Lichtenau in alten Ansichten

Lichtenau in alten Ansichten

Auteur
:   Gerda Hruschka
Gemeente
:   Lichtenau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3459-0
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lichtenau in alten Ansichten'

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35. Bei der Beschreibung dieser Karte soll die Chronik von Friedrich Ferdinand Schneider helfen, der von 1903 bis 1932 als Pfarrer in Lichtenau tätig war und zum Ehrenbürger ernannt worden ist. Er schreibt: Der Weg zum Unteren Tor führt uns über die neue Brücke ... Diese Brücke von der Gemeinde längst geplant, von der Firma Hummel & Baumann in Nürnberg im Jahre 1930 ausgeführt, verdankt ihre Entstehung im letzten Grunde der Umsicht und Tatkraft des damaligen Bürgermeisters Wolfang Moezer, dessen Name mit dieser Errungenschaft für immer verbunden sein wird. Im Unterschied von der alten, schmalen Holzbrücke und dem wackeligen Notsteg können sicb jetzt auf dieser solid gebauten und breit angelegten neuen Brücke Fußgänger und Fahrzeuge hinûber und herüber begegnen, ohne einander ausweichen zu müssen, und Hochwasser im Brückengelände verursacht keinerlei Störungen mehr im Verkehr und Schulbetrieb. Sie mag auf85.000 Mark zu stehen gekommen sein. Sie gereicht dem Ort und der Gegend zur Zierde. Am Ausgang der Brücke steht links die neue Turnhalle (TSV), die eine lange Entstehungsgeschichte hinter sicn hat, im Jahre 1924 eröffnet, für turnerische Übungen des Turnvereins und der Schuljugend bestimmt, zum Wirtschaftsbetrieb, jedoch nur bei festlichen Anlässen. Rechts vor uns die SporthalIe, aus der Zeit des Reichtsarbeitsdienstlagers stammend ...

36. So sah die Straßenkreuzung und der Platz vor der Apotheke aus, bevor das erste Kriegerdenkmal1910 auf dem Platz vor der Friedenseiche errichtet wurde. Der Baum hatte schon damals einen beträchtlichen Umfang. Wogegen die mannshohen Bohlen um den Stamm herum schützen sollten, können wir heute nur vermuten.

37. Dank des Verschönerungsvereins unter dem Vorsitz des Strafanstaltsdirektors Kohl entstand 1910 an der Rezatbrücke bei der Friedenseiche eine kleine Anlage. Darin errichteten Verschönerungsverein und Krieger- und Militärverein Lichtenau das erste Kriegerdenkmal. Es war eine halbrunde Steinbank mit ho her Rückenlehne und abschließenden Seitenbacken. Die Bank war genau in der Mitte von einem Gedenkstein für die Helden des Kriegs 1870/71 unterteilt.

Der Kriegerverein hatte sein möglichstes getan, um den Weiheakt würdig zu gestalten. Die Häuser an den Hauptstraßen waren in den deutschen und bayerischen Farben beflaggt und mit Girlanden bekränzt. Ehrenjungfrauen, Träger historischer Uniformen, ehemalige Jäger und Infantristen aus 1870/71, eine historische Kindergruppe, eine Mädchengruppe mit Blumenbögen und Blumenstäben und ein Herold auf einem geschmückten Pferd standen bereit. Dann kam der 3. Juli 1910. Es war ein herrlicher Sommertag und bereits um 7 Uhr wurden die Lichtenauer mit Musik geweckt. Die Festgäste und auswärtigen Vereine reisten langsam an, der weiteste kam aus Feuchtwangen. Um 9.30 Uhr begann der Weiheakt. Der Herr Pfarrer hielt die Weiherede. Choräle, Kindergesang, eine Hymne, vorgetragen vom Gesangsverein, und ein Festprolog trugen zur würdevollen Feier rund um die Enthüllung des Gedenksteins bei.

Am Nachmittag nach dem Festzug gab es ein Konzert von der Regimentsmusik des 1. K.B. Chev.-Regts. Nürnberg in Uniform. Der Vorsitzende Hertlein des Kriegervereins Lichtenau hielt eine Festrede und als Beitrag zur Kinderbelustigung hatte der Gemeinderat schon Tage vorher beschlossen, aus der Ortskasse je Kind Y4 Liter Bier, 2 Brote und 1 Wurst zu bezahlen. Am Abend um 20.00 Uhr fand ein Festball in der MülIersehen Brauerei statt.

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38. Bereits 14 Jahre nach der Einweihung des ersten Kriegerdenkmals wird auf dem Platz des alten ein neues Ehrenmal, hergestellt von dem Kunstbildhauer Franke aus Nürberg, enthüllt. Das Material dafür stammt aus dem Milmersdorfer Sandsteinbruch des Georg Kraus. Waren in den Reden der ersten Einweihung sehr siegessichere Worte gefallen, klingt aus den Reden der zweiten Einweihung die Verbitterung über die Repressalien des Versailler Vertrags heraus. Zum Motiv des neuen Denkmales erläutert der Vorsitzende Georg Kronberger bei seiner Festrede: 'Es stellt vor, einen verwundeten Krieger, der zusammengebrochen daliegt, die müde Linke auf der Brust. Er wird beschützt von seinem Kameraden, der mit dem Bliek nach Westen, zornerfüllt das Schwert hebt, seinen verwundeten Kameraden verteidigt.' Pfarrer Schneider hält den Weiheakt, die Prologe sprechen Julie Steinbrenner und Gretl Hauff. Das Gedicht bei der Widmung des Trauerbandes trägt Emma Dörwald vor.

Der Festtag verläuft ähnlich wie 1910. Und es gibt wieder Wurst und Wecken für die Schulkinder, damit sie diesen Tag in guter Erinnerung behalten mögen. Dieses Kriegerdenkmal steht heute noch als Mahnstätte für die Toten zweier Weltkriege und den Krieg von 1870/71. Im Jahre 1980 wurde es gründlich gereinigt und gegen Wasser und Umwelteinflüsse imprägniert. Risse wurden ausgebessert, und der stehende Krieger erhielt ein neues Schwert, welches mehrere Jahre gefehlt hatte.

39. Die Überführung dieses verstorbenen Strafgefangenen muß in der Zeit zwischen 1908 und 1914 stattgefunden haben. Die elektrische Stromversorgung bestand bereits, aber die Grundstücke südlich der Ansbacher Straße waren noch nicht bebaut. Man sieht sehr gut den gewundenen Verlauf der Rezat. Bevor die Kugelbäume (Rotdorn) entlang der Ansbacher Straße gepflanzt wurden, standen dort Obstbäume, meist Äpfelbäume, deren Ertrag alljährlich versteigert wurde. Der Verstorbene wurde in den Friedhof am Steinbruch gebracht.

Diese Begräbnisstätte wurde 1817 eigens für die 'Züchtlinge' errichtet. Erst urn 1835 hat der kgl. Polizeikommissär Jägerhuber den Platz mit einer Mauer umfangen lassen und ihm dadurch das Ansehen und die Würde eines Gottesackers gegeben. Holzschuher stellt fest, daß von 230 Sträflingen im Jahre 1835 nur 5 verstorben sind.

Während der Wintermonate wurden die Leichen an die Anatomie nach Erlangen geliefert, in den Sommermonaten wurden sie in dem Friedhof am Steinbruch beerdigt. Heute befindet sich die Begräbnisstätte der Gefangenen in Privatbesitz und ist nicht mehr der Öffentlichkeit zugänglich. Die Natur hat von ihr Besitz ergriffen.

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