Lauter in alten Ansichten Band 1

Lauter in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Horst Scharf
Gemeente
:   Lauter
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6287-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lauter in alten Ansichten Band 1'

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19 Die Maschinenfahrik von Gustav Kux,

Die Gründung der Firma geht auf das Iahr 1889 zurück. Gustav Kux produzierte zunächst in der kleinen Werkstatt von K.F. Götz in der Schwarzenberger Straße 3. Unerrnüdlich arbeitete er an der Entwicklung von Blechbearbeitungsmaschinen, wie Exzenterund Geschirrziehpressen, Planier- und Drückbänken, wodurch der Absatz im In- und Ausland stieg, so daß im Iahre 1905 der Neubau eines Betriebes im Unterdorf (Industriestraße 2) erfolgte. 1908 übernahmen seine Söhne und 192 8 Alfred Kux als Alleininhaber das väterliche Werk. Kraftspender war lange Zeit das Wasser des Dorfbaches, das an der Unterdorfer Schule dem Bach abgeschlagen wurde und in einem offenen Graben, später in Eisenröhren, an den Häusern entlang zum Werk floß.

Alfred Kux hat selbst nach Krieg und Enteigmmg den Zufluß gepflegt, da er wie viele annahm, wieder einmal in eigener Regie produzieren zu können. Im Bild Gustav Kux im Kreise seiner Mitarbeiter.

20 Lanter, ein Ort des Gewerbefleißes.

Dorfaufund -ab gab es zahlreiche Gewerbetreibende, viele Häuser mit kleinen 'Lädeln und ein jeder hatte seinAuskommen, stellte schon Heimatfreund Manfred Hagert (Erzgebirgszweigverein) in seiner 1993 verfaßten Auflistung fest. Die abgebildeten Häuser (Hauptstraße 36 und 38) beherbergten einst das 'Atelier für künstliche Zähne und Gebisse, Reparaturen prompt und billig, von Ernst Baumann, Zahnkünstler, Barbier und Friseur'. 1m Haus arbeitete auch die Handschuhnäherin Frieda Tischer. In der Nr. 38 befand sich das Glaswarengeschäft von Richard Gersdorf. Übrigens, das Haus oberhalb (Nr. 34, ab 1900 Lebensmittel- und Fischgeschäft Unger, dann SerolagerWalter Weiß, jetzt Getränke-Haase) war die Unterdorfer Schule, 1822 gebaut, All die Häuser, wie auch das 'Pranzusenhätsl' (von Kriegsge-

fangenen im Ersten Weltkrieg gebaut) Elektrogeschäft Ullmann und Metallwarenfabrik Hugo Hänel stehen auf oder an der ehemaligen'Ochsenwiese', die nur dem Bauer zur Grasnutzung zustand, der den Zuchtbullen hielt.

21 Meisterstück von August Gnüchtel,

Im Iahre 1838 kam Róhrenmacher August Gnüchtel, 22 Iahre alt, mit seinem Vater Gottlieb nach Lauter. Er brachte sein Meisterstück mit, eine aus Blech gefertigte und von Hand getriebene Ofenröhre. Die beiden Schwarzblechklempner führten in Lauter die metallverarbeitende Industrie ein. Sie fertigten für Haus und Hof Gebrauchsgegenstände aller Art, wie Kaffeebrennhäuschen, Kaffeemühlen, Ofenröhren, Kuchenbleche, Heugabeln, Kranthacken, Drehleuchter, Waschbretter und Dampffleischbräter. 1855 ersteigerte August Gnüchtel das alte Forstgut und richtete darin eine Löffelschmiede ein, in der dann sein Sohn Gustav 1873 das erste Emaillierwerk des Erzgebirges gründete.

22 Bliek auf die Fabrikanla gen.

Noch steht 1873 (Bild oben, links) der alte Forsthof (Hauptstraße 21). Die Löffelschmiede arbeiteten ab 1857 in den unteren Räumen des Hauses sowie unter einfachen Holzdächern, bis dann schließlich diese Arbeitsplätze gegen Wind und Wetter mit Brettern verschlagen wurden und ein regelrechter 'Schuppen' entstand. Wenig später baute Gnüchtel das 'Lagerhaus', an dessen Giebelseite die Dorfstraße vorbeiführt. Aus diesen Anfängen heraus entwickelte sich bis zum Iahre 1884 die Fa. Gebrüder Gnüchtel, Emaillier- und Stanzwerk (Bild oben, rechts). Die Aufnahmen darunter entstanden nach Umwandlung in eine Aktiengesellschaft 1899 und zum 100jährigen]ubiläum 1938.

23 Kontor der Fa. Sächsische Emailher- und Stanzwerke, vormals Gebrüder Gnüchtel, AG.

Die Geschäfte gingen gut und zum Bau weiterer Fabrikhallen brauchte Gnüchtel Geld, das Ullmann, Breitenbach (Böhmen), als Kompagnon zur Verfügung stellte. Während sich August Gnüchtel den ersten Frachtbrief noch bei Nestler & Breitfeld, Erla, ausstellen ließ, mußte nun auch ein 'Comptor' her. Die Schreiber übertrugen die abgesandten Briefe und Postkarten zur Registratur in ein Kopierbuch, falteten die eingegangene Post dreifach, vermerkten auf dem Mittelfeld Firma und Datum und bündelten sie zum besseren Heraussuchen monatsweise. So wuchs der Verwaltungsapparat von [ahr zu Iahr an. Kaufleute mußten zur damaligen Zeit eine tadellose Schrift nachweisen und

ausgezeiclmet rechnen können, wenn sie eingestellt werden wollten.

24 Emaillegeschirr um 1900.

Das nicht zu teure Geschirr mit der vorzüglich anerkannten Qualität und den hübsch aussehenden, geschmackvollen Dekors erhielt als Firmenzeichen die 'gekreuzten Schwerter'. Der gute Ruf der 'Zwei-Schwerter-Marke' aus Lauter wurde aufMessen und durchAuszeichnungen auch im Ausland gefestigt.

25 Bliek in die Stanzerei des Werkes.

Im Iahre 19 0 6 rollten rund

30 000 kg Halb- und Fertigfabrikate täglich durch das Werk. Vier große und mehrere kleinere Fahrstühle und Bänder erleichterten den Transport. Merkmal aller Maschinen bis weit in die dreißiger [ahre: der Antrieb durch Transmissionen. Allein das Emaillierwerk umfaßte einen Saal von 70 m Länge und 35 m Breite. 250 Menschen arbeiteten an vierzehn Brennöfen. Bei einer Hitze von 900 bis 1 000 Grad wurden täglich etwa 10 000 kg emailliertes Geschirr fertig. In Kisten verpackt, brachte ein pferdegeschirr es zum Bahnhof

26 Kraftzentrale.

Größere Lauterer Betriebe besaßen ein eigenes Kraftwerk. Die Sächsischen Emaillier- & Stanzwerke verfügten über zwei Compound-Darnpfrnaschinen mit einer Leistung von 2S0 und 50 PS. Über den großen Treibriemen wurden ein Drehstrom- und zwei Gleichstromgeneratoren angetrieben. Der benötigte Dampf wurde in einem Kesselhaus mittels Koks (später Braunkohle) erzeugt. Ferner gab es ein betriebseigenes Gaswerk, das das benötigte Gas für die Emaillebrennöfen erzeugte. Bei Betriebsbesichtigungen führte Hans Hanel mit besonderer Liebe gerade durch dieses 'Herzstück' des Betriebes. Im Iahre 1963 erfolgte die Stillegung der Kraftanlage und ein Iahr später die Demonta ge. Der ausgediente 60 m hohe Schornstein wurde am 30. März 1996, 11 Uhr, gesprengt.

27 Transformatorenhäusel.

Die Aufnahme entstand in der Fischhausstraße. Zukunftsweisend entschied sich Lauter bereits 1900 für die Elektroenergie, während unter anderem Aue

dem Gaslicht den Vorzug gab, und selbst in der 'Auer Neustadt' bis 1935 in den Wohnungen Gaslampen vorhanden waren. Den ersten elektrischen Strom lieferte in Lauter die Wäschefabrik Göthel aus ihrem Maschinenhaus. Hier befand sich eine Dampfmaschine, ein sogenannter Langsamläufer, der in Verbin dung mit einem Generator Strom für die neuen elektrischen Nähmaschinen erzeugte. Der 'überflüssige' Strom diente in unserem Ort zur Straßenbeleuchtung. Nachdem Elektrizitätswerke die Stromlieferung übernommen hatten, entstanden in Lauter mehrere hohe 'Transformatorenhäuseln'. weil die Freileitungen

an Lichtmasten geführt wurden. Fast alle sind in den vergangenen Jahren aus dem Ortsbild verschwunden.

28 Alte Oberförsterei vor dem Umbau,

In diesem Gebäude (Fischhausstraße 2) befand sich seit dem 16. Jahrhundert die Lauterer Oberförsterei. Das Haus ist als solches erbaut worden und diente den Oberförstern bis zum Neubau (Rathausstraße 12) im Jahre 1855. Das Fachwerkhaus

besaß ein Umgebinde, und an ~ 7

der Rückseite waren sieben <.J

'Freischwinger' angebracht. Für die Rückkehr großer Jagdgesellschaften, erklärte mir Frau Reuther die Notwendigkeit. Sie zeigte mir auch die eisernen Haken im Kellergewölbe, an denen das erlegte Wild aufgehängt wurde, Die Familie Reuther ist 1935 dabei, das alte Forstamt zu einern Geschäftshaus um- und anzubauen.

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