Leutkirch in alten Ansichten Band 2

Leutkirch in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Emil Vogler
Gemeente
:   Leutkirch
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1361-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Leutkirch in alten Ansichten Band 2'

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LE"UTKIRCH. PnRTIE" /IN DE"R E"5CHB/ICM

19. Wie ungemütlich die Eschach werden konnte, zeigt das Bild vom 7. Mai 1931. Starker Regen ließ das unberechenbare Gebirgsflüßchen so stark anschwellen, daß sein Bett nicht nur randvoll gefüllt war, sondern auch die Obere Vorstadt-Straße in ihrer ganzen Breite überschwemmte. Manchmal ergoß sich das Wasser sogar noch in die Stadt hinein. Auf der Mohrenbrücke stauen sich die Neugierigen, mit Regenschirmen gegen den immer noch strömenden Regen bewaffnet. Heute verhindert die Aufstauung des Hochwassers im Fetzachmoos solene Katastrophen.

20. Idyllisch war auch der Spazierweg auf der 'Fülle', auf der einen Seite begleitet von der Eschach, auf der andern vom Stadtbach, der beim Oberen Tor in die Stadt hineinschlüpfte und sie mit Wasser versorgte. Im Juni duften die blühenden Linden, die die Eschach begleiten. Beim Brunnen rechts liegt ein Brettersteg über dem Stadtbach, auf dem die Waschfrauen knieten und ihre Wäsche spülten. Zwei große Tore an den Häusern rechts erinnern daran, daß in der Oberen Vorstadt, dem einstigen Dorf Ufhoven, 1911 immer noch die Landwirtschaft zu Hause war.

Aufgang z. Wilhelmshöhe

21. Vater, Mutter und das kleine Töchterlein spazieren den Pflugberg - benannt nach dem Gasthof 'Pflug-Post' an seinem Fuß - zur Vogelhalde und Wilhelmshöhe hinauf. Der Vater schaut hinüber über den tiefen Oberen Graben zu der Martinskirche und dem stattlichen Pfarrhaus. Unten im Graben steht die Waschküche des Gasthofs 'Pflug', Der Bliek wandert hinauf zu dem alten Pulvertürmchen. Als Felle 1902 die Postkarte zeichnete, gehörten der Obere Grabenteil samt dem Pulverturm noch dem Posthalter Preißing. Sie mußten in der bayrischen Zeitja zur Abdeckung der städtischen Schulden von der Stadt verkauft werden. Heute sind der Pulverturm und der obere Teil des Grabens wieder in städtischem Besitz,

Leutkirch i. Allgäu.

·ol"~tadt.

22. Untere Vorstadt. Zwischen Memminger Straße und Webergasse plätschert ein gußeiserner Brunnen. Ein paar Häuser haben noch die flachen Giebel wie früher all die Bauernhäuser, die sich hier aneinander reihen. Ihre Dächer waren vor hundert Jahren noch alle mit Landern, den großen Holzschindeln, gedeckt. Warum stehen denn da die vielen Unter-Vorstädtler auf der Straße? Ist etwas passiert? Nein, ein Fotograf hat seinen Apparat aufgebaut! Das war etwas ganz Neues, Das muß man gesehen haben! Und man will doch auf das Bild kommen! Und kein Auto, nicht einmal ein Fuhrwerk stört die Idylle.

23. Das wird bald anders sein. Da kommt schon so ein Oldtimer gefahren. Eigentlich ist es nur eine weich gepolsterte Kutsche. Statt der Pferde bewegen ihn allerdings ein paar PS, versteekt in dem Kasten mit der Kurbel. Durch ein paar kräftige Drehungen der Kurbel wird der Motor angeworfen, und schon setzt das stolze Gefährt sich in Bewegung. Es gehört dem Fabrikanten Neuner, dem Besitzer einer Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen. Seine Frau - sie hat ihren Hut festgebunden, damit ihn der Fahrtwind nicht davonweht - macht mit ihren drei Kindern eine Spazierfahrt, Am Steuer sitzt der Geschäftsführer Hueber. Töff töff! Gute Fahrt!

24. Inzwischen haben sich die Autos in der Stadt vermehrt. Ihre Besitzer sind machtig stolz. Ihre neumodischen Wagen sollen einmal vorgeführt werden. Man schmückt sie mit Blumen und grünen Girlanden. In der Zeitung ist zu lesen: Sonntag großer Blumenkorso! Schön langsam, mit gehörigem Abstand, setzen die prächtig geschmückten Motorkutschen sich in Bewegung. In der Bachstraße beim Kornhaus steht die staunende, nicht motorisierte Menge und betrachtet die paradierenden Gefährte, neidisch applaudierend. Und heute? 'Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los!'

25. Ja, die Stadt geht mit der Zeit! Die alte Metzig heute Haus Uhrmacher Notz -, unter der der Stadtbach durchfloß, hat etliche hundert Jahre den Anforderungen genügt. Aber jetzt, seit 1910, hat die Stadt einen neuen, modernen Schlachthof unten in der Brühlstraße, Auch darauf ist man stolz. Darum läßt man sich in der hohen Schlachthalle fotografieren, natürlich neben dem eben geschlachteten Schwein. Links steht der alte Metzger Steurer, der in der Kornhausstraße seine Metzgerei hatte (Rätz), daneben Metzger Carl Bodenmüller und ganz rechts sein Sohn Oskar, ein weithin bekarmter Schützenbruder und begeisterter Hobby-Maler.

26. 'Es war einmal', das gilt für den Gasthof 'Zum Goldenen Röß1e' in der Evangelischen Kirchgasse, Sein Aushänger, das hübsche springende Rößlein, ist irn Heimatmuseum gelandet. Weit zurück reicht die Geschichte dieses Hauses, Vor einhundert Jahren war es das Lokal des Gewerbevereins, der hier ein Zimmer mit Fachliteratur für seine Mitglieder einrichtete. Im geräumigen Saal spielten häufig Theatergesellschaften für Erwachsene und Kinder, zum Beispiel 'Rosa von Thannenburg'. Zuletzt gehörte das Haus dem katholischen Gesellenverein, den Kolpingsbrüdern, als Treff- und Versammlungsort für seine Mitglieder, bis es 1971 verkauft und abgebrochen wurde.

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. "on 1832.

27. An das 'Rößle' angebaut, zur Unteren Grabenstraße hin, war das Türkische Bad, schon äußerlich gekennzeichnet durch die Gestalt seiner Fenster im maurischen Stil. Der Rößlewirt Breins hatte sich 1832 einen Bade-Sachverständigen als Direktor geholt. Die alten Badestuben hatten längst aufgehört. Jetzt gab es dafür hier die verschiedensten Arten von Bädern 'nach dem heutigen Stand der Wissenschaft'. Sie wurden, wie die Zeitung berichtete, fleißig benützt. Doch mit dem 'Rößle' verschwand auch das "Iürkische Bad', aus dem schon lange ein Wohnhaus geworden war.

28. Zwischen dem 'Rößle' und der ebenfalls abgebrochenen 'Roten Krone', im Volksmund auch 'Blauer Affe' genannt, in dem der 'Spitel-Beck' (der 'SpitalBeek') lange eine Beckenwirtschaft betrieb, schob sich ein Haus bis an den Straßenrand vor. (Letzter Besitzer war Korbmacher Schmid.) Die Balkenköpfe und die vorspringenden Stockwerke verraten, daß unter dem Verputz altes Fachwerk verborgen war. Heute würde man es herausholen zur Verschönerung des Stadtbildes. Doch mit dem 'Rößle' und der 'Roten Krone' verschwand auch dieses Gebäude, das so recht zum Bild der winkeligen Altstadt paßte,

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