Leisnig in alten Ansichten

Leisnig in alten Ansichten

Auteur
:   Dagmar Schäfer
Gemeente
:   Leisnig
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6648-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Leisnig in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

29 'Im Malerwinkel' nannte der Fotograf dieses Foto. Er fing damit um

1 920 die reizvolle Atmosphäre jenes altertümlichen Teils der historischen Altstadt ein, der sich mit seinen geduckten Häusern und winkligen Gassen unterhalb der Südwestseite des Vorderschlosses erstreckt. Man erkennt die mächtigen Gemäuer des Schlosses im Hintergrund, gerade noch überragt von der Spitze des Bergfrieds.

30 'Lichtenberg- Idylle' heißt diese Fotografie.

Die ersten Häuser auf dem Lichtenberg wurden erbaut, als nach 1396 das Vorwerk Lichtenhain aufgeteilt wurde. Ebenso entstanden damals die Häuser der Neuen Sorge.

'Am Lichtenberg' steht auf dem Schild am rechts im Bild zu sehenden Haus, dessen Mauern ebenso schief sind wie fast alles in dieser Gasse. Eng ducken sich die Häuschen an den Berg, jedes freie Plätzchen ist zum Trocknen der Wäsche genutzt. Die mit Bruchsteinen gepflasterte Gasse verläuft nach oben so steil, dass ein Holzgeländer dem Fußgänger Halt geben muss. Für den Betrachter tut sich hier tatsächlich eine Idylle auf ob aber die Bewohner der doch recht ärmlichen

Häuser ihr Dasein am Lichtenberg auch so idyllisch empfunden haben, mag nach so vielen Iahren dahingestellt bleiben.

3 1 Blick in die Bachgasse, auch genannt das 'Loch'. Hoch über der Gasse thronen die mächtigen Gebäude des Vorderschlosses , von südwestlicher Seite gesehen, sowie der gewaltige Bergfried. Wieder schmiegen sich auch hier die Häuser eng an den Berg, die starke Neigung durch eine Balustrade ausgleichend. Es ist eng hier, und trotzdem fanden die Bewohner des in der Mitte des Bildes links zu sehenden Hauses noch Platz

für eine winzige hölzerne Laube.

Die Straßenlaterne rechts im Bild ist eine der 122 Gas- und 21 Petroleumlaternen, mit denen 1893 Leisnigs Straßen und Plätze beleuchtet wurden. 1930 wurde dann elektrische Straßenbeleuchtung eingeführt.

32 Blick in die zum Marktplatz führende Kirchstraße, die mit ihrer Umgebung zum ältesten Stadtkern Leisnigs gehört. Links im Bild erhebt sich die in den Iahren 1460 bis 1483 im gotischen Stil neuerbaute Hauptkirche St. Matthäi. Der besondere Reiz der Kirchstraße ergibt sich aus den topographisch bedingten Stützmauern und Treppenanlagen. Denkwürdig ist die Kirchstraße unter anderem als langjähriger Sitz der Druckerei des 'Leisniger Wochenblattes' , des späteren 'Leisniger Tageblattes'. In den letzten Iahren wurden in der Kirchstraße und am Kirchplatz umfangreiche Sanierungsarbeiten vorgenommen, um diesen Teil der historischen Altstadt originalgetreu zu erhalten.

33 Schauen wir noch einmal in die Kirchstraße. Hier befindet sich die reizvolle gemauerte Fußgän-

gerbrücke, eine der Besonderheiten Leisnigs. Die Brücke ermöglicht es den Fußgängern, bequem von

der einen zur anderen Straßenseite zu gelangen.

34 Blick vom Kirchturm in die Kirchstraße, auf den

Markt und die Chemnitzer Straße

35 Dieses Foto zeigt die Matthäi-Kirche mit Superintendentur und Ferdinand-Adam-Haus. Die Matthäi-Kirche ist ein stattlicher gotischer Bau, der in den Iahren von 1460 bis 1490 imAuftrag der Stadt Leisnig aus Rochlitzer Porphyr errichtet wurde. Nach einem Brand im Iahr 1638 während des Dreißigjährigen Krieges, dem auch große Teile der Stadt zum Opfer fielen, wurde sie wiederhergestellt. Damals entstanden auch Altar und Taufstein.

1 882 wurde die Kirche nach Plänen des Baumeisters Möckel erneuert, und 1891 ließ der um Leisnig verdiente Rechtsanwalt

Dr. Karl Mirus den Turm erhöhen.

Die Superintendentur in Leisnig mit ihren hohen Giebeln wurde 1529 ge-

gründet, zu dieser Zeit erhielt das hiesige Kirchspiel auch seinen heutigen Umfang. Der Grund zu diesem Gebäude soll jedoch schon 1405 van MarkgrafWil-

helm von Meißen gelegt worden sein.

Im Ferdinand-Adam-Haus lebte und wirkte der Komponist Ferdinand Adam, zur Zeit der Entstehung

dieses Fotos war es Wohnung des Kirchenmusikdirektors Franciscus Nagler.

36 Dieses Bild zeigt den Leisniger Friedhof, der Fotograf gab dem Foto den Titel 'Im Frieden der Nikolai-Kirche'. Ursprünglich zog sich der Friedhof um die Hauptkirche. Da sein Raum aber zu klein war, musste 1527 vor dem Obertor ein neuer Kirchhof angelegt werden. Auf dem Friedhof befinden sich die Gräber bekannter Leisniger Persönlichkeiten. Hier wurde der Komponist Ferdinand Adam begraben, ebenso fand LudwigWürkert hier seine letzte Ruhestätte. 'Ludwig Würkert 16.12.1800 - 10.1.1876' lautet die Inschrift eines schlichten Steines, auf dem ein eiserner Eichenkranz liegt. Der Theologe Würkert schloss sich der revolutionären Bewegung von 1848 an, wurde zu einem der Hauptredner

dieser Bewegung und dafür 1849 verhaftet, nach Augustusburg gebracht und zu acht Iahren Zuchthaus verurteilt. Auch Bürgermeister Reschke liegt auf diesem Friedhof begraben. Er war 1845 Mit-

begründer des freiheitlich gesinnten LeisnigerTurnvereins sowie des demokratischen Vaterlandsvereins (1848) und trat in vielen Volksversammlungen auf. Nach seiner Verhaftung und Einlieferung

in das Leisniger Amtsgerichtsgefängnis erkrankte er schwer und starb am 1. Juni 1850 im noch nicht vollendeten Alter von 32 Iahren.

37 Der neue Friedhof vergrößerte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts rasch und wurde vom Gottesackerausschuss mit viel Grün und Blumen verschönt. Im schönsten Teil des Friedhofs wurde von der Leisniger Kirchgemeinde das wuchtige Kriegerehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus Leisnig und den eingepfarrten Ortschaften aufgestellt. In den Stein sind die Namen von etwa dreihundert Gefallenen eingemeißelt.

38 Leisnig war auch bekannt als Garnisonsstadt. Ende der sechziger Iahre des 19. Iahrhunderts lag hier das 1. Bataillon des

10 7. Infanterie-Regiments. N ach dessen Verlegung

nach Leipzig hielt 1887 das 3. Bataillon des 139. Infanterie- Regiments seinen Einzug, wurde aber 1897 mit dem Stammregiment in Döbeln vereinigt. Seit dieser Zeit garniso-

nierte in Leisnig das Il. Bataillon des 179. InfanterieRegiments.

Die Kaserne im Süden der Stadt an der Colditzer Straße, 226 m hoch gelegen, wurde 1888 von der Stadt

Leisnig mit einem Kostenaufwand von 320 000 Mark erbaut und am

1. April 1889 bezogen.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek