Lübeck in alten Ansichten Band 2

Lübeck in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Karl-Heinz Axen
Gemeente
:   Lübeck
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5425-3
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lübeck in alten Ansichten Band 2'

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59. Mit dem Bau des Elbe-Trave-Kanals wurden Brückenbauten im Bereich des äußeren Lübecker Stadtgebiets erforderlich. Auf dem alten, bereits 1291 angelegten Hüxterdamm, der das Wasser der Wakenitz staute, da sie vorher nicht mehr als ein Rinnsal war, wurde 1898 die anschauliche Hüxtertorbrükke über den Kanaldurchstich in den Damm gelegt. Umfangreiche Erdarbeiten wurden für den Bau der Wasserstraße, wie wir es dieser Aufnahme entnehmen können, erforderlich. 3 Trockenbagger, 6 Schwimmbagger, 3 Schleppdampfer, 3 Dampfbarkassen, 36 Schuten, 8 Dampframmen, 5 Krähne, 15 Lokomotiven, 10 Kohlentransportwagen, über 200 Erdtransportwagen, bis hin zu 66 Dampfkessel wurden vom ersten Spatenstich im Juli 1896 bis zur Eröffnung eingesetzt. Der Kohleverbrauch belief sich auf fünf Eisenbahnwaggons pro Tag.

60. Im Jahre 1905 machten sich die Mitarbeiter der Leipziger Ansichtskartenfabrikation Trenkler & Co auf den Weg nach Lübeck, um Fotos für Ansichtskarten zu machen. Unter den Lindenbäumen auf dem Hüxterdamm fanden die Fotografen ihr Motiv, das uns den Bliek auf die Hüxtertorbrücke und auf die Türme der Marienkirche gewährt, Zwischen dem eisernen Überbau der Zweigelenkbogenbrücke erkennen wir den Turm der Petrikirche am Himmel. Am Ende des Kanalhafens, direkt am Eingang zur Hüxstraße, wurde die Brücke mit einer Stützweite von 36,5 Metern über den Kanal gelegt. 17 Meter betragt die Breite zwischen den Geländern, womit genügend Raum für den Fuhrwerksverkehr auf der einst gepflasterten Brückenfahrbahn geschaffen wurde.

61. In der Zeit um die Jahrhundertwende gelangt unser Bliek durch die Alleebäume des Hüxterdammes zur Hüxtertorbrücke, deren Überbau wir am Ende der Lindenbaumreihen erkennen können. Mit der Beschriftung 'HüxtertorAllee' unterlief dem Kartengestalter ein Fehler, denn wir blieken nicht auf diese Allee! Als man 1804 mit dem Abtragen der Wallanlagen am Hüxtertor begann, entstand hinter den links stehenden Bäumen eine Häuserreihe auf dem Hüxterdamm. 1885 zählte man dort 18 Wohnhäuser mit 132 Bewohnern. Ein Jahrzehnt später wurde der Falkendamm angelegt, der fortan den Lauf der Wakenitz von den Gewässern am Krähenteich trennte. In dieser Zeit, besonders während des Kanalbaus, verlor die Stadt ein herrliches Stück Natur, daß man hier zwischen dem Krähenteich und der Wakenitz noch vorfand.

Lübeck

Bliek vorn Westen

62. Von den Häusern an der Falkenstraße blieken wir über den Lagerplatz am Klughafen auf die Kirchtürme Lübecks. Links über der Hüxtertorbrücke erheben sich die Türme des Doms, weiter in nördlicher Richtung stehen die Aegidienkirche , die Petrikirche und die Marienkirche , deren Doppeltürme mit knapp 125 Metern am höchsten in den Hirnrnel ragen. In erster Linie war es der Holzhandel, dessen ausgedehnte Lager den Ufern am Elbe-Trave-Kanal, besonders aber an der Trave ihr Gepräge gaben. Durch den Bau des Elbe-Trave-Kanals machte die Entwicklung der lübeckischen Industrie gute Fortschritte. Es waren die Massengüter Holz, Erze, Steinkohle, aber auch Kalisalze, Teer, Wein und viele Waren mehr, die Lübecks Hafen bald zum wichtigsten Ostseehafen Deutschlands machten.

PüDe& - Cf BUS 9rotgfirBße

63. Im Jahre 1903 wurde die Claus-Groth-Straße nach dem Dichter, der die niederdeutsche Mundart bevorzugte, angelegt. 1906, sieben Jahre nach dem Tod Claus Groths, der uns durch seine Gedichte 'Min Modersprak' oder 'Lüt Matten de Has' bekannt ist, entstand diese Aufnahme von der Claus-Groth-Straße, in die wir über das Pflaster der Friedrich-Wilhelm-Straße irn Ortsteil St. Jürgen blieken. Diesen Namen erhielt die südlich von Lübeck gelegene Vorstadt nach der dem Ritter St. Jürgen geweihten Kapelle. Der Kapelle zugehörig war ein Siechenhaus für Aussätzige, die 'Elenden Süken' genannt wurdcn, wie es 1890 im Beitrag zur Deutschen Landeskunde heißt.

64. Wenn wir diese Ansicht von 1905 betrachten, fällt uns wieder einmal das Interesse der Kinder für den Fotografen auf. Artig stehen sie zusammen, um sich auf der Platte verewigen zu lassen. An der Ecke der Wakenitzstraße und der Augustenstraße, die 1869 und 1876 im Ortsteil St. Jürgen angelegt wurden, verkaufte A.J. H. Fick seine Colonialwaren. Es ist verständlich, daß sich die Kinder gerne an diesem Ort, ganz in der Nähe des 'Tante Ernrna-Ladens' aufhielten, in dem sich heute ein Blumengeschäft befindet. Nach der Volkszählung von 1885 wohnten 407 Personen in den 38 Häusern der Augustenstraße. In der Wakenitzstraße, die noch nicht vollständig ausgebaut war, standen erst 28 Wohnhäuser , in denen 364 Personen gezählt wurden.

65. Das Wasser der Wakenitz hatte für die Stadt Lübeck vom Augenblick der Gründung an eine große Bedeutung, denn es diente zur Trinkwasserversorgung. Sogenannte Wasserkünste leiteten über hölzerne Rohrleitungen, die aus aufgebahrten Baumstämmen bestanden, das Wasser in die Haushalte Lübecks. Lange Zeit gab es die Korporation der Wasserfahrer, die Wasser in Wagen heranschafften, weil die Technik der Wasserkünste versagte. Schadhafte Leitungen, fehlender Wasserdruck oder unfiltriertes Wasser gaben häufig Anlaß zu Klagen. Diese Bedenken führten dazu, daß 1867 ein durch Dampfkraft betriebenes Wasserwerk an der Wakenitz (Foto um 1900) entstand. Moderne Filter sorgten fortan für sauberes Wasser, das durch gußeiserne Rohre in die Haushalte floß.

66. Trotz aller vorhandenen Romantik stellen wir beim Betrachten dieses Bildes fest, wie gedankenlos man vor hundert Jahren mit dem Trinkwasser in Lübeck umging. Obwohl das Wasser der Wakenitz den Hansestädtern schon Jahrhunderte als Trinkwasser diente, wurde es von den Frauen zum Spülen der Wäsche genutzt. So entnehmen wir es dieser Aufnahme, die über die Wakenitz zum stattlichen Bau der Marienkirche gerichtet ist. Im Jahre 1291 wurde der Hüxterdamm erhöht, wodurch die Wakenitz auf eine Wasserhöhe von 4,18 Metern über N.N. reguliert werden konnte. Von dieser Maßnahme profitierten nicht nur die Wassermühlen, sondern auch die Wasserkunst, deren Schöpfwerke das Wasser mittels Wasserräder über hölzerne Rohrleitungen in die Stadt leiteten.

Lübeck

Lützowstra6e

67. Im Jahre 1878 erhielt die im Ortsteil St. Gertrud gelegene Lützowstraße ihren Namen nach Adolf von Lützow, dem Führer der Freischar, die 1813 gegen die Franzosen kämpfte. Der Ortsteil St. Gertrud selbst erhielt seinen Namen nach einer nahe dem Burgtor gelegenen alten Kapelle. Diese vom Kunstverlag Otto Brede aus Schwartau vertriebene Ansichtskarte zeigt die Häuserreihen der Lützowstraße, auf der sich die Jugend wieder dem Fotografen präsentiert. Im Hintergrund erkennen wir die Schiefenberger Mühle, die ehemals in der Marlistraße 15 stand und das Wahrzeichen der Vorstadt war. Vor der Benennung des Namens 'Marlistraße (1869), hieß diese Gegend 'Armen Schevenbarg'. Die an einem schiefen Berg stehende Mühle prägte diesen Namen.

68. 'Burgtor im Winter', würde der Künstler dieses Bild nennen. Da es sich aber trotz der vielen winterlichen Retuschen nicht um ein Bild, sondern um ein Foto handelt, sollten wir es auch mit solchen Augen sehen. Schon die verzierte Straßenlaterne - es gab deren vier auf der Burgtorbrücke ist eine Augenweide für sich. Das Wohnhaus, das wir links vor dem Burgtor erkennen, wurde bald nach 1900 abgerissen. Ebenso der im Dunklen liegende schmucklose Erweiterungsbau des Marstallgefängnisses, der als Leichenhaus dienen sollte. Wie heißt es im Lübecker Fremdenführer: 'Treten wir durch die Toröffnung ins Freie, wo die neue Burgtorbrücke ihren weiten Bogen spannt, so bietet sich unserem rückwärts gewandten Bliek das erst in jüngsten Tagen von verunzierenden Anbauten befreite Bild, der alten Stadtmauern. '

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