Leipzig / Kleinzschocher, Schleußig und Plagwitz in alten Ansichten

Leipzig / Kleinzschocher, Schleußig und Plagwitz in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Joachim Pröhl
Gemeente
:   Leipzig
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6246-3
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Leipzig / Kleinzschocher, Schleußig und Plagwitz in alten Ansichten'

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40 Der Zeichner dieses Bildes, das die Vorlage fûr eine Postkarte wurde, auf deren Rückseite jemand das Datum 14.Mai 1933 schrieb, har das 'Waldschloss' sehr gut wiedergegeben. Ohne Schwierigkeit erkennt man das Haus wieder. Der Zeichner nahm den Standort an der Notkirche ein, die von 1905 bis 1933 an der schräg gegenüberliegenden Straßenecke stand. Einige Veränderungen hat dieses 'Waldschloss' an der Dammstraße 2 bis heute schon erfahren. Erstens hat es den Namen geändert, es heißt gegenwärtig 'Café Waldschlösschen'. Innen macht das Schlösschen weniger den Eindruck eines Cafés, eher den einer Gastwirtschaft. Zweitens sind die Freisitze mit der markisenartigen Überdachung und die Kegelbahn verschwunden; sie mußten Fußgän-

genvegen weichen. Auf dem 'Korso' - Spiel-Platz befindet sich drittens heute die 'Siedlung Leipzig-Schleußig' mit einer großen Gartenanlage. Viertens und letztens: An der Stelle, an der der hübsche Oldtimer steht oder fährt, rasen heute massenweise Autos in beiden Richtungen vor-

bei. Nur dank einer Ampelanlage kommt man heute über die Straße und Kreuzung.

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41 Der 'Schreberverein Schleussig' wurde 1894 gegründet. Anfangs schlossen sich etwa einhundert Kleingärtner zu diesem Verein zusammen. Er befand sich ursprünglich zwischen der Könneritzstraße, der Stieglitzstraße und dem Schleußiger Weg.

Die Zahl der Garteninteressenten stieg enorm. 1909 zog der Schreberverein auf das heutige Gelände am Schleußiger Weg um. Er war einerseits begrenzt durch die Dammstraße und andererseits von dern Hochflutbett und dem Rödelwasser. Auf seinern Gelande legte man auch einen Sportplatz an. Während der Bombenangnffe aufLeipzig 1943/44 wurde auch das Vereinshaus getroffen und schwer beschadigt. Die Kleingartensparte Schleußig, wie sie auch einmal hieß, entwickelte sich mit etwa 820 Parzellen zu einem der größten Schrebergartenvereine in Deutschland. P.S.: Ein Erich bitter

am 5. [anuar 1 9 15 seine Freundin Clara auf dieser Karte, ihm zu schreiben, 'ob Du Zeit haßt'.

42 Der Schleußiger Weg war und ist eine 'wichtige Verbindungsstraße zwischen Schleußig und Connewitz. Er überbrückte die Rödel (ehemals Rödelbrücke, jetzt Paußnitzbrücke) und weiter östlich die Pleiße (Beipert-Brûkke). Dabei trennt er 'Die Nonne' und den 'Beipert', der zum Leipziger Ratsholz gehörte. Dieses waren damals Waldgebiete; heute stehen Teile von ihnen unter Naturschutz. Auf der östlichen Seite der Pleiße befand und befindet sich die Pferderennbahn im 'Scheibenholz' . Daß hier von 1888 bis 1 92 5 eine Eisenbahnlinie zwischen Plagwitz und Connewitz existierte, weiß kaum noch jemand. Die Postkarte - am 17. januar 1901 geschriebenbelegt diesen Sachverhalt. Die Eisenbahnlinie war uurentabel und wurde deshalb geschlossen. Die Gleisanlagen wurden erst 1938 beseitigt. Man erkennt das Bahnwärterhäuschen und den Bahn-

wärter, der die Schranken zu schließen hatte, wenn einmal ein Zug vorbeifuhr. Man sieht auch eine vornehme Dame und Kinder, die brav warteten. bis der Fotograf sein Bild ' geschossen' hatte.

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F J : :-v , ?? Î-. o;«: t i:2 /", _ ..?.. }!' 43 'Hier schicke ich Dir eine Ansicht von unserer Straße, damit Du weißt, wo wir wohnen' , schrieb all 8. Oktober 1911 Hertha an Fräulein Martha Albert. Die Könneritzstraße war einmal eine der schonsten Einkaufsstraßen Leipzigs. Jugendstilfassaden schmücken einige Häuser. Die Rosen-Apotheke, die etwa einhundert Iahre in dem abgebildeten Eckhaus beheimatet war, zog 1995 in das vis-à-vis erbaute supermoderne neue Eekhaus um. An den Häuserfronten hat sich bis heute kaum etwas geändert. Man erkennt rechts in der Könneritzstraße 47 das [etzige Carl-Goerdeler-Gymnasium, das 1891 als erste Schule in Schleußig eingeweiht wurde. Am Ende dieser Straße befindet sich im Hintergrund die Karl-HeineVilla. Heute fahren die Straßenbahnen 1 und 8 bis zur Endstelle nach Lausen. Damals fuhr die 'Rote' Straßenbahngesellschaft

durch die Könneritzstraße. Wie in ganz Leipzig sind heute beide Straßenränder ohne Lücke mit Autos vollgeparkt.

44 Das Foto zeigt die um 1895 erbaute Iahnstraße, eine Settenstraße der Schleußiger HauptstraBe, der Könneritzstraße. Zu dieser Zeit gehörten die Neubauten vorrangig Bauunternehmern, die die Grundstücke zwecks Bebauung erworben harten, um die Häuser nachAbschluß des Baus wieder zu verkaufen. (Eine bis in die Gegenwart praktizierte Methode.) Schleußig war eine relativ vornehme Wohngegend, es gab kaum Industrie; kostspielige Wohnungen konnte sich nicht jeder leisten. Diesen hier abgebildeten Straßenzug kalm man heute noch in Augenschein nehmen. Nur das linke Eekhans wurde während des Zweiten Weltkrieges weggebombt, und die Balkone sind verschwunden. Die Straße wurde nach G.A. Iahn benannt. Er war Vorsitzender des am 6. Februar ] 865 gegründeten Lindenau-Plagwitzer Gewerbevereins und Besitzer des Gasthauses

'Drei Linden'. Heute ist diese Straße die Industriestraße: sie führt über die Zschochersche Straße in das Plagwitzer Industriegebiet.

Leipzig .~hleussig Jahnstrasse

4-5 Auf diesern Foto stimmen heute nur noch der Straßenname und die Hausnummer: Könneritzstraße 22. Gar nichts erinnert mehr an die stolze 'KónneritzBurg'. Man darf annehmen, daß der Herr, der selbstbewußr im Eingang zum blumengeschmückten Restaurant und Café steht, der ehemalige Inhaber war. Eine Kegelbahn, mir der er unter anderem um Gäste warb, fehlte damals selten bei solchen 'Restaurationen'. Daß gutes Riebeek-Bier ausgeschenkt wurde, verstand sich für Leipzig fast von selbst. Und damals wie heute mußte und muß auch Bier von möglichst weit her kommen. Herr Wangemann bezog sein Bier aus Bamberg. Heute befindet sich in diesem Haus Ecke Holbeinstraße ein Textilgeschäft für Kinderkleidung. Neu verputzt und farblich aufgehellt ist nur das Parterre, vom ersten Stock auf-

wärts ist (noch) das schmutzige Grau aus derVergangenheit geblieben.

Restaurant zur ?? Könneritzburg", l eipzig-Schl. Könneritzstra8e 22 Asphaltkegelbahn - Fernspr. 40862

46 An Kneipen, Restaurants und Cafés hat es in dem industrialisierten Leipziger Westen nicht gemangelt. [ede und jedes bemühte sich um eine Besonderheit. Der Gastwirt W Spiess schenkt in der' Grünen Aue' Crostitzer und Bairisches Bier aus, nicht ohne vorher seine Gäste 'bierväterlich' begrüßt zu haben. Billard spielen konnte man auch. Ob die vielen Zuschauer den Fotografen 'bierväterlich' gegrüßt haben, ist nicht bekannt. Auf dem Hof dieser Gastwirtschaft, unrmttelbar an den Elster gelegen, betrieb der Wirt auch eine Fleischerei. Die Fenster der unteren Etage des Hauses sind seit geraumer Zeit mit starken Eisengittern versehen. Besucher der Stadt könnten meinen, es handele sich hier um ein Gefängnis. Das ganze Haus ist heruntergewohnt, es befindet sich innen und außen in einem sanierungs- und moderuisierungsbedürftigen Zustand. Das

wird wohl der Grund für den Auszug einer Sparkasse (deshalb die Gitter) gewesen sein, die bis 1995 sieben Iahre lang in dem Haus eine Zweigstelle unterhalten hatte,

lJierväferlichen Çruss - von Wi/h. Spiess

Seipz.-Sch/eussig,

A·ÖllJltrit: trassc (

47 Eine Ansicht, die urn 1900 von der Anlegestelle des Bootshauses 'Sturrnvogel' aus aufgenornrnen wurde. Fast alles sieht gegenwärtig noch so aus wie auf dieser Postkarte. links im Bild überbrückt die Bismarckbrücke die Rödel. Die Brücke mußte einem späteren Straßen- und Häuserbau weichen. Mit dem Bau der Elster- und Pleißeflutbecken wurde die Rödel verfüllt. Man erkennt das Eekhans am Beginn der Könnentzsrraße, in dern sich bis nach der Wende ein Café befand. Rechts daneben ist die zwerfach betürmte Villa van Karl Heine, die er von 1874 bis zu seinem Tode 1888 bewohnte. In der jüngsten Vergangenheit wurde

sie von diversen Institutionen genutzt. Zur Zeit beherbergt sie eine Gesellschaft für Finauzberatung. Weiter rechts isr die Könneritzbrücke zu sehen. Hinter ihr erkennt man die Turmbekrönung der ehemaligen Wollgarnfabrik

Tittel & Krüger in der Nonnenstraße. Die Schornsteine existieren nicht mehr. Ganz rechts im Bild ist ein Gebäude, an dem heute noch groß und stolz die Namen der ehemaligen Firmeninhaber Mey & Edlich zu Iesen sind; sie wurde von Carl Ernst Mey (1844-1903) gegrün-

det. PS.: 'VorTaschendieben wird gewarnt' , schrieb Fanny 190] (Poststempel) an Fräulein Gretchen Klau,

48 Für ein Bootshans ist 'Sturmvogel' ein toller Name, und das schon seit etwa einhundert Iahren. Der 'Sturmvogel' ist ein großes, villenartiges Vereinshans am Khngerweg 2; anfangs waren in ihm die Ruderer sportlich beheirnatet. Von außen ist es auch heute noch ein beemdrukkendes Gebäude; innen erkennt man noch eine jetzt geschwundene Vornehmheit. Als es in den 1989/90 überwundenen politischen Verhältnissen für Sportier darurn ging, auf Olympiaden, Welt- und Europameisterschaften für möglichst viele Goldmedaillen, Fahnenhissungen und für Hymnenklang zu kämpfen, nahm man in der Sportorganisation eine Spezialisierung vor. Die Ruderer zogen Ende der siebziger Iahre in ein Bootshans nahe des Elsterstauwehres um; heute SC DHfK 'Wicking' e.v. In den

'Srunnvogel' zogen die Kanuten ein. Er ist das Trainingszentrum für den 'Sportclub DHfK e.v., Kanurennsport' . Daß hier auch nach der Wende sehr guteArbeit seitens der Trainer und der Sportler geleistet wird, beweisen die von ihnen errungenen interrianonalen Titel. Der Name der

Weltmeisterin Anett Schuck verdient hier besonders genannt zu werden.

49 Die Postkarte, auf der der Schreiber 1910 dem Empfànger mitteilt, 'die Begleichung meiner Schuld erfolgt gleich nach den Feiertagen', zeigt dem heutigen Betrachter Objekte, die seit ihrer Errichtung unverändert erhalten geblieben sind: links das Plagwitzer Rathaus, heute Stadtbezirksverwaltung Südwest, Alte Straße 22; rechts das Hotel und Restaurant 'Ratskeller Plagwitz': die Heilandskirche. Das Gebäude im Hintergrund in der weißenfelser Straße I 8 beherbergt das Diakonische Werk, Inriere Mission Leipzig e.v., Alten- und Pflegeheim Matthias Claudius. An der Vorder- und Seitenfrant liest man die ursprüngliche Punknon des Hauses in Sandstein gemeißelt: 'Heim für alleinstehende Frauen und Mädchen,' Nur im Vordergrund rechts die Haltestelle der elektrischen Graßen Leipziger Straßenbahn (GLSt), der

'Blauen, seit 1896 in Betrieb, ist

ebenso verschwunden - es fährt schon lange keine Straßenbahn mehr durch die Weißenfelser Straße - wie die gemauerte steinerne Eckbegrenzung eines Gartengrundstücks.

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