Leutkirch in alten Ansichten Band 2

Leutkirch in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Emil Vogler
Gemeente
:   Leutkirch
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1361-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Leutkirch in alten Ansichten Band 2'

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59. Der lustige Alte mit seinen knitzen Augen, er hat sicher manches mal mitgesungen! Wer hat ihn noch gekannt, den Fritz Wuggatzer? Er gehörte noch zu den selten gewordenen Originalen unserer Stadt, bis ins hohe Alter immer vergnügt und einem guten Tropfen nicht abgeneigt. Als Büchsenmacher hatte er gelernt und lange fleißig selbst die Jagdpatronen gestopft. Im 'Pulverhäusle', weit draußen vor der Stadt am Tautenhofer Weg, gegenüber dem Bildstöckle, bewahrte er das dazu nötige Pulver auf. Natürlich war er auch ein begeisterter und treffsicherer Schütze bis in sein hohes Alter.

60. Der 1833 gegründete 'Sängerkranz' spielte im Vereinsleben unserer Stadt immer eine besondere Rolle. Am 18. Juli 1920 hatte er zu einem großen Sängertag nach Leutkirch eingeladen. Seinem Ruf folgten etwa dreihundert Sänger. Auf dem Festplatz der Wilhelmshöhe sind sie hier zu einem Großkonzert versammelt. Oberreallehrer Anton Kümmel, der langjährige Chorleiter des 'Sängerkranzes', dirigierte die aus der Umgebung, aus Kißlegg, Isny, Wangen, Bad Waldsee und Altshausen gekommenen Sänger nach ihren Einzelvorträgen bei drei Gesamtehören. Der Vorstand des 'Sängerkranzes', Albert Vogler, hatte sie zuvor herzlich begrüßt. Der 'Allgäuer Volksfreund' berichtet, es sei ein wohlgelungenes, von herrlichem Wetter begünstigtes Fest gewesen,

61. Unter dem hochmusikalischen Chor1eiter Kümmel wurde der 'Sängerkranz' zu einem gemischten Chor erweitert. Dadurch ergaben sich neue Möglichkeiten für die Chorarbeit. So wagte man sich sogar an die Aufführung eines Singspiels. Im Februar 1927, also in der Fasnachtszeit, stieg in der Turn- und Festhalle die Posse mit Gesang 'Robert und Bertram' oder 'Die lustigen Vagabunden'. Da stehen die Schauspieler nun auf der 'neuzeitlichen, glänzend ausgestatteten' Bühne und staunen über die mutigen Ballonfahrer. Die Regie hatte Kurt Butz, das Bühnenbild schuf Malermeister Paul Wagenseil und die musikalische Leitung hatte Chor1eiter Kümmel. Es muß schon ein Mordsspaß gewesen sein, für die Mitwirkenden und noch mehr für die .Zuschauer im Saal.

62. Übungsplatz des 1847 gegründeten Turnvereins war lange Zeit der eingeebnete Obere Stadtgraben beim Kloster, der 'alte Turnplatz'. So heißt er ja noch heute. Hier machten die Turner nicht nur ihre Freiübungen, sondern turnten auch an den hier aufgestellten Reek und Barren. Beim 'Abturnen' im Herbst zeigten sie, was sie den Sommer über gelernt hatten. Eindrucksvoller Abschluß war, wie hier auf dem Bild zu sehen, die kunstvoll aufgebaute Turnerriege, vom Bodenturnen bis zum Handstand auf dem Reek,

63. Im Winter vergnügte man sich mit Schlittschuhlaufen auf den zugefrorenen Weihern und mit Rodeln. Aber nach 1900 tauchten bald die ersten Skiläufer auf. Beliebter Übungsplatz war der GeißlerHang beim Stadtweiher, wo 1908 auch der erste Skikurs abgehalten wurde. Auch die Damen beteiligten sich, allerdings noch nicht im heute selbstverständlichen Hosenanzug, sondern im Winterkleid mit langem Rock. Nur die Kursleiterin aus Stuttgart wagte es, die Schwünge in Hosen vorzumachen, Dies soll einiges Aufsehen erregt haben. Für Skiwanderungen durch den verschneiten Winterwald genügte den Damen aber der sittsame Rock!

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64. Die Mutigeren wagten sich bald hinauf auf die Höhen der Adelegg. Von Rohrdorf aus stieg man mit geschulterten Skiern hinauf auf den Herrenberg mit dem Bliek hinunter nach Eisenbach und ins Kreuztal und auf die verschneiten Hänge zu beiden Seiten der oberen Eschach. In weiten Schwüngen ging es dann hinunter nach Eisenbach zu einem guten Vesper in der 'Tanne'. Dann stieg man hinauf auf den Wirtsberg oder zur Schietteralm und fuhr von dort wieder hinunter nach Großholzleute zur Finni, der weithin bekannten Wirtin im 'Adler', dem Stammplatz der Stuttgarter Skiläufer. Von Skiliften und Pistenabfahrten wußte man noch nichts.

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65. Aber auch im Sommer waren Adelegg und Schwarzer Grat beliebte Ausflugsziele, Mit dem Isnyer Zügle - es ist heute längst eingestellt - fuhr man nach Aigeltshofen und stieg von Rohrdorf aus hinauf auf den Höhenweg der Adelegg. Durch herrlichen Wald, unterbrochen durch Ausblicke weit hinaus ins Land, kam man auf die großen Weideflächen der Zengerles-Alm (Bild), wo man sich mit einem Glas Milch stärken konnte. Die Jungbäuerin hat schon die Geldtasche bereit! Wie ein Stück heile, bescheidene Welt mutet es uns an, wie hier die Großfamilie vom Kleinkind bis zum Großvater, vereint mit Kuh und Ziege, sich vor der Alm aufgestellt hat.

66. Dann ging es weiter über die bewirtschaftete Schietteralm hinauf zum Gipfel des 'Schwarzen Grat' mit seinem 'Pavillon'. Von seinem Umgang unter dem schützenden Dach schweifte der Bliek über die unzähligen Gipfel von der Zugspitze über die Oberstdorfer Berge, die Voralpenkette vom Stuiben bis zum Hochgrat und an hellen Tagen bis zum Bodensee. Der jährliche Ausflug auf den Schwarzen Grat war immer ein Höhepunkt! Vieles hat sich heute geändert. Ein neuer Turm loekt, aber wer steigt noch zu ihm hinauf? Auf der Schietteralm kann man ja auch nicht mehr einkehren!

67. Eine Gruppe der Sektion 'Schwarzer Grat' des Deutsch-Östcrreichischen Alpenvereins - so nannte sich die Leutkircher Ortsgruppe - hat sich hier beim Pavillon gelagert zwischen Tannen auf würzigem Gras mit Polstern von glänzenden Silberdisteln. Ihr Vorstand, Sparkassier Weiser, sitzt rechts unten neben dem vergnügten Ziehorgelspieler. Die Herren tragen als passionierte Bergsteiger meist den typischen grünen wasserdichten Filzhut, die Damen als bescheidene Bergwanderer begnügen sich mit einem breitrandigen Strohhut. Hier ruht es sich gut in der würzigen Bergluft!

68. Gemütlich dampft das Zügle nach Friesenhofen. Dort steigt man aus und wandert nach Bad Hitzenlinde, malerisch zwischen Tannenwald und der rauschenden Eschach gelegen. Im Jahr 1888 machte man den Versuch, hier einen Badeort zu entwickeln. Das heilkräftige Quellwasser, schön angewärmt und in Zubern zum Baden angeboten, loekte auch bald Badegäste an. Sogar eine Kurliste erschien am 21. Juni 1888 als Reklame im 'Allgäuer Boten': Phil. Rau, Weinhändler, Alb. Vogler mit Gemahlin, Amalie Vogler mit Familie aus Kansas, USA, Joh. Schneider, Kaufmann, mit Bergstock, Heinrich Zettler, Goldarbeiter, mit Schimmelgeführt. Das Bad florierte zwar nicht sehr, aber Hitzenlinde blieb lange ein beliebter Ausflugsort, wo man sich bei einem guten Vesper und Rimpacher Fürstenbräu erholen konnte.

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