Lübz in alten Ansichten

Lübz in alten Ansichten

Auteur
:   Willi Möller
Gemeente
:   Lübz
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5569-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lübz in alten Ansichten'

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VORWORT

Lübz, eine kleine Stadt, hat zwar schon eine recht altertümliche fürstliche Vergangenheit, wurde aber erst spät zur Stadt erklärt und nachdem 1634 die letzte herzogliche Witwe in Lübz verstorben war, endete auch die Geschichte der 'Lupitze' , die einst Burg und Schloß war. Unser alter Burgturm ist der letzte Zeuge jener Jahre. Heute und schon viele Jahre zuvor ist der Turm das Wahrzeichen der Stadt. Bevor man zur Fotografie kam, zeichnete und malte man den Turm und durch die sich entwickelnde fotografische Technik ist der Turm das beliebteste Motiv unserer Stadt. Er steht seit 1308 auf der alten Burginsel.

Große Stadtbrände zerstörten immer wieder unsere Stadt, nachdem der Dreißigjährige Krieg schon verheerende Schäden verursacht hatte. Der Lübzer Rat berichtete, daß im Herbst 1637 in die fünf Wochen kein Mensch in der Stadt bedauern konnte und alles ruiniert und ausgeplündert worden sei. Die Stadt 'war dem Herzog von Florenz mit schwerer Contribution verhaftet' und seine Völker zogen erst Ostern 1638 aus der Stadt.

Die Gemeinde erlitt immer wieder große erschreckende Feuersbrünste und wurde in ihrem Fortkommen stets zurückgeworfen. 1703 lebten in Lübz 430 Einwohner: 304 Erwachsene, 41 Kinder sowie 85 Gesellen und Dienstboten.

Dieses als kleiner Überblick über die Frühgeschichte von Lübz.

Mit diesem Buch möchte ich vor allem den älteren, aber auch den noch jüngeren Lübzern ein Zeitbild der Stadt Lübz von vor der Jahrhundertwende bis zum Jahre 1930vermitteln. Aus diesem Grunde wurden fast ausschließlich alte Bildpostkarten der Stadt Lübz ausgewählt, die, so glaube ich, am deutlichsten die gemütliche und beschauliche Atmosphäre jener Zeit wieder-

geben. Hierbei soll aber nicht verkannt werden, daß gerade in den Kleinstädten der Kampf um die Existenz nicht immer leicht gewesen ist.

Ich hoffe, daß im Zeitalter der Automaten und Hektik dieses Buch mit den 'Alten Ansichten meiner Heimatstadt' den Leser und Betrachter ein wenig Besinnung bringen möge. Dazu ein Wort van Johann Wolfgang van Goethe:

Jedes Ansehen geht über in ein Betrachten, jedes Betrachten in ein Sinnen,

jedes Sinnen in ein Verknüpfen.

Ich möchte den Betrachter dieser alten Aufnahmen und Zeichnungen so mit dieser Zeit verknüpfen, daß er sich sein eigenes Bild macht und in Gedanken an die Menschen denkt, die hier gelebt haben und nun fast alle schon gestorben sind. Doch diese Menschen waren auch fröhlich und unbeschwert, sie waren auch traurig und oft ohne Freude im täglichen Kampf um Arbeit und Brot.

Der Deutsch-Französische Krieg war 1871 beendet und man begann auch in den Kleinstädten mit dem 'Aufzeichnen mit Licht'. Man mußte mit längeren Belichtungszeiten arbeiten und das Detail durfte sich nicht bewegen.

Zuverlässigere Zeugen der Vergangenheit entstehen erst mit dem späteren Siegeszug der Fotografie. Wanderfotografen waren schon mal in Lübz. Daß sie neben ihrem Haupterwerb, der Anfertigung von Personen- und Farnilienporträts. auch die Stadt als bebauten Lebensraum abbildeten, ist selten. Erst mit dem Aufkommen der Postansichtskarte setzte in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts die bildliche Darstelling auch für die Stadt Lübz ein.

Seit Ende des Zweiten Weltkrieges habe ich mich vor allem mit der Geschichte der Stadt Lübz beschäftigt. Eigentlich sollte es eine Bilddokumentation über unsere Stadt werden, doch dann wurde es mehr und mehrund zu den Bildern kamen die nötigen Erklärungen. Dabei haben mich immer besonders solche Themen interessiert, bei denen ich auf alte Bilder der Stadt und Aussagen von alten Bürgern stieß. Damit konnte ich meine Erfahrungen als Zeitgenosse und als Beobachter dieser Epoche mit der historischen Vergangenheit erweitern.

Wenn man sich die alten Bilder, die schon nicht die beste Qualität haben, ansieht, so erinnert man sich an die alten Fachwerk-Backstein- und verputzten Häuser in ihrer typischen Eigenart die in fast gleichmäßiger Form nebeneinander stehen. Man betrachtet das Bild und in Gedanken wandert man durch die alten Gassen mit Kopfsteinpflaster, man sieht Bänke vor den Häusern wo die alten Bürger am Abend saßen und sich mit dem Nachbarn über die Geschehnisse in der Stadt aber auch schon über das Weltgeschehen unterhielten. Die Landwinschaft bestimmte in erster Linie das Wirtschaftsleben. Aber auch die Verbindung von Landwirtschaft und Handwerk war bezeichnend für Lübz.

Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens in damaliger Zeit war das jährlich stattfindendc Schützenfest, 'der Königsschuß', der drei Tage dauerte. Die Mecklenburgischen Schützenzünfte gehörten zu den ältesten Deutschlands und auch die mal in Lübz bestehenden zwei Zünfte führten ihr Gründungsjahr bis in das Mittelalter zurück. Entstanden sind die Schützenzünfte aus der ständigen Verteidigungsbereitschaft der Bürger im Mirtelalter. wo eigentlich jeder Bürger bewaffnet war.

Andere Höhepunkte waren der Wochenmarkt, der Jahrmarkt,

das Erntefest und Vereinszusarnrnenkünfte, wobei später der Sportverein eine führende Rolle einnahm.

Die Handwerkerinnungen gaben unserem alten Ackerbürgerstädtchen ein neues Gepräge. Es kam ab 1875 zu einer vorindustriellen Ära. 1877 erbaute ein gelernter Bierbrauer 'Krüger' eine Brauerei am Ortsrand der Stadt auf einem Lutheraner Bauernacker. 1880 wurde ein Krankenhaus erbaut. 1890 nahm die Lübzer Molkerei ihren Betrieb auf und 1894 war die neuerbaute Zuckerfabrik fertig. Der Anschluß an das Eisenbahnnetz war ein begünstigender Faktor des wirtschaftlichen Aufschwungs. Aus bescheidenen Anfängen entwiekelten sich Unternehmen rnit größerem Ausmaß. Neue Wohngebiete mußten erschlossen werden, sie dehnten sich weit über das rnittelalterliche Stadtgebiet aus. Auch im alten Stadtkern selbst veränderten sich die meist nur einstöckigen Häuser durch Ausbau einer Etage zumindest zur Straßenseite.

An dieser Stelle möchte ich nicht versäumen, jenen Lübzer Bürgern zu danken, die mir in den Jahren nach 1945 insbesondere ab 1950 oft nur für ein paar Minuten ihre Bilder oder Postkarten zu einer Fotoreproduktion zur Verfügung stellten. Ein Dankeschön auch jenen Bürgern, die sich gerne bereit erklärten und mit mir gesproehen haben, womit sie gewollt oder auch ungewollt mein geschichtliches Wissen über Lübz verbesserten. Sie haben mitgeholfen, daß dieses Buch jetzt erscheinen kann.

Lübz/Mecklenburg- Vorpommern Januar 1993

Willi Möller

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1. Die flußaufwärts und auch -abwärts im alten Ureldetal gelegenen Sumpfgebiete mit einer Insel aus festem Baugrund begünstigten den Bau einer Burg. Wir werden es heute noch kaum erforschen können, wie die Burg zu Beginn der Bauzeit aussah und wie sie dann durch verschiedene besitzergreifende Fürsten weiter vergrößert wurde. Bekannt ist nur, daß im Jahre 1308 die Markgrafen Hermann und OHo von Brandenburg hier eine Burg erbauen ließen, um in dieser Grenzregion einen Stützpunkt zu haben.

2. So können sie ausgesehen haben, die Herren Markgrafen Hermann und Otto von Brandenburg, die dann aber in Streitigkeiten mit den mecklenburgischen Herrschern gerieten, die nun auch die Burg begehrten. Die Meekienburger Fürsten, die sich auch untereinander nicht einig waren, versöhnten sich aber dann auch mit Erich, König von Dänemark. Im Frühjahr 1316 hatte Fürst Heinrich die Burg besucht, die zu dieser Zeit von dem brandenburgischen Hauptmann Johann von Kröchern verwaltet wurde. Im gleichen Jahr erfochten die Meckienburger über die Brandenburger einen Sieg und im Friedensvertrag wurde die Burg dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg zugesprochen.

3. Um nicht weiter im Buch 'Lübz in alten Ansichten' in die Frühgeschichte zurückgeworfen zu werden, möchte ich jetzt nur eines von den noch 1951 fotografierten Sandsteinreliefplatten mit alten Fürstenwappen des alten Schlosses zeigen, die nach Abbruch des Schlosses, in den Wänden des um 1757 neuerbauten Hauses, als Zierde und Erinnering an den fürstlichen Besitz, Kunde gaben vorn Wohlstand der hier herrschenden Herzöge.

4. An der Südseite (Stadtseite) des Gebäudes waren sechs solcher Sandsteinreliefplatten mit Wappen eingemauert, die aber leider in den siebziger Jahren unseres Jahrhunderts aus der Wand herausgebrochen und dem Verfall dann preisgegeben wurden. An der Nordseite des Gebäudes sind noch Schriftplatten in der Mauer verblieben, aber sie sind heute auch kaum noch lesbar.

5. Als 1927 das Amtsgebäude, am alten noch verbliebenen Burgturrn, zum Rathaus umgestaltet wurde, bekam ein in Parchim wohnhafter Architekt den Auftrag, Zeichnungen der alten Burg zu schaffen. Damit entstanden Bilder der Burg aus verschiedenen Epochen, nach Fantasie und Anleitung von einem Inventarverzeichnis, das man im Schloß zu Güstrow fand. Den Turm konnte der Architekt 'Lorenz' richtig vermessen und Maßstabsgerecht zeichnen, er war und ist noch vorhanden und beherbergt heute das Stadt-Museum.

6. Das Lübzer Stadtwappen: der Büffel- oder Stierenkopf mit der Krone, mit den beiden seitlichen sechseckigen roten Sternen. Wie alte Lübzer immer erzählen, müssen in der Krone sieben Edelsteine sein und das HalsfeIl muß sieben Felder aufweisen. Aus dem Maul muß die rote Zunge sichtbar sein. Wann die Stadt Lübz ihr Stadtwappen bekam und einführte ist nicht genau bekannt. Es gibt schon sehr viele verschiedene Jahresangaben.

7. Die Linde ist unseren Ahnen auch der Baum der Freiheit und der Siegesbaum gewesen. Die Linde war der Dingbaum, unter dessen weitem Gezweig auch hier bei uns, wie in allen norddeutschen Landen, die wichtigsten Begebenheiten, Beratungen und Beschlüsse der Gemeinde verfaßt und auch die Rechsurteile über Leben und Tod gesprochen wurden. 'Gegeben unter der Linde' findet man noch heute in den Fürstlichen Verordnungen der früheren Jahrhunderte. Sie stand am 'Platz der Amtsfreiheit' nahe des Kriegerdenkmals 1870/71 und ist noch vor dem Bau des Ehrenmals gänzlich verschwunden.

8. Blick vom Markt in Richtung Ziegenmarkt um 1875. Nachdem das alte Fachwerkhaus verschwunden war (wahrscheinlich wegen Baufälligkeit) stand dann hier am Markt ein mit Ziegeln erbautes Haus: 'Deutsches Bier Haus' (links auf dem Bild). Rechts auf dem Bild, das Gasthaus mit Zimrnervermietung, wurde später in 'Hotel Stadt Hamburg' umbenannt und ist nun 1991 abgerissen.

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