Lienen in alten Ansichten Band 1

Lienen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Friedrich Schmedt
Gemeente
:   Lienen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0794-5
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Lienen in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Im Norden des westfälischen Münsterlandes liegt das Tecklenburger Land. In seinem Südostzipfel erstreckt sich die Gemeinde Lienen. Hier ist altes Grenzland zwischen den Herrschaftsgebieten des Grafen von Tecklenburg und des Bischofs von Osnabrück, zwischen den späteren Königreichen Preußen und Hannover und heute zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Es gab eine Zeit, als kaum eine Beziehung über die Grenze hinweg bestand, zumal die Laudes- und Gemeindegrenze zu den Nachbarorten Iburg im Osten und Hagen (TW) im Nordosten gleichzeitig Konfessionsgrenze war und ist.

Die Gemeinde Lienen konnte 1965 ihr Jubiläurn '1000 Jahre Gemarkung Lienen' feiern. Sehr wahrscheinlich ist der Ort zwar viel älter als 1000 Jahre, aber das ist durch keine Urkunde direkt nachzuweisen. Lienen war eine großräumige Gemeinde, zu der ursprünglich, bis etwa zum Jahre 1600, auch die damals zum Osnabrücker Gebiet geschlagene Bauerschaft Ostenfelde gehörte. Die acht Bauerschaften Lienens, nämlich Dorfbauer, Aldrup, Westerbeck, Höste, Holzhausen, Meckelwege und Kattenvenne und dazu die nördlich des Lienener Berges gelegene

Bauerschaft Holperdorp umfassen eine Fläche von 7 235,5 Hektar. Um die Jahrhundertwende hatte die Gemeinde Lienen etwa 4 200 Einwohner. Nach dem Ersten Weltkrieg stieg die Zahl auf 4 800 an, und 1975 waren es etwa 7 500 Menschen.

Lienen liegt südlich des Teutoburger Waldes, der in unserem Raum zwei Längsketten ausgebildet hat. Seit alters her gehörte die Gemeinde zur Grafschaft Tecklenburg und später zum preußischen Kreis Tecklenburg, seit 1975 jedoch gehört sie zum Großkreis Steinfurt.

Da der Graf von Tecklenburg 1527 zum Luthertum übertrat, ist die eingesessene Bevölkerung Lienens heute noch protestantisch. Eine katholische Kirchengemeinde mit eigener Kirche gibt es erst seit dem Zweiten Weltkrieg.

Bis zum Jahre 1900 hatte die Gemeinde Lienen keine Industrie. Die Bevölkerung lebte nur von der Landwirtschaft. Bares Geld war meist nur zu gewinnen durch häusliche Leinenherstellung oder durch Hollandgehen, das heißt durch Wiesen- und Torfarbeit im westlichen Nachbarland. Neben Bauern auf den großen alten Bauernhöfen gab es viele Kleinbauern

ohne Landeigentum, die Heuerleute. Sie wohnten in kleinen Fachwerkhäusern und mußten eine bestimmte Anzahl von Tagewerken bei ihrem Bauern ableisten. Sie hatten wenig Land zur eigenen Bearbeitung zur Verfügung, Oft herrschte Not in den Heuerhäusern, und als nach 1830 die Auswanderung nach Amerika eine Besserung der armseligen Verhältnisse versprach, wanderten Tausende von Einwohnern Lienens nach Amerika aus. Im Laufe von hundert Jahren waren es etwa soviel, wie die ganze Gemeinde um 1800 als Einwohner zu verzeichnen hatte, nämlich über 3 000 Menschen.

Im Jahre 1871 entstand im Süden der Gemeinde in der damaligen Bauerschaft Kattenvenne ein Bahnhof der neu errichteten Bahnlinie Münster-Osnabrück. Das war der Beginn der Entstehung eines eigenen Ortes, der 1887 nach dem Bau einer evangelischen Kirche auch der Mittelpunkt einer eigenen Kirchengemeinde wurde. Seit 100 Jahren gibt es daher in der Gemeinde Lienen neben dem alten Dorf Lienen das Kirchdorf Kattenvenne. Beide sind etwa neun Kilometer voneinander entfernt.

1901 wurde die eingleisige Bahnstrecke der Teuto-

burger-Wald-Eisenbahn eröffnet, die den Norden des Gemeindegebiets erschloß und mit Lengerich und Gütersloh verband. Daraufhin wurde 1904 in Höste der erste Lienener Industriebetrieb errichtet, das Kalkwerk Höste, in dem ursprünglich an die 200 Menschen Arbeit fanden. Weitere Industriebetriebe entstanden erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

Heute ist Lienen eine aufstrebende Gemeinde, die sich in den letzten Jahren neben der Ansiedlung von kleinen und mittleren Industriebetrieben vor allem auch dem Fremdenverkehr zugewandt hat. Für das Freizeitangebot 'Ferien auf dem Bauernhof' und in kleinen Pensionen im Dorf stehen bereits über 300 Fremdenbetten zur Verfügung.

Da ist es nicht nur für Einheimische, sondern auch für Urlauber und Gäste interessant, sich zu informieren und zu fragen: 'Wie war das eigentlich früher in Lienen?' Das vorliegende Bändchen möchte Ihnen dabei helfen, sich ein Bild zu machen vom Lienen um die Jahrhundertwende bis in die Zeit vor 50 Jahren. Ich danke allen, die mir Bilder zur Verfügung gestellt haben und dadurch das Zustandekommen dieser Arbeit erst ermöglicht haben.

1. Die älteste Ansichtspostkarte von Lienen (Poststempel: 17.6.1899) gibt einen Bliek über den Dorfteich auf die Kirche. Die Ufer sind mit Schilf und Ried bewachsen. Links vorn ist ein Schwanenhaus zu erkennen. Die Linden um die Kirche lassen das obere Turrngeschoß noch völlig frei. Haus Hullmann und Haus Voß (Waschanstalt) stehen heute noch wie damals, ebenso Haus 'Dölling am Diekesdamm' (rechts). Der hohe mit Brettern verkleidete Giebel in der Bildmitte gehört zur alten Bäckerei Reimann, später Schulte, heute Café Schulte.

2. Die Deutschen waren zur Zeit des Kaiserreichs sehr patriotisch eingestellt. Fast überall entstanden deshalb Denkmäler, die diese Zeit verherrlichen sollten. Man setzte Kaisersteine und Bismarcksteine oder pflanzte Bismarck- oder Kaisereichen. Der Kaiserstein in Lienen wurde um 1890 errichtet an der Stelle, wo der Postdamm von der Iburger Straße abzweigt. Er steht heute noch dort, liegt aber nicht mehr in so idyllischer Urngebung wie damals. Das Gelände rund um den Kaiserstein ist heute bebaut. Die Aufnahme ist etwa 1900 entstanden.

3. Das Dorf ist hier um 1900 von Süden gesehen, Der Fotograf stand auf der Friedhofstraße, an der Stelle, wo links die Friedhofsmauer beginnt, Gärten der Lienener Bürger dehnten sich links und rechts der Straße aus. Ein evangelisches Gemeindehaus gab es noch nicht, daher sind die Häuser der Dächer an der Dorfstraße gut zu erkennen. Stangenbohnen (Fiksebauhnen) scheinen damals ein wichtiges Gemüse gewesen zu sein, wie das Bild erkennen läßt. Hohe Hecken säumen den Weg an beiden Seiten.

4. Lienen, von Osten her gesehen. Der Kranz der Linden um die Kirche ist noch verhältnismäßig niedrig, so daß das Kirchendach herausragt. Das Haus ganz rechts im Bild dürfte die alte Gastwirtschaft 'Zur Post' (Baumkamp) sein. In der Bildmitte erscheint der 'Neust' mit angebautem Backofen, ein Fachwerkhaus, das mit der Nordseite zur Dorfstraße liegt. Aufgenommen wurde das Bild etwa 1900 vom heutigen Amselweg, Abzweigung Drosselweg.

5. Der Dorfteich, von den Lienenern 'Pütkediek' genannt, wurde künstlich aufgestaut. Der südlich daran vorbeiführende Weg heißt daher auch 'Diekesdamrn'. Die Wasserfläche des Dorfteichs hatte bis etwa 1955 eine fast doppelt so große Ausdehnung wie heute. Damals wie heute dient er auch als Löschteich. Links erscheint das hohe Fachwerk des alten Voß'schen Brauhauses mit Anbau. Das Bild wurde um 1900 aufgenommen.

6. Am westlichen Dorfausgang Lienens zweigt die Kattenvenner Straße nach links von der Lengericher Straße ab. Rechts liegt die Hofmauer der ehemaligen Gastwirtschaft Determann (heute 'Jägerhof" , F1etemeyer). Die Einrnündung eines Weges rechts hinter der Mauer ist zu erkennen, der heute 'Heckenweg' heißt, weil er damals zwischen hohen Wallhecken verlief. Die Lengericher Straße war schmal und von Obstbäumen flankiert, wie fast alle Landstraßen bis etwa um das Jahr 1965. Das Bild stammt aus der Zeit um 1910.

7. Foto des westlichen Dorfeinganges von Lienen, um 1910. Das rechts stehende Hußmann'sche, früher Kriege'sche Haus (heute Geschäftshaus) hatte um 1910 im Obergeschoß noch die alten, kleinverglasten Schiebefenster. Saatmanns 'Backes' erscheint rechts hinter dem Hußmann'schen Haus neben einem weiteren Heuerhaus, das um 1960 abgebrochen wurde und dem Geschäftshaus Bruns Platz machte. Von den beiden Jungen hat der eine die für die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg typischen Dreiviertelhosen an.

8. Das im vorigen Bild gezeigte Haus hatte zum Dorf hin diesen schönen Fachwerkgiebel mit der Jahreszahl1693 (erneuert 1803). Ermußte beim Umbau des Hauses um 1960 verschwinden. Anschließend war in dem Haus zunächst das Ladengeschäft der Fleischerei Friedrich Meyer untergebracht. Heute liegen hier die Büroräume der 'Lienener BauKooperation' (LICO) neben einem Textilgeschäft. Hausmarke und Zimmermannszeichen sind auf den Schrägbalken über der Dielentür zu erkennen.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek