleiter Heinrich Barth aus Nürnberg. Der Ballon schwebte in Richtung Salzburg davon, wo er auch am nächsten Tag vormittags zehn Uhr wohlbehalten niederging.

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