Lichtenau in alten Ansichten

Lichtenau in alten Ansichten

Auteur
:   Gerda Hruschka
Gemeente
:   Lichtenau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3459-0
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lichtenau in alten Ansichten'

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5. Der international bekannte Treppenforscher, Professor Dr.-Ing. Friedrich Mielke, bezeichnet die Doppelwendeltreppe in der Festung Lichtenau als ein Meisterwerk der Baukunst das europäischen Rang beanspruchen darf. Vermutlich wurde die Treppe von Jakob Wolff d.Ä. geschaffen. Auf einer Kreisfläche von nur 2.45 m (J) wurden zwei Treppenläufe gewendelt. Der eine für den Aufsteigenden, der andere für den Herabsteigenden. Ihre Bauweise, besonders der Spalt zwischen den beiden Läufen, der es ermöglicht, daß sich zwei Personen zwar die Hand reichen, sich aber nicht sehen können, beschäftigt noch heute die Phantasie der Betrachter. So schrieb ein Gefangenenaufseher namens Holz 1926:

Einer alten Sage zufolge, soll diese Doppelstiege zur Aufführungfür Verbrecher gehört haben, sodaß, während der Geistliche von der Kapelle aus die eine Stiege betrat und hinauf ging, kam der Verbrecher von der Kellerseite her, und trat auf die andere Stiege heraus, stieg gleichfalls auf, und empfing oben an der Brüstung lehnend mit Bangen und Zagen, die Absolution, durch eine Seitentür wurde er sodann zum Richtplatz geführt.

Professor Mielke hat jedoch herausgefunden, daß die Hintergründe für den Bau dieser Treppe wesentlich realistischer sind: Die ehemalige Festung war eine Art Wasserburg. Sie hatte nicht nur einen äußeren Wassergraben, sondern auch einen zweiten hinter den Wallmauem, der den Innenhof umschloß. Auf diese Weise konnten große Lasten mit Kähnen befördert werden. Allein die Doppelwendeltreppe diente dem Personenaufstieg.

Ergänzt wird diese seltene Treppe durch ein spätgotisches Schlingrippenwerk in der Kuppelwölbung. Es ist außergewöhnlich kunstvoll konstruiert. Seine Vorbilder sind in Prag zu finden, wo Benedikt Ried bis 1502 den riesigen Wladislawsaal des Hradschin mit ebensolchen Schlingrippen wölbte.

6. Wer heute von der Hirschenbatterie kommend in Richtung Jungfernbatterie am oberen Wall geht, wird dieses Bild aus der Vergangenheit nicht recht in Einklang bringen können mit der Gegenwart. Das Bild verdeutlicht jedoch, wie die Festung bis 1930 durch die Baumaßnahmen der Strafanstalt verändert war. Rechts, wo jetzt der Bliek frei über den Ortskern schweifen kann, befand sich früher ein überdachter Gang, dessen äußere Stützbalken auf den noch sichtbaren Mauervorsprüngen auf dem Wall standen. Der einwärtsgebogene Stacheldrahtzaun sollte verhindern, daß die Strafgefangenen auf das Dach des Wallganges klettern und entfliehen konnten. Am Ende des Stacheldrahtes ist die zugebaute Jungfernbatterie zu sehen, in der heute die mächtigen Dachbalken freiliegen.

In dem Kavalier auf der linken Seite war bis 1926 die Tuchfabrik der Anstalt untergebracht. Die 'Schwarze Stiege' diente hauptsächlich für den Auf- und Abgang der Ketten- und Zuchthaussträflinge aus ihren Arbeitsräumen nach den Schlaflokalen und umgekehrt.

7. Diese Aufnahme wurde vermutlich um 1900 vom Schloßturm der Festung aus gemacht. Obwohl anhand der verschiebenen Giebel fast jedes Haus im Markt identifiziert werden könnte, soll nur auf die evangelische Kirche, links im Vordergrund, eingegangen werden.

An der Stelle des Fotografen mag 1688 auch der Pfleger Johann Friedlich Haller gestanden haben, als er den Entschluß faßte, dem Rat der Stadt Nürnberg vorzuschlagen, die Vorgängerkirche von der Bürgerschaft abbrechen zu lassen, um damit den anrückenden Franzosen keine Deckung und den eigenen Schützen ein gutes Schußfeld zu schaffen. Erst 36 Jahre später ließ der Rat der Stadt Nürnberg diese Kirche hier bauen, die am 10. Dezember 1724 'zum Preiß und Dienst des Dreyeinigen Gottes' geweiht wurde, wie es auf dem Titelblatt der gedruckt vorliegenden Einweihungspredigt heißt. Wohl nach dem Entwurf des Nürnberger Baumeisters J ohann Ulrich Mösel wurde unter der Bauleitung von Christoph Theophilus Volkamer der sehr beachtenswerte Spätbarockbau mit Westturm errichtet. Im Jahre 1956 wurde die Kirche zwar innen gründlich renoviert, jedoch stehen zur Zeit wieder größere Baurnaßnahmen an.

Im Laufe der Jahrhunderte hat die große Dachlast das statische Gefüge des aus mächtigen Sandsteinquadem errichteten Bausdurcheinandergebracht und die hintere Chorwand auf beiden Seiten nach außen gedrückt. Allerdings haben statische Berechnungen ergeben, daß keine Einsturzgefahr besteht.

Durchdie Renovierung 1956 hat der Innenraum der Kirche wieder die alte urspüngliche Schönheit erhalten. Dem klar gegliederten Kirchenraum, den ein flaches Tonnengewölbe abschließt, haben Nürnberger und Lichtenauer Künstler und Handwerker durch gediegene stilvolle Ausstattung Atmosphäre verliehen. Altar, Kanzel und Taufstein mit zinnernem Taufbecken in Form einer großen Muschel sind unveränderte Kostbarkeiten aus der Zeit des Neubaus.

8. Rechts im Vordergrund ist das erste Schulhaus von Lichtenau zu erkennen. Heute trägt es die Bezeichnung 'Am Mühlbach l' und im Erdgeschoß besitzt die Familie Glaser einen Laden mit Haushaltwaren. Über den ersten planmäßigen Schulunterricht erfahren wir aus den Chroniken von Holzschuher (1837) und Pfarrer Schneider (1937) folgendes: Im 17. Jahrhundert wurde der jeweilige Lehrervon Lichtenau durch das Landpflegamt Nürnberg bestellt. Im Gerichtshaus am Marktplatz wurde ihm ein Raum für den Unterricht zur Verfügung gestellt. Eine Zeitlang wohnte er auch im Gerichtshaus, später war er in verschiedenen Bürgerhäusern zur Miete.

Im Jahre 1690 wurde das erste Schulhaus am Mühlbach, eben dieses rechts abgebildete Haus, gegenüber dem Einggang zur Burg errichtet. Im Haus war unten ein Unterrichtsraum, darüber die Wohnung des Lehrers. Der Unterricht wurde vormittags den älteren, nachmittags denjüngeren Jahrgängen erteilt. Es waren damals etwa siebzig Schulkinder. 1869 wurden Kirche und Schul- und Pfarrhaus, die bisher Eigentum des Staates waren, auf die Kirchengemeinde als Eigentümerin überschrieben. Auch das im Jahre 1885 aus Staatsmitteln erbaute zweite Schulhaus an der Ansbacher Straße kam in späteren Jahren in den Besitz der Kirchenstiftung .

Dieses neue Schulhaus an der Ansbacher Straße muß jedoch bald wieder zu klein geworden sein, denn als Bürgermeister Moezer am 5. November 1924 eine Bittschrift nach München für die Durchführung einer neuen Brücke über die Rezat schreibt, erwähnt er, daß in der alten Schule (Bild) die Klassen 6 und 7 und in der neuen Schule (Ansbacher Straße) die Klassen 1 bis 5 untergebracht sind.

9. Ein seltenes Bild von der Gastwirtschaft 'Zum Stern'. Die Eheleute Leuchs wurden etwa 1912 vor ihrer Gastwirtschaft fotografiert. Das Haus ist später an Georg Müller veräußert worden. In der Besitzfassion von 1808 wird das Haus als 'Ganzes Bürgergut' bezeichnet; es gehörte damals dem Bierbrauer Georg Friedrich Leuchs. Das ehemalige Brauhaus wurde 1688 als zweigeschossiger Massivbau errichtet und 1794 zu einem Wohnhaus umgebaut. Später war es Gastwirtschaft mit Wohnhaus und jetzt ist es wieder ein Wohnhaus. Zum Gebäude gehört der Graben der Ortsbefestigung, der heute aufgefüllt ist und als Gemüsegarten dient. Im Garten stehen, gut von der Straße aus sichtbar, noch Reste der alten Ortsmauer , die mehr zur Befestigung des Marktes diente als zu Verteidigungszwecken. Eine Seltenheit stellte das Anwesen Holzmeier dar, das direkt über dem Mühlbach errichtet war. Zum Schutz vor den anrückenden Amerikanern wurde am 18. April 1945 die dahinterliegende Brücke 'Am Erch' gesprengt. Dabei ist das Anwesen Holzmeier eingestürzt. Es wurde nicht wieder aufgebaut. Zwischen der Gastwirtschaft und dem Holzmeier-Haus befand sich ein Durchgang, der auf die Brücke 'Am Erch' führte.

Ganz rechts im Bild mit dem Handelsschild am Haus das Anwesen 'Am Mühlbach 9'. Bis 1742 war das 'Häuslein' Amtsknechtswohnung. Zur Zeit der Aufnahme befand sich darin die Mehlhandlung Beyer.

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