Lindau in alten Ansichten Band 1

Lindau in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Werner Dobras und Dr. C. Spuler
Gemeente
:   Lindau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5421-5
Pagina's
:   104
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Lindau in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

So klein im Format, bescheiden und unprätentiös in Aufmachung und Titel dieses Büchlein ist, so schwierig war es gleichwohl, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Text und Bild zu erreichen, ganz einfach: den 'richtigen Ton' zu treffen. Ein 'Bilderbuch' im üblichen Sinne, in welchem zu dem Foto nur dürre statistische Angaben über Namen, Alter, Ort und eventuelle Künstler hinzutreten, sollte und konnte es nicht werden. Denn dazu erfordert schon die durch den Faktor Zeit entstandene Distanz mit allen ihren Konsequenzen (hier vorrangig bauliche Veränderungen) eine Reihe von Erläuterungen, ohne die der Betrachter, gleich ob Einheimischer oder Gast, keine Beziehung zum Bildthema gewinnen könnte.

Zu weitschweifige und langatmige textliche Einlassungen konnte es von vornherein auch nicht geben, denn solchen widersprach das Konzept dieser bereits über dreizehnhundert Bände umfassenden Reihe (Lindau als eine der ersten deutschen Städte), die primär auf das Bild (Postkarte, Foto) abzielt. Der von uns ange-

strebte Kompromiß sieht so aus, daß wir anhand ausgewählter Reproduktionen, die nur eine kleine Auswahl aus den Beständen des Cavazzen (des Städtischen Museums) darstellen, einen knappen aber informativen Kommentar bieten möchten. Dieser soll den Gegenstand zum Ausgangspunkt für einige unter die Oberfläche zielende Betrachtungen werden lassen, das vordergründig Sichtbare in einen weiteren Zusarnmenhang einordnen. Besonderen historischen Ereignissen sollte dadurch Rechnung getragen werden, daß ein zeitgenössisches Zitat, ein in direkter Rede abgedruckter Kommentar das Geschehnis aktualisiert, verlebendigt.

Die Bildauswahl, über die man immer wird streiten können, bedarf einer Erklärung. 1930 war als obere zeitliche Grenze fixiert worden, nach rückwärts gab es selbstverständlich keine Zäsur (die früheste hier reproduzierte Aufnahme dürfte aus den 1860er Jahren stammen),

Zunächst stellten wir ein Gliederungs- und Ordnungs-

schema auf, das den Rahmen thematisch absteeken sollte und auch die Reihenfolge der in diesem Band zusammengetragenen Bilder bestimmte: 1) Gesamtansichten; 2) Hafen; 3) Ansichten vom See aus; 4) Maximilian- (Haupt-) Strasse; 5) Strassen der Inselstadt (die ja bis 1922 identisch mit Lindau war); 6) Einzeldenkmäler (sakrale und profane, Insel); 7) Historische Ereignisse, dadurch (EingemeindungsPostkarte) zwanglos überleitend zu 8) Einzeldenkmäler Festland. Diese sind nach Stadtteilen geordnet: a) Aeschach/Schachen, b) Hochbuch/Hoyren und c) Reutin/Motzach,

Nunmehr suchten wir einen möglichst repräsentativen Querschnitt zu erreichen, wobei die Inselstadt historisch gegebener Schwerpunkt war, und achteten darauf', Denkmäler entweder nach dem Grade ihrer baulichen Veränderung oder ihrer historischen Bedeutsamkeit für die Stadt, ihre Bürger oder ihr spezifisches Wesen, ihren 'Charakter', ihr 'Flair' auszuwählen. Historische Begebenheiten sollten sowohl den lok a-

len/regionalen wie den großen zeitgeschichtlichen Aspekt dokumentieren, Curiosa inbegriffen.

Zu danken haben wir dem Verlag, der von sich aus an uns herangetreten ist und das Projekt zügig vorantrieb und finanzierte, und uns mehr Abbildungen konzedierte als zunächst vorgesehen. Wir freuen uns sehr, daß Lindau die Ehre hat, als eine der ersten deutschen Städte in diese Reihe aufgenommen worden zu sein. Möge die von uns getroffene Auswahl in Text und Bild den damit verbundenen hohen Ansprüchen genügen, Für bereitwillige mündliche Auskünfte, derer wir beide als Nicht-Lindauer trotz aller eifrigen Lektüre von Zeit zu Zeit bedurften, sei herzlich Dank gesagt den Herren DI, W. Kinkelin und H. und W. Götzger, alle drei aus umso älterem Lindauer Geschlecht.

1. Gesamtansicht vom Hoyerberg. Diese Aufnahme stammt möglicherweise noch von vor 1900. Rechts auf dem Festland läuft bildparallel die Schachenerstraße bis zum Giebelbachweg, der rechtwinklig in die Bildtiefe führt. Im See erkennt man das Lotzbeck'sche Bad. Davor, hinter Bäumen weitgehend versteekt, die im letzten Jahr (1975) grundlegend modernisierte Villa Giebelbach. Die Schachenerstraße lief damals nicht nach Aeschach weiter. Abgesehen von einem auch heute noch alleinstehenden Gehöft, vorne links, und zwei bescheidenen Villen, dehnen sich Wiesenflächen oder Baumgruppen, soweit das Auge reicht. Lediglich ein markantes Gebäude ragt auf dem Festland zwischen den beiden Brücken über die Baumwipfel in die Höhe.

2. Diese schöne Winteraufnahme aus einigen hundert Metern Flughöhe entstand ungefähr in der Zeit, als Lindau sich um die Festlandgebiete vergrößerte (1922). Der früheste Zeitpunkt der Aufnahme ist die Fertigstellung des Hauptbahnhofes in der heutigen Form (1915), der späteste die Errichtung der Sängerhalle (1924). Wie am oberen Bildrand in der Mitte erkennbar, dehnt sich rechts der Stadtwerke noch eine grofse leere Fläche aus, die nachmals durch das 'Provisorium' Sängerhalle überbaut wurde. Zu beachten ist rechts von der Römerschanze die Anlage des Frauenbades und dahinter, wo sich heute der idyllische Segelhafen ausbreitet, ein Lagerplatz für Stückgut. Rechts oben führt von der Maxkaserne ein Steg zu einem separaten Bad heraus in den See, Die Einwohnerzahl betrug damals auf einer Fläche von 0,62 Km2 etwa 6 000.

3. Ansicht der Inselstadt vom Neuen Leuchtturm (Aufnahme um 1890), Zwei Raddampfer und eine Lädine liegen im Hafenbecken vor Anker. Der Gasthof 'Hof Helvetia' und das 'Hotel zum Lindauerhof' zeigen sich noch in ihren ursprünglichen Bauformen, die später, besonders im Eingangs- und Dachbereich, abgeändert wurden (Lindauer Hof erst 1975), Während der Brettermarkt (entstanden ab 1833) seinen Namen noch zu Recht trägt, wie man an den zahlreichen Holzstapeln leicht sieht, sind weder das Hauptzollamt (vollendet 1910) noch das Finanzamt (1906/07? ) errichtet. Rechts vom Alten Leuchtturm steht noch ein etwas lieblos und provisorisch wirkender Vorgänger des heutigen ABR-Pavillions, der auch irgendwann vor 1913 abgerissen wurde,

4. Mehr als hundert Jahre zurückblickend, wird sich kaum ein Stadtzentrum finden lassen, das sich so unverfälscht erhalten hat, wie die Haus- und Dächerlandschaft Lindaus, auf die wir vom Turm der protestantischen Stephanskirche herunterschauen. Man muß schon sehr genau hinsehen, wenn man die zweite Eingangstür im Cavazzen wahrnehmen will, oder die Umgestaltung des Erdgeschosses jenes Hauses, in das heute die Schaufenster eines Juweliergeschäftes eingelassen sind. Die Perspektive scheint den Marktplatz in Breite und Tiefe verzerrend auszuweiten und dadurch den 1840 errichteten 'Neptunbrunnen' näher an die Westfassade der evangelischen Kirche heranzurücken, Von letzterm heißt es, er sei 'der einzige aus freiem Antrieb errichtete Luxusbau jener Zeit' gewesen. Der Zahn der Zeit hat an diesem schönen gußeisernen Brunnen seine deutlichen Spuren hinterlassen,

'.

5. Eine uns ungewohnte Perspektive ergibt der Bliek von der Mole auf den Teil des Lindauer Hafens zwischen Mangturm und Hotel 'Bayerische Hof, weil das noch weit vor 1900 entstandene Foto die Südseite der an der Ludwigstraße gelegenen Häuser zeigt, die später durch die Bauten der Hotels 'Reutemann', 'Seegarten' und 'Helvetia' nicht mehr sichtbar waren. Auch der 1853 auf der Fläche von fünf Wohnhäusern errichtete 'Bayerische Hof ist um ein Stockwerk niedriger als heute, Zu dem Raddampfer 'Concordia' vermerkt der Stifter der Postkarte: Auf diesem Dampfschiff fuhr ich 2 Jahre als Schiffsjunge und 2 Jahre als Schiffskassier 1866 vom 1. Oktober bis 1. Oktober 1870. 1m April 1869 wurde Se. Kgl. Hoheit 'Prinz Ludwig' bei einem Segelunfall auf offener See gerettet. Peter Haug sen. 1918.

Zur Erinnerung an die GeneralVersammlung des

D. u. Oest.

Alpenvereins 20. Juli 1910

6. Lieblingsmotiv aller Lindau-Ansichten ist der Dreiklang von Mangturm (= Alter Leuchtturm aus dem 12. Jahrhundert), Neuem Leuchtturm und Bayerischem Löwen offenkundig bis heute geblieben, Die vorliegende Postkarte ist zwar zu einem besonderen Anlaß im Jahre 1910 gedruckt worden, die benützte Fotovorlage jedoch weit älter, wie der Mangturm in seinem alten, noch vor 1900 veränderten Zustand dokumentiert (Turmgeschoß und Turmhelml), Die Hintergrundkulisse ist ohnehin vom Retuscheur überarbeitet, wie die vielen hingetupften Häuser am Schweizer Ufer erkennen lassen, die es glücklicherweise in solcher Massierung noch heute nicht gibt.

Lindau I. Bodensee.

Hafen~infahrt

7. Dieses geradezu klassische Foto der Lindauer Hafeneinfahrt vermag mehr Atmosphäre zu vermitteln als viele Worte. So nur einige Daten und Namen: Leuchtturm und Löwe entstanden um 1851; die Einweihung des neuen, auch jetzt noch bestehenden Hafens erfolgte 1856. Schon am 4. Oktober (1856) waren der Lowe, von Halbig aus Kelheimer Marmor hergestellt, und der Leuchtturm enthüllt worden, beides Bauten des bayerischen Staates, der den Nelgungen des Konigs [Max lI) folgend in jenen Jahren mit einer gewissen Vorliebe Lindau bedachte. (So Wolfart, Geschichte der Stadt Lindau, 1909.) Um die Jahrhundertwende, als dieses Foto entstand, beförderten Lindauer Schiffe auf dem gesamten See etwa 238000 Personen, zehn Jahre vorher waren es erst 128 000 gewesen,

Lindau im Boderisee - Partie am Hafen

8. Reger Ausflugsverkehr herrschte während der Sommermonate auf dem Anlegesteg im Lindauer Hafen natürlich auch schon zu Beginn der zwanziger Jahre. Zwei Schiffe liegen bereit, das eine schon halbgefüllt, das andere wird gerade 'gestürrnt', Etwas amüsiert betrachtet man die Kostüme der Gesellschaft, die fast das genaue Gegenteil der Freizeitkleidung unserer heutigen Feriengäste darstellen. Man darf jedoch nicht außer acht lassen, daß Urlaubstourismus damals noch auf eine recht begrenzte, privilegierte soziale Gruppe beschränkt, und nicht wie heute, ein Vergnügen für jedermann war. Die Kulisse dieses netten Schnappschusses bildet das 1910 an diesem Platz neu erstellte Hauptzollamt.

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