Leichlingen in alten Ansichten

Leichlingen in alten Ansichten

Auteur
:   Josef Herweg
Gemeente
:   Leichlingen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2295-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Leichlingen in alten Ansichten'

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VORWORT

Zu allen Zeiten hat das Bild Einfluß auf die Menschen ausgeübt: denken wir an die Malereien und Fenster der mittelalterlichen Kirchen, an die Bilderbibeln, die den Menschen, die nicht lesen konnten, das Alte und Neue Testament in Bildern erzählten. Ein Gemälde zu besitzen, blieb ein Privileg der Begüterten, bis die Druckkunst Reproduktionen erlaubte; aber erst die Fotografie brachte im 19. Jahrhundert die Massenproduktion von Bildern, die nun allen zugänglich wurden. Ab 1870 etwa wurde die offene Postkarte postalisch zugelassen, damit war auch die Ansichtskarte geboren, die es seit den 1880er Jahren gibt, Als Kinder blätterten wir gern in den Alben unserer Eltern oder Großeltern, die Ansichtskarten sammelten. Heute sind letztere wertvolle Dokumente und bieten ein Stück Geschichte verschwundener und veränderter Dörfer und Städte, so auch unseres 'Dorfes' Leichlingen, das wir eigentlich seit 1856, seiner Stadtwerdung, nicht mehr als Dorf bezeichnen dürften, wie alte Leichlinger es gern tun.

Ein kurzer Abriß der Geschichte zeigt, daß unser Raum schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt gewesen sein muß; Bodenfunde beweisen es. Leichlingen lag abseits der großen Handelsstraßen am Unterlauf der Wupper im Bergischen Land, wo die Berge zurücktreten, das Tal sich weitet, und die Wupper dem Rhein bei Leverkusen nach wenigen Kilometern zustrebt.

Urkundlich erwähnt wird es erstmalig 973 in der um

1100 verfaßten Historia fundationis monasterii s. Viti martyris in Gladbach im Zusammenhang mit einer Klostergründung, die der Kölner Erzbischof Gero auf Grund einer himmlischen Weisung in Leichlingen vornehmen sollte. Er ließ das ihm aufgetragene Werk beginnen. Als er wieder einmal selbst hier weilte, suchten ihn zwei Boten des Kaisers auf. Er lud sie zu festlichem Mahl ein; dabei brachte einer der Boten dem anderen im Scherz eine unscheinbare Wunde bei, an der dieser sofort starb. Das Ereignis galt dem Erzbischof als Zeichen vom Himmel, den Bau einzustellen; ein Jahr später ließ er in Mönchengladbach ein Kloster errichten. Auch ohne Benediktinerabtei beging Leichlingen 1973 ein Jahrtausendfest, das Alteingesessene und Neubürger gleichermaßen begeistert feiern ließ.

1019 berichtet die nächste Urkunde, daß Erzbischof Heribert von Köln dem Kloster in Köln-Deutz Kirche und Hof (Land) in Leichlingen schenkte. Das Verwaltungszentrum des Abtes von Deutz, der bis 1803 Grundherr in Leichlingen blieb, reichte vom Büscherhof, dessen Herrenhaus und Wirtschaftsgebäude 1968 im Zuge der Neubebauung abgerissen wurden, bis nördlich zur heutigen evangelischen Kirche, der wohl ältesten Kultstätte in Leichlingen. In diesem Gebiet siedelten die Menschen, und das nachfolgende Bildmaterial dokumentiert, daß es bis heute Stadtmittelpunkt blieb.

Zur Sicherung des Leichlinger Raumes lagen an den

Randgebieten Rittersitze (Burgen), wie Haus Vorst, Leysiefen, Nesselrath, Diepental. ferner adlige Freigüter, wie Eicherhof und Staderhof, deren Besitzer alle in einem Lehnsverhältnis zum Deutzer Abt standen, zum Teil auch zu den Grafen von Berg. Von diesen Randgebieten aus wurde in den Ortskern hinein gerodet. Das große Waldgebiet in Oberleichlingen, Grünscheid, holzte man erst im 19. Jahrhundert ab und nutzte es landwirtschaftlich.

Die Leichlinger lebten Jahrhunderte von der Landwirtschaft - sie züchteten vor allem Schafe und betrieben die Weberei in Heimarbeit - daneben pflegten sie ihre Obstbaumhöfe. Ab 1897 findet jährlich im Oktober ein Obstmarkt statt, der auf die benachbarten Großstädte Köln, Düsseldorf, Leverkusen und Solingen große Anziehungskraft ausübt. Der Wasserreichtum der vor 1900 noch sauberen Wupper und ihrer Bäche ließ die Menschen hier Bleicher, Färber, Gerber, Müller, Schleifer oder Messerreider werden. Doch der wirtschaftliche Aufschwung setzte erst im 19. Jahrhundert ein, begünstigt durch den Bau der Eisenbahn, die unseren Raum dem Verkehr erschloß. Industriebetriebe entstanden. die Bautätigkeit belebte sich, und die Bevölkerung wuchs bis zum ersten Weltkrieg auf etwa 7 000 Einwohner an, um erst nach 1945, als Leichlingen Zufluchtsort vieler Großstädter und Flüchtender wurde, sehr stark anzusteigen. Besonders ab 1960 zog die 'Blütenstadt' viele Baulustige an, die der Streulage unserer Stadt gemäß um

den Ortskern herum in hübschen Siedlungen ihre Eigenheime erstellten. Heute zählt Leichlingen mit dem durch die Gebietsreform eingemeindeten reizvollen Witzhelden rund 25 100 Einwohner und ist trotz aller Bebauung Blütenstadt geblieben. Leichlingen steht seit 1964 in enger Partnerschaft zu der französischen Stadt Marly-le-Roi bei Paris. Die Duplizität der Ereignisse wollte es, daß im Mai 1975 dort ein Buch von Christiane Neave et Vincent Borel 'Une Pensée de Marly Ie Roi' erschien, das in etwa hundert Ansichtskarten mit begleitendem Text das Marly um 1900 darstellt. Im Vorwort hören wir, daß Marly-le-Roi mit achthundert Ansichtskarten aus den Jahren 1898 bis 1920 in einer Million Auflage zur Avantgarde der Postkarte gehört. Wenn wir in Leichlingen auch nur eine bescheidenere Ausbeute vorweisen können, wünsche ich Josef Herweg, der dieses Leichlinger Buch zusammenstellte und schrieb, einen ähnlichen Erfolg, zumal er den Leichlingern als Kenner seiner Heimatstadt bekannt ist.

Dr. Anneliese Wefelscheid

1. Ein Stück Leichlingen aus dem 18. Jahrhundert. Diese Bogenbrücke hatte mehrere Vorgänger, und es folgten ihr noch andere bis zur heutigen uns bekannten Bogenbrücke. Mit dem Giebel zur Wupper steht der Küppershof, der später durch Umbau das Hotel 'zur Post' wurde. Die evangelische Kirche, vor der Reformation katholisch, hat im Laufe ihrer Geschichte, was Turm und Grundriß angeht, mehrere Änderungen erfahren. Sie ist die älteste Kulturstätte Leichlingens.

2. Der Industrielle Wilhelm Hack aus Köln errichtete 1715 dort, wo jetzt die Hauptschule 'Am Hammer' steht, zwei Kupferhämmer. Über hundert Jahre wurden dort Kupferplättchen für die Düsseldorfer Münze geschlagen. Bei Ausschachtungen für den Bau der Schule kamen Holzblöcke des Hammerwerks sowie einige Kupferplättchen zutage. Die Skizze zeigt links ein Stauwehr in der Wupper. Dadurch wurde Wasser in den Mühlengraben zum Betreiben eines Wasserrades geleitet. Im Haus könnte ein Hammer gestanden haben.

Eicherbof',

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3. Im Bild sehen wir einen viereckigen, aus Bruchsteinen mit Rauhputz versehenen Bau, den 'Eicherhof'. Als Schloß bezeichnet, wurde er 1762/63 von Bankier Jakob Behagel, Edler von Hack, erbaut. Das Herrenhaus mit den Wirtschaftsgebäuden links und rechts hat alle Kriegs- und Wetterstürme gut überstanden. Dieses Schloß hat einen Vorgänger, wird doch im 12. Jahrhundert ein 'Hof zu der Eiche' genannt. Über den Standort dieses Hofes schweigt die Geschichte.

4. Der Büscherhof. Als Haupt- und Fronhof wurde er mit Kirche und Dorf vom Erzbischof Heribert von Köln dem Kloster in Köln-Deutz übertragen. Auf dem Büscherhof tagte das Hofgericht; es überwachte und regelte das 'Leben und Weben' der hörigen Höfe. 1819 wurde der Büscherhof öffentlich versteigert und gelangte durch Kauf 1901 an die Familie Crerner. Der letzte Besitzer, Günther Cremer, ließ die Hofgebäude 1967 abreißen, um Platz für Wohnbauten zu schaffen.

HAUS VORST bei Leichlingen 8urghof mit Herrenhaus u. Bergfried

5. Hoch über der Wupper, südlich von Leichlingen, liegt 'Haus Vorst'. Die Burg, im 12. Jahrhundert erwähnt, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Einer ihrer schwarzen Tage war wohl der 12. Oktober 1795; streunende französische Soldaten steekten sie in Brand, weil sie sich gute Beute erhofften. Im Bild haben wir links das Herrenhaus aus jüngerer Zeit mit dem Brunnen davor. Es ist im Besitz des Malers Professor Werner Peiner. Der Bergfried aus dem Mittelalter, durch Reparaturen vor dem Verfall gerettet, schaut heute noch ins Tal der Wupper.

6. 'Der gotische Torbogen der Vorburg' ist der Rest einer Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert, im Volksmund 'Schloß' genannt. Das dazugehörige Herrenhaus wurde 1850 wegen Verfall abgetragen. Das 'Schloß' war Stammsitz der Herren von Nesselrode. Aus diesern Geschlecht gingen Männer von Rang und Namen hervor. Da trugen Äbte, Marschälle, Deutsch-Ordens-Ritter und Minister alle den Namen Nesselrode, Heute ist 'Nesselrath' mit seinen Bauernhöfen im Besitz des Grafen Westerholt.

Sehmer baehsmühle b. Lcichlingen.

7. An allen Bachläufen in Leichlingen haben Mühlen gestanden mit unterschiedlichen Aufgaben. Ob Walk-, öt- oder Getreidemühle, alle nutzten die billige Wasserkraft für ihren Betrieb. Im Bild die Schmerbachmühle am gleichnamigen Bach. Vorne das Wasser zum Treiben des Wasserrades. An der Wand lehnt ein ausgedienter Mühlstein, der Kamin gehörte zur Backstube. Bis in die fünfziger Jahre wurde hier von J osef Pilgram, dem letzten Müller in Leichlingen, noch Korn gemahlen und Brot gebacken. Die Mühle soll 1760 errichtet worden sein.

8. Der Bau der Bergisch-Märkischen-Bahn von 1867 war für die Industrie, das Handwerk und die Landwirtschaft Leichlingens von unschätzbarem Wert. Die Zeichnung von 1897 zeigt uns den Bahnhof. Rechts die Gäststätte 'zum deutschen Hause' mit der Gartenwirtschaft dahinter. An der Allee zum Horizont, es ist die Bahnhofstraße, liegt die 'Wilhelrnshalle'. Hier war nicht nur Raum zum Feiern und Tanzen, sie beherbergte auch die 'Lehranstalt für landwirtschaftliches und kaufrnännisches Rechnungswesen' (irn Vordergrund links). Das 1893 gegründete 'Technikum' wurde mit 'Kneipe' 1909 geschlossen. Heute ist es nur noch Lagerraum.

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