Leipzig / Kleinzschocher, Schleußig und Plagwitz in alten Ansichten

Leipzig / Kleinzschocher, Schleußig und Plagwitz in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Joachim Pröhl
Gemeente
:   Leipzig
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6246-3
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Leipzig / Kleinzschocher, Schleußig und Plagwitz in alten Ansichten'

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Einleitung

Ein Buch über Leipzig zu schreiben. setzt insofern einen gewissen Mut voraus, weil es wohl kaum ein bedeutsames Gebäude, ein Motiv gibt, das noch nicht in Text und Bild vorgestellt und beschrieben worden ist. Diese Behauptung nur auf das Stadtzentrum oder auf markante Gebäude etc. zu beziehen. wäre nicht korrekt, weil es einzelne Stadtbezirke gibt, die bereits zum Gegenstand detaillierter Darstellungen geworden sind. Dennoch soll hier im Folgenden derVersuch unternommen werden, einige Ansichten, Gebäude und Straßen aus den Leipziger Vororten Kleinzschocher, Schleußig und Plagwitz, die 1880-1930 fotografiert wurden, vorzustellen und sie kurz zu beschreiben. Es wird kein Objekt besonders hervorgehoben, vielmehr werden die Objekte der genannten Territorien vorgestellt, die man Ende des 19. Jahrhunderts/ Anfang des 20. Jahrhunderts für fotografierenswert hielt. Manche Motive wurden zu verschiedenen Zeiten immer wieder fotografiert, so daß es von diesen mehrere Bilder gibt. Andere Objekte hielt man für weniger fotogen. Da sie aber in dem Zeitraum 1880-1930 erbaut worden sind und das betreffende Stadtbild charakterisiert haben und zu ihm gehörten und gehören, sind sie in diesen Band aufgenommen worden. Aufgenommen wurden auch Fotos von Objekten, die im Grenzbereich zweier Wohngebiete liegen. Die Auswahl aus der vorhandenen Anzahl der Postkarten wurde so getroffen, daß im wesentlichen nur Fotos ausgewählt wurden, die noch nicht oder selten publiziert wurden; gänzlich ließ sich jedoch dieses Vorgehen nicht durchhalten.

Die Entwicklung dieser drei Leipziger Vororte verlief, obwohl sie Gemeinsamkeiten aufweisen, vor allem geografisch bedingt, dann doch unterschiedlich. Wenig erinnert heute noch an das dörfliche Kleinzschocher. Von den ehemaligen Bauerngütern in der Windorfer Straße stehen nur noch einzelne kleine Häuschen. Die erhalten gebliebenen bäuerlichen Grundstücke sind längst 'umgewidmet' worden; sie erhiel-

ten andere gewerbliche Funktionen. Das Schloß und das Rittergut Kleinzschocher wurden im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört. Gewerbebetriebe haben sich auf dem Gutshof niedergelassen. Die Taborkirche (1904) als ein markanter Orientierungspunkt überragt, auf einem kleinen Hügel stehend, Kleinzschocher. Große Industriebetriebe gab und gibt es in Kleinzschocher nicht. An der Grenze zu Plagwitz zwischen der Zschocherschen Straße und der Elisabeth-Allee entstand 1880 östlich der Limburger Straße die Kammgarnspinnerei Stöhr & Co. 1889 gründete Ferdinand Kunad in der Markranstädter Straße eine Werkzeugmaschinenfabrik. Mit dem industriellen Wachstum im Südwesten Leipzigs wuchs auch die Einwohnerzahl. Schulbauten machten sich erforderlich. Eine große Schule am 'Adler' wurde 1899 und eine zweite 1909 in der Dieskaustraße 76 gebaut. Die arbeitende Bevölkerung begann sich nicht nur politisch zu organisieren, sondern sich auch in Vereinen zu versammeln. Turnhallen und Gartenvereinshäuser wurden damals gern fotografiert. In der Dieskaustraße 79 hatte der 'AllgemeineTurn-Verein Leipzig-Kleinzschocher' (1849) seineTurnhalle (kriegszerstört) . Es entstanden z.B. die Gartenanlagen 'Nat' I ' und 'Blockhaus' mit ihren hübschen Vereinshäusern. Die bekarmtesten Gaststätten Kleinzschochers waren unter anderem der 'Reichsverweser' (wegen Einsturzgefahr Ende der fünfziger Iahre abgerissen), der 'Rothenburger Erker' (kriegszerstört) , der 'Goldene Adler' (1994 wegen Baufàlligkeit abgebrochen), der 'Bürgergarten ' (ein Opfer der Zeit). Als einzige allseits bekannte Gaststätte haben nur 'Mätzschkers Fcstsäle', die auch einmal anders geheißen haben, alle Wirrnisse überstanden.

Schleußig unterschied sich in wesentlichen Punkten sowohl von Kleinzschocher als auch von Plagwitz. Schleußig war von derWeißen Elster und der Rödel begrenzt und von Feuchtgebieten umgeben. Der

Name Schleußig ist von 'Slisk' oder 'Slizzik' abgeleitet, was soviel wie 'schlüpfrig' oder ' glitschig' heißt; kurz, es handelte sich um eine wasserreiche Gegend. Schleußig hatte keinen Friedhof.Von 1905 bis 1933 gab es in dem Ort nur eine Notkirche, die an der Ecke Ródelstraße/Schnorrstraße vor der 49. Grundschule stand. Die Kirchgemeinde begab sich vor 1905 zu Gottesdiensten und zu christlichen Feiertagen ete. nach Kleinzschocher. Die Bethanienkirche wurde erst 1931-1933 gebaut. Schleußig war 1880 mit 486 Einwohnern, davon sechzig Kinder, der kleinste Ort der Leipziger Außendörfer. Obwohl ein Gutshof existierte, war Schleußig kein ausgesprochenes Bauerndorf In den siebziger / achtziger jahren ließ der Rechtsanwalt Dr. Ernst Karl Erdmann Heine (1819-1888) von Plagwitz aus einen 'neuen Anbau von Schleußig', das sogenannte Neuschleußig, bauen. Als einziges größeres Industrieunternehmen in Schleußig entstand 1884-1886 in der Nähe der Elster die von Ernst Mey in der Seumestraße (jetzt Halbeinstraße) gebaute Celluloidwarenfabrik. Es gab also in Schleußig relativ wenige Industriearbeiter. Alt- und Neuschleußig unterschieden sich voneinander hinsichtlich der Wohnlagen und der Qualität der Wohnungen und der sozialen Struktur. Der Anteil der werktätigen Schichten ging proportional gegenüber den Selbständigen und den Beamten zurück. Leipziger Bürger sprachen bezüglich Schleußig von einem Beamtendorf; Alteingesessene sprachen abschätzig von einem 'Protzendorf" . Um 1900 waren Alt- und Neuschleußig zu einern organischen Ortsganzen zusammengewachsen. Die Hauptstraße SchleuBigs, die Könneritzstraße, ist als Allee projektiert und so auch angelegt worden. Sie war eine der schönsten und längsten Einkaufsstraßen Leipzigs. Wenn die Baulücken geschlossen sein werden, wird sie wieder ein prächtiger Boulevard sein.

Plagwitz ist durch die zielstrebige und weitsichtige Erschließungsarbeit, die vor allem das Lebenswerk des Rechtsanwaltes Dr. Kar! Heine war, zum Industriestandort Leipzigs geworden. Der industrielle Aufschwung westlich von Leipzig begann 1854 in Erwartung hoher Gewinne mit dem Erwerb von umfangreichem Grundbesitz. Heine gründete in Plagwitz eine Schmiede und eine Ziegelei. Damit wurde ein

Wandlungsprozeß des Dorfes zu einern Industrie- und Arbeiterwohnort eingeleitet. Da ihm andere Unternehmer sehr bald folgten, wurde Plagwitz zu einem Industriedorf. Der von Kar! Heine angeregte Fabrikbau in Plagwitz geht also schon auf die Zeit vor den eigentlichen Gründerjahren zurück. Kar! Heine initiierte den 1856 begonnenen Kanalbau, der letztlich von der Elster an der Nonnenstraße bis zur Saale führen sollte. Nach wenigen Iahren war ein Teil des Kanals bereits schiffbar. Die Realisierung des ganzen Vorhabens wurde durch den Zweiten Weltkrieg verhindert. Heine lieB in Plagwitz und Umgebung ein dichtes Eisenbalmnetz bauen, denn die industriellen Unternehmungen brauchten Cleisanschlûsse. Plagwitz war das erste planmäßig erschlossene und entwickelre Industriegebiet Deutschlands. Der Ort ist heure als Flächendenkmal für den Industriebau von herausragender industrie- und sozialgeschichtlicher Bedeutung. Wohnhäuser und Fabrikhallen stehen dicht nebeneinander, Viele Atbciter wohnten eingekeilt zwischen Fabrikhallen, Lagerschuppen und Schornsteinen. Über einhundert Iahre lang war Plagwitz das wichtigste Leipziger Industriegebiet, nicht nur berühmt als Standort und Produktionsstätte namhafter Textil-, Papier- und Maschinenbaubetriebe, sondern auch wegen der Industriearchitektur mit ihrer aufwendigen historisierenden Passadengestaltung. Heute ist Plagwitz ein Stadtviertel mit teilweise stark verfallener Bausubstanz und mit leerstehenden Wohnhäusern und Fabrikgebäuden. Aber auch für Plagwitz trifft schon jetzt 'Leipzig kommt' zu.

Die Benennung der abgebildeten Objekte und deren Schreibweise wurden beibehalten, wie sie zur Zeit ihrer Entstehung oder der Herausgabe der Postkarten üblich war.

Zu danken ist Herrn Hannes Bachrnann, der das Gros der Postkarten zurVerfügung gestellt het: zehn Postkarten lieh dcnkenswerterwetse Frau l1se Uhlrich.

1 Wer sich in den neunziger [ahren auf der Dieskaustraße von Großzschocher aus Leipzig von Südwesten nähert, kann sich gut an dem Foto von 1910 ortentieren, denn seit dieser Zeit hat sich im wesentlichen an der abgebildeten Wirklichkeit nichts geändert. Im Hintergrund rechts ist die Taborkirche erkennbar. Selbstredend hat 1995 eine andere Firma die große Hauswand ganzfläehig fûr ihre Reklame benutzt, Damals nutzte sie der Fotograf Max Petermann, dem besonders viele historische Fotos von Kleinzschocher zu verdanken sind, für die eigene Werbung. Links im Bild befand sich vor dem Haus ein kleines Straßenbahndepot. Heute wird das Gelände und das Gebäude von einer Institution des Deutschen Roten Kreuzes genutzt. Auf der linken Seite befand sich in einem heute baufálligen Eckhaus die Kneipe 'Wartehalle' . Rechts im Bild hin-

ter dem Gartenzaun, schon auf Großzschocherschem Terrain, wurde 1949 der ehemalige 'Sportplatz Windorfer Straße' zur Radrennbahn 'Alfred-RoschKarnpfbahn' umfunktioniert. Im August 1990 erhielt sie den Namen 'Radrennbahn Leipzig'. Vor der Rennbahn hat man einen Ge-

denkstein mit folgendem Text errichtet: '1914-1918 - seinen gefallenen Helden - Sächsischer Radfahrer Bund,'

Leipzig - Kleinzsdiodter

Dieskaustraße - Blick '00" Großzs~r

2 Am Ende der Hauptstraße Kleinzschochers, der Dieskanstraße, enden nicht nur die abgebildeten Häuserreihen beiderseits der Straße, sondern vor dem Ende des 19. Iahrhunderts auch die Ortschaft Kleinzschocher selbst. Sie wurde 1891 in die Stadt Leipzig eingemeindet. Bis auf die Drogerie links im Bild an der Ecke Schwartzestraße - gegenüber ist der Schwartzeplatz -r-, die bis in die Gegenwart als solche erhaltengeblieben ist, und den wenigen höheren Häusern ist nichts mehr wie auf dem

Foto. Am Ende der Straße links beginnt die Windorfer Straße, an der nach dem Zweiten Weltkrieg eine Radrennbalm gebaut wurde. Auf der rechten Seite der Dieskaustraße 76 steht seit 1909 das jetzige Iohannes-Kepler-Gymnasium (ehemals 52. Schule). Ihm gegenüber auf der linken Straßenseite war das Gasthaus 'Reichsverweser' .

3 Bog man um 1905 von der Dieskaustraße konunend in die Windorfer Straße ein, dann bot sich dem Spaziergänger der abgebildete Anblick. Im Hintergrund die von 1902 bis 1904 erbaute 'Iaborkirche. Vor ihr stand damals noch die Zschochersche alte Kirche, die bald nach Vollendung der neuen Kirche abgerissen wurde. Ein seltenes Foto: Es zeigt die kurze Zeitspanne, in der beide Kirchen nebeneinander existierten. Die alte Dorfkirche stand in der Ost-West-Richtung; die neue, abweichend von der christlichen Tradition, in NordSüd-Richtung. Die Bauernhäuser rechts und links der Straße verschwanden im Laufe der Zeit. Auf der linken Seite wurden um

1900 neue Wohnhäuser errichtet; vereinzelt fmdet man heute noch ein altes Bauerngehöft. Landwirtschaft wird jedoch längst nicht mehr betrieben; die Grundstücke werden gewerblich

anderweitig genutzt Rechts vor derTaborkirche beginnt der Schloßweg, der nach wenigen Metern zum noch erhaltenen Eingangsportal des ehemaligen Schlosses und Rittergutes Kleinzschocher führt

4 Ursprünglich war die alte Dorfkirche in Kleinzschocher eine kleine Kapelle, die zu dem sich angrenzenden Rittergut gehörte. Sie stand auf demselben Hügel, auf dern seit 1904 die Taborkirche steht. Dieser Hügel bildete den alten Ortskern des ehemaligen Dorfes Kleinzschocher. Als die neue Kirche, dieTaborkirehe, vollendet war, wurde die

alte Kirche 1905 abgetragen. Eine kurze Zeitspanne standen beide Kirchen auf engstem Raum nebeneinander. In unmittelbarer Nähe der alten Kirche befand sich der erste Friedhof des Dorfes. Der letzte Gottesdienst fand am 10. Ianuar 1904 statt; an diesem Tag erklang die Ende des 18. Iahrhunderts von den Orgelbauern Trampeli aus Adorf erbaute Orgel zum letzten Mal.

Leipeig- Kleinzsdtadier Alte Kirdte

Taborkirdte

5 Das Foto zeigt die Taborkirche, das Dorf und links im Bild das SchloB und das Rittergut Kleinzschocher mit Parkanlage. Die feierliche Grundsteinlegung zurTaborkirche erfolgte am 11. Mai 1902. Erbaut wurde die Kirche bis 1904 nach einem Entwurf eines Berliner Architekten von dem Leipziger Architektcn A. Roßbach, Sie ist im neoromanisehen Stil als dreischiffige Pfeilerbasilika errichtet; sie ist die einzige zweitürmige Kirche (SOm hoch) Leipzigs. Der Kirchenvorstand Kleinzschochers hatte beschlossen, sie auf dem alten Kirchplatz in Nord-Süd-Richtung zu errichten. Die Bronzeglocken wurden 1903 von der Fa. GA [auck gegossen und am 7. januar 1904 geweiht. Die Orgel stammt von der Fa. Eula in Bantzen. Der NameTaborkirche wurde vom Kirchenvorstand in Anlehnung an

den Berg Tabor, einem heiligen Berg am Südrand von Galiläa in Israel, gewählt. Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 100jährigen Bestehen der Taborkantorei war am 28. Oktober 1995 die Aufführung des 'Elias' von Felix Mendelssohn Bartholdy in der Taborkirche. Im Vordergrund des

Bildes befindet sich heute der Sportplatz derVfK Blau-Weiß Leipzig 1892 e.V

Leipzig - Kleinzschocher.

6 Auf dem Territorium des Rittergutes Mockau, das die Stadt Leipzig 1912 gekauft hatte, errichtete man 1913 einen Luûschiffhafen. In Anwesenheit des sächsischen Königs Friedrich August Hl. (1904-1918) und des Grafen Ferdinand van Zeppelin (1838-1917) landete im Juni

1 913 zur Eröffnungsfeier des Luftschiffhafens Mokkau ein Zeppelin. Auch die Landung eines zweiten Luftschiffes ist verbürgt. Wahrscheinlich ist einer von beiden Zeppelinen gerade gestartet oder im Begriff zu landen, der auf der Postkarte von 1913 über Kleinzschocher dahinschwebt oder fährt. Viele Stádte waren zu damaliger Zeit stolz, wenn sie von sich ein Foto rnit einem Zeppelin vorweisen konnten. An diesem Foto ist sicher. daß es sich um Kleinzschocher handelt, die Taborkirche ist unverkennbar.

Zeppelin ûber Leipzig-Kleinzsdiotner 19.f3

7 Das große Rittergut Kleinzschocher lag am Schloßweg Nr. 31. Nur das Wirtschaftsgebäude links im Bild QetztWohnhaus) und das Eingangsportal sind erhalten geblieben und heute so noch zu sehen. Das Schloß und das Rittergut wurden am 4. Dezember 1943 durch amerikanische Bomben zerstört. An der Eingangspforte zum ehemaligen Gutshofbefindet sich an dem rechten pfeiler - 1995 noch lesbar - die Inschrift: 'In diesem Grundstück führte Joh. Seb. Bach am30.Aug.1742seineBauernkantate auf.' Der Anlaß: 1742 wurde der kurfürstliche Kam-

merherr Carl Heinrich van Dieskau neuer Eigentümer des Rittergutes. Bach schrieb dazu seine weltberühmte Bauernkantate 'Mer hahn en neue Oberkeet' . Die Einweihung mußte schließlich gefeiert werden, zumal an diesem Tag der Herr von Dieskau seinen 36. Geburtstag feierte.

8 Der genaue Zeitpunkt der Gründung des Schlosses Kleinzscheeher ist nicht belegbar. Urkunden lassen darauf schließen, daß an seiner Stelle einmal eine Burg gestanden hat. Ein Landverkaufwird in einer Urkunde von 1530 erwähnt, Schloß und Gut gehörten zu dieser Zeit einer Familie von Hayn. Die Besitzer von Schloß und Rittergut wechselten häufig. Mit der wirtschafilichen Erstarkung des Bürgertums im 18. und 19. Jahrhundert konnten es sich auch Leipziger Kaufleute leisten, 'Herrschaft' aufSchloß Kleinzschocher zu werden. Die bekanntesten Schloßbesitzer wa-

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ren ab 1742 der sächsisch-kurfürstliche Kammerherr Carl Heinrich von Dieskau und ab 1848 der Leipziger Verleger und Buchhändler Bernhard Tauchnitz (ab 1860 vonTauchnitz), der 1865 einen grundlegenden Umbau des Schlosses veranlaßte. 1915 erwarb die Stadt Leipzig das Schloß mit dem gesamten Anliegen. Am 4. Dezember 1943 wurde das Schloß bei einem Bombenangriff total zerstört. Das Wirtschaftsgebäude (jetzt sanierungsbedürftiges Wohnhaus) am Eingang des Gutskomplexes ist bis heute erhalten geblieben.

9 Die abgebildete 'Burg' in der Windorter Straße 55, erwas hinter einer Mauer versteekt, war die Villa des Buchhändlers und Verlegers Christian Bernhard Freiherr von Tauchnitz (1816-1895) und seines gleichnamigen Sohnes. Anfang des 20. [ahrhunderts gehörte von Tauchnitz mit zu den reichsten Männern Leipzigs. Er besaß nicht nur die hier abgebildete Villa, sondern seit 1848

auch das Schloß mit Rittergut Kleinzschocher und Häuser in derWindorfer Straße 60-64 und anderswo. Bernhard Tauchnitz begründete 1841 die wissenschaftliche "Iauchnitz-Edition'. 1860 wurde er vom sàchsischen Königshaus in den Preiherrenstand erhoben. Die Elisabeth-Allee (heute Erich-Zeigner-Allee), die Antonienstraße und die Klarastraße ließ der Freiherr von Tauchnitz nach seinen drei Tochtern benennen. Die burghafte Villa hat durch Urnban ihren wehr-

haften Anblick längst verloren. Heutiger Nutzer isr die LWB (LeipzigerWolmungs- und Baugesellschaft), Niederlassung SûdWest.

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