Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1

Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Günter Fichter
Gemeente
:   Lindenberg im Allgäu
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5353-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lindenberg im Allgäu in alten Ansichten Band 1'

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69. Lindenberg am 29. März 1936. Die Stadt, so berichtet der Chronist, zeigt sich im Festtagskleid. Die Häuser der Hauptstraße sind mit Hitlerfahnen geschmückt. Ein Kalender aus der NS-Zeit gibt uns scheinbar sachliche Auskunft: Es sind sogenannte Reichstagswahlen abgehalten worden, bei denen sich 98,8 Prozent der Menschen zum Führer bekannten. Ein solches Ergebnis scheint uns aber suspekt: In Wirklichkeit herrschte der totalitäre Staat, der die Menschen unter Druck setzte und keine Alternativen zuließ. Das Straßenbild von damals ist mit dem heutigen nur noch teilweise identisch. Welch vornehmen Akzent setze zum Beispiel das Bürgerhaus links vorne, das die Medizinal-Drogerie Wiedemann beherbergte. Nach mehreren Umbauten stellt es heute nur noch ein farbloses Geschäftshaus dar.

70. Eine alte Fotografie von 1940 zeigt uns, daß die Ereignisse der Hitlerzeit und des Zweiten Weltkriegs auch Lindenberg nicht unberührt ließen. An der Ecke Prinz-Ludwig-Straße/Hauptstraße, wo sich jetzt der neue Stadtplatz befindet , marschieren Wehrmachtssoldaten einer sächsischen und ostpreußischen Kompanie in Kriegsstärke an ihren Vorgesetzten vorbei. Insgesamt 482 Personen rücken in jenen Tagen in Lindenberg ins Winterquartier ein. Im Hintergrund der Szene, die von zahlreichen Zuschauern verfolgt wird, erkennen wir ein Gebäude mit Turm, das damals einern Dr. med. Wiedemann gehörte. Dieses Arzthaus hat lange Zeit die Ortsmitte mitgeprägt; es wurde 1976, weil es inzwischen morsch und baufällig war, abgerissen.

71. Welches Wintervergnügen einst in allernächster Nähe des Ortes möglich war, zeigt unser Bild, mit dem das Verkehrsamt Lindenberg vor sechzig Jahren um Gäste warb. Nicht nur Kinder tummeln sich am Kellers Berg, dem ehemaligen Skibuckel der Lindenberger. Noch kein Skilift befördert die Skifahrer den Berg hinauf. Eigenhändig mußten sie die Skier hochtragen, um dann die nächste Abfahrt genießen zu können. Spaß scheint es dennoch gemacht zu haben. Heute ist dieser Skihang längst bebaut, und auch bei den Häusern an der Schulstraße hat sich einiges geändert. Das Benefiziatenhaus rechts neben der damaligen Haushaltungsschule und das landwirtschaftliche Anwesen Ellgaß sind abgerissen worden.

72. Mitte des 18. Jahrhunderts entstand am Sägenweiher, wie der Waldsee früher hieß, eine Säge. Die Lindenberger empfanden sie als große Wohltat , mußten sie das Holz doch bisher an der Rothach, Leiblach oder am Rickenbaeh sägen lassen. Außerdem stand die Vereinödung bevor , bei der besonders viel Holz für den Ausbau der Häuser verwendet wurde. Bis in unser Jahrhundert diente die Waldweihersäge als Lohnsäge, rentierte sich aber nicht mehr , als der Zimmermeister Engelbert Fehr 1901 eine Vollgattersäge in Betrieb nahm. Unser Rauchbild von 1904/05 zeigt die alte Säge im Lindenberger Holz kurz vor dem Abbruch.

73. An kaum einem Gegenstand ihrer engeren Heimat nehmen die Lindenberger mehr Anteil als am Waldsee. Er geht auf die Eiszeit zurück und wäre wie wo manches Gewässer schon längst verlandet, hätten ihn die Menschen nicht rechtzeitig abgedämmt. Als Herrschafts- und Amtsweiher diente er zuerst der Fischzucht; später wurde er wegen der Säge, die am Seeausgang stand, wichtig. Heute ist der Waldsee zusammen mit den umliegenden Wald- und Moosflächen der Lindenberger liebstes Erholungsgebiet. Unser Luftbild von 1938 zeigt links die weitläufige Badeanstalt mit der noch nicht begradigten Uferlinie und am Ostufer des Sees das alte Waldseehaus.

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74. Der Badebetrieb am Sägenweiher , wie der Waldsee früher hieß , nahm erst nach dem Krieg von 18701 71 seinen Anfang. Ganz im Geiste des Turnvaters Jahn zogen die Knaben und Männer hinaus, um dort das Schwimmen zu erlernen. 1901 gab es bereits am östlichen sandigen Ufer eine einfache Badehütte, die aber 1905 abgebrochen und in vergrößertem Maßstab an den Auslauf des Sees verlegt wurde. Von diesem Zwischenstadium berichtet auch unsere Postkarte von 1908. Da der Platz aber zu sehr im Schatten lag, verlegte man die Badeanlage auf die Nordwestseite und vergrößerte sie bedeutend. Jetzt hatten die Lindenberger endlich den ganzen Tag über Sonne und eine genügend große Liegewiese.

75. So idyllisch ging es einst am Waldsee zu: ein kleiner Ausflug zu Fuß oder mit dem Fahrrad, und schon ist man in einer anderen Welt. Unsere Karte, die 1909 gelaufen ist, zeigt das Waldseehaus in seinem ursprünglichen Zustand kurz nach der Erbauung. Die Gebrüder Martin und Mathias Brinz hatten die ehemalige Sägernühle 1904 erworben und abbrechen lassen. An gleicher Stelle erbauten sie ein Jahr später eine Gaststätte, die sie 'Waldkurhaus am See nannten. Die hochgestellten Erwartungen, man könne hier vielleicht ein respektables Moorbad einrichten, erfüllten sich aber nicht ganz. 1952 wurde das Waldseehaus aufgestockt und zu seiner heutigen Form umgebaut.

76. Dieses Bild von 1933 dürfte die Herzen so mancher älterer Lindenberger höher schlagen lassen:

Eines der zahlreichen Sportfeste findet auf dem Sportplatz an der Austraße statt. alto Rädler springt soeben vor den Augen der begeisterten Zuschauer 5,60 Meter weit und wird damit Sieger. Im Hintergrund erkennen wir die damalige Wirtschaft in der Au, die von der Familie Brinz betrieben wurde. Wohltuend an der Szene fällt auf, mit wie wenig technischem Aufwand, aber mil wieviel Freude damals die 'schönste Nebensache der Welf betrieben wurde.

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