Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1

Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Günter Fichter
Gemeente
:   Lindenberg im Allgäu
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5353-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1'

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9. Die Postkarte von 1913 zeigt das neue Ortsbild von Lindenberg. Der gewaltige Bau der neuen Stadtpfarrkirche geht seiner Vollendung entgegen, bald werden die Gerüste an den beiden Kirchtürmen fallen. Die vier Meter hohe Statue von St. Peter auf der großen Kuppel fehlt allerdings noch. Der Fotograf. der seine Kamera vom Balkon des ehemaligen 'Volksgarten' aus betätigte , wollte aber zugleich auch die Sedanstraße in unser Bliekfeld rücken. Sie durehschneidet den Ortskern in der Ost-Wcst-Richtung. Hier wie überall in Lindenberg entstanden damals große Wohn- und Geschäftshäuser ; aber noch immer bestimmen auch größere Baulücken das Ortsbild.

10. Der 14. Mai 1914 war ein Jubeltag für die Lindenberger: Nach fast dreißigjährigem Bernühen um ein größeres Gotteshaus weihte Bischof Maximilian Ritter von Lingg die neue katholische Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul ein. Das Ortsbild erfuhr durch die mächtige, basilikartige Kirche eine Neuprägung. Aber auch ein zweites kirchliches Gebäude , das auf unserer Karte ebenfalls abgebildet ist, verdient Erwähnung. Es ist das evangelische Bethaus von 1909, das die Raumprobleme der ständig anwachsenden Pfarrgemeinde für längere Zeit lösen half, bis 1955 dann die evangelische lohanneskirche errichtet wurde.

11. Zwei Ereignisse im Jahre 1914 sind für die Lindenberger Ortsgeschichte von großer Bedeutung. Neben der Stadterhcbung, die im August erfolgte, wurde im Mai des gleichen Jahres die neue katholische Pfarrkirche eingeweiht. Aber schon 1913 zogen die Handwerker das sechsstimmige Geläute in die Türme der weitgehend fertigen Kirche hinauf. Unsere Postkarte zeigt die Bekränzung der Glocken nach ihrer Ankunft am Lindenberger Bahnhof. Die große Glocke mit einem Gewicht von 85 Zentnern stiftete der Strohutfabrikant Thomas Wiedemann. Die zweitgrößte Glocke, die immerhin noch 42 Zentner wog, war ein Geschenk der politischen Gemeinde Lindenberg.

12. Die Schulstraße zwischen Aureliuskirche und Bräuhaus zeigte früher ein sehr viel geschlosseneres Straßenbild als heute. Inzwischen sind nämlich durch den Abriß einiger Gebäude unschöne Baulükken entstanden. Außer dem landwirtschaftlichen Anwesen von Jakob Ellgaß fiel auch das sogenannte Benefiziatenhaus, Schulstraße 9, der Spitzhacke zum Opfer. Es war 1820 erbaut worden und wurde später unter Stadtpfarrer Egger viele Jahre vom Benefiziaten Bader bewohnt. In unserer Zeit kam nur einmal noch Leben in die Räume: Die Realschule , die kurz nach ihrer Gründung unter erheblicher Raumnot litt, hielt hier für eine Klasse vorübergehend Unterricht. Heute befindet sich an gleicher Stelle ein Parkplatz.

13. Neben der ehemaligen Haushaltungsschule führt ein breiter Torbogen in den Friedhof an der Aureliuskirche. Hier liegen neben anderen Persönlichkeiten die Pferdehändler und Strohhutfabrikanten begraben, die Lindenberg einst seine Prägung gaben. Während wir in unmittelbarer Nähe der Kirche auf die Namen Huber, Reich, Wiedemann oder Pfarrer Joh. Ev. Egger stoßen, haben weiter draußen Hochschulprofessor Anton Fehr, die Altbürgermeister Ignaz Specht und Josef Fehr ihre letzte Ruhe gefunden. Das Grab, das sich auf unserer Ansicht aus den dreißiger Jahren zwischen Schnee und Gebüsch versteekt, erinnert an den 1924 verstorbenen ersten rechtskundigen Bürgermeister Hans Alois Schmitt, dem die Lindenberger für ihre Stadtentwicklung so viel verdanken.

14. Die Marienkapelle oder 's KappeIe' , wie sie die Lindenberger liebevoll nennen, ist das älteste Gotteshaus am Ort. Ab etwa 1500 begarmen die Wallfahrten zu ihr , die ihr im Volksmund auch den Namen 'Klein Einsiedeln' einbrachten. Wer die Karte von 1907 betrachtet, mag mit Wehmut daran denken, wie natürlich und hübsch das Straßenbild in Lindenberg einmal gewesen ist. Die Marienkapelle war noch nicht durch Bürgersteig und Steinmauer von der Straße abgetrennt. Zusammen mit den schönen Bürgerhäusern und Vorgärten, aus denen Sträucher und Bäume in die Straße hineinragten, gehörten Frauenkapelle und Linde zu einern der schönsten Straßenensembles in Lindenberg.

15. Im Jahre 1774 führte Kaiserin Maria Theresia in ihren österreichischen Erblanden eine allgemeine Schulreform durch. Damit erhielt auch Lindenberg, das damals zu Vorderösterreich gehörte, eine Volksschule. Das Schulgebäude wurde 1786 mit Ziegelwänden an das bereits bestehende Mesnerhaus angebaut. Da der Lehrer zugleich auch der Mesner war, konnte er im Haus gleich mitwohnen. Im Parterre des Schulgcbäudes, das mit der Giebelseite nach dem Marktplatz sah, wohnten der Hausmeister und der Totengräber, später der Schutzmann. Im oberen Geschoß befanden sich zwei Schulsäle. Da die Schülerzahl mit der Zeit stark anwuchs, wurde 1877 eine neue Schule errichtet, die aber bereits nach wenigen Jahrzehnten ebenfalls aus allen Nähten platzte.

16. Vor etwa hundert Jahren besuchten diese Schulkinder die alte Lindenberger Volksschule. Ein besonderer Anlaß scheint die Buben und Mädchen zum Klassenbild zusammengeführt zu haben. Sonntäglich gekleidet und mit ernsten Gesichtern blieken sie in die Kamera des Fotografen. Flankiert werden die Kinder von Stadtpfarrer Joharm Evangelist Egger, der als Lokal- und Distriktschulinspektor jahrzehntelang das Lindenberger Volksschulwesen beaufsichtigte. Auf der anderen Seite sehen wir Oberlehrer Josef Reinauer aus Mörslingen, der 1864 Katharina Mayer aus Lindenberg heiratete. Er starb 1897.

17. Die farbige Prägekartc mit dem schönen Trachtenmotiv zeigt den ganzen Stolz der Lindenherger im Jahre 1910. Es ist das nach Planen des Architekten Noris erbaute Schulhaus, das einen wesentlichen städtischen Akzent im Ortsbild von Lindenberg setzt. Kurz vorher war das an gleicher Stelle stehende alte Mesner- und Schulhaus abgebrochen worden. Ständig steigende Schülerzahlen hatten den Neubau nötig gemacht. Im selben Gebäude wurde 1920 dank der Weitsicht von Bürgermeister Hans Alois Schmitt eine Realschule errichtet, die später zur Oberrealschule erweitert wurde. Darnit war der Grundstein zur späteren Schulstadt Lindenberg gelegt.

18. Unser Bild zeigt einen Teil des Brennterwinkels im Zustand der dreißiger Jahre. Er hat seinen Namen vom Brennter, dem Mehlmus der armen Leute, die hier als Leerhäusler in größerer Zahl wohnten. Als zur Napoleonischen Zeit wieder einmal französische Truppen Quartier verlangten, wurden die Dragoner mit ihren Pferden bei den Bauern untergebracht, wo sie Schmalzgebackenes und Fleisch erhielten; die Fußsoldaten hingegen quartierte man bei den Hinterwinklern ein, wo sie bald lange Gesichter zogen, weil man ihnen immer nur Brennter vorsetzte. Und auch der wäre den Häuslern beinahe ausgegangen. In ihrer großen Not, bald selbst nichts mehr zum Essen zu haben, wurden sie vorn Amann schließlich für einen Monat von der Last der Einquartierung befreit. In jener Zeit soll sich der Name Brennterwinkel eingebürgert haben.

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