Leisnig in alten Ansichten

Leisnig in alten Ansichten

Auteur
:   Dagmar Schäfer
Gemeente
:   Leisnig
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6648-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Leisnig in alten Ansichten'

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19 Die Ansichtskarte zeigt das Leisniger Rathaus und das Hotel Goldener Stern an der Ecke zur Obermarktgasse. Das Rathaus stand bis zum Iahr 1803, in dem es niederbrannte, im Mittelpunkt des Marktes. Beim Neubau 1804 wurde es an die östliche Seite des Marktes gerückt und 1912 nochmals umgebaut. Über der Kuppel des Turmes ragt ein Füllhorn, symbolisch auf den Wohlstand der Stadt deutend.

20 Etwa in der Mitte zwischen Marktplatz und der Stadtkirche St. Matthäi liegt, wesentlich kleiner als der große Bruder und etwas vergessen, der alte Markt. Ein kleines Gässchen verbindet ihn mit der Kirchstraße. Der Fotograf gab dieser Aufnahme den Titel 'Altmarktpoesie' , der dafür spricht, dass man schon zur Entstehungszeit dieser Fotografie in den zwanziger Iahren den besonderen altertümlichen Reiz dieses abgeschiedenen und urwüchsigen Winkels van Leisnig erfasste.

Rechts im Bild ist die Gaststätte 'Zur Bleibe' erkennbar. In diesem Gebäude gründete derTuchmachermeister Heinrich Böttger (1799-1848) seinen ersten Betrieb. Kurz vor seinem Tod erwarb Böttger

dann einen Teil des Hospitalgrundstückes an der Fischendorfer Brücke, auf dem eine Tuchfabrik entstand. In dieser Fabrik ar-

beitete die erste Dampfmaschine Leisnigs.

Heute gehört der Altmarkt neben Burglehn, Marktplatz, Lichtenberggasse

mit Blick aufSchlossberg und Burg sowie Lindenplatz zu den bemerkenswertesten inneren Stadtansichten Leisnigs.

21 Hier herrscht auf dem Altmarkt fröhliches Markttreiben. Das Foto entstand beim Topfmarkt im Iahr 1930.

22 Blick auf den in einer Talmulde liegenden Neumarkt mit Baderei. Zu letzterer heißt es in einer Schrift aus dem Iahr 192 7: 'Uns jedoch lockt es, den Baderberg zu ersteigen und Umschau zu tun in der alten, starkgemauerten Baderei, die seit 1554 manch Stücklein Heimatgeschichte erleben half und in deren wundervollen Gewölben eine "Heilkunst" geübt worden sein mag, die wirklich gute 'Schalldämpfer' brauchte.' Die starken Mauern der Baderei verwundern nicht, sollen sie doch aus Abbruchmaterial des Klosters Buch unweit von Leisnig erbaut worden sein. Die Baderei enthielt zwei Badestuben und eine Stube für den Bader, dessen Aufgabe in der Aufsicht über die Badestuben, aber auch

im Schröpfen und Aderlassen, chirurgischen Eingriffen und Zähneziehen bestand. 1619 wurde David Zimmermann, ein Wundarzt aus Leipzig, Bader in Leisnig. Er kaufte die Baderei, sie blieb fortan in Privatbesitz und wurde erst in den siebziger Iahren abgerissen.

Das Foto trägt den handschriftlichen Vermerk: 'Neumarkt oder "Saumarkt", weil hier früher die Schweine versandt wurden.' Den Jungen mit Einkaufskorb im Vordergrund des Bildes scheint dieser Begriff aber wenig zu stören. Er kommt offenbar gerade aus der wenige

Schritte entfernten Bäckerei Werner. Rechts daneben ist das Gasthaus 'PelsenkelIer' zu sehen. Dahinter der Blick zu der hochgebauten Oberstadt, oben links die Kirchturmspitze van

St. Matthäi.

23 Der Grabenberg mit dem ehemaligen städtischen Kornhaus. Dieses steilgieblige Gebäude ist heimatgeschichtlich hochbedeutend. Einst war das Kornhaus Vorratskammer für hungrige Magen, dann wurde es 1 839 Stadttheater oder, wie man sagte, ein 'Komödiensaal auf Aktien', später auch Turnraum. Es legt damit Zeugnis ab vom reichen Theaterleben Leisnigs seit dem 19. Jahrhundert.

Im Rahmen der Maßnahmen zum Denkmalschutz seit 1991 wurde das Kornhaus in derTurnerstraße saniert.

24 Der an der Südseite der inneren Stadt gelegene Lindenplatz gehört zu jenen Punkten Leisnigs, an denen mit dem Verlauf des ehemaligen Stadtgrabens die bauliche Trennung zwischen Altstadtkem und Stadterweiterung noch gut sichtbar ist. Er ist mit der Zeit zu einem Platz der Denkmäler geworden.

Auf der Ansichtskarte vorn rechts ist die Rückseite des Heimatbrunnens zu sehen, der anlässlich des Heimatfestes 1902 errichtet wurde. Davor, eingangs des Platzes, steht mit der Meilensäule von 172 7 ein Wahrzeichen aus älterer Zeit. Von Leisnig nach Grimma, kann man darauf lesen, fuhr man mit der Postkutsche damals 43/. Stunden, nach Naunhof

gar 71Js Stunden. Die Postdistanzsäule stand ursprünglich auf dem Marktplatz, erst 1828 setzte man sie vor das Ob er tor. Gegenüber der Meilensäuie erinnert das 1900 er-

richtete Adam- Denkmal an den Leisniger Kantor und Komponisten Carl Ferdinand Adam, der dem Ruf Leisnigs als Musikstadt weit über die Stadtgrenzen hinaus verhalf.

Leisrug i. a., Lindenplatz.

25 Es ist erstaunlich, wie viele Denkmäler die kleine Stadt Leisnig aufweist. Eines der reizvollsten davon ist die 'Wasserrnarie' am Lindenplatz. Dieser Leisniger Heimatbrunnen wurde zum 1. Heimatfest 1902 von auswärtigen Leisnigern als' dauerndes Zeichen des Dankes, der Liebe und Anhänglichkeit an die Vaterstadt' (wie es in der Stiftungsurkunde vom 7.Juni 1902 heißt) gestiftet.

Bereits im Iahr daraufkam dieser Brunnen nach dem Entwurf des Berliner Bildhauers Goetzschmann mit einem Kostenaufwand von rund 6 000 Mark in Rochlitzer Porphyr zur Ausführung.

26 Diese Fotografie zeigt die Vorderansicht des Leisniger Heimatbrunnens. Er wurde am 28.Juni 1903 eingeweiht, wie es heißt, 'unter großer Anteilnahme' und 'bei prächtigem Wetter' . Den Glanzpunkt des Festes habe neben dem imposanten Festzug die feierliche Enthüllung des Brunnens gebildet. pfarrer Ostermuth hielt die Weihrede. 1918 erhielt der Brunnen ein eisernes Schutzgeländer.

Die 'Wasserrnarie' ist, ebenso wie die anderen Denkmäler der Stadt, Ausdruck des ausgeprägten Heimatgefühls der Leisniger.

27 Der Fotograf nannte dieses um 1920 entstandene Foto 'Verschwiegene Gassen'. Zur selben Zeit schrieb ein Besucher Leisnigs über den besonderen Reiz der Leisniger Gassen Folgendes nieder:

Welch Kleinstadtfriede in stillen Gassen! Unbekümmert sprießt Gras.Alle verlaufen sie winklig, keine eben, immer bergab, bergauf. Zu vielen der bescheidenen Häuser führen eingebaute Steintreppen. Da ein mächtiges Rundbogentor. Da ein Ochsenkopfwappen über einem mächtigen Ecktor. Manches Haus greis und schiefmauerig. Da lugt ein hoher, spitzer Holzgiebel, der früheren Bränden entging. Dort steht ein malerisches Fachwerkhaus; Giebelwerk, das in allen Farben prangt.

Bis heute hat sich Leisnig viel von diesem Kleinstadtfrieden in stillen, verschwiegenen Gassen bewahrt.

28 Blick vom Lichtenberg auf Burg Mildenstein und die Stadt. In der Bildbeschreibung heißt es dazu:

So grüße ich dich am liebsten, mein Leisnig, wenn der Blick vom Lichtenberg auf Burg und Stadt schweift! Wie trotzig ragt des Mildensteines vielhundertjähriges Gemäuer, wie zierlich steht die Silhouette der spitzgetürmten Matthäi-Kirche am Heimathimmel, und wie lachen mit tausend blitzenden Fensteraugen die Häuser und Häuschen vom Schloßberg hinauf bis ins Herz der Stadt auf dem Berge, wo ein gar possierlich bemützter Rathausturm wie eine Gluckhenne über das Gewirr von hundert Giebeln und Dächern sorgliche Ausschau hält.

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