Lübeck in alten Ansichten Band 2

Lübeck in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Karl-Heinz Axen
Gemeente
:   Lübeck
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5425-3
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lübeck in alten Ansichten Band 2'

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29. Die Entstehung der Königstraße geht auf die Zeit vor 1313 zurück, als Abschnitte dieser Straße noch auf verschiedene Weise bezeichnet wurden. Nachdem die Straße reguliert war, wurde sie 1395 als 'Koningestrate' erwähnt. Als zweite Hauptstraße der Stadt verlief sie parallel zur Breiten Straße. Zunächst waren viele Häuser der Westseite nur Hinterhäuser der Breiten Straße. Eine genaue Deutung des Namens der Königstraße läßt sich nicht ermitteln. Urkundenbücher und Chroniken weisen auf königlichen Besuch hin, der häufig in dieser Straße Unterkunft fand. Aus diesem Grund könnte die Straße 'Königlich' geworden sein. Die vorliegende Ansicht zeigt den mittleren Teil der Straße um 1905.

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Königstrasse

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30. Als Beginn der Geschichte der Tagespresse Lübecks gilt das Jahr 1751, als die 'Lübeckischen Anzeigen' in ihrer ersten Ausgabe mit der Ankündigung erschienen, ' ... von allerhand Sachen, deren Bekanntmachung dem gerneinen Wesen nötig und nützlich ist, zu berichten'. In der Lübecker Pressegeschichte wiesen die 'Eisenbahnzeitung' ; später 'Lübecker Nachrichten', und der 'Lübecker General Anzeiger' um die Jahrhundertwende die höchsten Auflagen aus. Mit der Inflation kam das Ende der 'Lübecker Nachrichten', während der 'Lübecker General Anzeiger' zu Kriegszeiten von den Nationalsozialisten zwangsenteignet wurde. 1950 begann eine neue Ära, als die von der Besatzungsmacht lizensierten 'Lübecker Nachrichten' mit dem 'General Anzeiger' fusionierten. Bald nach der Jahrhundertwende entstand dieses Gruppenbild.

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Königstrasse.

31. Etwas versteekt liegt er schon, der Bau des Katharineums, dessen zurückgesetzte, neugotische Fassade hinter der noch vollständigen Mauer die Kronen der Bäume überragt. Auf der Königstraße turnmeln sich die bemützten Schüler des Gymnasiums, um den Heimweg vom anstrengenden Unterricht anzutreten. 1531 wurden die Räume des alten Franziskanerklosters, das der heiligen Katharina geweiht war, der Lateinschute des Reformators Bugenhagen überwiesen. Die Schule erfuhr ständigen Zuspruch, wurde 1834 Gymnasium und bis zum Jahre 1892 soweit ausgebaut, wie es unser Foto von 1906 zeigt. Zu den Persönlichkeiten, die einst das Gymnasium besuchten, zählten Heinrich und Thomas Mann, der Industrielle Werner von Siemens, in früheren Jahren Emanuel Geibel, aber auch Theodor Storm besuchte das Gymnasium ein Jahrvor seinem Studium.

32. Von der Chorseite der Jakobikirche blieken wir die Königstraße hinunter zum Kobcrg, vor dem uns die aneinandergereihten Backsteintrauffenhäuser von 1601/02 auffallen, die den Pastoren der Kirche als Wohnhäuser dienten. Den Pastorenhäusern gegenüber steht der monumentale, 1881 errichtete Bau einer Versicherungsanstalt, der 1907 erweitert wurde und bis an das Haus der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit von 1789 heranreicht. 1891 erwarb die Gesellschaft, die sich mit Erfolg kulturellen und sozialen Aufgaben widmet, das Haus in der Königstraße Nr. 5, dessen Fassade wir am rechten Bildrand erkennen. So verkehrsarm wie sich die Königstraße auf diesem Foto von 1906 präsentiert. ist die längste Straße der Innenstadt schon lange nicht mehr.

Lübeck

Neues Stadttheater

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33. Im Jahre 1908, als das neue Stadttheater eröffnet wurde , entstand diese herrliche Ansicht von der Beckergrube, auf der übrwiegend Fuhrwerke und Straßenbahnen das Bild der Straße prägen. Durch eine Stiftung des Senators Possehl erwarb die Kommune das Grundstück des früheren Casino-Theaters. Am 1. Oktober 1908 wurde der prächtige Theaterbau mit der 'Meistcrsinger'<Ouvertüre feierlich eingeweiht. Lübecks Eisenbahnzeitung (siehe 30) berichtete über dieses Ereignis: 'Die Eröffnung des neuen Stadttheaters hatte gestern abend ein nach Hunderten zählendes schaulustiges Publikum nach der Beckergrube geführt... nur mit gewisser Vorsicht korinren Straßenbahnen, Pferdedroschken und Automobile passiercn.'

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Beckergrube mit Stadttheater

Café Opera

34. Über die Fuhrwerke am Straßenrand binweg blieken wir auf die Fassaden der Häuser in der oberen Beckergrube , wobei uns besonders der Bau des Stadttheaters ins Auge fällt. Über das im Jugendstil erbaute Theater berichten die Lübecker Nachrichten zum 75jährigen Jubiläum: 'Man sieht es im Vorübergehen jeden Tag, wenn man in der Stadt zu tun hat. Doch man schaut es sich eigentlich viel zu selten mal genau an - unser Theater.' Seit 1908 steht die Kommune als Träger und Arbeitgeber in kultureller Pflicht. Es gab schlechte Zeiten, da war alle Kraft vonnöten, 'Dern Wahren-Guten-Schönen' nicht nur an der Fassade des Theaters, sondern auch im Innern die Existenz zu sichem. Mit Erfolg demonstrierten die erzürnten Lübecker Bühnenangehörigen 1951 vor ihrer Wirkungsstätte, um das Theater vor der Schließung zu retten - und die Stadtväter zeigten sich einsichtig,

35. Vom Eingang zum heutigen Marienhof gelangt unser Bliek durch die Straße 'Schüsselbuden' zur Ecke Kohlmarkt und Holstenstraße, deren Häuser wir am Ende der Straßenflucht erkennen können. 'In Schottelboden' nannte sich 1436 diese Straße, deren Name von den Verkaufsbuden der Häuser entlehnt war, die zwischen der Holsten- und Braunstraße gegenüber den Buden des westlichen Marktplatzes standen. Weil außerdem Durchgänge zwischen den Schottel boden und den Buden am Markt bestanden, konnte man durchaus zwischen den Schottelboden stehen, worauf man die Bezeichnung 'In Schottelboden' zurückführen könnte. Nach dem 1890 erstellten Beitrag zur Deutschen Landeskunde der Geographischen Gesellschaft in Lübeck standen in den Schüsselbuden 23 Wohnhäuser mit 54 Haushaltungen und 272 Bewohner. Das Foto entstand um 1900.

36. Von der Straße 'Kleine Kiesau' - der Name geht auf die älteste Zeit zurück, und bezeichnet einen Bach auf Kiesgrund, der vom Klingenberg abwärts zur Trave führte - blieken wir in den unteren Teil der Straße 'Große Petersgrube'. Daß die Große Petersgrube, 1382 als 'Petersgrove' erwähnt, nicht gerade, sondern im Bogen zur Trave hinabführt, hat seine Gründe. Durch die Biegung sollte das Gefälle auf dem holprigen Straßenpflaster gemäßigt werden. Durch diese Maßnahme erhielt die Straße, wie manche andere in Lübeck, ein schöneres Aussehen, das durch die vorliegende, aus dem Jahre 1907 stammende Ansichtskarte dokumentiert wird.

37. Von der Holstenbrücke schweift unser Bliek über die Trave zu den Häusern der Straße 'An der Obertravc'. 1884 erhielten die Straßen an der Trave, die bis dahin einen gemeinsamen Namen führten, diesen Namen. Zwischen der Holstenbrücke und der Petersgrube befand sich der 'Salzmarkt' . Dort legten einst die Kähne an, die ihren Weg durch den Stecknitzkanal zu den Salzspeichern fanden. Im übrigen wurde der zur Hartengrube zählende Straßenteil 1593 erstmals als 'Holzmarkt' erwähnt. 1750 kauften die Stadtväter zwei Häuser an der Obertrave und richteten darin eine von Pferden getriebene Mühle ein. Dieser sogenannten Roßmühle bediente man sich immer dann, wenn im Sommer die städtischen Mühlen wegen Wassermangels zum Stillstand kamen.

Überschwemmung an der Obertrave am 31. Dez. 1904.

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38. In unregelmäßigen Abständen, aber immer wieder, wurden die Küstenbewohner von schweren Sturmfluten heimgesucht. So geschah es am letzten Tag des Jahres 1904, als der anfänglich von Südwest stürmende Orkan plötzlich auf Nordost drehte, und mit urwüchsiger Kraft große Wassermengen die Trave hinauf drängte. Bald war das Wasser so sehr angestiegen, daß es zu Überschwemmungen in den Straßen an der 'Ober- und Untertrave' kam. Mit Alarmschüssen mußten die Bewohner der bedrohten Stadtteile geweckt werden. Die Straßen glichen inzwischen Seen und konnten nur noch mit Kähnen passiert werden. Hüfttiefes Wasser und grimmige Kälte machten am nächsten Morgen die Evakuierung und Versorgung der Anwohner nicht einfacher.

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