Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1

Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Günter Fichter
Gemeente
:   Lindenberg im Allgäu
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5353-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1'

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59. Der Bauernsohn Aurel Huber aus Buflingsried begann 1835 in Lindenberg in seinem Wohnhaus an der Hirschbergstraße mit der Herstellung und dem Handel von Strohhüten. Schon 1860 konnte er seinen kleinen Betrieb in das Haus eines Verwandten an der Hauptstraße verlegen. Er kaufte moderne Maschinen und weitete seine Produktion so sehr aus, daß er Ende des Jahrhunderts bereits zu den Marktführern gehörte. Als Ergebnis dieses Aufschwungs konnte 1907 ein großer Erweiterungsbau errichtet werden. Mit dem Ersten Weltkrieg und den folgenden Hungerjahren machte auch die Hutfabrik Aurel Huber schwierige Zeiten durch, von denen sie sich nie mehr ganz erholte. Obwohl man mit der Hutstumpenfabrikation und der Herstellung von Filzhüten begann, mußte die Fabrik in der 'hutlosen' Zeit der Nachkriegsjahre schließen. Sie wurde 1976 abgerissen.

60. Künstlerisch recht interessant gestaltet ist diese Ansicht von Lindenberg aus der Vogelschau. Sie stammt aus dem ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts und wurde von dem heimisehen Fotografen Specht gestaltet. Die Karte besteht aus mehreren Bildelementen: Vor den Allgäuer Alpen, in deren Mittelpunkt Hochgrat und Rindalphorn aufragen, breitet sich der Markt Lindenberg aus. In diese Abbildung hineingeschnitten wurde ein Rundbild, das das ehemalige Café Edelweiß auf dem Nadenberg zum Thema hat. Dieses Gebäude wurde später stark verändert. Vom Turm aus, dessen Spitze 1943 abgebrochen wurde , konnte man einst nach allen Richtungen weit ins Land schauen. Das erste Lindenberger Wappen von 1836 mit der doppeltürmigen Kirche , die von zwei Lindenbäumen flankiert ist, rundet die Bildkomposition ab.

61. Zwei Wohltätern der Gemeinde verdanken die Lindenberger ihren Aussichtsturm auf dem Nadenberg. Das Gelände dafür stammt von Pferdehändler Martino Huber aus Mailand, der bei seinem Urlaub in der Heimat die schöne Aussicht vom Nadenberg über alles schätzte. Um diesen Platz für die Allgemeinheit zu erhalten, kaufte und schenkte er ihn der Marktgemeinde. Als 1910 der Verschönerungsverein zur Ankurbelung des Fremdenverkehrs einen Aussichtsturm bauen wollte , fand sich in Kommerzienrat Aurel Reich ein zweiter Wohltäter. Er übernahm die Kosten für das Projekt, so daß der Bau Wirklichkeit werden konnte. Noch heute erfüllt der Aussichtsturm seine Aufgaben; für das gebaute Berliner Feriendorf ist er sogar zum Wahrzeichen geworden. Auf unserem Bild von ca. 1930 steht er noch fern von jeder Bebauung.

62. Die Sankt-Martins-Kapelle auf dem Nadenberg wurde 1910 erbaut und an Martini des gleichen Jahres vom Stadtpfarrer Joh. Ev. Egger eingewciht. Peter-Martin und Anna Maria Brinz, Eigentürner einer Huttabrik und eines landwirtschaftlichen Anwesens. waren die Stifter. Architekt Noris erbaute das kleine Gotteshaus im neubarocken Stil. Die Nadenberger wußten schon immer. was sie an ihrer schönen Kapelle haben. Deshalb wurde auch sehr früh ein Kapellenverein gegründer, um das Gebäude in gutem Zustand zu halten. Der chemalige Reichsarbeitsminister Dr. Heinrich Brauns, der lange Jahre auf dem Nadenberg lebte , war einer der Mitbegründer und Förderer.

Gruss aus GOSSHOLZ (bayr. Allgäu)

Postamt

Stranenpartle

63. Wer von Isny mit dem Auto nach Lindenberg fährt, trifft ungefähr zwei Kilometer vor dem Ortszentrum auf den Filialort Goßholz. Hier stand einst die Burg der Ritter von Goßholz, die im 14. Jahrhundert großen Einfluß in Lindenberg hatten. Ihnen gehörten das Vogteirecht und der Kirchensatz, woraus sich ansehliche finanzielle Einkünfte ergaben. 1908, als Eugen Felle die Postkarte zeichnete , ist noch immer etwas vom Stolz der Goßholzer zu spüren. Hier befinden sich immerhin ein Postamt und eine Haltestelle der Eisenbahn. Eine blühende Käseindustrie versorgt Stadt und Land mit ihren Produkten. Bekannt ist auch das Gasthaus 'Zurn goldenen Adler", das später von Kunstmaler Otto Keek, der zugleich Gastwirt war, seine schöne Fassadenbemalung erhielt.

64. Der Lindenberger Ortsteil Ried schmiegt sich an den steilen Hang des Rothachtales. Weit geht der Bliek hinüber in die AlIgäuer Alpen und den Bregenzer Wald. Trotz aller Beschaulichkeit, die man hier vorfindet , herrscht in Ried aber auch rege Betriebsamkeit. 1930 ist hier auf Anregung des ehemaligen Reichssozialministers Heinrich Brauns ein Genesungsheim entstanden. das heute von der Landesversicherungsanstalt Schwaben als Kur- und Rehabilitationsklinik genutzt wird. Wie eine Burg thront der gewaltige Bau über der Ortschaft mit ihren wenigen Häusern. Auf unserem Bild, das kurz nach 1930 entstanden sein dürfte , misehen sich Elemente der modernen Zeit mit der scheinbar zeitlosen Idylle alter Bauernhäuser und schmaler Dorfwege .

65. Ein beliebtes Ausflugsziel der Lindenberger war schon immer der Ortsteil Manzen. Ein zwei Kilometer langer Höhenweg führt den Wanderer an Kuhweiden und Bauernhäusern vorbei zu der kleinen Filiale. Hier lädt der an der Alpenstraße gelegene Gasthof 'Bavaria' Einheimische und Reisende zum Verweilen ein. Wie unsere 1902 gelaufene Postkarte zeigt, gab es diese Wirtsohaft schon vor hundert Jahren. Allerdings hat das Gebäude in dieser Zeit starke bauliche Veränderungen erfahren, Eine sonnige Terrasse, von der aus man einen herrlichen Bliek in die Berge genießt , wurde ebenfalls errichtet. Früher befand sich in Manzen auch eine Sennerei, die aber längst schon ihren Betrieb eingestellt hat.

66. Ein Lindenberger Filialort, der auch heute noch ländliche Stille aussrrahlt, ist Ellgassen. Unser Bild zeigt die Partie an der Ellgasser Mühle vor I91O. Hier wurde früher Mehl gemahlen und Holz gesägt. In unserer Zeit konnte das Mühlrad, das vom Mühlbach je nach Wasserstand unterschiedlich gespeist wurde , mit den modernen Energien nicht mehr mithalten. Anfang des Jahrhunderts wurde der Mühlenbetrieb eingestellt und der Müller zum Bauer. Seither hat das Anwesen starke bauliche Veränderungcn erfahren. Das Mühlengebäude und auch die Scheune links im Bild wurden abgcrisscn, das Wohngebäude hingegen aufgestockt. An die Mühle von einst erinnert nur noch eine Tafel am Haus.

67. Die Queralpenstraße von Lindau nach Berchtesgaden geht auf Pläne aus der Weimarer Zeit zurück. Gebaut wurde sie aber erst in den Jahren 1936/37. In dieser Zeit dürfte auch die Postkarte entstanden sein. Der Lindenberger Teilabschnitt beginnt in Scheidegg, strebt der Rieder Höhe zu, wo er ziemlich dicht hinter dem Kugelfang der ehemaligen Schießstätte vorbeiführt und verläuft dann weiter nach Manzen und Weihers. Schließlich durchquert die Straße das Ellhofermoos, erklimmt in schräger Trasse die Hausbachwand über Weiler und entschwindet nach Oberstaufen. Bei diesern Wegverlauf bietet sich dem Reisenden immer wieder ein wundervoller Bliek in die Alpen.

68. Im Jahre 1932 wurde in Lindenberg in der ehemaligen Strohhutfabrik Stiefenhofer der Freiwillige Arbeitsdienst eingerichtet. Bis zum Jahresende meldeten sich bereits über hundert junge Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren. Sie mußten täglich sechs Stunden arbeiten und erhielten dafür als Entschädigung pro Arbeitstag zwei Reichsmark, die zum großen Teil abcr für Unterbringung und Verpflegung verwendet werden mußten. 1933 war der Arbeitsdienst vornehmlich mit Straßenarbeiten an der Sandstraße beschäftigt. Unser Bild aus diesem Jahr zeigr, daß neben dem Dienst auch noch Zeit für Späße blieb: Eine Gruppe junger Männer befindet sich gerade vor dem Kriegerdenkmal an der Aureliuskirche bei einem recht unkonventionellen Umzug,

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