Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1

Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Günter Fichter
Gemeente
:   Lindenberg im Allgäu
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5353-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1'

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29. Ein seltenes Bild von der Jahrhundertwende, das nur ungefähr datiert werden kann, befaßt sich mit der Entstehung eines Hauses. Die Zimmerleute legen sich die Grundbalken zurecht, aus denen das Fachwerk für das neue Haus werden soll, Frauen bringen in Körben Speisen herbei, und aus einem Faß mit der Aufschrift 'Hoch lebe der Zimmermann' wird Bier ausgeschenkt. Eine Szene wie diese war in jenen Tagen keine Seltenheit. Von 1890 bis 1910 herrschte in Lindenberg eine rege Bautätigkeit. Zahlreiche Wohn- und Geschäftshäuserentstanden.

30. Eine alte Postkarte, die 1904 gelaufen ist, zeigt uns das erste Lindenberger Elektrizitätswerk. Zu verdanken ist es dem Käsehändler Lorenz Rädler , der die neue, zukunftsweisende Energie sich und anderen nutzbar machen wollte. Er erwarb das Wassernutzungsrecht am Rickenbach und erbaute dort ein kleines Kraftwerk. 1893 führte er über eine Freilandleitung die elektrische Energie nach Lindenberg. Im gleichen Jahr erstrahlte erstmals irn Hause Rädler, Hauptstraße 72, und in den Gasthäusern 'Zum Hirschen' und 'Löwen' das elektrische Licht. Bald wurden in Lindenberg selbst ein Betriebsgebäude und Maschinenhaus errichtet. Aufgrund von Versorgungsschwierigkeiten ging die Firma Rädler bald in der Firma 'Jenny und Schindler', der Vorgängerin der Vorarlberger Kraftwerke , auf.

31. Im Jahre 1899 erst erhielten die Lindenberger ein eigenes Krankenhaus. Wer vorher krank wurde, mußte sich dem Gemeindearzt oder der ambulanten Krankenschwester anvertrauen; wurde aber ein stationärer Aufenthalt nötig. so blieb nichts anderes als der Weg ins Krankenhaus nach Scheidegg oder Bremenried übrig. Urn diesen Mißstand zu beheben , schenkten die Brüder Anten, Martin und Gebhard Huber , die schon mehrmals als Wohltäter aufgetreten waren, der Gemeinde den 'Dürrenbühl' als Bauplatz für ein Krankenhaus. Es wurde 1898 schließlich fertiggesteJlt und den Barmherzigen Schwestern zur Berreuung übergeben. Viele Jahrzehnte erfüllte es seinen Zweck, bis 1963 das neue , moderne Dr.-Otto-Geßler-Krankenhaus entstand. Für das alte Haus am 'Dürrenbühl' ergab sich bald ein neuer Verwendungszweck . Es wurde zum Altenheim St. Martin umgebaut.

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Der erste Viktlla1ienmarkt iQ l..tndcnber,., t r. epteurber 19(1;!

32. Die 1904 gelaufene Postkarte zeigt den ersten Viktualienmarkt in Lindenberg am 11. September 1902. Hier durften - so die Marktordnung - feine Brotwaren, Korbwaren, Reehen. Schaufeln, heirnische Blumen, Samen und Wurzcln, nicht hingegen Würste , Anstellschweine und Zuchttauben verkauft werden. Inzwischen haben sich die Bestimmungen längst geändert, und auch der Ort wurde von der Marktstraße in die Hirschstraße und schließlich auf den Stadtplatz verlegt. Noch immer aber macht der Gang über den Wochenmarkt Spaß. Man wandert von Stand zu Stand, prüft Oualität und Preis, bis das Geeignete gefunden ist. Besonders begehrt sind die einhcimischen Waren, sei es ungespritzrcs Gemüse, ein Strauß heimiseher Blumen oder ein Bodensee-Schnäpsle, das man vor dem Kauf auch einmal probieren kann.

Vom Festplatz bei der Herbstdult

Gruss aus Lindenberg

33. Wenn in Lindenberg Simon- und Juda-Markt angesagt ist, strömen jung und alt aus dem ganzen Westallgäu in die Bergstadt. Die Besucher des Krämermarktes flanieren dann an den über hundert Ständen der Marktfieranten vorbei, um zwischen Bekleidung, Küchengeräten und Spielwaren das Richtige auszuwählen; die Jugend hingegen stürzt sich lieber auf den modernen Vergnügungspark. Das war um 1910, als unsere Postkarte entstand. nicht viel anders. Man ergötzte sich am Schlachtenpanorama und an Schießbuden, ließ sich aus der Hand lesen oder fuhr Karussell. Sogar ein fotografischet Künstler war da, der auf Wunsch von den Marktbesuchern ein exklusives Bild anfertigte.

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i. bayr. flllgäu, 761 m,

34. Die Postkarte von 1908 zeigt das neuerbaute Lindenberger Rathaus. Die Arntsräume wurden 1907 der Öffentlichkeit übergeben. Bis dahin hatten die Bürgermeister ihre Amtsgeschäfte in ihren Privatwohnungen besorgt; Magistratssitzungen wurden gernc im Schulhaus oder in Wirtshaussälen abgehalten. Heute steht das Gebäude der Stadtverwaltung, das im neugotischcn Stil errichtet worden ist. unter Denkmalschutz. Irn Untergeschoß, wo früher die Feucrwehr untergebracht war, befindet sich heute das Verkehrsamt. Irn großen Sitzungssaal im ersten Stock, wo sich jetzt die Stadträte zu ihren Sitzungen versammeln, befand sich einst das Wohnzimmer des Bürgermeisters, der anfangs rnit im Hause wohnte.

Lindenberg (Allgäu). Am knorrigen Brunnen

35. Der Holzbrunnen vor der Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul erfreute sich einst bei jung und alt großer Beliebtheit. Wegen des Troges, der aus einer Wettertanne geschlagen war und der ebenso wildwüchsigen Zulaufsäule, erhielt er im Volksmund recht bald den Beinamen 'Knorriger Brunnen'. Er wurde 1939 aufgestellt, als man daran ging, das Ortsbild zu verschönern. Überall wurden die Straßen verbreitert, verlängert und neu geteert. Der Mühlbach wurde teilweise verdeckt. Heute ist der alte Holzbrunnen, der am Ende morsch und brüchig war, längst durch eine neue Brunnenanlage ersetzt. Inmitten des parkähnlichen Geländes steigt ein feiner Strahl aufund ergießt sich in ein breites Wasserbecken.

36. Unser Bild zeigt ein Stück Alt-Lindenberg, wie es keiner mehr kennt. Und doch steht dieses Gebäude zum Teil heute noch. Es ist der alte Kronenbräu, der 1737 erbaut wurde und viele Generationen lang der Familie König gehörte. 1900 wurde das Brauereigebäude abgebrochen. Es war veraltet und konnte den wirtschaftlichen Erfordernissen nicht mehr standhalten. Auch der landwirtschaftliche Betrieb mußte aufgegeben werden, da die Marktgemeinde einen nicht unbedeutenden Teil von Grundstücken aus dem Besitz der 'Krone' zur Anlage der Bahnhofstraße benötigte.

37. Das Straßenbild an der Ecke Hauptstraße/Bahnhofstraße trägt heute recht städtische Züge. Der Grund dafür ist der große Hotelbau, den Oskar König im Jahre 1900 auf dem Vorplatz des ehemaligen Kronenbräu errichtet hat. Für das Gemeindeleben gewann das Gebäude schnell an Bedeutung. Seit 1919 betrieb Theodor Sattler im Erdgeschoß des Hauses ein Bankgeschäft, bis die Räume wieder in ein Bierlokal rückverwandelt wurden. Aber auch die Adventisten, die Kinderlandverschickung, Teile der Volksschule und nach dem Krieg eine ungarische Realschule bezogen im Hotel Krone vorübergehend Quartier. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Geschäften, die sich uacheinander in den Räumen links von der Eingangstreppe befanden.

Hötel Krone Lindenberg L AIlgäu

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38. Eine alte Postkarte von 1910 zeigt die Bahnhofstraße in Lindenberg. Die Grundfläche, auf der sie verläuft, gehörte früher zum Besitz des Gasthauses 'Zum Rößle'. Hier war eine Viehtriebsgasse, die zu den Weidegründen des Rößlewirts führte. Die Bahnhofstraße führt ihren Namen eigentlich nicht ganz zurecht, aber als sie angelegt wurde, sollte sie noch direkt zum Bahnhof hinführen. Auf Betreiben von Interessenten wurde dieser dann im letzten Moment 150 Meter weiter nach Westen verlegt, so daß jetzt das Zollgebäude den Abschluß der Straße bildet. Auf der anderen Seite mündet die Bahnhofstraße in die Hauptstraße ein. Zwischen 'Rößle' und Hotel 'Krone' erkennen wir noch die Bäckerei und Mehlhandlung Baldauf.

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