Lindau in alten Ansichten Band 1

Lindau in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Werner Dobras und Dr. C. Spuler
Gemeente
:   Lindau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5421-5
Pagina's
:   104
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lindau in alten Ansichten Band 1'

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fibel-Bau.

Çruss aus .Eindau i. 13odensee. jYeues. Offieiers-Casino.

A. EekerJeln, Ho!pbotograpb, Lln~u i. Boden see.

9. Malerisch erhebt sich an der Ostseite der Insel, auf den Jachthafen herabblickend, der aus zwei Teilen bestehende Bau des (ehemaligen) Offiziers-Casinos, das in den Jahren 1901/03 durch Umbau aus dem an dieser Stelle gelegenen, alten Binderzunft-Gebäude entstand (Entwurf Stadtbaumeister Egg). Wesentliche Geldstiftungen erbrachte Major von Abel, der später ebenso zum Ehrenbürger der Stadt ernannt wurde wie etwa die Architekten Friedrich von Thiersch und Hermann Naeher oder der Dichter Hermann Lingg. So trägt der linke, glockenstuhlbekrönte Trakt zur Erinnerung den Namen 'Abel-Ban', Um wieviel besser fügt sich diese Architektur in das Stadtbild ein als der am rechten Bildrand anschließende, 1880 vollendete Bau des Lindauer Schulhauses (heutige Grundschule Altstadt), einem monotonen und reichlich schlichten Zweckbau, der auf lokale Bautradition keinerlei Rücksicht nimmt.

10. Auf dem See zu schwimmen scheint die von einem 'Schiff, dessen Bug die Pulversehanze bildet, getragene Luitpoldkaserne, der man ihre Funktion wahrlich nicht ansieht. Der schloßartig-repräsentative Charakter dieses mächtigen, von Friedrich von Thiersch in den Jahren 1902/03 erbauten Komplexes, wirkt in dieser frontal auf die seewärts gerichtete Hauptfassade fotografierten Ansicht besonders eindringlich. Der 1508 errichtete Pulverturm (zunächst: Grüner Turm), der schon 1629/30 um knapp zwei Meter gekappt und neu bedacht sowie 1897 zu einer Sommerwohnung ausgebaut wurde, die Inselmauer und die gleichzeitig mit dem Turm errichtete Pulversehanze ergeben zusammen mit den inzwischen weit mächtigeren Bäumen eine malerische Gesamtwirkung dieses Ensembles, das unbedingt erhalten bleiben sollte,

Çruss

j)ie J3randung om Eisenbohndamm-

11. Eine der einschneidendsten Veränderungen für den Inselcharakter war sicher die Eröffnung der Zugstrecke Oberstaufen-Lindau und die damit verbundene Einweihung des Eisenbahndammes am 13. Juli 1854 (nach peinlichen Verzögerungen). Den Grund schildert ein Zeitgenosse: Freilich hatten auch die Ingenieure, wie es den Anschein hatte, sich zur Aufgabe gemacht, die moglichen Schwierigkeiten fiir den Bau aufzusuchen. Wenigstens hatten alle Fischer und Sch iffleu te, mit den unterseeischen Bodenverhältnissen mehr als oberflächlich vertraut, gewarnt, nicht an der Stelle, an welcher ietzt der Bahndamm den See durchschneidet, zu bauen und eine andere Richtung bezeichnet. Sie wurden nicht gehort und trotz der colossalen Granitblöcke und Quader, welche zur Erstellung des Dammes verwendet wurden, senkte sich derselbe 3 Mal ... bedenklich ?.. Noch 1870 sei ein Absinken des Dammes spürbar gewesen,

Eufikurort fleschach bei Einàau i. 3.

12. Über den 1853 fertiggestellten Eisenbahndamm hinweg zeigt die um 1906 entstandene Aufnahme den villenartigen Charakter der Gemeinde Aeschach, deren Bauten sich zwischen den Dominanten des Schlosses Holdereggen (von Herrn. Naeher) und der 1901 geweihten neuen protestantischen Christuskirche, von dichtem Baumbestand umgeben, allmählich in die Höhe staffelt. Wenige markante Häuser säumen das Ufer des 'Kleinen Sees',

13. Wer erkennte, stünde es nicht daneben, heute den Ort: Anlegestelle und Hotel Bad Schachen, das als Heilbad seit dem 24. April 1474 besteht? Dem vom See kommenden Gast bietet sich ein ziemlich scheußlicher fünfstöckiger Kasten dar, dem einige niedere Anbauten zugeordnet sind. Hier saß ich mit Ihrer lieben Mutter am 30.5.05. Herzliche Grüße Ihre ... ; vermerkt eine Besucherin in der für solche Kurzmitteilungen vorgesehenen Freifläche unten links. Erst 1921/22 entstand der heute das Ufer beherrschende Trakt Max Littmanns, 1924 das hoteleigene Standbad, erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein weiterer Anbau im Osten,

14. Vergleicht man diese jedem Lindauer geläufige Ansicht der Maximilianstraße von der 'Brodlaube' und der Weinstube Frey nach Osten mit den beiden Kirchtürmen als Abschluß, aus den Jahren 1870/80, mit der gleichen Perspektive etwa vierzig Jahre später, wie es ein nachfolgendes Foto verdeutlicht, so spürt man doch einen entscheidenden Wandel von der stark handwerklich und kleinbetrieblich geprägten, in sich selbst ruhenden, behäbigen, schwäbischen Kleinstadt zu der nach außen gewandten, lebhaften, zum Einkaufen und Flanieren einladenden Hauptstraße im spateren Bild. Kein Mensch ist zu sehen, statt dessen Pferdefuhrwerke, Wagen, Kisten, Wäsche zum Trocknen in den Arkaden der Brodlaube. Keine Geschäftsreklarne, keine Schaufenster sondern Wohn- und Arbeitsstätte des Einheimischen, so anders war das Erscheinungsbild dieser geschäftlichen Hauptverkehrsader vor hundert Jahren!

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Ma. imiliansstrasse.

15. Diesmal geht der Bliek in den westlichen Teil der Maximilianstraße mit den Gebäuden des 'Neuen Rathauses' (von 1821 bis 1926 Sitz der Stadtverwaltung, auch 'Neue Kanzlei' genannt) links und des mit einem Laubengang vorspringenden Hauses 'Zur Rebe' (erbaut im 14. Jahrhundert) rechts. Befremdlich mutet das jetzt von einer Polizeistation und Büros belegte Neue Rathaus insofern an, als die Fensterläden und die uns so vertrauten barocken Volutengiebel mit ihren Zierobelisken und Vasen an den Enden der Giebelgeschosse fehlen (Bauzeit 1706/17). Da diesen Zustand erst der um Lindau besonders verdiente Fr. von Thiersch 1885 wiederherstellte, ist die Aufnahme vorher entstanden. Der 'Rebe' fehlen gleichfalls die Fensterläden und der (rekonstruierte) Treppengiebel.

L1NJAU i. B

Maximilianstrasse

Enge/.Apotheke

Karl Klim, Lindau i. B.

16. Von der Einmündung der Cramergasse in die Maximilianstraße (Hauptstraße) erblickt der Betrachter die südliche Straßenseite mit ihren abwechslungsreichen Fassaden, Zu erkennen sind unter anderem die Ludwig-Buchhandlung, deren Besitzer der erste Übersetzer der Werke August Strindbergs ins Deutsche war, die Engel-Apotheke mit dem eingeklebten Etikett 'Karl Kürn, Lindau i.B.' und das Geschaft einer Tina Steis. Das Haus der 'Engel-Apotheke', Hauptstraße 5, frühzeitig aus zwei Häusern zusammengewachsen, entstammt im Kern dem 15. Jahrhundert. Der reizvolle Erker auf der östlichen Haushä1fte ist spätgotisch, Turmaufsatz des Erkers sowie Fassadendekorationen der westlichen Haushälfte einschließlich des Zwerchgiebels sind hingegen von 1894 (Foto 1905).

Llndau i. B., :!:t."im lianstr,

17. Die Lindauer Fußgängerzone ist, wie man sieht, nicht erst ein Produkt der siebziger Jahre! Um 1918 entstand dieser Schnappschuß, der vor der 'Brodlaube' ein Pferdefuhrwerk, vor der ältesten Lindauer Weinstube (von 1568) einen Radfahrer und im übrigen nur mehr oder weniger würdevoll einherschreitende oder für den Fotografen posierende Bürger einfing. Ist es nicht höchst erfreulich, wie wenig sich im Stadtbild in den Jahren seither geändert hat, dank eines gütigen Geschicks, aber auch der Einsicht in die architektonische Qualität des Ensembles 'Inselstadt Lindau'?

18. Die gegen 1930 gemachte Aufnahme zeigt den östlichen Teil der Südseite der Hauptstraße (bis 1933 [?] Maximilianstraße) etwa von der Buchhandlung Stettner her. Die durchwegs mit der Traufseite zur Straße stehenden, viergeschossigen Häuser entstammen im Kern zumeist noch dem 15. und 16. Jahrhundert, und sind im Barock verputzte Fachwerkbauten. Auffallend die hohen, dem Satteldach aufgesetzten Krangauben, über welche die angelieferten Waren hinaufgezogen und im Innern gelagert wurden. Sehr schön zeigt sich die Wirkung der kleinteiligen Sprossenfenster, welche der Fassade Struktur verleihen.

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