Lauter in alten Ansichten Band 1

Lauter in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Horst Scharf
Gemeente
:   Lauter
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6287-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lauter in alten Ansichten Band 1'

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29 Die Brauerei.

August Gnüchtels Tochter Gustel heiratere den Brauer und Richter von Lauter Louis Bernhard Beek. Als Heiratsgut bekam sie das Grundstück neben dem Forsthof worauf der Braumeister 1867 ein Brauereigebäude errichtete (Hauptstraße 23-25). Später folgten die Brauereischeune (heute Kulturhaus ), ein Flachbau mit Gaststätte und gegenüber der Biergarten. Auf der Ochsenwiese ließ der Brauereiwirt im Winter gern eine Eisbahn von der Feuerwehr anlegen. Abends wurde sie von Bogenlicht erleuchtet, welches Kohlestäbe erzeugten. Alt und jung tummelte sich schlittschuhlaufend und biertrinkend auf oder an der Eisfläche.

30 Die Lohgerberei.

In dem Haus an der Schwarzenberger Straße, Ecke Marktgasse 10, befand sich die Lohgerberei. Der Platz davor war für Pferdegespanne bestimmt. Im Garten hinter dem Haus gab es sechs Gruben, etwa zweieinhalb Meter tief ebenso breit, dreieinhalb Meter lang und mit starken Pfosten ausgeschlagen. Also ein in die Erde eingelassener Bottich, in denen die Blößen, die gereinigten, enthaarten Tierhäute, mit Lohe versetzt, gegerbt wurden. Nach jeweils drei bis fünfMonaten mußten sie umgeschichtet werden. Starke Häute, wie von Hirschen, benötigten bis zu zwei Iahre, ehe sie auf den großen Tisehen im unteren Stockwerk des Hauses vom Gerbermeister und seinen Gehilfen nach alten, geheimen Rezepten weiter bearbeitet werden konnten. Um 1 Zentner Sohlleder zu gerben,

benötigte man 4,5 Zentner Eichen- oder 8 Zentner Fichtenrindenmehl, das zusammen mit Wasser die Lohe ergab.

31 Die Lohmühle im Griesetal.

Leider ist die Lohmûhle heute nur noch eine Ruine. 1956 war, bis auf das Wasserrad, noch alles in bester Ordmmg. und der Rat des Kreises stellte sie unter Denkmalschutz. Es war jedoch trotz großer Anstrengungen nicht mögllch, sie zu erhalten. Einstmals lieferte sie den Rohstoff für die Lohgerberei. Über einen Hanggraben gelangte Griesewasser auf das Wasserrad, das über 'Holz-Kammräder' und Nockenwelle acht schwere, dreiemhalb Meter hohe, hölzerne Stampfen bewegte. Ihre Eisenfüße zerkleinerten in einem ausgehöhlten Stamm Baumrinde zu Rindenmehl. Im Stein über der Haustür war die [ahreszahl 1876 eingemeißelt. Besitzer war der Bauer Hildebrandt (Pischhausstraße 8). Es ist möglich, daß vordem an dieser Stelle eine von den sechs

Brettmühlen stand, die an der Griese 1560 bezeugt werden. 1898 stampfte der Lohgerber Gustav Espig die letzte Baumrinde und gab auch allmählich die Gerberei auf 1970 kaufte das Freilichtmuseum Seiffen das Innere der Mühle und beabsichtigt(e) sie 1: 1 aufzubauen.

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32 Wohnhausausdem 18. jahrhundert,

Dieses alte Wohnhaus stand einst anstelle der heutigen (1912 gebauten) Linden-Apotheke. Das Haus war in herkömmlicher Lehmfachwerk-Bauweise errichtet worden. Früher gab es den Beruf der 'Kleber' . Sie versahen zunächstdie'Fächer'mitStekken, die dann mit einem Gemisch aus Lehm und gehacktem Stroh 'verklebt' wurden. Später versehalte man gern das Fachwerk, mitunter bekam die Verschalung noch dazu ein Schieferkleid. Das abgebildete Haus dokurnentiert jedoch nicht die älteste Bauweise, das waren reine Fachwerkhäuser mit Umgebinde (Bild 28). Nur Kiemms Gasthaus besitzt es noch, jedoch unter dem Putz versteekt. Urn 1900 begann mit dem Bau der Zentral-

schule, der Post oder den Geschäftshäusern arn Markt eine neue architektonische Gestaltung.

33 Der Dorfbach hinter der Neubertschmiede, 1930.

Hinter seiner Werkstatt (Rathausstraße 1) und dem Dorfbach steht Schmiedemeister Richard Neubert. Seit eh und je floß der Dorfbach offen durch unseren Ort. Seine Quelle liegt zwischen Laucknersknochen, Spahnhübel und 'Haadliebwälle' rund um die nassen Wiesen des 'Raubäckraumes'. Im Oberdorf nimmt er das Rinnebächel auf und an der Schule den Brückelsbach, An der Landmannmühle bildet er einen regelrechten kleinen Wasserfall in das Schwarzwasser. Mit dem Schützen im Bachlauf wird das Wasser für die Wasserräder der Tischlerei Hänel und der Drechselei vom 'Spundmax', Max Neubert, abgeschlagen. Die hohen Schornsteine gehören zur Bäckerei Amold und der Buchdruckerei Voigtrnann. Über den Bach führten an bestimmten Stellen

Stege aus starken Pfosten. War das Ufer nicht mit einer Mauer versehen, dann dienten mitunter nur große Steine im Wasser zum Überschreiten.

34 Das alte Bachbett,

Linkes Foto: Blick über den Marktplatz. Der Dorfbach floß in einem Bogen hinter dem Wohnhaus von Albert Schädlich entlang.

Rechtes Foto: Bliek zum Fotogeschäft Grunewald und der Drogerie Thierfelder. Die Arbeiter sind dabei, den Bach zu kanallsieren. Bei Gewitterregen gefährdete er viele Háuser, zudem wollte man die Straßen verbreitern, was nur möglich war, wenn der Bach unterirdisch seinen Lauf nahm. 1902 begann die Gemeinde mit der Überwölbung des Dorfbaches im Oberdorf (Max Barth, Bockauer Straße 1 bis Róderstraße ) und dann in verschiedenen Bauabschnitten bis in das [ahr 1930 hier in der Ortsmitte. Wie das Foto zeigt, in schwerer, sehr aufwendiger Handarbeit. Sie

war jedoch in den Iahren großer Arbeitslosigkeit für viele Menschen willkommen.

35 DasVorstandgut.

Gustav Weidauer war der letzte Gemeindevorsteher des Ortes. Während vor ihm die Vorsteher öfter wechselten, übte er in großerTreue das Amt von 1871 bis 1888 aus. Nach ihm kam Hermann Zimmermann, der erste berufsmäßige Gemeindevorsteher, der seine Expedition im ersten Stock der Lohgerberei hatte. Die Weidauers sind eine alteingesessene Familie. Schon im Amtserbbuch von 1536 werden Nicol der obere, Nicol der untere, Oswalt, Valten und Georg Weidauer als Besitzer von Gütern aufgeführt. Dieses Bauerngut hier am Rande des Marktplatzes wurde bis 1 960 bewirtschaftet. Einstmals begannen die Felder unmittelbar hinter dem Gut und reichten bis an den Burkhardtswald. So wie beim Epperlein-

sehen Gut (Markt 7) mit 12 ha Feld und 1 ha Wald, dem ClerusWeißflogsehen Gut (Rathausstraße 8) mit 7 ha Feld und 1 ha Wald, oder dem Arnoldgut (Hermann-Uhlig-Plarz 4) mit 16 ha Feld und 1 ha Wald, die nicht mehr bewirtschaftet wurden und deren Besitz die Gemeinde auf-

kaufte, um weiteres Land für Bauwillige zur Verfügung stellen zukönnen.

36 Bruno Herrmann.

Geboren am 16.Dezember 1870 in Königswalde, gestorben am 1. Dezember 1927 in Leipzig, begraben in Lanter,

Bruno Herrmann war ab 15. März 1900 fast 27 Iahre Bürgermeister in Lauter. Er war gleichzeitig der Gründer und 1. Vorsitzender des Erzgebirgszweigvereins unseres Ortes, Seine hingebungsvolle Arbeit in guten und bösen Tagen gereichten unserer Gemeinde zum WohL Mit seinem Wissen und Können förderte er durch seine Mitarbeit in vielen öffentlichen Organen die Entwicklung unserer gesamten erzgebirgischen Heirnat. Für seine vorbildliche Verwaltungstätigkeit wurde er 191 7 mit dem Titel 'Kammerrat' geehrt. Seine literarischen Arbeiten veröffentlichte der Erzgebirgszweigverein Lauter nach seinem Tode in einem Büchlein 'Lauterer Spakörble',

zusammengestellt von Edwin Bauersachs.

Ich bleib do hum,

Ich mag eich net, ihr enge Gassen,

Wu Haus an Haus un Staa an Stoa, Wu nirngst a Blümel Uil a Baamel Un kaam der Himmel is ze souh.

Ich mag eich net, ihr lauten Straßen, Wu '5 aangne Wort kaam ze verstieh, Wu geder rennt noach Gold un Lusten, Mit braate Eelböng für sich hie,

Un hätt kenn ruten pfeng ich meh, Ich bleib do ham uf meiner Höh!

37 Die Feuerwehr.

Bis 1878 stand ein HanddruckSpritzenwagen im Grundstück der Familie Rau (Mühlenstraße 1), später auch im Feuerwchrsprirzenhäusel an der Bockauer Straße, Abzweigung Wolfsgrubensteig. Die Männer der Fretwilligen Feuerwehr erhielten im Iahre 192 2 den abgebildeten, stattlichen Mannschaftswagen mit Motorspritze, einen Mercedes-Benz, ausgerüstet mit Holzspeichenrädern. Mit diesem Gefährt rückten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr noch 1960 zu Übungen auf den Grünen Platz aus, Neben der Preiwilligen Feuerwehr gab es die Betriebsfeuerwehren der Papiertabrik Landmann und der Sächsischen Emaillier- und Stanzwerke. Letztere wurde auf Grund des vernichtenden Brandes (30. August 1903) des gesamten Emaillierwerkos am 7.Juli 1906 im

Brauereirestaurant gegründet. Ihr Stolz war das Mannschafisauromobil aus dem jahr 1928, ebenfalls ein Mercedes (6 Zylinder, Kompressor mit Vakuum-Bremsanlage, Pumpe 1 200 l/min), das heute noch funktionstüchtig ist.

38 Die Post.

Edwin Humann mit seinem Paketkarren im Festzug I 959, mit dem er ab 1928 elf Iahre lang den Lauterern Päckchen und Pakete zustellte.

Über viele Iahrzehnte hinweg gab es in Lauter nur eine Briefsammelstelle, die vom 'Draer Postbutn' geleert wurde. Sein Weg führte dazu täglich über Bernsbach-Lauter zurück nach Aue. 1863 erhielt Lauter sein ei~ genes Post- und Telegrafenamt. Die Posthalterei war nacheinander bei Gutsbesitzer Gottlieb Renatus, Schlossermeister Gustav Epperlein, Maler Lobegott Giersch, Hausbesitzer August Adner und Rentier Hermann Espig untergebracht. Während man am Anfang die ein- und ausgehenden Sendungen noch tragen konnte, wurde es bald nötig, die Post rnit einem Schiebkarren bzw. Handwagen zum Bahnhof

zu fahren. Adner unternahm elf Iahre lang einspännige Privatpostfalrrten. Im Iahre 1875 bewältigten neben dem Postmeister zehn Beamte 44 154 ankommende und 39 132 aufgegebene Sendungen. Die Zahl stieg bis zum Iahr 1900 Ulll das vierfache bzw. sechsfache an. Eine noch

größere Steigerung erfuhren Paket-, Geld- und Telegramrnsendungen. Im Iahre 1900 zog die Post in das heutige Postarnt ein, das eigens der Bauer Gustav Kunzmann errichten ließ.

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