Lauter in alten Ansichten Band 1

Lauter in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Horst Scharf
Gemeente
:   Lauter
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6287-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lauter in alten Ansichten Band 1'

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4-9 Unsere Kirche.

Das Ensemble Kirche, KirchschuIe (als Kantorat neu erbaut 1829 und Pfarre (1738) bildet den ältesten und architektonisch wertvollsten Gebäudekomplex unseres Heimatortes (s. auch Einband). Den Standort für die Kirche mit 'Gottsacker' hatten schon die ersten Siedler (um 1159) festgelegt und dabei eine gute Wahl getroffen. Mitten im Dreißigjährigen Krieg gingen die Lauterer daran, das alte kleine und baufälhge Kirchlein abzureiBen und an derselben Stelle diese Dorfkirche zu errichten. Viele Liebesgaben wurden durch die Betrügereien der Kipper und Wipper, unter anderem durch Beschneiden der Münzränder, geschmälert. Oberförster Rachels wandte sich deshalb anläßlich einerTreibjagd persönlich an den Kurfürsten und überreichte ein 'untertänigstes Supplik'.

Iohann Georg 1. verfügte darauf-

hin, daß dem Ort mehrere Iahre alle Abgaben erlassen und alles benötigte Bauholz kostenlos aus den kurfürstlichen Wäldern geschlagen werden konnte. Die Kirche steht unter Denkmalschutz.

SO Bliek vom Friedhof.

Eine der ältesten Ansichten der Kirche läßt erkennen, daß im Laufe der Iahrhunderte viel Kraft aufgewendet wurde, um das Gotteshaus zu erhalten. 1737 bekam Lauter mit Iohann Christian Merkel seinen ersten eigenen Pfarrer. Fûr ihn errichtete die Kirchgemeinde das Pfarrhaus, Später entstand ein Vorbau zum Haupteingang der Kirche, darunter eine Kripta, in der Merkel (neben einem Schloßfräulein) 1754 im Alter von 73 [ahren beigesetzt wurde. Eine gründliche Renovierung erhielt das Gotteshaus im Hinbliek auf sein 3 OOjähriges Bestehen: unter ariderem neues Gestühl im Schiff, Buntglasfenster und den 'Guten Hirten' als Kanzelträger. Das Innere der Kirche war damals durch viele Chöre geprägt, die erst in späteren Iahren herausgenommen wurden. Aber auch Turm und Dach be-

durften ständiger Reparaturen, so 1881 nach einem kalten Blitzschlag. Im Turmknopfliegen neben der ersten Urkunde vom 18. September 1628 mehrere Aufzeichnungen von Pfarrern, Kanzlisten und Lehrern über Freud und Leid im Dorf. Die erste Urkunde vom Bau der Kirche

schließt Pfarrer Portenreuther, Aue, mit den Worten: 'So übergebe ich Dir, 0 Iesu, diese Kirche, übergib Du sie den Nachkommen' .

51 Glockenehremnal und Kirchenchor.

Drei Urglocken stammen aus der Glockengießerei Hillgern in Preiberg und'wurden am 27. September 1628 auf den Kirchturm gezogen. 1899 spendete Frau Alma Gnüchtel ein neues Geläut, daß zunächst in einem eisernen Glockenstuhl Aufstellung fand, denn es sollte einmal in den Turm einer neuen, größeren Kirche kommen. 1 91 7 traten sie den Weg in die Schmelze an. Das dritte Geläut spendete 1 92 8 die Familie Götz. Dazu wurde das architektonisch reizvolle und im Erzgebirge einmalige Glockenehrenmal errichtet. Im Zweiten Weltkrieg sollten die Glocken eingeschmolzen werden, man war bereit, dafûr die Urglocken zu nehmen, bis auf die kleine. Nach dem Krieg stand die große noch unversehrt auf einem 'Schrottplatz' in Hamburg und

konnte zurückgebracht werden. Neben dem Ehrenmal har 1930 unser Kirchenchor Aufstellung genommen. Unter hervorragender Leitung der Kantoren hat er sich seit seinem Bestehen ständig weiterentwickelt und gestalter zusammen mit dem Posaunenchor (192 8 gegründet) Gottes-

dienste, Kirchenmusikabende und Oratorien, auch außerhalb Lauters, selbst in Solingen.

52 Max Pickel.

Geboren am 11. April 1884 in Nürnberg, gestorben am 24. September 1974 in Lauter.

Als Junge kam Max Pickel mit seinem Vater nach Stollberg, besuchte das Lehrerserninar in Schneeberg und trat 1904 den Schuldienst in Lauter an, dem er sich mit Liebe und Hingabe widmete und insbesondere in den Fächern Deutsch, Zeiclinen und Werken unterrichtete. Er war jahrzehnte ein treuer Verwalter der Bücherei, galt als ein sehr belesener Mann und schrieb selbst Geschichten, Gedichte und Theaterstücke. Meisterhaft bcherrschte er den Scherenschnltt, Zu manch einem Büchlein lieferte er Illustrationen. Etwas ganz besonderes sind die Serien 'HeiligOhmd-Lied' oderMein Weihnachtsberg' und 'Bergparade' (s. Bild). Eine Reihe seinerWerke übernahmen die Mu-

seen in Schwarzenberg, Schneeberg und Zwickau. Nach 1945 war er Schulleiter und ging 1953, nach fast fünfzig Iahren Schuldienst, in den wohlverdienten Ruhestand.

S 3 Albert Schädlich.

Geboren am 11. Juli 1883 in Elsterberg, gestorben am 23. Juni 1933 in Lauter.

Mit seinem Schaffen trug Albert Schädlich dazu bei, daß Lauter einst den schmückenden Beinamen 'Dichterwinkel des Erzgebirges' erhielt. Neben seinem Beruf als Meister in der Emailleindustrie berenere er in ungezählten Auftritten - auch zusammen mit Anton Güntherden Menschen im Erzgebirge Freude und Entspannung. Albert Schädlich war besonders oft bei den Kurgästen des Radiumbades Oberschlerna und wirkte auch bei weihnachtlichen Rundfunksendungen mit. An seinem Wohnhaus Markt 1 7 brachten die Heimatfreunde eine Tafel mit der Aufschrift an: 'Hier wohnte der Heimatdichter und Erzgebirgssänger Albert Schädlich,

'dr Lauterer Gevatter'.'

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54 Bau des Arbeitersportlerheimes an der Lumbachhöhe,

Im Iahre 1925 schlossen sich die Lauterer Arbeitersportverbände zu einem Zentralverein zusammen und traten 1930 geschlossen in die 'Rote Sportbewegung' unter dem Vorsitz von Otto Auerswald und Fritz Bechmann ein. Um ein eigenes Heim zu haben. bauten die Mitglieder 1928 an der Lumbachhóhe den Flachbau der Sporthalle. den sie 1 930 durch ein massives Haus ergänzten. Eine Hypethek in Höhe von 26000 Mark von einer Brauerei in Hof und wesentlich mehr an Spenden dienten der Finanzierung. Rudolf Grunewald schreibt dazu: 'Otto Auerswald ist das Verdienst an der Entstehung der Sportscätte, die unter der Bauleitung von Paul Weidauer entstand und irn Besitz der Stadt Lauter ist, zuzuschreiben. Der Bauausführende war der Central-Verein für

Arbeitersport. Was in den Iahren 1930/31 Tag fürTag von den Mitgliedern und Gönnern des Vereines geleister wurde, ist nicht mit Worten auszudrücken.'

55 FC Viktoria.

Fußball hat in Lauter Tradition. Viktor Kunzmann und Richard Weigel sind die Initiativen zuzuschreiben, daß es am 10. Mai 1913 zur Gründung des FC Viktoria kam. In den ersten Iahren fand der =egelmäßig durchgeführte Spielbetrieb auf einem ehemaligen Getreidefeld statt, bis schließlich daraus ein Sportplatz entstand (heute Gärten an der Ludwig-Jahn-Straße). 1930 spalteten sich Spieler des Vereins ab und gründeten den SC Waldhaus. Sie schufen sich unter Mithilfe ihrer Anhänger zunächst auf einem Feld neben der Gaststätte Waldhaus einen Fußballplatz und später den heutigen 'Waldhausplatz' (zuletztTrainings- und Hundevorführplatz). Fortan bestand eine gewisse Rivalität zwisehen den beiden Mannschaften nnd Fans. Unter Trainer Walter Grosam stieg 1 95 1 das nunmehr

gemeinsame Fußballteam 'Empor Lauter' in die Oberliga auf. Ein kleines Dorf feierte begeistert jeden Erfolg. 1954 wurde der Untergang trotz Sieg besiegelt. Es war auf 'höchster Ebene' beschlossen worden, die Oberligamannschaft zugunsten Rostocks abzuziehen. Funktionäre 'ûber-

zeugten' Spieler davon, zukünftig im neuerbauten Ostseestadion zu spielen.

S6 Steinbrüche, Sand- und Lehmgruben,

Zwei Steinbrüche, der Weidauersche Steinbruch am Markt und der Steinbruch der Fa. August König am Kirchberg, rissen tiefe Löcher in die Flur. Geliefert wurden Mauersteine, Sockel- und Bordsteine, Treppenstufen, Türund Fenstergewände sowie Bruchsteine für Packlager und Schotter. Seilwinden an den Gesteinswänden erleichterten zum Teil die Handarbeit. Schießmeister nahmen nicht nur die Sprengungen vor, sondern hatten auch für die sorgfältige Aufbewahrung von Dynamit zu sorgen. Oberhalb des Steinbruches König war dazu das Pulverhäusel gebaut worden. Die nahen Häuser und die Qualität des Gesteines führten zur Aufgabe der Brüche. Am Kirchberg betrieb die Fa. Wendler danach eine Sandgrube. Im Vordergrund der Aufnahme von

J 910 eine Lehmgrube der Ziegelhütte an der Griese (Bild 14).

57 An der Lauterer Kepp.

Das ist die Stelle, an der die B101von Aue heraus 'umkippt' und herein nach Lauter führt. Hier stand das 'Lumpig-Glöckl'. Es hieß nicht nur so, sondern im Türmchen war ein Glöckel, das ab und zu läutcte. Rechts der Lumpicht (von 'lurnpf", junger Stockausschlag), die alte Handelsstraße. 1632 errichteten Bauern unter Oberförster Rachels an der engsten Stelle eine Schanze. Es war vergeblich, General Holk ließ sich davon mit seinen plûndernden Horden nicht aufhalten. Die Legende besagt: 'Als man dem Oberförster die Feder vom Hute geschossen habe, flohen alle vor der Übermacht.' Noch vor einigen Iahren gab es ein geschlossenes Waldgebiet bis zum Bechergut. Eine Steinbank hier auf der Kepp lud zum Ausruhen ein. Um 1930 entstand der massive Kiosk, den die Familie Eich-

Ier bewirtschaftet. 1972/73 erhielt die Autostraße einen grundhaften Ausbau, dem Kiosk und Stembank zum Opfer fielen. Eine solche Steinbank steht noch an der Ebertstraße.

58 Hakenkrümme des Schwarzwassers im Burkhardtswald.

Das Territorium lauter reicht über den Burkhardtswald hinweg bis an die Hakenkrümme nahe Aue. Der Bliek schweifi über das Blaufarbenwerk bis zum Zeller Berg, auf dem heute das Klinikum steht. Der unterschiedliche Gesteinsuntergrund gab unseren Tälern ihren eigenartigen Reiz. Während Bäche und Flüsse im harten Kontaktgestein nur schmale V-Täler herauswaschen konnten und teilweise schroffe Pelswande modellierten, entstanden in 'relativ weielieren Gesteinen' (zum Beispiel Granit) Talkessel und breite Täler, Die Wismut begradigte 1952 den lauf des Schwarzwassers und verwandelte die Hakenkrümme in einen Schlamrnteich. Zur Entstehung der Gesteine gibt es eine nette Geschichte. Die 'Nepru-

rusten' behaupteten, daß alle Gesteine im Meer entstanden sind, und die 'Vulkanisten' schrieben dies 'ihrem Gott' zu. Bis die Wissenschaft schließlich zu der Erkermtnis gelangte, daß der Ursprung sowohl im Meer als auch im Vulkanismus zu suchen ist. Im Tal der Zwickauer Mulde erin-

nert daran die 'Siebersche Tafel', und, was viele nicht wissen, das Territorium lauter reicht bis dahin.

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