Lienen in alten Ansichten Band 1

Lienen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Friedrich Schmedt
Gemeente
:   Lienen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0794-5
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lienen in alten Ansichten Band 1'

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69. Der Hof Suhre (früher Ottekriege) liegt in der südlichen Bauerschaft Dorfbauer, westlich des Glandorfer Landweges. Die Aufnahme wurde 1903 einen Tag nach der Hochzeit der Großeltern des jetzigen Besitzers Walter Suhre gemacht. Auch schon vor 75 Jahren haben die Nachbarn einen Ehrenbogen aus Tannengrün um die Die1entür gelegt und frische Birken daran festgebunden. Vor dem Haus steht ein sogenannter 'Häckselbuck' mit großem Schwungrad. Das Gerät wurde wahrscheinlich anläßlich der Hochzeitsfeier von der Diele entfernt, die ja als Festraum bei ländlichen Hochzeiten noch bis etwa 1960 und später diente.

70. Hochzeit in Lienen, 1903. Eine Hochzeitsgesellschaft hat sich hier vor dem Haus Staggemeyer/Busiek, heute 'Altes Gasthaus', im Dorfkern versammelt. Das Brautpaar ist Heinrich Königkrärner und Frau Luise, geborene Sander. Er war Müller bei Leinenhändler Kriege in der 'Pütkernühle' am Dorfteich, und sie diente im 'Hohen Haus' am Kirchplatz als 'Mädchen'. Die alten Frauen tragen schwarze Festtagskleidung mit 'Kapotthöütken'. Rechts steht der Mann rnit der Ziehharmonika, die man früher als 'Dudelsack' oder "Treckebühl' bezeichnete.

71. 'Graute Küöken' auf einem Holzhauser Bauernhof. Die quer vor der Diele liegende Halle mit Herdfeuer, die meist erst nach dem Ersten Weltkrieg von der Diele durch eine Wand abgetrennt wurde, geht hier auf dem Hof Harde in Holzhausen noch quer durch das ganze Haus. Die ehemalige Herdstelle in der Mitte des Bildes mit dem 'Bousen' , der als Rauchfang und 'Windleiter' diente, ist noch gut zu erkennen. Er verdeckte die oben im offenen Kamin ('Wiemen') hängenden Würste sowie den Speek und den Schinken. Zu erkennen sind links von der Truhe eine Ölkruke für selbst geschlagenes Leinöloder Rapsöl, darüber 'ne Liren' (Signalhorn) zum Einholen der Heuerleute vom Feld zu den Mahlzeiten sowie ein kleiner Ölkrug.

72. Auf dem Hof Rohlmann-Krützrnann in Lienen-Holperdorp, der 1945 durch Feuer zerstört wurde, ist von der großen Küche, die auch hier ehemals quer durch das gesamte Haus ging, aus heizungstechnischen Gründen ein Wohnzimmer abgetrennt worden (Hintergrund). Das geschah nach und nach in fast allen alten Bauernhäusern. Manchmal nahm man an jeder Seite ein solches Zimmer ab. Es blieb nur noch ein schmaler Flur als Durchgang zu den alten Seitentüren bestehen wie hier.

73. In der Bauerschaft Meckelwege ließ sich der Bauer Heinrich Pietig seine gewohnte Schlafstelle, den 'Durk' (Duttich oder Alkoven), vom alten Fachwerkhaus mit in das neue Ziegelsteingebäude einbauen. Er wurde darin am 5. April 1958 volle 100 Jahre alt. Er schlief bis zu seinem Tod darin und wollte nicht auf seine gewohnte Bettstatt verzichten. Im Hintergrund, oben im Durk, ein Ablagebrett, die 'hohe Kante' (Geld auf die hohe Kante legen), und darüber das 'Durkschiäpken'.

74. Lienener 'Mode' um 1900 und vorher. Die Kleidung der Frauen war fast ohne Schmuck. Die Grundfarbe war schwarz. Einen Mantel hatten rneist weder Mann noch Frau. Dafür trugen die Frauen ein Schultertuch. Das sogenannte 'Kapotthöütken', eine Spitzenhaube, fand nur sonntags und als Festgewand Verwendung. Die Männer hatten meist nur einen guten Anzug, und das war der schwarze Hochzeitsanzug, der das ganze Leben lang als Festtagskleidung getragen wurde. Statt Oberhemd mit Schlips und Kragen begnügte man sich mit dem 'Üöwerhiemd' oder 'Schamiesken' , einem in den Kragenausschnitt eingelegten 'Betrügerchen', wie es der Bauer auf unserem Bild trägt, Die Anzüge für die Kinder waren vom Hausschneider hergestellt und am Hals hochgeschlossen.

75. Die Flächen der südlichen Lienener Bauerschaften waren ursprünglich sehr naß oder sehr trocken und konnten auch wegen des unfruchtbaren Sandbodens nicht zu Acker oder Wiese genutzt werden. Durch Kultivierungsmaßnahmen wie Anlegen von Abzugsgräben und Sauberhalten der Bachläufe, durch Abholzen von bisher mit Kiefern, Wacholder und Birken bewachsenen Flächen und Einebnen von Bodenunebenheiten konnten nach Einführen des Kunstdüngers um 1880 große Flächen für die Bewirtschaftung gewonnen werden. 'Wiskemakers' in Trupps von zwei oder drei Heuerleuten bereiteten, wie hier um 1925 in Meckelwege, ohne jegliche Zuhilfenahme von Maschinen den Boden zur Bebauung vor.

76. Um die Jahrhundertwende und lange vorher waren die sogenannten Krammetsvögel (Wacholderdrosseln) ein beliebter Leckerbissen für alle Kenner. Die während des Vogelfluges im Frühjahr und im Herbst hier einfallenden Vögel wurden mit kunstvoll gestellten Netzen und mit Hilfe von Lockvögeln gefangen. Hier stellt ein Lienener Krammetsvogelfänger gerade erneut sein Schlagnetz über dem mit den roten Beeren der Eberesche besetzten Loekbeet auf. Im Hintergrund die verdeckte Hütte des Vogelfängers. Krammetsvögel wurden von den münstersehen Bürgern gern gekauft.

77. Krammetsvogelfänger aus Lienen, um 1920. Im ersten Quartal unseres Jahrhunderts zogen im Herbst und im Frühjahr noch große Scharen von Weindrosseln und Wacholderdrosseln zu ihren Brutplätzen in Skandinavien. Während des Fluges machten sie im einsamen Lienener Feld Rast. Sie waren ein begehrter Leckerbissen, und ihr Fang wurde um 1900 noch fast von jedermann betrieben. Seit 1907 war der Fang der unter dem Begriff Krammetsvögel zusammengefaßten Drosseln nur noch Jagdberechtigten gestattet oder den passionierten Vogelfängern, die vom Jagdinhaber eine Berechtigung zum Fang erhielten. Durch den wachsenden Verkehr und die Industrie wurden die Vögel von unserem Raum abgelenkt, so daß etwa von 1930 an ein Fang auf dem Vogelherd nicht mehr lohnend war. Der Pächter Ernst Kötterheinrich aus Holzhausen steht hier mit erlegten Krammetsvögeln und seiner Kiepe vor seinem Vogelherd.

78. In den Dörfern wurden die Darbietungen der Zirkusunternehmen meist unter freiem Himmel gezeigt, Manchmal gab es Sitzbänke und dahinter einen Leinwandvorhang, um die Blicke der nichtzahlenden Gäste abzuhalten. Heu, Stroh und Hafer für die Zirkuspferde erbettelte man oft bei den umliegenden Bauern, die dann Freikarten erhielten. An exotischen Tieren führten diese Kleinzirkusse, meist Familienunternehmen, nicht selten Tanzbären mit. Auf dem Bild ist offensichtlich auf dem Schulhof eine Nachrnittagsvorstellung für Kinder im Gange.

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