Lichtenau in alten Ansichten

Lichtenau in alten Ansichten

Auteur
:   Gerda Hruschka
Gemeente
:   Lichtenau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3459-0
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lichtenau in alten Ansichten'

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10. In der Liste der Baudenkmäler in Lichtenau ist auch das Haus 'Holzschuherstraße 4' zu finden. Auch für Laien ist gut ersichtlich, warum das Haus schützenswert ist. Mit Quadersteinen aus dem hiesigen Sandsteinbruch wurde das Haus zweigeschossig errichtet. Der Steinmetz lieferte zur Verschönerung der Fassade die Volutensteine, und als Krönung des Ganzen setzte er eine Vase auf den Giebel. Der Fachmann spricht von Volutengiebel mit Vasenbekrönung.

11. Diese Aufnahme wurde zwar erst im August 1955 gemacht, als der Krieger- und Militärverein Lichtenau mit einem großen Fest seine Kameradschaft neu begründete, aber sie könnte auch schon viele Jahre früher entstanden sein.

Im Jahre 1873 schlossen sich Sachsener, Immeldorfer und Lichtenauer Veteranen zu einem Kriegerverein zusammen. In den Jahren 1895-1900 zerbrach diese Gemeinschaft, und in jedem Ort wurde ein neuer Kriegerverein gegründet. Die Vereinsfahne behielten die Sachsener Mitglieder. Feste Bande entstanden unter den Mitgliedern des Lichtenauer Vereins durch die Bemühungen um die zwei Kriegerdenkmale. Die Erfolge wurden sichtbar mit den Enthüllungen der Denkmale 1910 und 1924.

Durch das Verbot vieler Vereine löste sich 1933 auch dieser traditionsbewußte Verein auf, und der Austritt manchen Mitgliedes war ein 'freiwilliges Muß'. Erst am 14. August 1955 wurde offiziell der alte Verein wieder gegründet. Aus diesem Anlaß fand ein großes Fest mit Festzug statt. Der Zug bewegt sich hier gerade durch die Holzschuherstraße, wo man sehrschön das Geländer sieht, das entlang des Mühlbaches angebracht war, der Anfang 1960 verrohrt wurde.

Die Brücke, die über den Mühlbach beim Anwesen Glaser führte, wird in alten Urkunden als 'Bräuhausbrücke' bezeichnet.

12. Eine Apotheken-Visitation im August 1867 veranlaßte das Königliche Bezirksamt zu einem Schreiben an die Gemeinde, in dem im Interesse der Sicherheit und Sittlichkeit eine Straßenbeleuchtung gefordert wird. Es dauerte dann allerdings noch bis zum Jahre 1908, bis Lichtenau eine elektrische Straßenbeleuchtungsanlage erhielt. Für 2800 DM lieferte die Firma Felten & Guilleaume-Lahmeyerwerke AG aus MülheimIRhein eine komplette Straßenbeleuchtungsanlage mit zwanzig Wandarmen. Gleichzeitig schloß die Gemeinde mit dem Elektrizitätswerkbesitzer Carl Goetz einen Vertrag über künftige Stromlieferung. Das Ortsnetz wurde danach von der Firma Goetz mit Gleichstrom 220 Volt versorgt. Das Elektrizitätswerk Goetz besaß eine Wasserturbine und einen Dieselmotor als Antriebskräfte. Außerdem stand noch eine Accumulatoren-Batterie zur Verfügung.

Durch den nach und nach steigenden Strombedarf der privaten Haushalte sowie der kleineren und größeren Handwerks- und Gewerbebetriebe in Lichtenau wurde das Elektrizitätswerk immer mehr gefordert. Im Winter 1933/34 kam es zu größeren Störungen bei der Stromversorgung. Die Gemeinde war daher gezwungen, nach Mitteln und Wegen zu suchen, um die Stromversorgung sicherzustellen. Es wurde ein Stromlieferungsvertrag mit dem Fränkischen Überlandwerk abgeschlossen. Der vom Überlandwerk gelieferte Drehstrom mußte umgeformt werden, nachdem die Stromverteilung in Lichtenau mit Gleichstrom erfolgte. Es wurde ein Gleichrichter angeschafft, und FüW und Elektrizitätswerk Goetz versorgten bis nach dem Zweiten Weltkrieg die Gemeinde mit Strom. Erst Anfang der 1960er Jahre wurde das Goetzsche Elektrizitätswerk aufgelöst und das abgebildete Gebäude wurde 1972173 abgebrochen.

13. Im dörflichen Leben war früher ein Gemischtwarenladen etwas sehr wichtiges. Bekam man doch vom Branntwein, Mehl, Zucker, Käse, Schnürsenkel bis zum Sprengpulver zum Stöckesprengen fast alles, was man so zum Leben in der dörflichen Abgeschiedenheit brauchte. Auch Petroleum wurde von der Handlung Wagner verkauft, denn bei den jährlichen Ausschreibungen des Bedarfs der Gemeinde für die Straßenbeleuchtung erhielt auch Wagner öfters den Zuschlag. Im Eingang des Hauses, heute Holzschuherstraße 3, steht Babette Wagner, und ein paar Kinder aus der Nachbarschaft haben sich eingefunden.

Die Jahreszahl1785 steht heute noch an dem dreigeschossigen Quadersteinbau mit dem dreigeschossigen Volutengiebel. Allerdings hat die Vasenbekrönung etwas durch Witterungseinflüsse gelitten. Das schöne geohrte Portal befindet sich noch am Giebel des Hauses, wird jedoch nicht mehr als Eingang benutzt. Heute ist in dem Anwesen die Schreinerei Franz Schilling untergebracht.

14. Dieses Bild vom Hof des Anwesens Holzschuherstraße 5 erinnert unwillkürlich an den Bericht von Pfarrer Herath von 1864. Er beklagt sich darin, daß die Kinder zu früh zu anstrengender Arbeit herangezogen werden. Im Winter müßten zehnjährige Kinder von nachts 2 Uhr bis morgens 7.30 Uhr dreschen, und sie kämen dann müde zur Schule. Diese Buben auf der Fotografie sehen mehr danach aus, als könnten sie vom Dreschen mit der Dreschmaschine Vergnügliches berichten; z.B. von dem Wasser, das die Dampfmaschine zur Arbeit braucht, welches zunächst herangetragen werden muß und das dann zum Gaudium der Kinder dampfend und pfeifend wieder abgelassen werden kann oder vom Tröpfleswasser , an dem man sich die Hände wärmen kann, wobei jedoch höllisch aufgepaßt werden mußte, daß man sich nicht die Finger verbrannte.

Den Maßkrug, den der Bub so tüchtig mit dem Arm stemmt, haben wohl öfters die Erwachsenen zum Staubhinunterspülen benutzt, als daß die Kinder daraus trinken durften. Im übrigen scheint die Dreschgemeinschaft im Anwesen Stumpfbereits fertig zu sein, denn der Sack ist voll, die Pferde sind vorgespannt, und entweder geht es zum nächsten Hof, wo weitergedroschen wird, oder die Dreschmaschine kommt in den Schuppen, der extra für sie an der Ecke Badstraße/Bergstraße errichtet worden war.

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