Lübeck in alten Ansichten Band 2

Lübeck in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Karl-Heinz Axen
Gemeente
:   Lübeck
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5425-3
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lübeck in alten Ansichten Band 2'

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9. Ursprünglich wurde die Holstenstraße als Torstraße für den Landweg nach Holstein angelegt und bereits 1382 als 'Holsteinstrate' bezeichnet. Die stark abschüssige, früher sehr schmale Straße gewann durch bauliche Maßnahmen, die zum Ende des vergangenen Jahrhunderts erfolgten, an Attraktivität und an Breite. Links im Bild erkennen wir das 1907 fertiggestellte 'Holstenhaus'. ein Warenhaus, das bald nach dem Krieg umgebaut wurde. Das Gebäude besaß, wenn man es einmal genau betrachter, eine künstlerisch gelungene Fassade, um die sich in Höhe des ersten Stockwerks ein Fries zog, das in gotischen Durchgangsformen gehalten war, und herrliche in Kupfer getriebene Ornamente aufwies. In Kunstverglasung gehaltene Fenster stellten Episoden aus Lübecks Vergangenheit dar.

10. Von der Sandstraße blieken wir hinüber zum Klingenberg und auf die Häuser in der Mühlenstraße. Nach Grimms Deutschem Wörterbuch entspricht das Wort 'Klinge einem plätschernden Bach. Hieraus könnte der Name 'Klingenberg', auf dem einsr eine Quelle sprudelte, entstanden sein. Noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts stand auf dem trist dreinschauenden Klingenberg ein 3 Meter hoher Pumpbrunnen, an dem Historikern besonders der riesige Pumpenschwengel auffiel. Zwei Holzbuden und ein Nachtwächterhäuschen vervollständigten das Bild des alten Klingenbergplatzes, auf dem einst Lübecks erste Märkte abgehalten wurden.

J(lingenberg

11. Nicht weniger als sechs Straßen münden auf den Platz, den sich die Erbauer Lübecks freigehalten hatten und dem sie den Namen 'Klingenberg' gaben. 1885, als die Stadt neu durchnummeriert wurde, schlug man fast alle Häuser, die den Klingenberg säumten, den einmündenen Straßen zu. Es war die Zeit des Umbruchs, viele Häuser wurden durch Neubauten ersetzt. Rechts im Bild steht der 1873-1875 erbaute, nicht unbedingt zierlich wirkende Siegesbrunnen. Bis 1928 blieb den Lübeckern der Anblick auf die alten Geschäftshäuser an der Ecke Schmiedestraße/Sandstraße erhalten. Diese Häuser mußten dann dem neuen Warenhaus des Konsumvereins weichen, dessen massiver Klinkerbau noch heute an gleicher Stelle steht.

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12. Im Jahre 1444 erwarb der Hamburger Rat auf dem Klingenberg ein Absteigequartier für seine Abgesandten, die zu den Hansetagen nicht wie gewöhnliche Reisende in den Wirtshäusern übernachten sollten. Anfang des 19. Jahrhunderts ging diese Herberge, über deren Eingang eine Ansicht von Hamburg gemalt war, an den damaligen Pächter über. Um 1840 entstand auf diesem Grundstück ein Neubau, der 1865 erweitert wurde und den Namen Hotel 'Stadt Hamburg', nach der alten gemalten Ansicht, erhielt. Die Ansichtskarte von 1910 gibt den Bliek über den Klingenberg zur Parade frei. Rechts im Bild steht das Hotel 'Stadt Hamburg', dessen Löwen am Eingang noch bis 1873 ein stattliches Giebelhaus in der Großen Petersgrube geziert hatten.

Grad' aus dem Wirthshaus komm' ich h raus, Lûbeck wie wunderlich s~hst du rnir aus, ~.:.... ?"-a h...-r ~~, "

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13. Nicht nur dem Betrachter, sondern auch den beiden Herren am Siegesbrunnen präsentiert sich der Klingenberg in ungewohnter Ansicht, wie wir es dieser originellen Ansichtskarte mit den wackeligen Häusern entnehmen können, Uns ist es bekannt, das vom Wein verursachte RauschgefühL Über Jahrhunderte war der Weinhandel ein gutes Geschäft für Lübecks Kaufleute. Bis zur Franzosenzeit besaß Lübeck große Vorräte an Weinen, deren Fässer in den Kellern der Händler und in den Gewölben des RatsweinkeIlers lagerten. Hierüber schreibt Pastor Zietz 1822 in seinen Lübecker Ansichten: 'Zu allen Zeiten suchten zahlreiche Gäste hier Genuß und Fröhlichkeit, besonders an den Abenden um die Zeit des Weihnachtsmarktes herum versammelte sich ein dichtes Gewühl von Menschen aus alle Ständen .. .'

14. Im Sommer 1907, bei schönstem Sonnenschein, entstand diese Aufnahme von den Häusern der Sandstraße. Vom Klingenberg blieken wir in Richtung Kohlmarkt und erkennen die Türme der Marienkirche hinter den Giebeln am Himmel. Um 1821 entstand der Name 'Sandstraße' , die bis dahin noch ein Teil des Klingenbergs war. Seit dem 18. Jahrhundert wurde dieses Teilstück als Wohnstraße, später dann auch als Geschäftsstraße genutzt. In der Sandstraße soll der berühmte Maler Joharm Friedrich Overbeek zur Welt gekommen sein, aber auch der Ratsherr Andreas Geverde, ein Stifter der Stadt, wohnte viele Jahre in dieser Straße.

LÜBECK vorn Luftschiff "Hansa" überflogen.

15. Ohne Zweifel waren Zeppeline in vergangenen Zeiten eine Attraktion für die Menschen und sorgten beim Erscheinen am Himmel für entsprechendes Aufsehen. Gerne wurden Zeppelinmotive auf Ansichtskarten für Grüße an die nächsten Verwandten benutzt. Auf unserer Karte vom 27. Dezember 1912 nähert sich das Luftschiff 'Hansa' bedrohlich den Türmen der Marienkirche. Im Juli 1912 wurde 'Hansa' in Dienst gestellt. Es machte 297 Fahrten, nahm 6 217 Passagiere auf und legte mehr als 34 000 Flugkilometer zurück. Die Nutzlast des 148 Meter langen Luftschiffes betrug 6,5 to. Als der Erste Weltkrieg ausbrach wurde Hansa vom Heer übernommen, fungierte später als Schulluftschiff für die Marine und wurde 1916 demontiert.

16. Neben der Silhouette der Petrikirche sehen wir das Luftschiff 'Graf Zeppelin' bei stimmungsvollem Himmel Lübeck überfliegen. Für diese gelungene Aufnahme könnte der Fotograf als Standort die Dächer der Häuser des Kohlmarktes gewählt haben. LZ 127, wie sich Graf Zeppelin nannte, brachte es immerhin auf 144 Ozeanüberquerungen. Städte wie Lakehurst, Los Angeles, Tokio, besonders jedoch Rio de Janeiro wurden ab 1933 regelmäßig im Post- und Passagierdienst angeflogen. Vierzig Mann Besatzung arbeitete im Schichtdienst rund um die Uhr zum Wohle der Passagiere, die herrliche Fahrten, aber auch unangenehme Situationen erlebten. Knapp sechzig Stunden nahm eine Fahrt FriedrichshafenLakehurst-Friedrichshafen im günstigsten Fall in Anspruch.

OBECK

Obere Johanni.stra ???

olwl" es W. f. Tralow

17. Die Johannisstraße wurde nach dem am Ende des 12. Jahrhunderts erbauten Kloster benannt, das im unteren Teil der Straße stand, die 1577 noch 'St.-Johanns-Strate' hieß und erst 1695 den eigcntlichcn Namen erhielt. Bald nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Straße diesen Namen an den ehemaligen Lübecker Sozialdemokraten Dr. Julius Leber, der durch die Nationalsozialisten Leidenszeiten in Gefängnissen und Konzentrationslagcrn erdulden mußte. Dr. Julius Leber wurde im Zuge der Volksgerichtsverfahren angeklagt und 1945 hingeriehtet. Um 1905 entstand diese Ansicht von der oberen Johannisstraße, von der wir, vorbei am Kanzleigebäude, in die Mengstraße blieken. Aus dieser Straße ist uns besonders das Buddenbrookhaus bekannt, dessen Henkelvase wir auf dem Giebel erkennen können.

18. Um 1900 reihte sich ein Geschäft nach dem anderen in der Breiten Straße, von der wir hinauf zum Kanzleigebäude blieken, Mitte des 19. Jahrhunderts zählte die Breite Straße mit ihren einheitlichen Fronten und Giebeln noch zu den schönsten Straßen Lübecks. Als der Wille der Bauherren, sich mit auffälligen Bauten hervorzutun immer deutlicher wurde, ging die Geschlossenheit des Straßenbildes langsam verloren. Die neuen, mehr auf Nutzen und Zweckmäßigkeit gehaltenen Häuser veränderten das Bild der Breiten Straße. Beim Betrachten dieses Lichtdruckes fällt uns auf, wie schmal die 'Breite Straße', die im Zuge des Wiederaufbaus von 14 Metern auf22 Meter verbreitert wurde, einst war.

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