Lübeck in alten Ansichten Band 2

Lübeck in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Karl-Heinz Axen
Gemeente
:   Lübeck
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5425-3
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lübeck in alten Ansichten Band 2'

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39. Am schlimmsten waren die Häuser an der Obertrave (siehe Foto) von der Sturmflut betroffen. Aber auch die zwischen der 'Alten Fähre' und Mengstraße gelegenen Häuser der Untertrave standen hoffnungslos im Wasser. Möbel schwammen in den Zimmern der Erdgeschosse. Da nicht mehr geheizt werden konnte, retteten sich die Bewohner in die Betten der höher gelegenen Stockwerke, um der Kälte zu entgehen. An den Gebäuden und dem Inventar entstand erheblicher Sachschaden. In den Lagerschuppen verdarben die Waren, Geschäfte -und Wirtschaften mußten schließcn, so daß finanzielle Einbußen entstanden. Im 'Lübecker General Anzciger' des Jahres 1905 lesen wir: 'Von den Küsten unserer engeren Heimat scheint Niemand der empörten See zum Opfer gefallen zu sein.'

Lübeck

Verlag l.I.. Llchtdruek v. Knactstedt ~ .'1 amcr, tla~UlJl' .

40. Über die Entstehung des Namens 'Dankwartsgrube' können nur Vermutungen angestellt werden, die darauf hindeuten, daß dieser Straßenname in alter Zeit nach einem angesehenen Manne entstand. 1259 begegnet uns erstmals der Name 'Fossa Tanquardi', der sich dann bis 1391 weiter zum Namen 'Dancquardes Grove' entwickelte. Nach der Volkszählung von 1885 besaß die breit angelegte 'Dankwartsgrube' 104 Wohnhäuser mit 237 Haushaltungen und 1 015 Einwohnern. Diese Straße zählte mit den niedriggehaltenen Häusern und ihren Hinterhöfen und Gängen zum Wohngebiet der einfacheren Leute. Auf den Beginn des neuen Jahrhunderts weist uns die zeitgenössische JugendstiJreklame am Gebäude der 'Lübecker Dampf-Brot-Fabrik' hin, die an der Ecke zur Dankwartsgrube eine Niederlassung besaß.

41. Ein großes Aufgebot an Kindern brachte der Fotograf für diese Aufnahme, die 1917 in der Dankwartsgrube entstand, auf die Beine. In trauter Eintracht standen die 'Kleinen' mit den Soldaten auf der Straße, um sich fotografieren zu lassen. Weil man im Ersten Weltkrieg nicht alle Soldaten in Kasernen unterbringen konnte, wurden an den verschiedensten Orten der Stadt Notquartiere eingerichtet. So kam es, daß kurzfristig Soldaten in die Zentralhalle der Dankwartsgrube einzogen, um dort auf ihren Einsatz zu warten. Am Ende der abwärts führenden Straße spannt sich die hölzerne Dankwartsbrücke über die Obertrave. Diese Brücke, die einst zu den Kalkschuppen und zu den Steinhauerbuden führte, wurde 1813 nach dem Abzug der Franzosen neu angelegt.

li.übeck

Pferdemarkt.

42. Von der Parade blieken wir auf den Pferdemarkt, und erkennen die Türrne der Marienkirche im Hintergrund. Bereits 1429 wurde diese von der Parade zum Klingenberg führende Straße als Pferdemarkt erwähnt. Pferde selbst wurden merkwürdigerweise nur auf dem angrenzenden Teil der Parade verkauft, dafür fanden von 1606 bis 1807 und später bis 1830 Ochsenmärkte auf dem Pferdemarkt statt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts spielte das Postwesen auf dem Pferdemarkt eine nicht unerhebliche Rolle. Von 1825 bis 1845 hatten die Hannoversche Post, und zwei Häuser daneben, von 1840 bis 1851 die Hamburger Schnellpost ihre Station. 1852, als Lübeck seine eigene Posthoheit erwarb, fand die Postkutschenidylle auf dem Pferdemarkt ihr Ende.

43. Von der ungepflegt aussehenden Mauer, die das 1858 erbaute Stadtschloß des Grafen von RantzauBreitenburg an der Parade Nr. 1 umschließt, blieken wir in Richtung Pferdemarkt. Die heute gegenüber dem Schloß Rantzau stehende Berufsschule fehlt auf dieser Ansicht von 1905 noch. Vor zwei Jahrhunderten, als noch die Garnisonen auf der breiten Fortsetzung des Domkirchhofs exerzierten, entstand der Name "Parade'. Aus einem InfanteriebataIIon und 100 Mann Artillerie, die die Geschütze auf den Wällen bedienten. bestand die Lübecker Bürgerwehr. 1805 wurde die Artillerie aufgelöst, die Bürgerwehr hoben die Franzosen 1812 auf. 1814 wurde sie erneut ins Leben gerufen und bestand bis 1867, als Lübeck eine preußische Garnison erhielt.

lIübeck

Derlin's Gang,

44. Schon seit dem Mittelalter waren die Gänge und Hinterhöfe das Wohnquartier der ärmsten Bevölkerung Lübecks. Die einfachen, in Fachwerk gehaltenen Gangbuden wurden später durch steinerne, meist einstöckige Häuschen ersetzt. Vermieter der Gänge waren die Besitzer der Vorderhäuser. Später hatten auch die einfachen Leute in den kleineren Straßen genügend Geld für den Bau von vermietbarem Wohnraum in den Hinterhöfen, womit sich die Zahl der Gänge noch erhöhte. Am Beginn des 19. Jahrhunderts übernahmen die Bewohner die Gangbuden als Eigenturn, deren Wohnwert jedoch mit dem beginnenden Ausbau der Vorstädte im Ansehen sank. Hinter dem Haus in der Mühlenstraße 43, dessen Besitzer unter anderen der Kröger 'Derlin' war, befand sich einst der im Krieg zerstörte 'Derlins Gang', durch den wir um 1900 in Richtung Aegidienkirche blieken.

Lübeck - MühlenstraBe

-;

45. Die Eingangsstraßen Lûbecks, zu denen auch die Mühlenstraße zählt, boten den Reisenden im vergangenen Jahrhundert noch genügend Platz zum Abstellen der Fuhrwerke. Daß die Straße die nötige Breite besaß, können wir diesem Foto von 1908 entnehmen. Noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts galt die Mühlenstraße als wichtige Geschäftsstraße. Mit der Eröffnung der Eisenbahn verlagerte sich der Handel. Die Straße verlor an Bedeutung und entwickelte sich mehr zur Verbindungsstraße zwischen der Altstadt und den schnell wachsenden Vorstädten. Gegen Ende des Jahrhunderts gewann sie als Ausfallstraße mit ihren Wohnhäusern und Geschäften wieder das Interesse der Konsumenten.

46. Durch die Häuser der Straße 'Mühlenbrücke' blieken wir in die Mühlenstraße, die 1231 als Torstraße angelegt wurde und sich 'Molenstrate' nannte. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts besaß die Mühlenstraße gut zwanzig Krüge , die den Reisenden aus Hamburg oder Ratzeburg als Absteigequartier und zur Übernachtung dienten. Ställe für mehr als dreißig Pferde waren in dieser Straße ebenso vorhanden, wie Handwerksbetriebe die den Fuhrleuten gegebenenfalls zur Hand gehen konnten. In dieser Straße hatten Hufschmiede, Riemer, Eisenkrämer, Gewürzkrämer und Getreidehändler ihr Zuhause. Uns ist heute das renovierte Gasthaus 'Irn Alten Zolln' bekannt. Schon 1589 wurde es urkundlich als 'De olde Tollbode' erwähnt, In diesem, am inneren Mühlentor gelegenen Haus, hatte einst der Zöllner seine Wohnung.

.No. 227. .s:übeck. . .Mühlenbrüclce.

47. Die Straße 'Mühlenbrücke' ist die Verlängerung der Mühlenstraße und reicht vom 1861 niedergelegten inneren Mühlentor, das zwischen den Straßen 'Musterbahn' und 'An der Wakenitzmauer' stand, bis zu den Wallanlagen. An der Brücke, die zum inneren Mühlentor führte, standen Lübecks älteste Wasserrnühlen, woraus sich dann der Straßenname 'Mühlenbrückc' ableiten läßt. An der Seite zum Krähenteich hin stand ein Wachthäuschen. An dieser Stelle wurde 1904 der Stadthallenkomplex mit einem Theater- und Konzertsaal, wie es unser Foto von 1905 zeigt, errichtet. An der gegenüberliegenden Straßenseite befand sich bis 1880 eine gemütliche Gartenwirtschaft, die dann einigen Privathäusern weichen mußte.

48 ... .Ia, das sind die Straßen, f Wo wir einst spielten, wo wir saßen. f Zur Sommerzeit, vom Lindenduft umweht; f Dort stehn die Türme, dort aus Stein gebacken f Die schwarzen Giebel, hinter deren Zacken f Der Mond die Silberscheibe hebt. Zu diesen Zeilen, die Emanuel Geibel schrieb, rneinte der Dichter, der viele Jahre in München verbrachte: 'An der Isar beschlich mich immer wieder Heimweh nach den Stätten meiner Jugend und ich fand nicht Ruhe, bis ich die wohlbekannten Türme Lübecks vor mir aufsteigen sah ... ' Das Fotozeigt die Straße 'Mühlenbrückc' um 1905 von den Wallanlagen aus.

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