Leutkirch in alten Ansichten Band 2

Leutkirch in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Emil Vogler
Gemeente
:   Leutkirch
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1361-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Leutkirch in alten Ansichten Band 2'

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49. Ein junges Mädchen ist gestorben. Im Elternhaus lag sie feierlich aufgebahrt bis zum Tag der Beerdigung. Vor dem Haus sammelte sich die Trauergemeinde. In den Straßen, durch die sich der Trauerzug dann zum Friedhof bewegte, hatten die Geschafte ihre Rolladen vor den Schaufenstern heruntergelassen. An der Spitze des Zuges ging der Polizist im Helm und sorgte dafür, daß die Fuhrwerke anhielten und auswichen, Die Verstorbene wurde vom Jungfrauenverein begleitet. Feierliche Stille liegt über dem Trauerzug. Nur die Glocke klingt dumpf vom Turm der Martinskirche herunter.

50. Erster Weltkrieg. Leutnant Henne ist im Lazarett seinen schweren Verwunden erlegen. Nun wird er in seiner Heimat zur letzten Ruhe geleitet. Der mit Kränzen geschmückte Leichenwagen, gezogen von zwei Pferden mit schwarzen Schabracken, wird von Angehörigen der in Leutkirch stationierten Gebirgsjäger feierlich begleitet. Dahinter folgen die Angehörigen, der Geistliche, Kriegskameraden, die Trauergemeinde. So geht es gemessenen Schrittes hinaus zum Friedhof. Ein Bild aus vergangener Zeit. Der Tod ist aus dem Stadtbild verdrängt.

51. Im Ersten Weltkrieg war Leutkirch also Garnisonsstadt. Am 5. Januar 1916 trafen eine Kompagnie des württembergischen Gebirgs-Bataillons sowie ein Gebirgs-Maschinengewehr-Zug hier ein, Sie wurden in den Sälen der Gasthöfe 'Hirsch', 'Rößle' und 'Löwen' untergebracht. Ihre Küche hatten sie in der Garage des Gasthofs 'Zum Rad'. Hier kommt eben der Maschinengewehr-Zug mit seinen zweirädrigen, von kleinen Gebirgspferden gezogenen Wagen von einer Übung zurück. Übungsplatz waren die Allmandteile gegenüber vorn 'Bayrischen Hof' an der Straße nach Kernpten. 'Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren, öffnen die Mädchen die Fenster und die Türen.' Ein paar von ihnen sind sogar an einern Gebirgler hängen geblieben!

52. Zur Erinnerung an unsere Musterung am 7. Juli des Kriegsjahres 1915 steht auf der Rückseite dieser Postkarte. Mit Trommelklang sind die jungen Burschen durch die Stadt gezogen, auf der Brust den Rekrutenstrauß. Sie schauen recht ernst in die Zukunft. Sie ahnen wohl, wieviel Schweres auf sie wartet. An der schwarz-weiß-roten Fahne ist ein Kranz befestigt. Seine Schleife trägt den Aufdruck: 'Mit Gott für König und Vaterland.'

53. Der Krieg ist zu Ende. Am 2. März 1919 wurden die heimgekehrten Krieger von der Stadt vor dem Rathaus feierlich begrüßt. Dann trafen sie sich, in Gruppen verteilt, in verschiedenen Gasthöfen zu einem Festessen, begleitet von Gemeinderäten. Auf unserem Bild hat sich die Gruppe, die in der 'Sonne' zu Gast war, dem Fotografen gestellt, einige, so ein paar von der Marine, noch in Uniform. Von der Stadtverwaltung wurde bei ihnen Gemeinderat Albert Vogler (sitzend, dritter von rechts) als Vertreter bestellt. Ganz alte Leutkircher werden manches bekannte Gesicht entdecken.

54. In der jungen Republik standen 1920 Landtags- und Reichstagswahlen bevor. Die Parteien warben um die Stimmen der Wähler. Die Zentrumspartei hatte dazu keinen geringeren als den Finanzminister a.D. Matthias Erzberger gewonnen. Da das Wetter günstig war, hatte man die Wahlversammlung von der ursprünglich vorgesehenen alten Turnhalle auf die Wilhelmshöhe verlegt, wo sich am 26. Mai 1920 über 1 500 Zuhörer einfanden. Jeder wollte den Mann sehen und hören, der bei den Friedensverhandlungen 1918 und 1919 so entscheidend mitgewirkt hatte. Dicht drängen sie sich um das Rednerpult vor der Festhalle und lauschen mit ernstem Gesicht den Worten des berühmten Mannes, der auch am 6. Juni in den Reichstag gewählt wurde.

55. Doch kehren wir noch einmal in friedlichere Zeiten zurück. Um die Kolping-Fahne hat sich 1898 die Kolping-Familie versammelt, die Jungen, die in ihr ein Stück Heimat gefunden haben, aber auch die Meister bis hinauf zu den Altmeistern im weißen Bart. Als ihr Betreuer und Vorstand sitzt in der Mitte der ersten Reihe der gütige Präzeptor Schiele, auch von seinen Lateinschülern geachtet und geliebt. Wer erinnert sich noch und erkennt sie, den Buchbinder Walter, den Sattler Koscheli, den Schuhmacher Rauch, den Maler Christ und den Dreher Kirchmann?

56. Hier haben sich Vorstand und Aufsichtsrat des Spar- und Vorschußvereins - heute Leutkircher Bank - dem Fotografen gestellt. Neben den Mitgliedern aus den benachbarten Gemeinden waren bekannte Persönlichkeiten aus Leutkirch mit der Leitung der Bank beauftragt, zum Beispiel sitzend von links nach rechts: Metzgerrneister Nägele vom 'Roten Ochsen', Zimmerrneister Robert Vogler, Kassier Albert Drexler, Vorstand Stadtbaurneister Wilh. Saleth, Fabrikant Neuner, stehend zweiter von link Käsereibesitzer Hauber, Kaufmann Alb. Vogler als Vorsitzender des Aufsichtsrats und zweiter von rechts Landtagsabgeordneter und Straußwirt Braunger.

57. Wie schon im ersten Büchlein präsentiert sich noch einmal die Zitherschule Waizenegger um 1912 in neuer Besetzung. Stolz haben die jungen Musikanten ihre Instrumente vor sich auf dem Schoß, wie wenn sie gerade miteinander ein Lied anstimmen wollten. Aus den Kindern sind längst Erwachsene geworden. Aber manches der Gesichter kommt uns trotzdem recht bekannt vor. üb die Zitherschüler von einst wohl noch manchmal zur Zither greifen? Sie ist inzwischen etwas aus der Mode gekommen. Aber an Weihnachten, bei der Stubenmusik im Bauernstübchen des Heimatmuseums, erfreut sie auch heute noch der Besucher.

58. Aha, auch hier wird musiziert! Die Tanzkapelle SchittIer stellt sich vor. Ihr Leiter, der stattliche Buchbinder Schittler, steht würdig neben seinem ebenso stattlichen Kontrabaß! Amtsdiener Henne spielt die Trompete, Schreiner Wagenseil die Flöte. Drei Violinen (Fehr, Flaschner Hans Wagenseil und Schneider Utschik) sind auch dabei, dazu noch eine Klarinette, also eine aus Streichern und Bläsern gut zusammengesetzte Kapelle. Sie spielte nicht nur zum Tanz auf, sondern unterhielt die Geselischaft auch mit lustigen Liedern. In einem Heftchen sind sie zu einem 'Humoristischen Konzert' zusamrnengestellt: 'Schwäbische Katzenballade', 'Küssen ist keine Sünd', 'Trink'n mer noch ein Tröpfchen', 'Schwäbische Schnaderhüpferl' und viele andere. Wer wollte da nicht mitsingen?

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