Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1

Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Günter Fichter
Gemeente
:   Lindenberg im Allgäu
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5353-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1'

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19. Der Antoniusplatz hat im Lauf seiner Geschichte zahlreiche Veränderungen erfahren. Zuerst dient er als Lagerplatz für Bau- und Brennholz. Nach der Errichtung der neuen Schule erwarben ihn die Gebrüder Anten, Martin und Gebhard Huber und schenkten ihn als Platz für die Schuljugend der Marktgemeinde. Ein neues Gesicht erhielt der Platz, als später das Kriegerdenkmal aufgestellt wurde. Es fiel aber schon nach wenigen Jahren dem Gestaltungswillen von NS-Bürgermeister Vogel zum Opfer , der an gleicher Stelle eine Pergola als neuen Friedhofseingang schuf. Auch sie ist inzwischen einer Neugestaltung des Platzes gewichen. Unsere Postkarte , die vor mehr als fünfzig Jahren entstanden ist, zeugt auch vom Schneereichtum vergangener Zeiten. Der Postschlitten vor dem Haus Antoniusplatz 2 versinkt beinahe im Schnee.

20. Der alte Brunnen am Antoniusplatz - hier eine Aufnahme aus den dreißiger Jahren - stand in einem besonders idyllischen Straßenwinkel. Hier labten sich einst die Kinder, wenn sie erhitzt und durstig vom Spielen nach Hause gingen. Ein Schluck von dem köstlichen Naß war so gut wie die raffiniertesten Limonaden, ohne die es heute meist nicht mehr geht. Gespeist wurde der Brunnen von den Quellen des Brunnenbühls im Süden der Stadt, von wo das Wasser in unterirdischen Leitungen bis in den Brennterwinkel geführt wurde. Seit der Sanierung des Platzes 1989 steht hier wieder ein Brunnen, der aber die gewesene Idylle kaum mehr ahnen läßt.

21. Ältere Lindenberger können sich vielleicht noch erinnern: Vor der ehemaligen Haushaltungsschule, die nach dem letzten Krieg auch als Hauptschule diente, stand früher das Kriegerdenkmal. Es war am 22. Oktober 1872 zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870171, in dem sechs Lindenberger starben, errichtet worden. Ursprünglich stand es im Garten des Hauses von Oskar König an der Hauptstraße, wurde später aber aus Verkehrsgründen an den Antoniusplatz überführt. Bürgermeister Hans Vogel ließ es dann, als er den Platz neu gestaltete, abtragen und verschrotten. Auf der Postkarte von 1930 gedenkt gerade sein Amtsvorgänger Dr. Edmund Stöckle der Toten der vergangenen Kriege und legt einen Kranz nieder.

22. Das Haus Antoniusplatz 2, das den Hausnamen 'Beim Arnannschneider' führt, war ursprünglich 'niederdachstuhlig' gebaut und wurde erst im 20. Jahrhundert aufgestockt. 1923 gehörte es dem ehemaligen Gerichtsamann Georg Spieler von Böserscheidegg. 1837 erwarb ein Josef Rief das landwirtschaftliche Anwesen, bis es 1886 in den Besitz der Familie Schneider überging, die seit 1919 das Recht besaß, die Paketpost auszuliefern. Unsere Aufnahme zeigt den Zustand des Hauses var 1936. Stolz haben sich Besitzer und Nachbarn zum Gruppenbild versammelt. Wir erkennen von links Franziska Schneider, Frau Walser, Postillion Xaver Schneider, Herrn Walser, Josef Schneider und ganz rechts Paul Schneider , der 1943 gefallen ist. In der Scheune, die sich an das Haus anschließt, war jahrelang der Postwagen untergebracht.

23. Unser Bild, das scheinbar aus der guten alten Zeit stammt, wurde zu Pfingsten des Jahres 1933 in der Glasbühlstraße aufgenommen. Es zeigt den Landwirt und Postillion Xaver Schneider , der als selbständiger Unternehmer im Auftrag der Post arbeitete und an Werktagen einmal täglich die Pakete auslieferte. Die Kutsche war Eigentum der Post, die Pferde mußte er selbst stellen. Xaver Schneider betrieb seinen Paketdienst bis Anfang der fünfziger Jahre, darm übernahm das Postauto die Zustellung der Pakete.

24. Am 30. September 1901 fand die letzte Postwagenfahrt von Lindenberg nach Röthenbach statt. Das Gefährt steht auf unserem Bild abfahrtbereit vor dem Haus Hauptstraße 59, das damals als Postexpedition und Telegrafenamt diente. Außer dern Poststallhalter, der in prachtiger Uniform auf dem Kutschbock des Wagens sitzt, haben sich noch andere Bedienstete und Reisende zum Erinnerungsfoto eingefunden. Einen Tag später fuhr dann der erste Eisenbahnzug von Röthenbach nach Lindenberg, wobei sich die Fahrtdauer gegenüber dem Pferdegespann um eine Stunde verkürzte. Die Bahn konnte mit ihrer größeren Beförderungskapazität den Bedürfnissen der rasch aufblühenden Lindenberger Industrie besser entsprechen. Aus diesem Grunde wurde 1904 am Bahnhof ein neues Postgebäude errichtet, das nach mehreren Umbauten auch heute noch als Postamt dient.

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25. Große Freude herrschte im Westallgäu, als die Eiscnbahnlinie von Röthenbach über Lindenberg nach Scheidegg eröffnet wurde. Schon am Vorabend hatten die Lindenberger das Jahrhundcrtereignis mit einem Larnpionzug, einem Turner- und Theaterfest gefeiert. Am 1. Oktober 1901 traf dann das erste Bähnle im Bahnhof ein. Zu den Stamrngästen gehörten viele Jahre Personen aus der Hut- und Käseindustrie. Eindrucksvoll war es, wcnn die Huterer-Wcible mit großen Hutsäcken einstiegen. um ihre Heimarbeit in den Lindenberger Hutfabriken abzuliefern. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es allerdings mit der Rentabilität der Bahn schnell abwarts. Am 25. September 1967 tat sie für den Personenverkehr den letzten Schnaufer.

26. Die Eisenbahn war in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts der Stolz der Lindenberger. Sie wurde bewundert und bestaunr, auch wenn das Bähnle eigentlich nur ein 'Bockelzügle' war, dessen zweiachsige, leichtgefederte Personenwagen die Stoßwirkungen von einer Schienenlänge zur anderen ziemlich stark spüren ließen. Auf unserem Bild von 1914 - es entstand noch vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges - besteigen zahlreiche Lindenberger Honoratioren die Königlich Bayerische Staatsbahn. Im Zug befindet sich mit weißern Hut der damalige Bürgermeister Hans Alois Schmitt; bei den beiden Herren rechts irn Wagen handelt es sich um die Gebrüder Flachs. Im Vordergrund schaut Bauer Anton Wiedernann, auch 'Dunelar' genannt, dem Fotografen nougierig in die Kamera.

27. Sieben Kilometer dauerte die Fahrt mit der Eisenbahn von Röthenbach nach Lindenberg. Dabei waren über fünfzig Meter Höhenunterschied zu bewältigen. Entsprechend schnaubte das Bähnle die Goßholzer Steige hinauf, bis es endlich im Bahnhof Goßholz, dem Lindenberger Ostbahnhof, eintraf. Der Bahnhofsvorsteher Franz Herz, der sich auf unserem Bild mit dem Kraftfahrer Georg Jehle unterhält, fertigte dann die wenigen Reisenden ab, die meist mit irgendwelchen Gerätschaften oder Hutschachteln unterwegs waren. Von der ehemaligen Goßholzer Bahnhofsherrlichkeit, wie sie auf unserem Bild noch zum Ausdruck kommt, ist heute nichts mehr zu sehen. Bahnhof und Bahnsteig wurden abgerissen, das Bahnwärterhaus in ein schönes Wohngebäude verwandelt.

28. Bestaunt und bewundert, wo immer sie auf Lindenbergs Straßen auftauchten, waren die ersten Automobile. Schon 1905 fuhr 'Kronenwirts Pepi' (Josef König) das erste Auto in Lindenberg. Die zweiten Autobesitzer waren Josef und Conrad Reich. Sie stellten ihrcn Opel auch für offizielle Anlässe der Ge· meinde zur Verfügung. So wurde damit 1907 der bayerische Kronprinz Ludwig bei seinem Besuch des Marktes durch die Straßen chauftïert. Auf unserem Bild, das vermutlich aus dem gleichen Jahr starnmt. sehen wir das Automobil vor dem Haus Sonnenstraße 12.

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