Lauter in alten Ansichten Band 1

Lauter in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Horst Scharf
Gemeente
:   Lauter
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6287-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Lauter in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

9 Wäschefabrik von Adolf Göthel.

Der Bliek schweift (irn Iahre 1908) in die untere Ortshälfte. Am linken Rand liegt die Wäschefabrik. Die Gründung der Firma geht auf das Jahr 1852 zurück. Adolf Göthel siedelte von Oberpfannenstiel nach Lauter über und arbeitete zunächst mit wenig Leuten äußerst primitiv. Die vorzugsweise in Handarbeit hergestellten steifen 'ChernisetteIn' und 'Kragen' kamen in kleinen Kartons, gefertigt im Hinterhaus Bernsbacher Straße 9, zum Versand. Im Laufe der [ahre entwickelte sich Göthels Betrieb richtungsgebend im Erzgebirge. Zunächst lösten zwei Nähmaschinen die Handarbeit teilweise ab, bald folgten mehr, später mittels einer Dampfmaschine (180 PS) und Dynamo (IlO KVA) elektrisch betrieben. Das Sortiment wurde erweitert, Hemden

und Berufskleidung kamen hinzu. Göthel zwang damit andere Betriebe ständig nachzuziehen, was zu einer Blütezeit der Wäscheherstellung im Erzgebirge führte. 1 882 übernahm Sohn Albin Göthel den Betrieb, er führte das erste elektrische Bügeleisen ein. Unter der Leitung seines

Schwiegersohnes Bruno Engelhardt erfolgte ab 1922 die Erweiterung der Produktionspalette und die Modernisierung der Maschinenausstattung.

10 Rainstein im Burkhardtswald.

Dieser Grenzstein, zusammen mit zwölf weiteren 1716 gesetzt, trennte bis in das [ahr 1885 den Besitz der Stadt Zwickau vom Staatswald. In die Steine sind auf der einen Seite die kurfürstlich gekreuzten Schwerter und auf der anderen das Stadtwappen Zwickaus, drei Schwäne, eingemeißelt. Der Burkhardtswald gehörte über [ahrhunderte hinweg zur Herrschaft Schwarzenberg. Eine Legende berichtet davon, daß Peter Purkert, ein Lauterer Bauer; während einer Hungersnot, seinen Wald zum Preise von drei Broten der Stadt Zwickau überlassen habe. Nach alten Unterlagen jedoch verkauften die Herren Tettau auf Schwarzenberg den Berg 151 6 mit seinem Wald für 900 Gulden an die genannte Stadt, die fortan Holz zu ihren Steinkohlengruben flößen ließ,

wozu auch der eigens auf Lauterer Flur am Schwarzwasser gelegene Floßanger diente.

11 Waldhüterhaus am Burkhardtswald.

Nachdem der Rat der Stadt Zwickau den Burkhardtswald erworben hatte, kam es des öfteren zu Auseinandersetzungen zwischen dem Königlich-Sächsischen Forstarnt Lauter und der Stadt Zwickau. Die Förster beklagten den immensen Holzeinschlag, die zu geringe Aufforstung und die damit verbundene Abspülung. Die Stadt Zwickau klagte unter anderem über Holz, daß in hohem Maße zum Bau einer Bärengrube verwendet worden war. Die Grube maß 8 Ellen (5 m) im Geviert und war mit starken Eichen und Brettbäumen ausgeschalt. Ferner besaß sie einen langen Spachtenzaun, der wiederum vier lange Kreuzflüge1 mit einer Länge von 41 0 Doppelschritten hatte. Der Rat der Stadt Zwickau setzte einen Forstknecht ein, der die Interessen der Stadt

wahrzunehmen hatte, Für ihn ließ man das Waldhüterhaus am Burkhardtswald errichten.

12 Das Kyflhäuserheim.

Im Iahre 1885 gab der Rat der Stadt Zwickau den Burkhardtswald an das Sächsische Forstamt Lauter zurück. 1903 erwarb das Waldhüterhaus der Sächsische Militärverein und richtete ein Erholungsheim ein, das am 1. September 1905 bezogen wurde. Unter der Förderung des Schwarzenberger Amtshaupt mannes Dr. Krug von Nidda ging 191 0 der Verein daran, das Gebäude wesentlich zu erweitern und mit einer Parkanlage zu umgeben. Zur feierlichen Einweihung war König Friedrich August von Sachsen in Lauter. Im Zweiten Weltkrieg war das Heim Lazarett, danach bezog zunächst das russische Militär das Anwesen, bis schließlich 1946 ein Erholungsheim für 6- bis 14jährige Kinder eingerichtet wurde. Zwischen 1948 und 1951 diente es Frauen, die beim Gleisbau für die

Wismut arbeiteten, als Unterkunft und 1 952 dem Kreis Aue als Schullandheim. Nun ist es seit 1953 Kinderheim.

13 Blick zum Bahnhof.

Vorn der Mühlenfelsen, jenseits des Schwarzwassers steigt der Hang zum SpiegelwaId an, am Horizont Gehringsberg und Förstel. Das Stationsgebäude (mit Gaststätte, Bahnhofswirt Paul Weißflog, 1901 bis 1936) liegt hinter der Kunstmühle Oskar Freitag. Die großen, heute vorhandenen Getreidesilos entstanden erst 1934. Auf der anderen Seite der Gleisanlagen befindet sich der Güterboden. Iahrzehnte hindurch, bis 1964, erfolgte ein reger Warenumschlag. Alle Lauterer Betriebe bezogen über die Schiene ihre Rohmaterialien, wie Blech, Stahl, Schleifholz, Getreide, und so gut wie alle Produkte, ob Spankörbe, Maschinen bzw. Emailleartikel, wurden auf dem Güterbahnhof zum Abtransport in Waggons verladen. Zum Verladen großer Maschinen und schwerer Blechpakete stand eine

Krananlage der Fa. Gebrüder Götz zur Verfügung. Auf dem Güterbahnhof erfolgte auch der Umschlag von Koks, Steinkohle und Brikett sowohl für die zahlreichen Lauterer Betriebe als auch für die Kohlenhäncl1er, die die Hanshalte belieferten. Nur die Papierfabrik C.Th. Landmann

und die Kunstmühle verfügten über einen eigenen GleisarischJuß.

Lauter i. Erzgebirge

Bliek von del' König Friediich Al1gu.st-HÖhe.

14 Leistnersche Ziegelhütte itn Griesetal.

In unserem Heimatort arbeiteten drei Feldziegeleien. Die Hildebrandtsche Hütte stand an der alten Handelsstraße (B 1 01) dort, wo die Griese sie unterquert.Am warmen Brennofen verbrachten öfter Handwerksburschen und Bettler die Nacht. Sie sorgten für Angst und Spukgeschichten im Ort. Hermann Dreher arbeitete bis 1880 in der Hütte. Viele Iahre stand sie danach leer, bis sie eines Tages in Flammen aufging. Die zweite stand im Renatusbachtal und gehörte dem Bauer Max Hänel (Hauptstraße 47). Eine weitere Ziege!hütte befand sich irn Hause Griese 2, hinter der ehemaligen Götzfabrik (s. Bild). Christian Leistner betneb diese bis 1908. Den Lehm dazu brach man in einer Grube etwas oberhalb der Hütte (Bild 56), brachte ihn in Schubkarren zum Haus,

um ihn einzusumpfen. Mit nackten Füßen wurde er geknetet und in Holzformen zu Ziegeln gepreßt, die in großen Gestellen trocknen mußten. Waren genügend Ziegel zusammengekommen, dann half die gesamte Familie rnit, um den Brennofen im Keller zu füllen. 30 000 Stück, kunstgerecht geschichtet, faßte er. Sechs Tage stand der Ofen in Glut und sechs Tage blieb er sich selbst überlassen. Im Iahr legte der Meister bis zu sechs Brände.

15 Das Preibad im Griesetal.

Um die Jahrhundertwende entstand die Schrebergartenanlage des Vereins für Gesundheitspflege e.V irn Grresetal. Dazu gehörte ein ehemaliger Stauteich, den die Mitglieder als Freibad nutzten.

1 9 1 3 trat der Verein an die Gemeinde rnit der Bitte um finanzielle Unterstützung heran, da er als Wohlfahrtsemrichtung den Teich auch für Erwachsene und Schüler des Ortes zum Baden zur Verfügung stellte. Benötigt wurden eine Urnkleidehalle undAbortanlagen. Geldentwertungen führten dazu, daß erst am 6. Juli 1924 ein Schwimmfest mit Hallenweihe startfinden konnte. Noch war der Teich unbefestigt und selbst nachAusmauerung in den folgenden Iahren reichte das Wasser bis unter die Halle. Seit Kriegsende fungiert die Gemeinde als Rechtsträger. In den warmen Sommennonaten tummeln

sich viele Badefreunde auf den Liegewiesen und im Wasser, Sportlehrer nutzen das Bad, um ihren Schülern das Schwimmen beizubringen. Die Unterhaltung der gesamten Anlage bereitet den 'Stadtvätern' große Sorge.

16 Die Griese-Schanze,

Das Griesetal wies ein weiteres sportliches Kleinod auf. Der Wintersportverein (Vorsitzender Emil Friedrich) errichtete 1 92 8 am steilen Westhang des Förstels eine Sprungschanze. Mühevoll gestaltete sich die Arbeit der vielen fretwilligen Helfer. Nachdem Anlauf, Schanzentisch und Aufsprung fertig waren, sollte der letztere noch mit Rasenboden befestigt werden. Dazu wurde das Motorrad von Hans Hanel unter dem Schanzentisch aufgestellt, ein Seil über den Antrieb des Hinterrades gelegt und mittels eines Karrens wurden die 'Rasenbatzen' den Aufsprung hinaufgezogen. Rege besucht waren die Wintersportweukämpfe. Der kombinierte Lang- und Abfahrtslaufbegann an der Conradswiese. Ziel war die Schanze, wo im Anschluß das Skispringen folgte. Am Auslauf

hatten Vereinsmitglieder eine gemütlich eingerichtete Skihütte gebaut, in der sie bei Wintersportveranstaltungen heiße Getränke, Würstel, Kaffee und Kuchen anboten.

? Z1t. W.la .

1 7 Die Dorfschmiede.

Dort, wo die alte Handelsstraße die Dorfstraße querte, lagen drei wesentliche, den Verkehr auf der Handelsstraße fördernde Anwesen. Zum einen das Vorspanngut des Bauern Kunzmann, gegenüber der Gasthof 'Zum Löwen' und die Schmiede. Hier arbeitete Hufschmiedemeister Karl Friedrich Götz, ein Tüftler und Bastler. In einer Bodenkammer seiner Schmiede reparierte er Nähmaschinen, wozu er sich eine Drehbank und Bohrmaschine mit Fußantrieb gebaut hatte. Durch seine Neigung zur Meeharrik ging er zum Bau von einfachen Blechbearbeittmgsmaschinen über, die so großen Anklang fanden, daß er neben seiner Schmiede 1866 eine separate Werkstatt errichtete und die Wasserkraft des Dorfbaches nutzte. K.F. Götz wird mit Recht als der Gründer des Maschinenbaues in Lauter

bezeiclmet. Nach seinem Tode 1883 arbeiteten in dem Anwesen SchlossermeisterVoigtmann, danach Gustav Kux und Franz Fraucsovics, ein Elektromeister, der mit vielerlei Dingen handelte. Die Schmiede, zu der auch eine kleine Landwinschaft gehörte, übernahm Max Heß, spä-

ter (bis 1967) unterstützt von Manfred Georgi.

18 Die Maschinenfabrik der Gebrüder Götz,

Paul Götz, 24 jahre alt, Sohn des Hufschmiedemeisters, erwarb zusammen mit seinem jüngeren Bruder 1898 ein Feld im Unterdorf neben dem Kunzmanngut und begann mit dem Bau einer Maschinenfabrik (spätere Blerna, Industriestraße 17). Paul war in den ersten [ahren Konstrukteur und Schlosser zugleich. Harte Arbeit, Überwachung der Aufstellung und Inbetriebnahme der Maschinen selbst im Ausland, machten sich bezahlt. Lehrlinge von Götz galten späterhin als zuverlässige, gewissenhafte Facharbeiter. Der Betrieb wuchs. 1907 zählte er bereits einhundert Beschäftigte. Pressen, Scheren, Abkant- und Biegemaschinen aller Art waren bald im In- wie im Ausland geschätzt. Auch diesem Familienbetrieb bereitete der Nationalsozialismus den Untergang.

Paul Götz war Mitglied des Kirchenvorstandes und fand sich nie mit der aufgezwungenen Kriegsproduktion ab. 1944 schied er aus und mußte nach dem Krieg mit zusehen, wie sein Lebenswerk enteignet und demontiert wurde. Seine letzten Iahre verbrachte er auf dem Bauernhof

seines Sohnes mit Holzhacken und Reparaturen. Das Bild entstand zum Andenken an das 2Sjährige Geschäftsjubiläum.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek