Lübeck in alten Ansichten Band 1

Lübeck in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Karl-Heinz Axen
Gemeente
:   Lübeck
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1579-7
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lübeck in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Zur Geschichte und Entstehung Lübecks

Aus der alten, unweit der heutigen Hansestadt gelegenen slawischen Ansiedlung Liubice entstand die Stadt Lübeck. Die folgende Hansezeit prägte das Gesicht Lübecks mit prächtigen Bauten und hinterließ uns eine Stätte reich an Kultur. Von den drei Hansestädten Hamburg, Bremen und Lübeck konnte keine so ihren altertümlichen Charakter bewahren, wie Lübeck selbst. Noch heute kann man sich im Anblick der Sehenswürdigkeiten dieser Stadt um Jahrhunderte zurückversetzt fühlen. Doch die Zeit ist nicht stehengeblieben. Zwar wurden die alten Bauten gepflegt, erneuert oder instandgehalten, aber viele Gebäude, Plätze, Einrichtungen und Straßenzüge Lübecks bekamen im Laufe der Zeit ein neues Gesicht. Die Vororte wuchsen zu Kleinstädten heran, so daß sich die Bevölkerung seit 1900 verdoppelte.

Ursprünglich entstand Lübeck aus drei Ansiedlungen, der Burg, dem Dom und der Kaufmannsstadt. Die Burg stand auf dem Istmus, wo sich die Wakenitz der Trave nähert, bevor sie an der Ostseite der Stadt entlangfließt. Alle von der See kommenden Schiffe mußten hier passieren, auch war hier der einzige Weg, um in die Stadt zu gelangen, ohne Wasser zu überschreiten. Die Kaufmannsstadt lag auf dem höchsten Teil des von Trave und Wakenitz umflossenen Hügels, der noch heute mit dem Marktplatz, dem Rathaus und der Marienkirche den Mittelpunkt der Stadt bildet. Der dritte Teil, der Dom, wurde auf dem Platz gegriin-

det, wo der Stadthügel in einer flachen, von Wasser geschützten Anhöhe endet. Es war die Stelle, wo die Wakenitz in die Trave mündete. Durch diese Ansiedlungen entstand mit der Zeit der eigentliche Stadtkern Lübecks, denn von der Kaufmannsstadt führte nach Südwesten der Klingenbergplatz in den Bereich des Doms, nach Nordosten der Geibelplatz zu dem Bezirk der Burg. Ende des 19. Jahrhunderts wird es zu eng in der Innenstadt, ein großer Teil der Wälle und Stadtmauern muß wichtigen Bauten, der Industrie, Schiffahrt und Wohnraum weichen.

Seinen Ursprung und die Entstehung fand Lübeck in der nahe der Schwartaumündung gelegenen, wiederholt zerstörten Ansiedlung Liubice, durch welche die vielfältige Geschichte Lübecks ihren Lauf nahm. Unweit dieser letztlich 1138 durch die Rugianer zerstörten slawischen Siedlung Alt-Lübeck gründete Graf Adolf II. von Holstein-Schauenburg 1143 das heutige Lübeck. Im Jahr 1159 an Heinrich den Löwen abgetreten, legte dieser das Bistum Oldenburg hierher. Nachdem Heinrich der Löwe in die Acht erklärt worden war, wurde Lübeck durch Friedrich Barbarossa kaiserlich und im Jahr 1226 freie Reichsstadt. Im folgenden Jahr brach Lübeck mit Hilfe benachbarter Landesfürsten die dänische Herrschaft im Lande. In jenem Jahrhundert entstand allmählich der Bund der deutschen Hanse, jene große Kaufrnanns- und Städteverbindung, welche Meere und Länder des Nordens und Ostens beherrschte und in regem Handelsverkehr

den Westen Europas mit dem Osten verband. Seit dem 14. Jahrhundert hatte Lübeck die Herrschaft des Hansebundes übernommen und im 15. Jahrhundert seine Blütezeit, deren Reichtum sich durch zahlreiche Prachtbauten und kriegerische Macht ausdrückte. Etwa im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts trat ein allmählicher Verfall der Hanse ein. Die neuen Handelsbeziehungen nach Amerika und Indien, durch welche die Länder Westeuropas mehr begünstigt wurden, beschleunigten den Verfall der Hanse ebenso, wie die Erstarkung der nordischen Länder und das Aufblühen des russischen Reiches. Zwar stellte Lübeck zu dieser Zeit noch eine starke Macht dar und nahm den Kampf um die Herrschaft auf den baltischen Meeren alleine auf, doch schon der Krieg gegen das Dänische Reich schlug fehl. Der 1563-1570 gegen Schweden geführte Krieg brachte den 1übeckischen Waffen zwar einigen Ruhm, blieb aber dennoch ohne Erfclg. Seitdem sank Lübecks Macht, und noch mehr war dies nach dem Dreißigjährigen Krieg der Fall. Dennoch konnte Lübeck seine Handelsbeziehungen zu den nordischen Ländern behaupten und seinen nicht unbedeutenden Reichtum erhalten.

Im Jahr 1806 erstürmten die Franzosen die Stadt, welche sich bis 1813 in deren Händen befand. In diesen Jahren mußte eine schwere Zeit und mancher Wirtschaftsbankrott ertragen werden. Nach dem Zusammenbruch der französischen Herrschaft trat Lübeck 1815 als freie Stadt dem Deutschen Bund bei

und wurde 1871 Bundesstaat des Deutschen Reiches. Das Jahr 1848 brachte Lübeck eine neue Verfassung, die in ihren Grundzügen bis ins 20. Jahrhundert unverändert geblieben ist und die Grundlage zum Aufblühen der Stadt bildete.

Die Zeit um die Jahrhundertwende war von industrieller Entwicklung und dem Ausbau der Wirtschaftswege geprägt. Dieser Aufschwung begann bereits 1851 mit dem Bau der Lübeck-Büchener-Eisenbahn, Als wichtiges Bauwerk wird im Juni 1900 der ElbeLübeck-Kanal eröffnet. Im Jahr 1908 folgt der neue Bahnhof am Lindenplatz. Viel Kultur hatte uns die zur Jahrhundertwende 100 000 Einwohner zählende Stadt aus den Tagen ihres Glanzes, dem Mittelalter, bis dahin bewahrt und durch den Zweiten Weltkrieg dennoch verloren.

Mit dem vorliegenden Bildband 'Lübeck in alten Ansichten' soll den Lübeckern und Freunden der Hansestadt die Zeit Lübecks um 1900 in Bildern aus den Tagen unserer Großeltern gezeigt werden. Einen Anspruch auf Vollständigkeit des Bildmaterials und des Kommentars kann das Buch wegen der Fülle vorliegender Motive nicht stellen, aber sicher kan es den Leser beim Studieren die vergangene Zeit nacherleben lassen.

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1. Lubecca, Lübeck urn 1650 stellt die Abbildung dieses Stiches des bekarmten schweizerischen Kupferstecners Matthäus Merian dar. Die sieben Türme der alten Kirchen Lübecks sind schon lange ein Syrnbol der Hansestadt Lübeck geworden. Diese alten Bauten zeugen von der politischen Macht und wirtschaftlichen Größe in jenen Jahren. Die Hansezeit hat Lübecks Gesicht mit reicher Kultur und vielen Sehenswürdigkeiten geprägt. Noch heute zeugen viele Baudenkmäler Alt-Lübecks von der alten Hanse Stolz und Zier.

2. Der Plan einer Eisenbahnverbindung zwischen Lübeck und Hamburg war schon 1843 von englischen Unternehmern verfolgt worden, scheiterte jedoch zunächst am Widerstand der dänischen Regierung. Am 15. Oktober 1851 konnte der Betrieb auf der eingleisig angelegten, 48 Kilometer langen Bahnstrecke zwischen Lübeck und Büchen, mit Anschluß nach Hamburg, dann doch eröffnet werden. Auf dieser aus dem Jahre 1905 stammenden Aufnahme erkennen wir, vom Holstentor blickend, Lübecks ersten Bahnhof. Vorne rechts in den Anlagen steht das Bismarckdenkmal, während das Gerüst links auf dem Dach des Empfangsgebäudes die vorsintflutliche Konstruktion eines Telefon- und Telegrafenmastes darstellt.

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3. Am 1. Mai 1908 wurde der für fast zehn Millionen Mark nach Plänen von Prof. Klingholz erbaute Bahnhof dem Verkehr übergeben. Dieser Neubau löste die nahe dem Hafen gelegene alte Bahnhofsanlage ab. Erst 1865 konnte eine direkte Zugverbindung zwischen Lübeck und Hamburg hergestellt werden. Vorher, ab 1851, lief der Zugverkehr noch über Büchen nach Hamburg. Vom Baubeginn des neuen Bahnhofs im Jahre 1903 an bis zur Fertigstellung wurden etwa zwei Millionen Kubikmeter Erde bewegt. Schon im März 1907, vor der offiziellen Eröffnung des Personenverkehrs, nahm der Güterund Rangierverkehr seinen Betrieb auf.

Hauptbahnhof

Lübeck

4. Vor dem Ersten Weltkrieg spielte sich der Fracht- und Personenverkehr größtenteils per Fuhrwerk ab. Diese Ansichtskarte verrnittelt uns rege Betriebsamkeit vor dem Hauptbahnhof. Auch einige erste Taxometer standen den Geschäftsleuten und Gästen am Bahnhof, am Markt und am Klingenberg zur Verfügung. 60 Pfennig waren für eine zehnminütige Fahrt für 1-2 Personen zu zahlen. Eine Tour nach Israelsdorf kostete 3 Mark, Fahrten nach Schwartau, Gothmund oder Schlutup kosteten je 4,50 Mark. Nachtfahrten wurden doppelt berechnet, bei Rückfahrten wurde der halbe Preis zur einfachen Fahrt hinzugerechnet.

5. Ihren Sandsteinfiguren und Vasen, I776 geschaffen vom Lübecker Bildhauer Jürgen Boy, verdankt die 1773 fertiggestellte Puppenbrücke ihren Namen. Die ursprünglich in sieben Bögen erbaute Brücke wies in der Mitte eine Klappe auf, die 1806 durch kräftige Holzbohlen und ab 1851 durch ein Gewölbe verschlossen wurde. 1906 dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen, erfolgte der Bau der neuen Puppenbrücke, die zunächst links vor der alten Brücke auf festem Boden gebaut wurde. Nach der Fertigstellung 1908 leitete man das Wasser des Stadtgrabens um und brach die alte Brücke ab. Die Figuren des Bildhauers Boy wurden wieder aufgestellt. Um 1900 entstand dieses schöne Foto von der alten Puppenbrücke.

6. 'Hier hat das Wasser doch Balken,' vermerkte der Absender dieser im Jahre 1902 nach Braunschweig gesandten Karte mit leichtem Humor. Diese Balken waren aber auch dringend nötig, denn schon 1890 wurde die arg baufällige Puppenbrücke an der Südseite durch angefügte Holzteile verbreitert und verstärkt, was auf diesem vom Stadtgraben aus gemachten Foto gut zum Ausdruck kommt. Probleme mit der 1908 erbauten neuen Puppenbrücke gibt es scheinbar nicht, dafür bereiten nun die Figuren selbst Kummer, sie vertragen nähmlich die Auspuffgase nicht und werden trotz vorgenommener Restaurationen zusehends unansehnlicher.

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7. Etwas verwirrend teilt Emil seinen Angehörigen die Ankunft des Zuges mit, Lange Zeit hat es über die Aufnahme der Postkarte in den öffentlichen Briefverkehr Streit gegeben, denn schließlich konnte von fremden Leuten gelesen werden, was man seinen Lieben mitteilen wollte. Sehr schnell hat sich dann jedoch diese Art, von sich hören zu lassen, durchgesetzt. Für nur wenige Pfennige konnten dem Empfänger freundliche Grüße oder wichtige Mitteilungen zugestellt werden. Den Bliek auf das Holstentor zeigt diese in blau gehaltene Karte. Rechts hinter den Türmen grüßt der ins Bild retuschierte Mond aus den Wolken heraus.

8. Im Jahre 1851 erhielt Lübeck mit der Bahnlinie nach Büchen Anschluß an das deutsche Eisenbahnnetz. Hamburg konnte, wenn auch umständlich, dreimal am Tag, Berlin, Magdeburg oder Leipzig schon binnen eines Tages erreicht werden. Die Lage dieses unmittelbar vor dem Holstentor gelegenen Bahnhofes bereitete Senat und Bürgerschaft beträchtliches Kopfzerbrechen, mußten doch das äußere Holstentor und große Teile des Walles für diesen Bau geopfert werden. Nur fünfzig Jahre später wurde der Bahnhof dann doch weiter vor die Stadt verlegt. Dieser um die Jahrhundertwende entstandene Lichtdruck zeigt links im Bild einen Teil der Bahnhofshalle. Über die Straße wurden die Züge hinausgezogen.

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