Lengede in alten Ansichten

Lengede in alten Ansichten

Auteur
:   Otto Meier
Gemeente
:   Lengede
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0889-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lengede in alten Ansichten'

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39. Der gute Lößboden dieser Gegend lieferte ertragreiche Ernten an Zuckerrüben. Zahlreiche Fabriken gab es deshalb in früheren Jahrzehnten in der ganzen Umgebung: Groß Lafferde, Osterlinde und Wierthe, ferner Vechelde, Üfingen, Thiede und andere mehr. 1865 gründete man die Broistedter Zuckerfabrik. Im Jahre 1942 wurde diese stillgelegt, und ihre Rüben-Anlieferer teilte man den Fabriken Groß Lafferde, Osterlinde und Wierthe zu. Die Baulichkeiten gingen zunächst in den Besitz des Bergbau-Unternehmens 'Ilseder Hütte' über, 1945-1946 gründete Wilhelm Stoll dort eine Landrnaschinenfabrik.

Die wiedergegebene Ansichtskarte könnte aus der Zeit um 1914-1915 stammen. In der 'Kaserne' wohnten jeweils die Saisonarbeiter.

40. Die Lengeder Wasserrnühle war in früheren Jahrhunderten als einzige in der Umgebung eine wichtige Kornmahlmühle. Die Müller sind ab 1620 bekannt. Um 1890 wurde die Mühle von Conrad Burgdorf aus Klein Lafferde gekauft, der 1917 verstarb. Sein Sohn Herrnann führte den Betrieb weiter, er wurde 1945 von Polen erschossen. Das Bild entstand 1901, bevor man das letzte von zwei Wasserrädern abbaute. Der Mahlbetrieb für Mehl und Schrot wurde durch Motorkraft bis etwa 1950 weitergeführt, Wir sehen den Besitzer Conrad Burgdorf (Mitte) mit Sohn Hermann (links) sowie Ehefrau Dorothee und Tochter Anna (rechts), die Hermann Voges in Vallstedt heiratete.

41. Im Jahre 1872 begann der Abbau von Eisenerzen im Bereich östlich von Lengede, und zwar zunächst in den Tagebauen 'Sophienglück' und 'Mathilde'. Die Abraumerde (das Deckgebirge) brachte man zuerst in tiefergelegene Feldmarksteile nordöstlich des Dorfes, woran noch heute der Straßenzug 'Kippe' erinnert. Um 1917 begann eine Hängeförderung mittels Kipploren und die Aufschüttung der Abraumerde zu einer Halde nördlich des Vallstedter Weges, die im Volksmunde später die Bezeichnung 'Seilbahnberg' erhielt. Dieses Bild von 1926 zeigt im Vordergrund die Hängeförderung entlang des Tagebaues sowie am Fuße des Seilbahnberges das Maschinenhaus und die Umkehrstation. Mit dieser Art der Abraumbeseitigung war 1927 Schluß. Im Hintergrund die Bodenstedter Windmühle (bis 1929).

42. Vieles auf einen Bliek ist auf diesem Bilde aus dem Jahre 1920 vom Eisenerzbergbau in Lengede zu sehen. Im Vordergrund arbeitet unten der Bagger zum Erzabbau. Auf der oberen Etage steht rechts der Bagger zum Abräumen der Deckschicht, wobei in der linken Hälfte auch ein Teil der Hängeförderung mit Wendetrommel am Strang-Ende zu erkennen ist. Im Hintergrunde sehen wir die beiden im Ersten Weltkriege abgeteuften Förderschächte 'Anna' (links) und 'Mathilde' (rechts). Sie standen bis 1959 beziehungsweise bis 1979. Im Dezember 1977 wurde die Eisenerzförderung eingestellt.

43. Viele Bergleute kamen in den Jahren 1919-1920 und danach in den Eisenerzbergbau der Ilseder Hütte und damit viele neue Familiennamen in das Dorf Lengede. Aus Schlesien und Sachsen stammten zum Teil die Zugezogenen. Viele kamen von den an Frankreich abgetretenen Erzgruben in Lothringen, wie die Familien Daniel, Tüx, Wagner, Schäfer und Adam. Rhone's kamen sogar aus Amerika. Sie alle wohnten zunächst in den Baracken der 'Kolonie' nördlich des früheren Eingangs zu 'Schacht Anna'. Auf dem Bilde von 1921 sehen wir Mitglieder der Familie Wagner, die mit elf Personen gekommen war, wie zum Beispiel Nikolaus (zweiter von rechts stehend) oder Philipp (vor ihm). Aus dem Fenster sieht Tochter Margarete, die den Kaufmann Heinrich Päs heiratete.

44. Dieses Bild von der Erbsenernte aus der Zeit um 1930 ist auf der Klein Lafferder Feldmark entstanden. Nicht nur die größeren Bauern pflanzten damals dieses Gemüse an, sondern auch die kleineren Landwirte und ebenfalls Arbeiterfamilien, die ein wenig Pachtland besaßen. Morgens in aller Frühe gingen die Frauen und Kinder hinaus zum Erbsenpflücken, bewaffnet mit einem Schemel, einem Korbe und einer dieken Sackschürze gegen den Nachttau. Gleich auf dem Felde wurden zum Schluß die vollen Säcke mit der Dezimalwaage gewogen. Dabei war der Vertreter der Konservenfabrik, hier Kaufmann Gustav Burgdorf, zugegen.

45. Um 1930, als diese Aufnahme entstand, wurden die verschiedenen Arbeiten bei der Heuernte noch durchweg per Hand erledigt. Hier sieht man eine Gruppe Klein Lafferder Frauen beim Zusammenharken des Heues mit Holzharken zu langen Schwaden. Zum Teil tragen sie auf dem Kopf als Sonnenschutz einen 'Schlunterhut' , auf Hochdeutsch 'Helgoländer', Zur Gemeinde gehörte eine große Wiesenfläche von rund 36 Morgen, das sind neun Hektar, am Nordufer der Fuhse entlang. Die Fuhse selbst bildete die Grenze zur Nachbarfeldmark Woltwiesche.

46. Schwadenweise blieb das zusammengeharkte Heu in langen Reihen liegen. Zwischen diesen fuhren die Erntewagen entlang. versehen mit dem 'Ladezeug', durch das eine größere Ladefläche erreicht wurde. Auf dem um 1930 entstandenen Bilde reichte der Klein Lafferder Bauer Ludwig Plünnecke das Heu mit einer langen zweizinkigen Forke nach oben, wo es von zwei Frauen entgegengenommen, verteilt und fest hingepackt wurde. Zum Schluß kam über das ganze Fuder ein dickes Seil, das durch eine Winde straff gezogen wurde und das Heu zusammenhielt. Bei den Pferden steht der damalige Knecht Wilhelm Lippe.

47. Dieses Bild vom Mistfahren könnte in der Feldmark jeder der fünf Ortschaften aufgenommen worden sein. Hier aber ist es gerade Albert Struckmann, Land- und Gastwirt in Barbecke, der mit seinen beiden Pferden 'Liese' und 'Lette' Mitte der zwanziger Jahre den guten Dung zum Acker bringt. Damals hatte die Mahnung noch ihre Bedeutung: 'Wo kein Misrus - da kein Christus,' das soll heißen:

Wo nicht ordentlich Mist untergepflügt wird, da ist auch keine gute Ernte zu erwarten. Von einer Längsseite des Wagens aus wurde der Mist mit einem Misthaken vom Wagen gezogen.

48. Ein starkes Ochsenpaar war früher für viele Bauernhöfe das begehrte Zuggespann. Auch Kühe wurden zum Ziehen in Anspruch genommen. Mit dem 'Kopfzeug' (plattdeutsch: 'Kopptuich') vor der Stirn leisteten die braun-weißen Ochsen ihre 'Kopfarbeit'. Im Vordergrunde des Bildes von etwa 1927 sieht man drei Holz-Ackerwalzen, die sich auch nach den später aufkommenden Eisenwalzen noch lange gehalten haben. Ferner zeigt das Foto den Hofbesitzer, Albert Holland, Landwirt in Klein Lafferde, der im Volksmunde - vom Großvater her - den Beinamen 'Franz-Holland' trug. Das Fachwerkhaus wurde übrigens 1972 abgerissen.

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