Lichtenau in alten Ansichten

Lichtenau in alten Ansichten

Auteur
:   Gerda Hruschka
Gemeente
:   Lichtenau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3459-0
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lichtenau in alten Ansichten'

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15. Glauben wir dem Autoren, Wolf Klaußner, der eine etwas derbe Beschreibung seiner Jugend in Lichtenau in seinem Buch 'Wolf von Lichtenau' gibt, dann erzählten sich die Leute von diesem Haus, Holzschuherstraße 7, daß darin die armen Seelen Verstorbener umgingen. Bereits 1406 soll das Haus auf Plänen zu finden sein. Es war zunächst eine Zehentscheuer; sie wurde später zu einer Direktorswohnung für die Gefängnisverwaltung umgebaut. Nach dem 1813er Krieg waren in dem Haus französische Kriegsgefangene einquartiert, und einige von ihnen sollen sogar im Garten neben dem Haus begraben sein. Daher kam wohl der Glaube an Gespenster.

Die Aufnahme dürfte in der Zeit um 1910 entstanden sein. Vor dem Haus steht der Justizinspector Daniel Königstein mit Familie und Nachbarsleuten. Immanuel Klaußner war von 1919 bis 1956 zuletzt als Leiter an der hiesigen Volksschule tätig. Er dirigierte auch einige Jahre vor und nach dem Zweiten Weltkrieg den Lichtenauer Gesangsverein. Das Anwesen wurde 1984 an den heutigen Besitzer verkauft, der es grundlegend renovieren und Teile des Fachwerks des zweigeschossigenSatteldachhauses freilegen ließ. Der Gartenzaun rechts mit den Pfeilspitzen friedet noch heute den Garten ein.

16. Das Haus Holzschuherstraße 9/11 ist ein Doppelhaus. Die Besonderheit liegt darin, daß es am Giebel in zwei Hälften geteilt ist. Der eine Besitzer betritt sein Haus durch die Haustüre am Giebel und der zweite Besitzer von der Nordseite aus, wo sich vor der Haustüre noch ein kleiner Vorhof befindet. Es hat ein verputztes Fachwerkobergeschoß und stammt aus dem späten 18. Jahrhundert. Rückwärts grenzt es an den Grabenbereich der nicht mehr gut sichtbaren Ortsbefestigung.

1808 ist die Hausnummer 11 ein 'Halbes Bürgergut' und gehört Christoph Beunhel, und die Holzschuherstraße 9 gehört Katharina Barbara Maria Schüblin. In der Holzschuherstraße 11 waren bis nach dem Zweiten Weltkrieg Wagner tätig. Die Baumstämme vor dem Haus und an der Südseite gehörten zur Wagnerei. Der Schaukasten am Giebel gehörte Hedwig Heinlein, die darin Kurzwaren ausstellte. Bei Regenwetter mag die frei auf die Gasse ragende Dachrinne des Hauses manchem Fußgänger eine Dusche bereitet haben. Zwischen dem linken und dem rechten Haus befindet sich der Durchgang zum Anwesen Klaußner. Das linke Haus mit dem Pollen am Eek ist das Haus von Konrad Wagner.

17. Geht ein Fremder durch die Holzschuherstraße, dann erfreut er sich an der geschlossenen Front der barocken Bürgerhäuser. Auf den ersten Bliek mag ihm die Besonderheit des Anwesens Holzschuherstraße BI 15 nicht auffallen. Er wundert sich vielleicht über die zwei Hausnummern und die zwei Haustüren an der Giebelseite. Auch dieses Haus ist längs des Giebels in zwei Hälften geteilt, nur daß jeder Besitzer seine Hälfte an der Giebelseite betreten kann.

Das Haus wurde im späten 18. Jahrhundert erbaut. Zu Beginn der bayerischen Zeit gehörte es Johann Georg Mittameyer und dem Chirurgen Valentin Christian Schlichting. Zur Zeit der Aufnahme bewohnten die linke Haushälfte die Sattlerseheleute Fleischner und rechts die Schusterseheleute HeinIein.

Vermutlich wurden die landwirtschaftlichen Gerätschaften vor dem Haus von der benachbarten Nagelschmiede dort abgestellt.

18. Der Bliek in die Holzschuherstraße vom Hindenburgplatz aus zeigt rechts die Scheune der Brauerei, dann das Anwesen Holzschuherstraße 17, danach die Doppelhäuser 15/13 und 11/9 und ganz hinten das Anwesen Holzschuherstraße 3. Auf der linken Seite befindet sich das Anwesen Holzschuherstraße 8. Die Scheune der Brauerei ist 1942 abgebrannt. Obwohl sie mit ihrer Sandsteinfassade einen sehr massiven Eindruck macht, muß sie wegen der eingelagerten Strohgarben und des Heues lichterloh gebrannt haben. Nach der Scheune kommt die Huf- und Nagelschmiede Hertlein. Jahrzehntelang gehörte der Klang des Schmiedhammers und das Wiehern der Pferde zu den alltäglichen Geräuschen rund um den Marktplatz. N eben seiner Arbeit als Schmied übernahm von 1894 bis 1907 Johann Hertlein auch die Fahrten für die Pferdepostverbindung LichtenaulSachsen. Nach seinem Tod führte die Witwe Katharina Hertlein bis 1913 die Arbeiten des Poststallhalters weiter. In dieser Zeit waren die zwei bis vier Postpferde im Stall der Schmiede untergebracht.

Die Fahrten für die Post- und Personenbeförderung zum Bahnhof nach Sachsen wurden dreimal täglich zu den Früh-, Mittags- und Abendzügen durchgeführt. Wie einer der letzten Postillione, der Schmiedemeister Georg Hertlein, zu berichten wußte, waren diese Fahrten, das Rezattal aufwärts, in den Sommermonaten angenehm und abwechslungsreich, beschwerlich in der Winterzeit für Postillion und Pferde, den steilen Berg 'den Damm' hinauf zum Bahnhof Sachsen. Noch mehr Schweißtropfen kostete aber das fehlerfreie und vorschriftsmäßige Blasen auf dem Posthorn dann, wenn ein- oder zweimal im Jahr die Herren der Oberpostdirektion Nürnberg zu einer Inspektion nach Lichtenau kamen und im Wagen mitfuhren.

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19. Wohl zu den ältesten und stattlichsten Häusern in Lichtenau zählt die Brauerei. Bei der Bestandsaufnahme am 20. Oktober 1806 für den bayerischen König erhielt dieses Haus die Hausnummer 1. Das Haupthaus am Hindenburgplatz 1 ist ein zweigeschossiger Quadersteinbau des 18. Jahrhunderts mit dreigeschossigern geschwungenem Volutengiebel und zweigeschossigem Ladeerker . Noch heute hängen die vier schmiedeeisernen Zunftschilder (18./19. Jahrhundert) an der Nordseite des Gebäudes. Die Aufnahme entstand vermutlich um 1900. Das elektrische Licht war noch nicht eingerichtet. Keine Drähte versperrten den Himmel. An der nordwestlichen Hausecke ist eine Petroleumlampe angebracht. Der damalige Besitzer, Konrad Hauff, war von 1897 bis 1916 auf der Brauerei. Sie trägt noch heute seinen Namen und das 'Hauff-Bier' wird in die ganze Bundesrepublik und sogar ins Ausland geliefert.

Zur Brauerei gehörte früher auch die Gastwirtschaft 'Zur Krone'. Die Erwachsenen vor der Tür mögen wohl im Begriff gewesen sein, sich an dem sonnigen Tag mit einer Halben Bier zu stärken. Das Fuhrwerk rechts im Bild transportiert Bierfässer, bei dem linken Fuhrwerk ist man sich nicht im klaren, ob es sich um ein Jauchen- oder Wasserfaß handelt.

Vielleicht waren die zwei Radfahrer auf dem Bild sogar Mitglieder des Radfahrervereins Lichtenau, der am Donnerstag, dem 28. November 1895, gegründet worden ist. Ganz links ist wieder die Scheune der Brauerei zu sehen, die 1942 abgebrannt und nicht mehr aufgebaut worden ist. Der damalige Besitzer der Brauerei, Georg Weid, fand in den Flammen den Tod.

Im Jahre 1989 kann die Brauerei ihr 500jähriges Bestehen feiern. In einer Urkunde vom 8. September 1489 wurde zum ersten Mal das 'Prew vnnd Schenngkhaws' in Lichtenau erwähnt.

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