Leipzig / Kleinzschocher, Schleußig und Plagwitz in alten Ansichten

Leipzig / Kleinzschocher, Schleußig und Plagwitz in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Joachim Pröhl
Gemeente
:   Leipzig
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6246-3
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Leipzig / Kleinzschocher, Schleußig und Plagwitz in alten Ansichten'

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10 Um die Klotzsche- Villa im Kleinzschocherschen Schloßweg zu finden. muß man schon alteingessene Insider fragen und dabei noch großes Glück haben. Es handelt sich um die Villa des Leipziger Professors Klotz. Weil in den Büschen, die zum Grundstück gehörten, unzählige Spatzen nisteten und 'hausten', wurde die Villa im Volksmund 'Sperlingsburg' genannt. Bei dem Luftangriff alhierter Bomber am 6. April 1945 fiel wenige Meter von der Villa entfernt eine Bombe mitten auf die Straße. Sie zerstörte die oberen Stockwerke der Villa total und beschädigte das untere Stockwerk nicht unerheblich. Urnliegende Häuser wurden ebenfalls arg in Mitleidenschaft gezogen. Ein Bauingenieur reparierte das Parterre und baute ein gänzlich neues Stockwerk darauf. Das neue Haus hat mit dern ehemaligen Aussehen absolut keine Ähnlichkeit mehr. Heute hat ein

Bereich des Tiefuauamtes der Stadt Leipzig in im sein Domizil.

1 1 Der Blick auf diescru Foto ging von der Antonienstraße in die Windorfer Straße. Die kleinen ein- und zweistöckigen Häuser beiderseits der Straße, auch das im Vordergrund rechts mir dem Straßenschild 'Altranstädter Straße', sind verschwunden, Die zur Zeit noch vcrhandenen Freiflächen werden in absehbarer Zeit neu bebaut sein. Die hohen drei- und vierstöckigen Häuser stehen noch. Das große Haus links, Windorfer Straße 19, mit der Werbung Albert Falks für seine Backwaren, wurde 1 995 von Grund auf resrauriert und har eine neue Fassade erhalten. Über derToreinfahrt befindet sich jetzt eine kleine Stemtafel rnit der Inschrift 'A. Falk', darunter ' 1889', und 'R. Wernicke'. darunter

, 1995'; offensichtlich ist dies der gegenwärtige Besitzer. Der sich links vor diesem Haus befindliche einstöckige Vorbau ist noch erhalten; zum Teil sind die Hin-

weise auf das ehemalige Tanzlokal 'Terrasse' noch gut lesbar.

Leipzig' - Kteinzsdtodier

Windorjer Straße

1 2 An der Fassade des Hauses des Bäckermeisters A. Falk, Windorfer Straße 1 9, warb um 1 930 der Besitzer des Concert-Gatten Ballhauses "Ierrasse' mit der abgebildeten Postkarte um Gäste. Auf der Rückseite der Karte kann man lesen: ' "Terrasse" LeipzigKleinzschocher. Besitzer: H. Dümpel. Altbekanntes Vergnügungslokal3000 Personen fassend. Hochgelegener Konzertgarten mit Aussicht aufWiese und Wald - [eden Freitag und Sonntag Ball. Fernruf 42973. Straßenbalm 1, 3, 4, 5 (Haltestelle Goldener Adler).' Eine ältere Dame, die kürzlich die Postkarte zu Gesicht bekam, begann zu schwärmen: 'Ich bin eine Zschochersche' (keine Leipzigerin!) sagte sie, 'hier bin ich in meiner Jugend sehr oft tanzen gegangen. Leider existiert das Lokal nicht mehr.' Unweit von die-

sem Ballhaus befand sich auf der anderen Straßenseite das ehernalige Lokal'Bürgergarten'.

13 Nach der 48er Revolution im 19. Iahrhundert entstanden überall in Deutschland vielfältige Vereine, auch und vor allern Turnvereine. Als Begründer der Leipziger bürgerlichen Turnerschaft gilt der Lindenauer Arzt Dr. Ferdinand Goetz (18261915). Recht bald entstanden auch Arbeiter-Turn - Vereine. Viele Turnvereine gaben zur Finanzierung des Baus ihrerTurnhallen und Vereinshäuser Darlehensscheine heraus, so z.B. 1926 der 'Turn- und Sportverein LeipzigKleinzschocher'. Auch der 'Turnverein zu Leipzig-Plagwitz (Deutsche Turnerschaft) , , gegründet 1861, gab noch 1930 Darlehensscheine zu 100 Mark heraus. Die hier abgebildete TurnhaIIe des 1849 gegründeten 'Allgemeinen Turn-Vereins Leipzig- Kleinzschocher' in der Dieskaustraße 79 wurde am Ende des Krieges durch Bomben zerstört. PS.: 1909 durften bei diesem Ver-

ein, das Foto zeigt es, nur Mädchen mitturnen, Frauen nicht.

Leipzig- K leinzschocher

Turnhall vom ,.Allc"Cmcmcn Tum Yl'rcin--

14 Der Gasthof'Reichsverweser' führte vor seiner Urnbenennung 1849 den Namen 'Grauer Wolf. Er war der älteste Gasthof in Kleinzschocher und gehörte ursprünglich zum Rittergut. Als erster Besitzer ist der Gastwirt Schumann bekannt. 1742 ließ er die Wirtschaft urnbauen und folgenden Spruch im Torbogen anbringen: 'Hier ist der graue Wolff - ihr Gäste tretet eyn, der Wirth wird gar keyn Wolff, vielrnehr recht billig seyn,' Darunter war ein großes Abbild eines Wolfes angebracht. Die nahe Brauerei des Rittergutes lieferte das Bier. Die Nähe zu Leipzig machte den Gasthof an der Dieskaustraße 93 zu einem beliebten Ausflugsziel. Aus patriotischer Sympathie benannte der damallge WirtTheuerkorn seinen Gasthof in 'Reichsverweser' um. Anlaß dafür war der Besuch des österreichischen Erzherzogs Johann in Leipzig, der 1848 von

der Nanonalversammlung zum Reichsverweser gewählt worden war. Ob diese Namensgebung dem Wirt mehr Gäste beschert har, ist nicht bekannt. Der GasthofReichsverweser' wurde Ende der fünfziger Iahre wegen Baufálligkeit abgerissen.

1 5 Das schönste Haus in der Antonienstraße war das durch amerikanische Bomben am 20. Februar 1944 völlig zerstörte Restaurant und Café 'Zum Rothenbnrger Erker'. Es befand sich an der Ecke Altranstädter Straße. 1897 wurde es im Renaissancestil gebaut. Mit einem 'schattigen Garten, ff Speisen und Getränken' warb der Wirt um Gäste. Neben einem Hauptrestanrant besaß es eine Pavillonterrasse mit Kolonnaden im Garten. Den Namen 'Rothenbnrger Erker' bekam das Kaffeehaus wegen seiner Gemälde, die Episoden aus dem Festspielstück 'Der Meistertnmk' darstelhen. Der Bürgermeister Nusch soll seine Stadt Rothenbnrg o.d. Tauber aufVeranlassung Tillys 1631 dadnrch vor der Zerstörung gerettet haben, daß er 314 Liter Wein auf einen Zug getrunken haben soll. Solche Bilder und andere aus dem Dreißigjährigen Krieg haben die Ràumlich-

kei ten geschmückt. Die Bilder kaufte der damalige Wirt Carl Förster; geschaffen hatte sie der Münchner Kunstmaler A. Hoffmann, Seit 1995 wird an der Stelle des ehemaligen 'Rothenbnrger Erkers' ein gänzlich neues Haus gebaut.

Leil'lzi~-Klei nasehecher

19m Rolhenburger Erker.

16 Ende des 19. Iahrhunderts machten sich diverse Schulneubauten notwendig. Die hier abgebildete Mittelschule und Grundschule am Adler, Antonienstraße 24, wurde 1899 alsVolksschule gebaut. Auf dem rechts noch unbebauten Gelände wurde in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts eine moderne Wohnsiedlung errichtet. In dem Gebäude links mit dem angedeuteten Turm hatte die Firma Klopoter ein 'Iexnl- und Bekleidungsgeschäft. Im rechten Teil des Parterres befand sich ein kleines Caie. Das durch Bomben beschädigte Haus wurde Ende der siebziger Iahre abgerissen. Heute steht dort eine Kaufhalle. So verkehrsgemütlich wie auf dem Foto geht es heute nicht zu. Es handelt sich um die stark frequentierte Kreuzung am 'Adler'. Das Restaurant 'Zum goldnen Adler' ist auf diesem Bild nicht sichtbar. Die Gleise der Straßenbahn (I und 8)

führen heute weiter nach Leipzig-Grünau bis zur Endstelle Lausen. Sie werden am 'Adler' gekreuzt von den Linien 3 und 4, die bis Großzschocher bzw. bis Knautkleeberg fahren. Zur Fruhjahrsmesse I 976 wurde an der Kreuzung eine Ampel aufgestellt. In dem Laden des Hauses ganz

links, Ecke Antonienstraße Nr. 11 und Klarastraße, befindet sich heute ein Druckcrei- und Kopiergeschäft.

17 Das Restaurant 'Zurn gold~ nen Adler' (auch Restaurant 'Goldner Adler') - der Adler war wirklich vergoldet - ist mit dem Wirt und dem Personal aber auch mit Straßenpassanten und Gästen oft fotografiert worden. Das Haus wurde 1884 gebaut. Der Name 'Adler' geht wahrscheinlich auf die 1871 erfolgte Reichsgründung zurück. Es lag an der verkehrsreichen Kreuzung im Westen der Stadt, an der die Antonienstraße den Treffpunkt Dieskaustraße und Zschocherschen Straße überquert. Die Gastwirtschaft war bei den Gästen sehr beliebt und allen Leipzigern bekannt, sie war nicht zuletzt ein Treffpunkt fûr Verabredungen. 1983/84 stand die Frage, was mit dem damals sehr renovierungsbedürftigen Haus gesche~ hen solle. Nach einer 1984- erfolgten Generalrenovierung wurde es mit aufgemöbeltem Image arn 30. [anuar 1985 wieder er-

öffnet. Das Restaurant mußte trotz des Rettungsversuches

1994 wegen Einsturzgefahr abgebrochen werden. Auf dem freigewordenen Platz wird zur Zeit ambulanter Kleinhandel betricben. Die vier Straßenbahnhaltestellen am Adler heißen nach wie vor ' Adler'.

18 Links im Bild ist die Gaststätte 'Zum goldnenAdler' erkermbar. Das große Gebäude rechts mit dem Geschäft der firma Klopater wurde im Krieg arg beschädigt; eine Lebensmirtelkaufhalle steht heute etwas nach hinten versetzt an seiner Stelle. Am 'Adler' beginnt stadtauswärts die Dieskaustraße, stadteinwärts - der rechts im Bild sichtbare Herr überscheitet sie gerade die Zschochersche Straße. Kleinzschocher wurde 1896 an das Verkehrsnetz der elektrischen Straßenbahn angeschlossen. Die 'Große Leipziger Straßenbahn' (GLSt) befuhr mit ihren blauen Wagen die Linien K und V. Ihre Endstelle hatten sie in der Windorfer Straße nahe der Taborkirehe. Die 'Leipziger Elektrische Straßenbahn' (LESt) befuhr mit ihren roten Wagen die Linien 1 und S. Die genannten Straßen werden heute von den Linien 3 (bis Großzschocher) und 4 (bis

Knautkleeberg) befahren. Gekreuzt werden diese Straßen von der Amonienstraße, die von den Linien 1 und 8 bis zur Endstelle nach Lausen befallren wird.

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Dieskaustraße. Btuk oon PÛ1gwitz ~,,~~

19 Aufgenommen wurde dieses Foto Ende der zwanziger, Anfang der dreißiger Iahre des 20. Jahrhunderts aus einem Fenster eines gleichen Hauses auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Die städtische Wohnsiedlung beiderseits der Zschocherschen Straße wurde bis etwa 1930 gebaut; sie entsprach den damals modernenAnsprüchen. Die kasernenförmigen Häuserblocks kann man heute fast unverändert wahrnehmen. Auch die beiden Nixen auf den Pfeilern der Maueröffnung zwischen dem zweiten und dritten Haus von rechts sitzen in der Siemensstraße heute noch so brav, allerdings etwas verwittcrt, wie ehedem. Sie wiesen den Zugang zu einem Wannen- und Brausebad. Die Gartenbeete im Vordergrund links sind jedoch gänzlich verschwunden, Heute ist hier der Schulhof der

ehemaligen 50.Volksschule, jetzt Mittel- und Grundschule am Adler in der Antonienstraße 24.

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