Laufen an der Salzach in alten Ansichten

Laufen an der Salzach in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Roth
Gemeente
:   Laufen an der Salzach
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2794-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Laufen an der Salzach in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die Stadt Laufen verdankt ihre ehemalige wirtsohaftliche Bedeutung der Salzach, die hier durch eine scharfe Schleife eine Halbinsel bildet und damit einen geeigneten Siedlungsplatz bot. Wenn auch nicht auf der Landzunge selbst, so doch auf den Höhenrücken der näheren Umgebung lassen sich vorgeschichtliche Funde nachweisen, die eine bis in die Bronzezeit zurückreichende Besiedelung belegen. Durch mehrere Überlieferungen erscheint auch die Annahme berechtigt, daß sich an der Stelle der späteren Burg ein römisches Kastell in Laufen befunden habe.

Schon der bajuwarische Ortsname (ahd, Louf, Louffa; mhd. Loufe) deutet auf eine Stromschnelle und damit auf die Schiffahrt hin, die bereits den Kelten vertraut war. Aus den Jahren zwischen 735 und 748 stammt die Nachricht, daß der Agilolfingerherzog Odilo hier Haus und Hof hatte, ebenso wird ein 'castellum ad Loufi' eines Adeligen namens Swiker genannt. Unter Bischof Virgil gelangte der gesamte Grundbesitz an das Bistum Salzburg, das seit dem Ende des 8. Jahrhunderts alleiniger Grundherr war.

Den wirtschaftlichen Aufstieg erlangte die Siedlung durch den beginnenden Salzhandel der Erzbischöfe und der damit verbundenen Salzachschiffahrt. Das auf kleinen Schiffen aus Reichenhall, ab dem 13. Jahrhundert hauptsächlich aus Hallein kommende

Salz wurde hier gestapelt und auf größere Schiffe zum Weitertransport salzachabwärts verladen, was Laufen zu einem der bedeutendsten Salzumschlagplätze des süddeutschen Raumes werden ließ.

Um 1050 wird dieser Ort erstmals als 'urbs' bezeichnet und gilt dadurch neben Salzburg und Passau als die älteste Stadt an Salzach und Inn. Im Verlauf des 11./ 12. Jahrhunderts breitete sich die Siedlung, die sich der vorhandenen Befestigung anschloß, nach Westen und Norden immer mehr aus und fand schließlich am äußersten Ende der Halbinsel ihren Abschluß durch die im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts erbaute dreischiffige romanische Basilika.

Laufen kam zu dieser Zeit bereits eine ansehnliche wirtschaftliche und politische Bedeutung zu, was schon daraus hervorgeht, daß im 12. Jahrhundert für kurze Zeit die Münzstätte von Salzburg hierher verlegt wurde und die Stadt bevorzugter Tagungsort für Provinzialkonzilien, Diözesansynoden und Hof- und Gerichtstage war. Für 1251 ist die Ummauerung der auf der Halbinsel befindlichen Stadt belegt.

Für die Salzachschiffahrt und für die damit verbundenen Bürger wurden vom Salzburger Erzbischof 1267 und 1278 ausführliche Privilegien erteilt, die den Vertrieb des Salzes durch die Schiffherrn, Erbausfergen

und Erbnaufergen regelten. Schon 1144 wird erstmals ein Stadtrichter genannt, der die Spitze der Verwaltung darstellte. Die Anfänge einer städtischen Selbstverwaltung gehen auf das Jahr 1444 zurück, die aber erst 1531 durch eine eigene Stadtordnung gefestigt wird.

Im 14. und 15. Jahrhundert erlebte Laufen eine Hochblüte, die vor allem im Bau der frühgotischen Hallenkirche (um 1330-1340) einen sichtbaren Ausdruck findet. Künstlerisch bedeutende Grabdenkmäler erinnern noch an die in Laufen ansässigen Adelsfamilien und an die durch die Schiffahrt wohlhabend gewordenen Handelsherrn. Die Erhebung zum Kollegiatstift im Jahre 1621 hatte eine Neuausstattung der Kirche im Stile des frühen Barocks zur Folge, an der bedeutende Salzburger Künstler beteiligt waren. 1654 wurde hier der Barockmaler Johann Michael Rottmayr geboren, der 1730 als geadelter kaiserlicher Hofmaler in Wien gestorben ist.

Das ausgehende 18. Jahrhundert brachte durch die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse einen Rückgang der Schiffahrt; die kriegerischen Ereignisse nach 1800, die Säkularisation des Erzstifts im Jahre 1803 und der darauffolgende mehrmalige Regierungswechsel wirkten sich nachteilig auf den Handel aus. Durch den Münchener Vertrag von 1816 wurde die

Salzach zur Grenze zwischen Bayern und Österreich erklärt und die Stadt von ihren Vororten Altach und Oberndorf getrennt. Die Zahl der Einwohner sank von 2 393 auf 809. Auch der Zusammenschluß der beiden Schiffergemeinden und deren Neuordnung im Jahre 1828 konnte dem zunehmenden Niedergang der Salzachschiffahrt auf Dauer nicht wirkungsvoll begegnen, die schließlich im ausgehenden 19. J ahrhundert ein Ende nahm.

Auch nach der Grenzziehung des Jahres 1816 blieb Laufen Verwaltungsmittelpunkt für das links der Salzach gelegene Gebiet des ehemaligen Pfleggerichts, das noch eine räumliche Erweiterung erfahren hat. Durch die abseitige Grenzlage und das Fehlen größerer Industriebetriebe konnte die Stadt keinen wirtschaftlichen Aufstieg mehr erlangen. Aber gerade dadurch blieb vieles erhalten, was sonst Neubauten, dem Verkehr oder dem vermeintlichen Fortschritt zum Opfer gefallen wäre. So bietet sich noch heute ein weitgehend einheitliches, von der Inn-SalzachBauweisen unverwechselbar geprägtes Stadtbild dar, das durch die Kunstwerke der Kirche und die mächtigen Häuserblöcke der Straßen und Plätze den ehemaligen Reichtum und die Bedeutung der Salzachstadt sichtbar und erlebbar werden läßt.

1. Die Salzach, die sich um die schmale Halbinsel zieht, prägt die Stadtgestalt Laufens und ließ seit dem Mittelalter keine bauliche Erweiterung zu. Dichtgedrängt fügen sich die Häuser aneinander, schmal sind die schluchtartigen Gassen, unregelmäßig die Plätze, umgeben von Häuserblöcken mit über den Dachfirst hochgezogenen und waagrecht abschließenden Fassaden - charakteristisches Kennzeichen der Inn-Salzach-Bauweise. Parallel zur Salzach umfloß der Mühl- oder Stadtbach (heute oberhalb der Stadt als Fischer-Huber-Bach noch vorhanden) in einem eigenen Bett die Halbinsel und betrieb die drei Mühlen an der Ostseite der Stadt. - Aufnahme von 1892.

2. In der Flußschleife lagert sich bei Hochwasser Geröll und Sand in großen Mengen ab, das der aus den Kitzbühler-Alpen kommende Gebirgsfluß mit sich führt, Bis in unser Jahrhundert war die Sandund Kiesgewinnung ein einträglicher Nebenerwerb der Salzachschiffer. Am äußersten Ende der Halbinsel befindet sich der Zinkenturm, daneben der Schopperstadel, in welchem die Plätten und Zillen für die Schiffahrt hergestellt wurden. Auf eigenen Trockenböden lagerte das auf den feuchten Wiesen bei Amsdorf gesammelte Moos, das zur Abdichtung der Fugen Verwendung fand, das heißt zwischen die Bohlen 'geschoppt' wurde, - Aufnahme um 1900.

3. Ansicht der Stadt von Südwesten, 1885. Der reißende Gebirgsfluß und die alljährlichen Hochwasser machten den ständigen Unterhalt der Brücke und der Uferverbauungen notwendig. Diese Arbeit oblag früher dem Laufener Stadtzimmermeister, auch Schlachtmeister genannt. In den achtziger Jahren setzt dann die Regulierung des weit ausufernden Flußlaufes ein, der sich ehemals bis dicht unterhalb der heutigen von-Brandl-Straße im Vorort Abrain ausbreitete. Die Einzwängung des Flusses in ein starres Bett hat in der Folge zu den rasch ansteigenden und so verheerenden Hochwassern geführt,

4. Die erste Kirche Laufens befand sich im Bereich des ehemaligen Schlosses und dürfte schon im 9. oder 10. Jahrhundert entstanden sein: die 1608 abgebrochene Kirche St. Peter. Durch die von Süden nach Norden fortschreitende Bebauung der Halbinsel machte die Errichtung einer großangelegten romanischen Pfeilerbasilika nur noch am äußersten Ende der Landzunge möglich. Wohl im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts entstand die Pfarrkirche zu Unserer Lieben Frau. Zwei romanische Löwen, Säulenkapitä1e und der untere Teil des Turmes erinnern noch an diesen ersten Bau. - Die Aufnahme von 1899 zeigt neben dem Dekanshof die ehemalige Mädchenschule der Armen Schulschwestern (ab 1846), davor die Stiftsmühle, deren auf Schiffen befindliche Räderwerke schon beim Hochwasser 1884 weggerissen wurden, was die Beendigung des Mühlenbetriebs zur Folge hatte.

5. Der Neubau der heutigen Pfarrkirche erfolgte um 1330 und begann mit der Errichtung des Chors im Osten und fand seinen Abschluß mit der Einbeziehung des bis dahin freistehenden Turmes im Westen. Als Ausdruck bürgerlichen Selbstbewußtseins entstand die älteste gotische Hallenkirche Süddeutschlands mit nahezu gleich breiten und gleich hohen Seitenschiffen. Umgeben ist die Kirche von den Begräbnisstätten des ansässigen Landadels und des Patriziats, die erst im frühen 16. Jahrhundert zu einem einheitlichen Laubengang, dem sogenannten Kreuzgang, zusammengefaßt wurden. Links die schon Anfang des 14. Jahrhunderts erwähnte St-Michaeis-Kapelle, - Aufnahme um 1920.

6. Wohl von der ersten Ausstattung der Hallenkirche hat sich eine frühgotische Marienplastik erhalten, die um 1330 entstanden sein dürfte und die dem altbayerischen Kunstkreis, näherhin den Stifterfiguren der Afrakapelle des Klosters Seeligenthal in Landshut zuzuordnen ist, Die Darstellung 'Maria, den Jesusknaben an der Hand führend' entspricht thematisch dem Bildmotiv der Heimkehr des zwölfjährigen Jesus aus dem Tempel. Die ikonographisch höchst seltene Figurengruppe (Lärchenholz, Höhe 117 Zentimeter) war seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts im Kloster der Armen Schulschwestern aufgestellt und gelangte 1952 auf dem Tauschweg in das Bayerische Nationalmuseum nach München, womit für Laufen ein Kunstwerk von hohem Rang verloren ging.

7. Inneres der Laufener Stiftskirche um 1890. Die teilweise neugotische Ausstattung (Gestühl, Kanzel, Orgelempore und Seitenemporen) und die Vereinfachung der bis dahin reichen Barockaltäre erfolgte ab 1843 unter Stiftsdekan Johann Wolfgang Braun (1841-1866). Das Hochaltarbild zeigt noch die Übermalung des Münchner Kunstmalers Adler; seit der letzten Renovierung in den Jahren 1960 bis 1963 ist die ursprüngliche Darstellung der Aufnahme Mariens in den Himmel von Franz Nikolaus Streicher (nach 1770) wieder freigelegt. Um 1890 war im zweiten Joch noch das längs gerichtete Chorgestühl der Kanoniker vorhanden, lebensgroße Apostelfiguren befanden sich an den Säulen, ebenso die ehemaligen Figuren des Hochaltars St. Katharina und Barbara von Jakob Geroldt (1657).

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8. Unterer Stadtplatz mit Bliek in die ehemalige Kirehgasse, heute Rottmayrstraße, um 1910. Ein Achthaler Eisenguß-Brunnen in neugotischen Formen bildet den Mittelpunkt des Platzes. Dahinter das Königliche Rentamt (Finanzamt), das ehernalige Alm'sche Haus, bis 1685 Sitz des Pfleggerichts Laufen. Dahinter das Amtsgerichtsgebäude, 1862 anstelle eines Zehentstadels errichtet. Am rechten Bildrand das Rathaus.

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