Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1

Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Günter Fichter
Gemeente
:   Lindenberg im Allgäu
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5353-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1'

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39. Auch Lindenberg hatte früher seine Brauereien. Es gab zum Beispiel den Kronenbräu und die Weizenbierbrauereien von Demharter und Wölfl. Ganz zu schweigen von den Wirtschaften, die eine Hauskonzession besaßen und damit Bier für den eigenen Hausausschank und das Gesinde brauen durften. Zu den großen Brauereien am Ort gehörte auch das Lindenberger Bräuhaus, das auf dem seltenen BiJd von 1902 abgebildet ist. Wir erkennen die Gastwirtschaft, die zugleich das Ausschanklokal war, den Maschinenraum und im Hintergrund die eigentliche Braustätte mit Kamin. An gleicher Stelle schufen sich die Lindenbergr Turner nach der Auflösung der Brauerei eine Turnhalle. Sie wurde jahrzehntelang auch als StadthalIe fürTheateraufführungen, Ausstellungen und Festveranstaltungen genutzt.

40. Die Geschichte des Gasthauses 'Zum Hirschen' läßt sich bis 1569 zurückverfolgen. Im 19. Jahrhundert gehörten zu dem Anwesen auch ein Krämergeschäft, eine Bäckerei sowie ein Botenfuhrwerksgewerbe. Zwanzig Generationen saß die Familie Ellgaß auf dem 'Hirschen', bis er 1867 in andere Hände überging. Josef Lingg richtete 1879 statt Bäckerei und Krämerladen eine Huf- und Wagenschmiede ein. Berühmt war der von ihrn gebaute Leichenwagcn, der erst 1938 von einem Leichenauto abgelöst wurde. 1942 schließlich ging der 'Hirsch' in das Eigenturn der Velveta Milch-Werke über, die eine Werksküche für die Betriebsangehörigen einrichteten. Der spätere Besitzer, die Firma Kraft, verlegte zusätzlich Büroräume ins Haus. Auch heute, unter der Firma Bayernland, ist der Hirschwirt noch immer die Werkskantine.

41. Ein Bild aus früheren Zeiten. das vermutlich all jene, die sich noch erinnern können, traurig stimmt:

Das Gasthaus 'Zur Sonnc, auch 'untere Metzg' genannt, steht kurz vor dem Abbruch. Die Straßenpartie an der unteren Hauptstraße erfuhr 1956 einschneidende Veränderungen. Um den Fahrweg dem modernen Verkehr anzupassen, wurde nicht nur eines der ältesten Gasthäuser abgerissen, sondern auch in die Substanz des Hauses Reithmeier entscheidend eingegriffen. Man brach ein Stück des Untergeschosses heraus und schuf stattdessen eine Arkade für den Bürgersteig, So konnte man die Straße auf die gewünschte Breite von 8,5 Metern bringen. Heute , im Zeitalter der Verkehrsberuhigung und der Fußgängerzonen, ließe sich vielleicht eine andere Lösung für das einst so markante Straßenensemble finden.

42. Eines der ältesten Häuser am Ort ist der Gasthof 'Löwcn'. Hier erblickte am 20. Dezember 1721 der wohl bedeutendste Lindenberger des 18. Jahrhunderts das Licht der Welt. Es war der Wirtssohn Johann Georg Specht, der später ein großer Barockbaurneister wurde. Seit jeher war der 'Löwen' für das politische und kulturelle Leben Lindenbergs von Bedeutung. Hier wurden Hochzeiten und Bälle gefeiert, Bürgerversammlungen, Maifeiern und Wahlkampfveranstaltungen durchgeführt. Nachdem der 'Löwen-Saal schon seit längerern den Ansprüchen der modernen Zeit nicht mehr genügen konnte , wurde er zusammen mit dem Gasthof Anfang der neunziger Jahre von Grund auf überholt und neu gestaltot. Unser Bild zeigt den Zustand des Gebäudes um 1935.

43. Der Erste Weltkrieg bedeutete für viele Menschen eine Schreckenszeit, aber auch die Nachkricgsjahre ließen sich schwierig an. Da war es schon mutig, eine Faschingsvcranstaltung zu wagen, wie es der Musikverein Lindenberg 1920 tat. Ein wenig verloren und nicht besonders lustig stehen die Herrschaften mit ihren Musikinstrumenten da. Ein Gedicht auf der Rückseite der Karte ruft die Menschen dazu auf', nach den Jahren des Krieges das Trübsalblasen zu beenden und wieder Feste zu feiern: Kruzitûrken feut is gnue.I Der Krieg der ist jetzt aus.I Das Kinderfest hat sechs Jahr Ruhe.I Aber jetzt muß' wieder raus.! Da wird gefestet mit Gewalt,l An Waldsee zieht man naus.t Da kommt darm alles, [ung und alt,' Die Kinder ziehn voraus ...

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44. Wie angenehm war es noch 1910 durch Lindenbergs Hauptstraße zu flanieren. Nur selten kam ein Fuhrwerk, geschweige denn ein Automobil vorbei. Die Straße gehörte fast noch ganz den Fußgängern. Das Straßenbild der mittleren Hauptstraße wirkt, obwohl die einzelnen Häuser in aufgelockerter Bauweise nebeneinander stehen, recht geschlossen. Aus dem Garten lugen Bäume und Sträucher hervor. Wohlgestaltete Hauseingänge mit breiten Steintreppen laden zum Betreten der Geschäftshäuser ein. So ist es beiden Gasthöfen 'Rößle" und 'Kronc', beim Wachszieher Spieler und bei vielen anderen Häusern. Die Straße war in jener Zeit noch ein Lebensraum, der durch fließende Übergänge in das Gesamtleben der Gemeinde integriert war.

45. Unser Bild von 1919 zeigt die ehemalige Weizenbierbrauerei Lindenberg, die besonders bei den Arbeitern beIiebt war. Gegründet wurde die Braustätte 1919 von Josef und Babette Michl, die das Anwesen Sedanstraße 9 käuflich erwarben und dort eine Schankwirtschaft einrichteten, Anfangs wurde das Bier noch im ehemaligen Bierkeller des 'Bräuhauses' gebraut, bis 1920 Produktion und Gaststätte im gleichen Haus vereinigt wurden. Schon 1922 ging die Brauerei an das Ehepaar Demharter und 1935 schließlich an Hubert Grashey über. Als sich nach dem Krieg die Eigenerzeugung von Weizenbier nicht mehr lohnte, mußte die Weizenbierbrauerei Lindenberg aufgegeben werden. Heute steht das Gebäude an einer verkehrsreichen, lautgewordenen Straßenecke. Von der einstigen Beschaulichkeit ist nichts mehr geblieben.

LINDEN BERG (811YR. I1LLGRU).

46. Johann Georg König, der Besitzer des Kronenbräu, erbaute 1882 einen LagerbierkeIler mit Ausschank an der Sedanstraße. Der KronenkeIler mit seinem schattigen Garten war bald der Ort von Musikund Kinderfesten, von Gesellschafts- und Kegelabenden. 1907 ging er an Theodor Sattler über, der die Gastwirtschaft unter dem Namen 'Volksgarten' weiterbetrieb. zuletzt aber Wohnräume einbaute und das Anwesen 'Tannenhof' nannte. 1930 erwarb die Stadt Lindau das Haus als Erholungsheim für Ferienkinder. Studenten und am Ende auch für Flüchtlingskinder. 1950 kaufte die Stadt Lindenberg den Tannenhof, ließ ihn abreißen und stellte das Gebäude der evangelischen Gemeinde als Bauplatz für eine Kirche zur Verfügung.

47. Auf den ersten Bliek hat sich das Straßenbild nicht viel geändert: Wir erkennen die Goethestraße, die am Hauptportal der Stadtpfarrkirche entlangführt. Der Zustand der Straße allerdings ist sehr viel schlechter als heute. Noch sind Lindenbergs Straßen nicht geteert. Im Sommer wirbelt Staub auf , und bei Regen waten die Menschen durch Dreck und Pfützen. 1927 erfolgte dann die erste systematische Straßenteerung, von der auch unserc Postkarte berichtet. Auch das im Landhansstil erbaute Anwesen, das damals einer Familie Knoblauch gehörte, hat Veränderungen erfahren: wo heute Rehe die Hauswand zieren, war damals ein Adler aufgemalt. Im Hintergrund schließt die Villa des Hutfabrikanten Wie demann die Goethestraße ab.

48. Die 1911 gelaufene Postkarte zeigt das stattliche Wohn-Geschäftshaus von Georg Specht, Hauptstraße 26. Xaver Specht, Krämer und Manufakturhändler auf dem Haus Nadenbergstraße 2, hatte es wegen der vorteilhaften Lage an der Hauptstraße erbaut. Bis 1893 allerdings stand an gleicher Stelle ein 'Leerhäuschen' , ein Haus also ohne landwirtschaftliche Grundstücke. Es war ein Doppelhäuschen, in dessen einer Hälfte ein Säckler Pferdegeschirre und Lederhosen fcrtigte, im anderen Hausteil ein Schuster seinem Beruf nachging. Auch die Villa Reich, die wir stadtauswärts hinter dem Spechtschen Anwesen erkennen, gehört zu den markanten Gebäuden aus Alt-Lindenberg. Hinter der Villa, wo heute das Feuerwehrhaus und Rotkreuzgebäude stehen, war früher ein großer, vielbewunderter Garten.

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