Lauter in alten Ansichten Band 1

Lauter in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Horst Scharf
Gemeente
:   Lauter
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6287-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lauter in alten Ansichten Band 1'

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39 Die Postmeilensäule.

Wie schon erwälmt, führte

durch Lauter eine alte Handelsstraße. Der mittelalterliche Bergbau brachte einen enormenAufschwung des Verkehrs. Auch immer mehr Reisende nach Böhmen benutzten diese Straße. Nach einerVerordnung vom 21. November 1721 ließ der Kurfürst an den Handelsstraßen Sachsens Postsäulen errichten. Unser Heimatfreund Johannes Meinhold schrieb dazu: 'Die Postsäulen waren Eigenturn der Orte und auch von ihnen bezahlt. Die meisten sind liebevoll restauriert, werden bestaunt und von allen Seiten fotografiert. Die Lauterer Ganzmeilensäule mit der Nummer 48 wurde 1724 am Lindenhof aufgestellt.' Wie sie nach Aue gekommen ist, konnte noch nicht ermittelt werden, vielleicht bei Straßenbauarbeiten zwischen 1850 und 1900. Dr. Sieber ent-

deckte sie eingemauert in einer Stufe, ließ sie restaurieren, das Oberteil ergänzen und am Schillerplatz in Aue aufstellen. Aues 'Stadrväter' gaben sie uns 1995 zurück und Rainer Englert stellte sie mit seinen Gehilfen in der Nähe des alten Standortes auf.

40 DerLindenhoL

'Lindenhof" ist heute noch ein feststehender Begriff in Lauter. obwohl man dem Wohnhaus kaum noch den einstigen Zweck ansieht. 'Lindenhof" dient als Orientierungshilfe, jeder weiß, wo er liegt. Es handelt sich um das Haus an der Lutherstraße 1, Ecke Auer Straße. Letztere war ein Teilstück der alten Handelsstraße, und schon sehr früh entstanden an ihr Chausseehäuser und Gasthöfe. Bei uns in Lauter der Gasthof 'Zum Löwen' in der Ortsmitte, dort, wo die Dorfstraße sie kreuzte (baufällig, 1987 abgerissen). 1896ließ Max Fritzsch an der Straße nachAue den Lindenhof errichten, ein Landhotel, das gehobenen Ansprüchen gerecht wurde. Es war nur kurze Zeit bewirtschaftet.

Lindenhof Besitzer: MAX FRITZSCH

LAUTER I. S.

41 Männergesangverein 'Arlon', 1864.

Die Mitglieder trafen sich am 17. Juli 1928 um 6.30 Uhr auf dem Bahnhof zur Abfahrt zum Sängerfest nach Wien. Durch seine zahlreichen Auftritte hat der Männergesangverein unseren Ort weit über die Grenzen des Erzgebirges hinaus bekanntgemacht. In ihm wirkten im Laufe der [ahrzehnte tüchtige Liedermeister und Chor!eiter. Die Gründung des Vereins erfolgte unter Kantor Lorenz am 16. Ianuar 1864 in Hornigs Schänke. 39 Männer waren seiner Einladung gefolgt und wählten ihn zum Liedermeister undVorsitzenden. Tüchtige Männer folgten ihm, ab 1869 Kar! WeiBflog 39 [ahre lang, mehrere Kantoren, Lehrer oder Schuldirektor Uhlig, bis zum heutigen Liedermeister RudolfBretschneider. Einige Höhepunkte aus dem Vereinsleben sind: 1866 die Wei-

he der ersten Vereinsfahne, Teilnahme an vielen Sängertreffen und Wettsingen, auf denen manch Pokal gewonnen wurde. 1887 fand das große Sängertreffen des Obererzgebirges auf dem Festplatz an Fischers Gasthaus statt und zu Ehren des Vereins 1905 ein zweites Mal. Kein Fest,

keine Weihe, ob Glocken der Kirche oder Turrn auf der Morgenleithe, kein Weihnachten in Lauter ist denkbar ohne die Darbietungen des Männergesangvereins.

42 Bau des Hochbehàlters an der Antonsthaler Straße.

Der Bau wurde im Juni 1900 begonnen und am 27. Oktober des gleichen Iahres eingeweiht. Damit fand das beschwerliche Wasserholen an den 'Wasserhäiseln' ein Ende, was besonders Bewohner höhergelegener Häuser dankten. Der Hochbehälter liegt bei 489 m ü. NN, hat einen Durchmesser von 12m und eine Tiefe von 4 m. Er faßt 400 qbm Wasser. Nach Fertigstellung wurde er mit einem Erdhügel gegen Frost geschützt. Das Wasser kommt von den Räumen unterhalb der Conradswiese, auf der sich mehrere Sammelschrote mit Sickerleitungen befinden. Auch das Grubenwasser vom Os terlammstollen am Hang der Morgenleithe wird ihm zugeführt. Von den damals 349 Grundstükken konnten 272 angeschlossen werden. Die Kosten für die mo-

derne Hochdruckwasserleitung belief sich auf erwa 146 000 Mark. Wegen der unterschiedlichen Höhenlage der Häuser mußte gleichzeitig ein zweiter Hochbehälter im Oberdorf gebaut werden. Ein Dresdener Chemiker beurteilte dasTrinkwasser als 'fast unerreicht gut', und es

stand in ausreichender Menge zur Verfügung.

43 Grundsteinlegung zur Zentralschule.

Am 2. September 1897 wurde feierlich der Grundstein zur neuen Zentralschule gelegt. Dabei mauerte man eine kleine Broschüre ein, in der über unseren Heimatort berichtet wird. Schon seit längerem beschäftigte sich die Gemeinde mit einem Neubau. Die drei Lauterer Schulen (die Kirchschule, das heutige Kantorar, 1828 erneuert, die Unterdorfer Schule, 1821/2 2 gebaut, und die Schule des Mitteldorfes, jetzt Rathaus, am 18. Oktober 1875 eingeweiht) konnten die Schüler nicht mehr fassen. Die neue Schule mußte in der Mitte des Ortes liegen und sollte auch in den kommendenjahren allen Anforderungen gerecht werden. Nachdem 1896 das leerstehende Gut von Christian Lauckner, auch Danehnichelgut genannt, in Flammen aufgegan-

gen war, hatte man einen Platz, der hinsichtlich seiner Lage nicht hätte besser sein können.

44 Die Zentralschule,

Zu Michaelis 1899 konnte der von Baumeister August König, Lauter, mit einem Kostenaufwand von rund Vi Million Mark errichtete Bau bezogen werden. (Das Foto stammt von der 25jährigen Iubelfeier des Schulhauses 1924.) 22 Zimmer, eingeschlossen Direktions-, Lehrer-, Kombinations- und Zeichenzimmer sowie Hausmannswohnung, Brausebad für Schüler im Keller und eine Niederdruck-Dampfheizungsanlage standen zur Verfügung. Zur Ausschmückung der Klassenzimmer und Gänge stifteten Lauterer eine Reihe von Bildern. DieAbortanlage stand separat im Hof und war durch überdachte Gänge zu erreichen. Gleichzeitig entstand eine Turnhalle mit einer kleinen Bühne, um diese auch zu Festveranstaltungen nutzen zu können. Vor der Schule entstand das Rondell

mit Schützenbrunnen, in späteren Jahren mit einem schmiedeeisernen Zaun der Fa. Gräß!er, Rathausstraße 9, umgeben. Als erster Direktor wirkte an der neuen Schule Franz Bruno Scholze. Zum I OOsten Todestag von Schiller (1905) wurde im Vorgarten eine Linde gepflanzt.

4S Hermann Uhlig inmitten seines Kollegiwns.

Sirzend. von links nach rechts:

Straube, Schalier, Kunz, Ramfeld, Heber, Uhlig, Franz, Georgi und Wendler. Stehend: Grosam, Nóbel, Eisert, Schreiber, Lindner, Weber, Sachse, Friedrich, Zimmermann, Henke, Götz, Hager, Pickel und Prase.

Hermann Uhlig (geboren am 8. Dezember 1871, gestorben am 17. Februar 1942, beerdigt in Lauter) wurde 1905 zum Direktor der Lauterer Schule berufen. Kraft schöpfte der an Idealen reiehe Mann aus seiner Iugend. Geboren in der Dorfmühle zu Grumbach, prägte der Gebirgsort den jungen Menschen, insbesondere die Mühle, der Großvater, Pfarrer und Kantor sowie später das Lehrerseminar in Annaberg. Seine Zuneigung zu den Schûlern, seine Fähigkeit zu unterrichten, blieben den Einwohnern

von Lauter noch lange in würdiger Erinuerung. Unter seiner Leitung gelangte die Schule zu Anerkennung im Bezirk. Er schuf eine umfangreiche Bücherei, eine Gitarren- und Theatergruppe, selbst eine Kochschule richtete er ein, für die ein separater holzverschlagener Bau an der

Goethestraße errichtet wurde. Seine Schriften über Erziehung und Bildung fanden große Beachtung. 1992 wurde der Platz vor der Schule nach ihm benannt,

46 Schul- und Heimatfest 1907.

Zur Erinnerung an die Grundsteinlegung vor zehn [ahren feierte Lauter ein großes Schulund Heimatfest. Höhepunkt war der Festzug hinunter auf den Festplatz an Fischers Gasthaus. Das Foto ist vom Standort der Apotheke aus aufgenommen. Der Blick schweift zum Marktplatz. Die Geschäftshäuser von ZigarrengeschäftTrommer und Zahnarzt Paul Berger stehen noch nicht. Vor der Bäckerei Trommer steht Hermann Uhlig, der Mann mit dem Zylinder (vorn). Ein Album mit Fotos erinnert an dieses Fest. Die Heimatfestschrift von 1907 ist eine wahre Fundgrube zur Entwicklung unseres Ortes. Auch wenn die Verfasser nicht genannt werden, kann man sicher sein, daß Bruno Herrmann, Pfarrer Dr. Kretzschmar und Schuldirektor Hermann Uhlig

die wesentlichsten Passagen zusammenstellten.

In Lauter folgten Iahre hoher kulturellerTätigkeit, in denen sich dieArbeit des 1896 gegründeten Dramatischen Vereins zur vollen Blüte entfaltete, 1956 feierte die Laienspielgruppe ihr 60jähriges Bestehen und brachte zum Schul- und Heimatfest 1959 noch einmal Stücke von Heinz Fiedler (Regie) und Willy Gläß zur Aufführung.

47 Rund um die Dorflinde, 1911.

Die Dortlinde hat schon vor dem Bau der Oberförsterei im Iahre 1855 gestanden, denn die Mauer mußte sich nach ihrem Standort richten. Das Anwesen war reich ausgestattet: Verwaltungsräume im Erdgeschoß, darüber die Wohnung des Oberförsters: Kellergewölbe, Stallungen und Wirtschaftsgebäude, auch ein großer Garten war vorhanden. Manches läßt sich nachempfmden. Am linken Bildrand steht noch das Wasserhäusel des Arnoldgutes. Rechts ragt ein Stück vom Rondell der Schule in das Bild. Am Milchhof Wagner fließt der Dorfbach entlang, der dann am Gemeindeamt in einem Bogen seinen Lauf weiter hinter der Buchdruckerei Voigtmann nimmt. Das Gemeindeamt, heute Rathaus unserer Stadt, erhielt 1900 das schmükkende Türmchen, nachdem das

Gebäude als Mitteldorfer Schule ausgedient hatte. 1 938 spaltete ein Unwetter den Stamm der Dorflinde, so daß sie gefallt werdenmußte.

[au ter 1. rzgeb. Oberförsterei u. LLbau.

48 Kinderheim Lauter.

Die Gruppe steht vor ihrem Heim, der ehemaligen Hornschänke, die G.F. Hornig 1849 nach dem 'Großen Brand von Lauter' neu errichten ließ. Nach Hornig etablierte darin Frank sein Restaurant sowie einen Kolonialwarenladen. Noch vor dem Ersten Weltkrieg kam das Haus in den Besitz der Gemeinde Lanter, die das Kinderheim eimichtete. Davon gibt es eine Reihe von Fotos. Es ist die Zeit, in der manche Kinder im Sommer auch zur Schule barfuß gehen mußten. Aus dem Kinderheim ging ein Kindergarten hervor, dem eine Zeitlang die Tochter von Max Pickel, die 'Pickel-Mieze', vorstand.Am 1. April 1930 richtete Hermann Uhlig im ersten Stock des Gebäudes eine Berufsschule für Schüler ohne Lehrausbildung ein. Lehrer

Meister unterrichtete die Iugendlichen. Schon damals gab es eine Küche, in der für die Kinder und Schüler gekocht wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude als Schulhort. Seine Enge verlangte von der Leitung und den Erzieherinnen viel Geduld und Kraft. Dieses [ahr,

1996, wurde es abgerissen, da eine Sanierung nicht mehr möglich war.

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