Lindau in alten Ansichten Band 1

Lindau in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Werner Dobras und Dr. C. Spuler
Gemeente
:   Lindau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5421-5
Pagina's
:   104
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lindau in alten Ansichten Band 1'

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29. So sah vor hundert Jahren (1877) das Haus aus, in dem heute das Sportgeschäft Glatzel seinen Laden hat (Salzgasse 6). Die Mauer, links vorne im Bild, der vordere Erker, die schon damals verblaßten Fresken, das Dach mit den malerischen Schornsteinen sind inzwischen leider langst verschwunden. Die Salzgasse verdankt ihren Namen den vielen Salzniederlagen, die es jahrhundertelang in Lindau gab. Die Insel beherbergte das größte Salzdepot des ganzen Bodenseegebietes. Die Gasse mündete in den Hallplatz, den östlichen Teil des heutigen Reichsplatzes, wo das Salzamt, das bis 1868 bestand, seinen Sitz hatte. Schon für 14761äßt sich belegen, daß der gesamte Salzbedarf für das Bodenseegebiet über Lindau ausgeführt wurde,

30. Der Bliek von der Maximilianstraße in die Schafgasse zeigt uns das imposante Kornhaus der Stadt, links in Bildmitte, bevor es 1896 zum 'Lindenheim' umgebaut wurde (siehe nächste Abbildung!). Dieses mächtige vierstöckige Gebäude, das nach erneutem Umbau heute ein Fotogeschäft beherbergt, war im Jahre 1536 zu solchem Ausmaß erweitert und erhöht worden, weil der Vorgängerbau (von 1380) dem stark angestiegenen Getreidehandel, der neben Salz- und Weinhandel der bedeutendste Wirtschaftsfaktor der freien Reichsstadt war, nicht mehr genügt hatte.

31. An einem warmen Sommertag um 1900 entstand diese Aufnahme, welche die Schafgasse und die östliche Seite der Häuser am Paradiesplatz von der Maximilianstraße aus zeigt, Eine Gruppe von Arbeitern hält ihre Besen vor sich, einen weiteren mit einer Gießkanne in die Mitte nehmend, ein junges Madehen mit Sonnenschirm hat sich unter dem Erker des Gasthauses 'Zum Engel' (erbaut zirka 1390) postiert, der auch von Besuchern gut gefüllt zu sein scheint. Kinder hocken vorne rechts auf dem Wagen, weitere Bürger stehen bis in die Bildtiefe hinein vor ihren Hauseingängen. Fotografiert zu werden war noch ein Ereignis, und man sieht, wie wichtig sie es damit nahmen. (Gegenüber das erwähnte, lange Jahrhunderte städtische Kornhaus.)

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32. Dieses Foto aus der Zeit der Jahrhundertwende läßt uns nicht nur einen Bliek auf den aus dem 14. Jahrhundert stammenden Diebsturm tun, sondern auch auf die für Lindau einst so bedeutsame Getreideschranne, von der heute noch der Platz seinen Namen hat. Lindau war seit der Eröffnung der Bahnlinie im Jahre 1856 erneut zum Umschlagplatz für Getreide geworden. Schon das erste Jahr nach der Bahneröffnung brachte 175 000 Scheffel Getreide zur Ausfuhr nach Lindau, welche Einnahmen von 5,5 Millionen Gulden erbrachten. Gegen Ende des Jahrhunderts betrug der Umsatz im besten Jahr über 19 Millionen Mark! Mit dem Bau der Arlbergbahn (1884) war diesem Wirtschaftszeig jedoch bald ein rasches Ende gesetzt.

33. Eine Aussicht auf den Unteren Schrannenplatz, gleich hinter der Peterskirche, tut sich uns hier auf, der auf der Nordseite vom Zeughaus abgeschlossen wird. Die gezeigten Häuser stammen aus dem 16. Jahrhundert. Der Maler Carl Spitzweg hat das Haus Nummer 5/7 in einer Zeichnung festgehalten, die heute in den Städtischen Kunstsammlungen aufbewahrt wird. Man kann sich verstellen, daß der Malerpoet kaum an dieser Häusergruppe vcrbeigehen konnte, ohne zum Zeichenstift zu greifen, so wie jetzt etwa die Amateurfotografen den stimmungsvollen Winkel als Motiv schätzen,

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34. Eine der liebenswürdigsten und uralten Gassen der Lindauer Inselstadt ist ganz bestimmt das Zitronengässele, das Hauptstraße und 'Grub' untereinander verbindet und als Tordurchgang von der Fußgängerzone leicht übersehen wird. Die halbe Anwohnerschaft, sicher jedoch alle Kinder, haben sich für den Fotografen bereitgemacht, ehe diese Spitzweg-Idylle um 1900 geknipst wurde. Das Bild ist prall von Leben, jeder schaue sich selbst die Einzelheiten an. Daß heute der Bau rechts vorn wieder sein altes Fachwerk zeigt, hat die Romantik des Sträßchens sicher noch erhöht. Der Name 'Zitronengässele' soll eine Reminiszenz an Lindau als Umschlagplatz für Südfrüchte sein,

35. Die Peterskirche, seit 1928 Kriegergedächtnisstatte, ist die älteste noch stehende Kirche Lindaus, wahrscheinlich im 11. Jahrhundert errichtet, sicher an Stelle einer noch älteren, die schon bei der Gründung des Stiftes im 9. Jahrhundert existierte. Bis etwa 1180 war St. Peter die Pfarrkirche Lindaus, dann übernahm St. Stephan diese Funktion. Eine besondere Kostbarkeit aber besitzt die Kirche in ihrem Innern: die Fresken mit dem Passionszyklus von Hans Holbein dem Älteren. Die Küferwerkstätte neben dem Eingang steht nicht mehr, aber sonst hat sich an dem Bild wenig geändert. Die Aufnahme wurde etwa 1920 gemacht.

36. Wer die Fischergasse hafenwärts läuft, der stößt nahezu unvermittelt auf den vieleckigen, schlanken spätgotischen Chor der ehemaligen Barfüßer- beziehungsweise Dreifaltigkeitskirche, Der Bau hat ein sehr bewegtes Schicksal hinter sich, das nur ganz kurz angedeutet werden kann, Um 1250 ist die Kirche des Franziskaner (=Barftißer)- Ordens im Bau, Vollendungsdatum unbekannt. 1353 verlieh Papst Jnnozenz VI einen Ablaß zur Erweiterung des Chores, der 1380 in der heutigen Forrn vollendet ist. 1528 wird das Kloster aufgelöst und fällt an die Stadt; 1641 übersiedelt die Lateinschule hierher. Von 1658 bis 1798 ist sie als (protestantische) Dreitaltigkeitskirche wieder kirchlichen Zwecken gewidmet. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts bis 1950/1951 dient ein Teil des Chores als Stadtbibliothek, 1799-1812 ist in ihr einmal eine Kaserne, dann ein Gefängnis und zuletzt das Zeughaus untergebracht, 1868 war im Obergeschoß des Chores ein Konzertsaal eingerichtet worden, dem 1887 ein Theatersaal folgte, dessen heutiges Aussehen auf einen Umbau von 1950/51 zurückgeht. Treppe und gedeckter Gang am Chorscheitel stammen von 1868 und wurden bei dem Umbau des Theaters durch den heutigen Haupteingang mit dem kleinen Vorbau nicht eben glücklich ersetzt (links der ältere Teil der städtischen Realschule),

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Marktplatz mit den Kirchen

37. Zwar nicht Angesicht in Angesicht, aber doch nebeneinander liegen schon seit vielen Jahrhunderten die (protestantische) Stephanskirche links und die (katholische) Stifts- (Marien-) Kirche rechts. Ihr heutiges Aussehen erhielten sie im Barock, vornehmlich in den Jahrzehnten nach dem verheerenden Stadtbrand von 1728, der die gesamte Bausubstanz um den Marktplatz herum auslöschte. Allein das Schiff der Stephanskirche kam nahezu unversehrt davon. Die Westfassade erhielt indessen in den Jahren 1781/83 durch den Anbau der offenen Vorhalle, über der in der Mittelachse, Sockel und Obergeschoß trennend, ein sehr gut gearbeitetes, schmiedeeisernes Brüstungsgitter angebracht wurde, ein neues Aussehen, Unter dem Gesims des abschließenden Giebeldreiecks nennt der Medaillonstein die Jahreszahl 1816; dieser klassizistischen Spätphase gehören auch die auf den Absätzen des geschweiften Dachs sitzenden Vasen an. Der Neptunbrunnen von 1840 hatte einen Vorgänger, der nach Norden verrückt und näher bei St. Stephan stand, den 'Galgenbrunnen auf dem Baurngarten'.

38. Von 1904 stammt dieser Bliek von Nordosten auf die Stiftskirche. Wie unzählige andere Sakralbauten auch, ist die Kirche viel älter als uns ihr barockes Aussehen vermuten läßt. Der Ursprungsbau ist wohl die Keimzelle der Insel gewesen, denn er wurde sicherlich um 820 zusammen mit dem Kanonissenstift errichtet. Von einem romanischen Bau des 12. Jahrhunderts haben sich, anders als von Bau I, große Teile des Mauerwerks im Chor, Querhaus, der nördlichen Schiffswand sowie im unteren Teil des Turmes erhalten. Alles wurde zerstört durch den großen Stadtbrand am 16. September 1728; der Neubau wurde im April 1748 begonnen und im Juli 1752 vollendet. (Architekt: Giov. Gasp. Bagnato, verstorben 1757, aus Corno). Seit 1813 katholische Pfarrkirche. Verneerender Brand im Januar 1922, der Dachstuhl und Langhausdecke mit dem berühmten Fresko von Gius. Appiani (verstorben 1768) vernichtete. 'Der sofort vorgenommene Wiederaufbau kann als besonders gut gelungen bezeichnet werden.'

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