Lindau in alten Ansichten Band 1

Lindau in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Werner Dobras und Dr. C. Spuler
Gemeente
:   Lindau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5421-5
Pagina's
:   104
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lindau in alten Ansichten Band 1'

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INDAU I B.

Lindenschanzkaserne.

59. Die Postkarte aus der Zeit um 1900 zeigt die alte Lindenschanz-Kaserne, an die auf der Rückseite das ältere Kaiserliche Zeughaus angebaut ist, Ursprünglich soll das auf dem Paradiesplatz stehende Haus aus dem 17. Jahrhundert ein Kloster gewesen sein, woran auch der Platzname erinnert. Erst 1815 wurde das Gebäude zur Kaserne. Jetzt befinden sich darin Privatwohnungen.

60. Die Jugendherberge 'Zur Lindenschanze am Diebsturm' wurde um 1910 fotografiert. Errichtet indessen wurde das Gebäude zwischen 1508 und 1526 durch Kaiser Maximilian als Zeughaus. Später wurde es als Theater benutzt (aus dem Jahre 1651 haben wir dafür den ersten Beleg). Im Jahre 1745 wurde der Bau endgultig von der Stadt erworben, die ihn dann als Kaserne, Salzstadel und wieder als Theater (1779-1881) verwendete. Die Heckenreihe vor der Stadtmauer ist inzwischen einem weniger stimmungsvollen Weg gewichen, und der Diebsturm, rechts im Bild, wäre im vorigen Jahrhundert ebenfalls beinahe dem Abbruch zum Opfer gefallen.

61. Diebsturm auch Malefizturm oder Stadtknechtsturm genannt. Unter dem Namen Körbler zum ersten Mal erwähnt gegen 1400. Zur Aufnahme von Schwerverbrechern bestimmt. Im Jahre 1816 um 250 Gulden gekauft von Jakob Götzger und einige Jahre später der Stadt geschenkt. So steht es auf der steinernen Inschrifttafel neben der Freitreppe. Er wird um 1370 errichtet worden sein, die Ziegeleindeckung des polygonalen Turmhelms ist eine Zutat des 19. Jahrhunderts, ansonsten ist er im alten Zustand erhalten. Die Chronisten berichteten, bis auf eine Ausnahme (1790), nichts von den Gefangenen, die ihre Strafe im Diebsturm verbüßt haben. Die Aufnahme vom Oberen Schrannenplatz her, kurz nach 1900, zeigt rechts hinter dem Rasenrondell eine an das Schiff der Peterskirche angebaute Küferwerkstätte, die 1928 abgerissen wurde.

Q 6965 Lindau - Landtor

62. Die gefährdetste Stelle der Lindauer Insel, die ursprünglich die turmartige 'Heidenmauer' zu decken hatte, wurde frühzeitig durch das stark bewehrte Landtor, auch Burgtor geheißen, besonders gesichert, Nicht endende Umbauten und Verstärkungen haben das ursprüngliche Bild immer mehr verändert, bis endlich mit dem Bau der heutigen Betonbrücke (1927/28, siehe eigenes Foto) die Toranlage restlos beseitigt wurde. Die Aufnahme von zirka 1906 zeigt die hölzerne Landtorbrücke mit dem zugehörigen dreif1ügeligen Tor vom "Festland aus. Dieses Bollwerk wurde auf ausdrücklichen Wunsch König Ludwigs 1. von Bayern im Jahre 1846 errichtet, nachdem der Vorgängerbau 1845 abgerissen werden mußte. Dem Zeitgeschmack entsprechend wurde es in romanisch-normannischem Mischstil mit einem stark plastischen Konsolfries und bekrönenden Zinnen geschmückt, das Mittelteil höher, breiter und etwas vortretend ausgebildet, Flankierende Mauern sollten das Umgehen des Tores unrnöglich machen.

63. 1856 wurde die heutige, allseits bekannte Hafenanlage geschaffen, die jetzt noch als die schönste am ganzen Bodensee gilt. Der sechs Meter hohe sitzende Löwe, das Hoheitszeichen Bayerns, gegenüber dem dreiunddreißig Meter hohen neuen Leuchtturm an der Einfahrt, ist ein Werk des Bildhauers Joh. von Halbig. Als Baumaterial dienten Steine der damals (1811/12) abgebrochenen Tore (oberes und unteres Inseltor) und Türme Lindaus und des alten Turms vom Kloster Mehrerau, das in jener Zeit zu Bayern gehörte; leider wurden auch 1856 noch Steine der Lindauer Stadtmauer neben Steinmaterial aus den Rorschacher Brüchen für die Gestaltung des Hafens verwendet.

p 9346 Lindau i. S .. ? Hafen

64. Mit dem Neubau des Hafens (1851-56) und der Vollendung der Eisenbahn war auch eine Verlegung des Hauptzollamtes geboten; dasselbe ist jedem Fremden leicht kennbar, auch wenn er nicht der zollamtlichen Revision halber mit den ûbrigens äußerst artigen und zuvorkommenden Beamten in Beriihrung gekommen, durch seinen reichen Flor blühender Blumen, mit welchen das Äußere geschmückt ist, wodurch es in dem schönen Landschaftsbilde eine sehr liebliche Parthie ausmacht (Architekt Anton Harrer). Der gesamte (heutige) Bahnhofsplatz hieß nach dem bayerischen König Maximilian II. Joseph (er regierte von 1848 bis 1864), dem ein Monument gesetzt wurde (siehe auch nächstes Foto), Maximilians- oder auch kurz Max-Platz. Rechts am Bildrand der zum Zollgebäude gehörige Lagerschuppen,

65. Das Denkmal für König Maximilian II. Joseph (von 1848 bis 1864 bayerischer Regent) wurde am 12. Oktober 1856 eingeweiht. Sein Platz war zwischen dem Hotel 'Bayerischer Hof' und dem alten Hauptzollamt (siehe vorangegangenes Foto), das dem Bahnhofsneubau von 1914/15 weichen mußte. Anlaß der Enthüllung des Monuments war die mit großen Feierlichkeiten verbundene Eröffnung der Bahnlinie nach Lindau. In der Tracht des Hubertus-Ritterordens, steht das elf Fuß hohe Standbild des Konigs, von dem berühmten Erzgießer v. Miller in München gegossen, auf einem eleganten, aus schwärzlichem Syenit gebildeten architektonischen Bau, in sprechender Ähnlichkeit, gegen den Hafen blickend. Die vier allegorischen Figuren zu seinen Füßen bedeuten Kunst, Handel, Wissenschaft und Gewerbe. Am Sockel sind die Wappen sämtlicher Städte, welche von Hof bis Lindau an der Eisenbahn liegen und auf deren Kosten das vierunddreißig Fuß hohe Monument erstellt wurde, angebracht. 1937 wurde es abgebrochen.

Lindau i. Boderisee.

Denkmal Ma;<imi ian 11.

66. Das Terrain auf welchem jetzt die Bahnhofsgebäude in Lindau stehen, war ... die rebenreiche Insel. Die wackeren, alten Reichsstadtbûrger, welche sich auf ihren Rebbesitz ... , auf ihren Inselwein etwas zu gute thaten, - sie wûrden wehrnütig darein geschaut haben ... , daß man die schönen Reben so erbarmungslos herausriß und den fruchtbaren Boden scheinbar ungenützt liegen ließ ... Die Bahnhofsgebàude, in schoner Symmetrie erstellt, leiden ebenfalls (wie der Bahndamm) an dem Mangel der meisten bayerischen, diesem Zwecke bestimmten Gebäude; - sie sind zu klein. So schreibt Jordan 1870, vierzehn Jahre nach der feierlichen Eröffnung der Bahnlinie und der Gebäude! Doch blieben die drei Hallen bis 1914 in Betrieb, ehe der jetzige Bahnhof an deren Stelle trat (siehe eigenes Foto).

67. Die kurz nach seiner Fertigstellung 1902 entstandene Aufnahme zeigt die Fassade des nach Plänen von Friedrich von Thiersch errichteten Hauptpostamtes auf dem Maximiliaris- (heute Bahnhofs-) Platz, Das gesamte westlich des Inselgrabens gelegene Areal wurde erst seit etwa der Jahrhundertwende überbaut, aber mit welcher Rücksichtnahme auf die so facettenreiche Stadtstruktur dies geschah, bezeugt nicht zuletzt dieses Gebäude, das durch Dekoration und Formenreichtum einen repräsentativen, fast schloßartigen Charakter annimmt. Bernerkenswert ist die Sorgfalt, mit der sich Thiersch im Hinblick auf die Lindauer Dachformen gerade der Giebel- und Dachzone im Sinne plastischer Auflockerung annahm. Schade, daß schon in den flinfziger Jahren der Haupteingang - als solcher ja deutlich herausgehoben - aus Raumgründen zu einem Fenster degenerierte. Eine 1976 durchgeführte Restaurierung schuf ein vereinfachtes Sprossengittersystem und gestaltete die Eingangszone neu.

68. Von 'Pelz-Enderlin' geht der Bliek über die Straße 'An der Kalkhütte' auf den 1908 fertiggestellten Erweiterungsbau der Städtischen Realschule. 1875 war die Lindauer Gewerbe- und Handelsschule in eine sechsklassige Realschule umgewandelt worden; rechts ist ein Teil dieses älteren Baukörpers zu sehen.

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