Lengerich in alten Ansichten Band 1

Lengerich in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Gert Schumann
Gemeente
:   Lengerich
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1821-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lengerich in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Erinnern wir uns!

Mit Riesenschritten hat sich das äußere Erscheinungsbild Lengerichs in den letzten Jahrzehnten verändert. A1ltäglichkeiten sind für uns Fußgängerzone, gefüllte Parkplätze, Autoschlangen vor Verkehrsampeln und zu den Hauptgeschäftszeiten Gedränge in Geschäften und Kaufhäusern. Das war nicht immer so. Man ist überrascht, wenn einem eine alte Ansichtskarte zu Gesicht kommt. Wenn man zur älteren Generation zählt, zeigt man sie unwillkürlich seinem Altersgenossen. 'Weißt du noch? ' heißt es dann. Und man entdeckt Einzelheiten, die einem schon längst aus dem Gedächtnis entschwuriden waren. Der jüngeren Generation wird dann erklärt: 'Da, dieses Fachwerkhaus existiert nicht mehr. Heute steht dort ein modernes Geschäftshaus mit Flachdach, Glasfront und Leuchtreklame.' 'Hier ist jetzt ein Parkplatz, früher war's ein Garten.' 'An dieser Stelle endete die Schulstraße. Die war noch nicht bis zur Osnabrücker Straße durchgebaut.'

Alte und Junge werden gemeinsam auf Entdeckungsreisen gehen. Die Alten werden in Erinnerungen schwelgen. Die Jungen werden erfahren, wie es in ihrer Heimatstadt einmal aussah. Dieses Buch will nicht die 'gute, alte Zeit' verherrlichen, die selbst voller Probleme steckte. Es will nur aufzeigen, wie das

äußere Erscheinungsbild Lengerichs sich etwa von der Jahrhundertwende bis zum Jahre 1930 darbot. Es soll eine Dokumentation sein, die uns durchaus klarmachen kann, daß Lengerich damals funktionsgerecht angelegt war.

Unsere Stadt befand sich in den ersten drei J ahrzehnten dieses Jahrhunderts im Umbruch. Allmählich verlor sie den Charakter einer geruhsamen Ackerbürgerstadt. Etliche Fachwerkhäuser mit ihren Dielentüren zur Straßenseite hin mußten schon massiven Neubauten weichen. Wer sich keinen Steinbau leisten konnte, der ließ zumindest seinen Fachwerkgiebel unter einer Putzschicht verschwinden, um dadurch dem neuen Trend seinen Tribut zu entrichten. Daß der moderne Putz dem Gebälk nicht zum Segen gereichte, bemerkte man erst viel später. In etlichen Fällen war es dann schon zu spät.

Begonnen hatte der Umbruch eigentlich nach dem Deutsch-Französischen Kriege 1870/71. Unsummen mußte Frankreich an Deutschland als Kriegsschulden zahlen. Die 'Gründerjahre' ließen viele Unternehmen wie Pilze aus dem Boden schießen. Oftmals ergab es eine Scheinblüte. Zum Glück blieb Lengerich von negativen Erscheinungen verschont.

Dafür aber erhielt Lengerich 1872 durch die Eröffnung der Bahnlinie Münster-Osnabrück den An-

schluß an den Fernhandel. Aufblühende Industriebetriebe taten ein übriges. In Lengerich florierten Handel und Wandel. Es wurde Geld verdient, aber auch ausgegeben. So kam jeder zu seinem Recht.

Die Straßen, die Lengerich mit seinen N achbargemeinden verbanden, waren bereits im 19. J ahrhundert chaussiert worden, das heißt man hatte schon eine Packlage in den Straßenkörper eingebaut, Es gab zwar noch Schlaglöcher, aber die Straßen waren bei anhaltendem Regenwetter nicht mehr grundlos. Die ersten Autos konnten sich getrost auf die Landstraßen wagen.

Als dann noch im Jahre 1901 die Teutoburger-WaldEisenbahn in ihrer ganzen Länge zur Verfügung stand, erhielt Lengerich sogar Anschluß an das mitteleuropäische Kanal- und Flußnetz , denn von Brochterbeek zweigte eine Stichstrecke zum Saerbecker Hafen ab. In Lengerich selbst wurden etliche Industriegleise verlegt. Das Transportproblem war hinfort keins mehr.

Der Erste Weltkrieg 1914-1918 stellte für Lengerich einen bedeutenden Wendepunkt in gesellschaftlicher Hinsicht dar. Vor diesem Kriege stand man ganz im Banne der Monarchie. 'Preußens Gloria' beseelte die Herzen der meisten Einwohner. Einen Höhepunkt bildete der Kaiserbesuch am 31. August 1907. Trotz-

dem konnte der Glanz der Krone nicht darüber hinwegtäuschen, daß man in einem Polizeistaat lebte. (Gleich zentnerweise gibt das Aktenmaterial im Lengericher Stadtarchiv davon Kunde.) Ein Ausbrechen aus dieser Ordnung schien nicht geraten. Dafür aber fand ein treuer, braver Untertan sein Auskommen und Fortkommen.

Das große Völkerringen forderte von Lengerich intensivste Anstrengungen und einen hohen Blutzoll. Das zarte Pflänzchen Demokratie konnte in der Resignation der ersten Nachkriegsjahre nur kürnrnerlich gedeihen. Wiederankurbelung der heimisehen Wirtschaft und Milderung der Wohnungsnot bestimmten die erste Zeit. Die überregionalen Kriegsfolgen wrikten sich bis in unser Gemeinwesen aus: Hilfe für die Rücksiedler aus den abgetrennten deutschen Ostgebieten, Hilfe für das von den Franzosen besetzte Ruhrgebiet, Hilfe für die hart bedrängten Gemeinden im Saargebiet.

Lengerichs Männern und Frauen ist es zu verdanken, daß das Gemeindeschiff heil durch die wogende See der Zeit kam und sicher an mancher Klippe vorbeisteuerte. Ihnen allen sei dieses Buch gewidmet.

1. So eng wirkte damals der westliche Teil der Altstadt. Bäume verbanden beide Strafsenseiten. Die rechte Seite begarm mit dem Melo'schen Haus, das einen Instal1ationsbetrieb beherbergte. Herrnann, der letzte Melo, beschäftigte sich hauptsächlich mit Reparatutarbeiten. Als 'Zangenhermann' war er stadtbekannt, weil man ihn häufig mit einer Zigarre im Mund und mit einer Rohrzange in der Hand durch die Straßen eilen sah.

Lengerich i. W.

Im Kirchplatz

2. Nördlich des Melo'schen Hauses schließt sich der westliche Kirchplatz an. Im Nachbarhaus wohnte der Schneider Friedrich Michel. Das nächste Haus besaß der Schuhmachermeister Julius Steinheiser. Hier stand einst ein Lengericher Armenhaus. Aus der Bauflucht ragte das Hildebrand'sche Haus. Hier waren Blaufärber und Anstreicher zu Hause. Im nächsten Haus eröffnete Heinrich Heinemann am 2. Juni 1891 ein Barbier- und Haarschneidegeschäft. Die Pumpe vorn rechts versorgte die Nachbarschaft mit Wasser.

3. Im Hintergrund steht der Römer, links die Stadtkirche mit dem Ehrenmal für die Gefallenen der Kriege 1864, 1866 und 1870/71. Die rechte Häuserzeile existiert erst seit der Mitte des 18. Jahrhunderts, vorher reichte der Kirchhof weiter nach Süden. Alle Anwesen sind seit Jahrzehnten Geschäftshäuser. Im ersten Haus neben dem Römer stand das Kolonialwarengeschäft Determann, ihm folgten das Eisenwarengeschäft Determann, Uhrmachergeschäft Altevogt, Textilgeschäft Deterrnann-Blöcker und die Schneiderei Schallen berg.

4. Der Bliek aus dem Römer heraus fällt zunächst auf die Häuser Determann, Altevogt, Determann-Blöcker und Schallenberg. Dahinter schließt sich das Haus des Kappenmachers Bögel an, ihm folgt das Textilgeschäft Nebinger. Hinter dem Pferdefuhrwerk ist eben noch der Fachwerkbau des Hermann Moritz Bielefeld zu erkennen.

5. Das Haus des Hermann Moritz Bielefeld mit Krüppelwalm und kunstvoll gearbeiteter Eingangstür mußte dem massiven Bau des Textilgeschäftes Sundermann-Büsing weichen.

6. Diese Häuserzeile beginnt links mit dem 'Gasthaus zum Adler' der Familie Brunsmann. Um die lahrhundertwende wurden in diesem Gebäude auch eine Bäckerei und ein Kolonialwarengeschäft betrieben. Es folgen: Blaufärber Schrader, Fleischerei Lietzmann, 'Hotel Anker' der Familie Werlemann, Manufaktur- und Konfektionsgeschäft Sundermann-Büsing. Letztere Familie erwarb 1930 das gegenüberliegende Haus. Den Schluß bildet das Melo'sche Haus.

7. Das vordere Haus ragte weit in die Straße hinein; 1938 wurde es abgerissen. Es gehörte Adolf Banning (t 1910), auch 'Koff'ebaunenBanning' genannt. Zum Schluß war das Haus vermietet. In ihm arbeiteten der Uhrmacher Hans Lagemann, der Friseur Hugo Teepe und der Polsterer Gustav Haßrnann. Links zurück lag die Gastwirtschaft und Bäckerei Kernper-Diersmann. Ganz links ist noch das Haus Neyer zu sehen. Die linke Straße führte zum Hook, nach rechts ging es zur Teckle nburger Straße.

8. Die Gastwirtschaft und Bäckerei Kemper-Diersmann war lange Jahre 'Herberge zur Heirnat', Anlaufstation und billige Unterkunft für alle wandernden Handwerksgesellen. Im Volksmund hieß sie deshalb 'die Penne'. Die bescheiden ausgestatteten Kammern lagen an einem langen Flur im Dachgeschoß.

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