Lengerich in alten Ansichten Band 2

Lengerich in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Gert Schumann
Gemeente
:   Lengerich
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1571-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lengerich in alten Ansichten Band 2'

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Vereïnl!ltull.lR.

19. Im Jahre 1895 weihte die evangelische Kirchengemeinde an der Schulstraße ihr Vereinshaus ein. Kein Geringerer als Vater Bodelschwingh, der am 6. März 1831 auf Haus Marck geboren wurde, hielt die Festansprache. Der Name Vereinshaus war für die damalige Zeit durchaus passend. Einen Zusammenschluß von irgendwelchen Gemeindemitgliedern nannte man damals eben einen Verein. Hier herrschte ein ständiges Leben und Treiben. Das Gebäude wurde verkauft, als in unmittelbarer Nähe der Kirche das neue Gerneindehaus, das Martin-Luther-Haus, eingeweiht wurde.

20. Im Jahre 1883 wurde das Lengericher Krankenhaus gebaut. Eine in Rotterdam gestorbene Frau Kröner, eine geborene Windmöller aus Lengerich, hatte das Geld dafür gestiftet. Ihrem Wunsche entsprechend erhielt das Krankenhaus den Namen 'Bethanien', Es wurde bestimmt, daß darin vorzugsweise Kranke aus Lengerich Stadt und Land gepflegt werden sollten. Die Pflege sollte evangelischen Diakonissen übertragen werden. Der Name 'Bethanien' erinnert an einen Ort in Palästina, nordöstlich von Jerusalem. Er war zur Zeit Jesu Wohnort des Lazarus. Daher auch der Name für Krankenpflegeanstalten.

21. Hier in diesern Hause Bahnhofstraße 29 lag der Beginn der Firma Windmöller & Hölscher. Jahrzehntelang hatten die Goldschmiedemeister Hölscher hier einen gutgehenden Betrieb, in dem zeitweilig bis zu 15 Arbeitskräfte beschäftigt waren. Hermann Hölscher war ein genialer Tüftler. Er verstand es, die Handarbeit beim Papierfalten durch einfache Maschinen zu ersetzen. Durch eine glückliche Verbindung mit dem Lengericher Kaufmann Gottfried Windmöller gelang es, im Hintergebäude die erste Produktion von Apotheker-Falzkapseln aufzunehmen. Früher gab es kaum Pillen. Die Pülverchen wurden in gefalteten und verschließbaren kleinen Papiertüten verkauft.

22. Am 1. Oktober 1869 konnte die Firma Windmöller & Hölscher gegründet werden. Auf der Münsterstraße hatte Hermann Hölscher die kleine chemische Fabrik von Banning & Trosdorf angemietet. Dort hatte man bislang hauptsächlich Salpeter hergestellt. Als der Jugendfreund Gottfried Windmöller sich mit Hermann Hölscher verband und 1000 Taler in das nun gemeinsame Geschäft einbrachte, konnte das gemietete Gebäude gekauft werden. Die Produktion von Apotheker-Falzkapseln wurde vorerst nur von Hand mit in Holz gefertigten Maschinen ausgeführt. Aber bald war es möglich, eine kleine 1 PS-Dampfmaschine anzuschaffen. Die nunmehr erforderlichen neuen Produktionsmaschinen erfand wiederum Hermann Hölscher.

23. Dieses Bild zeigt den Zustand der Maschinen- und Dütenfabrik, so nannte man sie damals, im Jahre 1899. Das Werk ist beträchtlich gewachsen. Im linken Gebäude, das mit dem Giebel zur Straße steht, befand sich bis 1907/08 die Wohnung von Hermann Hölscher, Im Trakt mit Flachdach waren Wohnund Fabrikräume anzutreffen. Das dritte Gebäude beherbergte Wohnräume und einen Teil der Kapselproduktion. Im vierten Gebäude befand sich die Beutelfabrikation, nachdem man den Produktionsfächer erweitert hatte. In der Zugangsbrücke zum rechten Gebäude war die Kleisterkuche untergebracht. Den Kleister benötigte man zum Kleben der Beutel. Das rechte Gebäude diente als Büro und Maschinenhalle. Flachbeutel- und später Spitztütenmaschinen bestimmten nun das Bild.

E..~iN N é..~U Nó 1I1f lltlf rAISE..~BtSUL'1 anlässlich der 200.Jahrfeiel" l.E.Nc.E.R1CH 1907.

24. Der 31. August 1907 wurde für Lengerich ein hoher Feiertag. Die Grafschaft Teekienburg gehörte 200 Jahre zu Preußen. Kaiser Wilhelm H. hatte seinen Besuch zugesagt. Eigentlich wollte er schon früher kommen. Aber er wartete erst die Kaisermanöver in Münster ab. Das aufgeschönte Bild rechts unten soll einen heroischen Eindruck vermitteln. Die Autokolonne durchfuhr zuerst Ladbergen, bevor sie Lengerich erreichte. Die gesamte Bevölkerung war auf den Beinen und begrüßte den Herrscher mit lauten Hurra-Rufen. Einen Aufenthalt gab es in der Stadt nicht. Die Feier fand vornehmlich auf dem Burghof in Teekienburg statt.

25. Große Mühe hatte sich die Firma Windmöller & Hölscher gegeben, um den Kaiser würdig zu begrüßen. Ein fünfteiliger Triumphbogen mit Girlanden, Fähnchen, Spruch, Kokarden, Kaiserernblemen und einer auf Hochglanz gewienerten Maschine standen bereit. Zwei handfeste Männer mit Vorschlaghämmern belebten das Bild. Die Firmenleitung erschien mit Gehrock und Vatermörder. 87 Mann waren angetreten. Und was steht auf der Rückseite der alten Aufnahme?

W & H steht parat:

Der Kaiser kommt. (Wilhelm 11) 1907

nachher ist er so vorbeigefahren.

26. Der Bliek geht in den Chorraum der Stadtkirche. Gerade ist man dabei, den Unterteil des aufgehenden Mauerwerks neu auszumalen. Das Kirchengestühl war zur Kanzel hin ausgerichtet. Man maß eben der Predigt ihre zentrale Stellung innerhalb des Gottesdienstes zu. In dem abgeteilten Kirchensitz, direkt unter der Kanzel, hatte der Küster seinen Platz. Während des Gemeindegesanges hatte er mit mehr oder weniger geschmeidiger Stimme den Part des Vorsängers zu übernehmen.

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27. Am rechten Bildrand erscheint zuerst das Haus Bahnhofstraße 3. Heinrich Julius Upmann aus dem Bauernhofe oben auf der Bergstraße eröffnete hier am 14. November 1891 ein Kolonial-, Eisen- und Kurzwarengeschäft. Im Giebel befanden sich zwei Davidsterne, von denen einer auf dem Bilde sichtbar ist. Im Nebenhaus befand sich lange Zeit das Putzgeschäft Peters. Das Eckhaus mit dem Geschäft Grothaus wird an anderer Stelle beschrieben. Die linke Seite beginnt mit dem Schuhgeschäft des Meisters Heinrich Lindemann. Später übernahm sein Schwiegersohn Christian Stahl die Leitung. Das linke Eckhaus hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Hier hatte schon der Apotheker Werne sein Domizil, dann der Chirurg Werleman, später Feibes, Kienecker und Fritze Erpenbeck, der Eulenspiegel van Lengerich.

28. Das Hotel 'Zum goldenen Löwen' wird auf dieser Postkarte dargestellt. Es bildet heute noch einen Blickfang auf der Bahnhofstraße. Wilhelmine Joharme Elisabeth Osterkamp, Tochter des verstorbenen Wirtes Osterkamp aus der Altstadt ('Zum Adler'), heiratete am 25. Oktober 1888 Friedrich August Pannier. Dieser starb bereits am 5. April 1891. Seine Witwe heiratete dann den Hotelier Wilhelm Quaritsch aus Ibbenbüren, Jetzt erlebte das Haus seine größte Blütezeit. Heute ist das Haus im Besitz der Familie Blomeyer. Im ehemaligen Festsaal befindet sich nun ein Kino, das 'Centra!'.

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